Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Ужасы » Highway ins Dunkel. Stories
Highway ins Dunkel. Stories - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Highway ins Dunkel. Stories

Электронная книга - «Highway ins Dunkel. Stories». Краткое содержание книги:

Ebenso wie seine Romane bürgen auch die Kurzgeschichten des Meisters hautnahen Horrors für Schreckensqualitäten vom Feinsten. Namenlose Kreaturen, mörderische Ratten, mysteriöse Erscheinungen halten Einzug in die geheimsten Winkel unseres Nervensystems ...
Das Buch
Dean Koontz gilt als Meister hautnahen Horrors, und er versäumt es auch in seinen schaudererregenden Kurzgeschichten nicht, den Leser in eine eiskalte Welt puren Entsetzens zu entführen.
Namenlose Kreaturen, die einem notorischen Dieb das Fürchten lehren, mörderische Ratten, entkommen aus einem Versuchslabor, und Wesen aus anderen Welten erschüttern unser Vertrauen in das Erdendasein nachhaltig ...
Der Autor
Dean Koontz, 1946 in Bedford/Pennsylvania geboren, besuchte das Shippensburg State College und nahm 1966 eine Lehrerstelle in Appalachia an. Wenig später heiratete er und veröffentlichte seinen ersten Roman und einige Kurzgeschichten. 1976 zog er mit seiner Familie nach Orange County/Kalifornien. In mehr als 20 Jahren schrieb Koontz 55 Bücher, die in einer Weltauflage von 60 Millionen Exemplaren in 18 Ländern verbreitet ist.
Titel der Originalausgabe STRANGE HIGHWAYS STORY COLLECTION
1 ... 48 49 50 51 52 53 54 55 56 ... 129
Перейти на страницу:

Manchmal ließ sie ihre Schüler wichtige historische Ereignisse nachspielen, und jeder bekam eine ulkige Kopfbedeckung, die zu der jeweiligen Rolle paßte. Mrs. Caswell besaß eine unglaubliche Sammlung verschiedener Hüte, Mützen und sonstiger Kopfbedeckungen. Um ihrer Klasse die Wikinger nahezubringen, hatte sie eines Morgens einen seltsamen Helm mit Hörnern getragen, und alle hatten schallend gelacht, als sie in diesem Aufzug das Zimmer betreten hatte. Jamie fühlte sich zunächst peinlich berührt; schließlich war sie seine Mrs. Caswell, die Frau, die er liebte, und er konnte es nicht ertragen, daß sie sich lächerlich machte. Doch dann zeigte sie ihnen Bilder von Wikingerschiffen: mit kunstvoll geschnitzten Drachenköpfen am Bug. Sie erzählte ihnen vom heldenhaften Leben der Wikinger, die sich zu einer Zeit, als es noch keine Landkarten gab, aufs unbekannte stürmische Meer hinauswagten, obwohl sie damit rechnen mußten, lebendigen Drachen zu begegnen oder sogar vom Rand der Erde ins Nichts zu stürzen - damals wußten die Menschen noch nicht, daß die Erde eine Kugel und keine Scheibe ist. Und während Mrs. Caswell erzählte, wurde ihre Stimme immer leiser, bis alle Schüler wie gebannt an ihren Lippen hingen und sich auf ein kleines Schiff versetzt glaubten, das in Wind und Regen von hohen Wellen hin und her geschleudert wurde, während in der Ferne aus dem Nebel ein geheimnisvolles dunkles Gestade auftauchte. Jetzt besaß Jamie zehn Zeichnungen von Mrs. Caswell als Wikingerin, und sie gehörten zu den Lieblingsbildern seiner geheimen Galerie.

Vergangene Woche hatte ein Mann vom Kultusministerium, ein gewisser Mr. Enright, Mrs. Caswells Klasse visitiert. Er war klein und sehr korrekt gekleidet: dunkler Anzug, weißes Hemd und rote Krawatte. Nach der Geschichtsstunde, in der es um das Leben im Mittelalter ging, wollte Mr. Enright den Schülern Fragen stellen, um zu sehen, ob sie den Stoff auch verstanden hatten. Jamie und alle anderen antworteten begierig, und Enright war beeindruckt. »Aber eigentlich ist das nicht der Lehrplan der sechsten Klasse, Mrs. Caswell«, sagte er. »Mir kommt es fast so vor, als würden Sie schon den Stoff der achten Klasse durchnehmen.«

Normalerweise hätten die Schüler das als großes Kompliment aufgefaßt, sich stolz in die Brust geworfen und zufrieden gegrinst. Aber sie hatten für eine solche Situation bestimmte Instruktionen erhalten, und deshalb sackten alle auf ihren Stühlen zusammen und bemühten sich, erschöpft auszusehen.

»Was Mr. Enright damit sagen will«, erläuterte Mrs. Caswell ihrer Klasse, »ist, daß er befürchtet, ich könnte euch überfordern. Aber ihr findet doch nicht, daß ich zuviel von euch verlange, oder?«

Die ganze Klasse rief wie aus einem Munde: »Doch!«

Mrs. Caswell tat so, als wäre sie sehr bestürzt. »Aber nein, ich überfordere euch doch nicht ...«

Melissa Fedder, die über die beneidenswerte Fähigkeit verfügte, nach Wunsch weinen zu können, brach in Tränen aus, so als wäre die Anstrengung, Mrs. Caswells Schülerin zu sein, einfach zuviel für sie.

Jamie stand auf, tat so, als würde er vor Angst am ganzen Leibe zittern, und stammelte seinen einstudierten Text: »Mr. En-Enright, wir k-k-können es einfach n-nicht mehr ertragen. Sie sch-sch-schikaniert uns so! Immer! W-Wir nennen sie Miß Attila die Hunnin!«

Nun trugen auch andere Kinder Mr. Enright ihre Klagen vor:

». gönnt uns nie eine Ruhepause .«

». jeden Tag vier Stunden Hausaufgaben .«

». viel zuviel .«

». erst Sechstkläßler .«

Mr. Enright war entsetzt.

Mrs. Caswell machte mit finsterer Miene einige Schritte auf ihre Schüler zu und gebot ihnen mit einer Handbewegung Schweigen.

Alle verstummten sofort, so als hätten sie Angst vor ihr. Melissa Fedder schluchzte immer noch, und Jamie gab sich größte Mühe, seine Unterlippe zittern zu lassen.

»Mrs. Caswell«, murmelte Mr. Enright verstört, »äh . vielleicht sollten Sie sich in Zukunft doch etwas mehr an den Lehrplan für die sechste Klasse halten. Dieser Streß .«

»Oh!« fiel Mrs. Caswell ihm erschrocken ins Wort. »Ich befürchte, daß es schon zu spät ist, Mr. Enright. Schauen Sie sich die armen Kleinen an! Offenbar habe ich sie umgebracht!«

Bei diesem Stichwort ließen alle Kinder sich auf die Tische fallen, so als wären sie plötzlich tot zusammengebrochen.

Mr. Enright stand einen Augenblick wie gelähmt da, doch dann brach er in lautes Gelächter aus, und alle Kinder lachten mit, und er sagte: »Mrs. Caswell, Sie haben mich hereingelegt! Das war einstudiert.«

»Ich gestehe«, antwortete Mrs. Caswell, und die Kinder lachten noch lauter.

»Aber woher wußten Sie denn, daß ich befürchten könnte, Sie würden Ihre Schüler überfordern?«

»Weil Kinder immer unterschätzt werden«, sagte Mrs. Caswell. »Der offizielle Lehrplan fordert sie nie heraus. Alle sind so besorgt, daß der psychologische Streß zu groß sein könnte, und alle reden über die Probleme überforderter Kinder, und das Resultat ist, daß die Kinder in Wirklichkeit unterfordert sind. Aber ich kenne mich mit Kindern aus, Mr. Enright, und ich kann Ihnen versichern, daß sie viel intelligenter und zäher sind, als die meisten Leute glauben. Stimmt’s?«

Die ganze Klasse versicherte lautstark, daß sie recht hatte.

Mr. Enright ließ seinen Blick über die Gesichter der Schüler gleiten, und zum erstenmal an diesem Morgen schaute er sie wirklich aufmerksam an. Dann lächelte er. »Mrs. Caswell, Sie leisten wirklich großartige Arbeit.«

»Danke.«

Mr. Enright schüttelte den Kopf, lächelte noch breiter und murmelte augenzwinkernd: »Fürwahr Miß Attila die Hunnin!«

In diesem Augenblick war Jamie so stolz auf Mrs. Caswell, und er liebte sie so sehr, daß er nur mühsam seine Tränen zurückhalten konnte, die viel echter gewesen wären als die von Melissa Fedder.

Und nun, an diesem letzten Montagmorgen im Oktober, lauschte Jamie hingerissen, während Miß Attila der Klasse erzählte, wie primitiv die Medizin im Mittelalter gewesen war, daß es aber auch eine verrückt-faszinierende Wissenschaft namens Alchimie gegeben hatte, wobei die Menschen versuchten, Blei in Gold zu verwandeln. Nach einer Weile glaubte er fast, daß ihm nicht mehr der Geruch nach Kreide in die Nase stieg, sondern der übelkeitserregende Gestank der mit Abfällen übersäten Straßen im mittelalterlichen Europa.

8

In seinem winzigen Arbeitszimmer auf der Vorderseite des Hauses saß Jack Caswell an dem alten Schreibtisch aus Fichtenholz, trank von Zeit zu Zeit einen Schluck Kaffee und las noch einmal das Kapitel durch, das er am Vortag geschrieben hatte. Er machte viele Bleistiftkorrekturen und schaltete dann seinen Computer ein, um diese Änderungen zu speichern.

Nach seinem schweren Unfall vor drei Jahren, der ihn daran hinderte, seinen Beruf als Wildhüter des Forstministeriums weiter auszuüben, hatte er versucht, seinen alten Traum zu verwirklichen und Schriftsteller zu werden. (In seinen Träumen sah er manchmal immer noch, wie der große Lastwagen auf der vereisten Straße ins Schleudern kam, wie er selbst auf die Bremse trat und dadurch ebenfalls die Kontrolle über sein Auto verlor, wie er im grellen Scheinwerferlicht des LKWs das Steuer herumriß, die Katastrophe aber nicht mehr abwenden konnte. Es war schon zu spät. Sogar in seinen Alpträumen war es immer zu spät.)

In den letzten drei Jahren hatte er vier Kriminalromane mit viel Action geschrieben, und zwei davon waren sogar von New Yorker Verlagen veröffentlicht worden; außerdem waren acht seiner Kurzgeschichten in Zeitschriften erschienen.

Bevor er Laura kennenlernte, hatte seine Liebe der Natur und Büchern gehört. Vor dem Unfall war er oft im Gebirge gewandert, in einsamen ruhigen Gegenden, und immer war sein Rucksack zur Hälfte mit Lebensmitteln, zur Hälfte mit Taschenbüchern vollgepackt gewesen. Abgesehen von seinen Vorräten, hatte er sich von Beeren, Nüssen und eßbaren Wurzeln ernährt, und er war tagelang in der Wildnis geblieben, um die Tiere zu beobachten und ungestört zu lesen. Er war ein Naturmensch, aber er hatte auch ausgeprägte kulturelle Interessen, und während es schwierig war, in einer Stadt naturverbunden zu leben, konnte man die Kultur in Form von Büchern relativ mühelos an jeden Ort mitnehmen, und wenn Jack sich irgendwo in den dichten Wäldern aufhielt, konnte er beiden Seiten seiner gespaltenen Seele gerecht werden.

1 ... 48 49 50 51 52 53 54 55 56 ... 129
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)