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Jaina Prachtmeer: Gezeiten des Krieges

Электронная книга - «Jaina Prachtmeer: Gezeiten des Krieges». Краткое содержание книги:

Die Asche des Weltenbebens ruht über den so unterschiedlichen Königreichen Azeroths. Während sich die geschundene Welt langsam von den Folgen der gewaltigen Katastrophe erholt, setzt die berühmte Zauberhexerin Lady Jaina Prachtmeer alles daran, die Beziehung zwischen Allianz und Horde wieder zu verbessern. Denn unlängst haben wachsende Spannungen die beiden Fraktionen an den Rand eines neuen Krieges geführt, der den letzten Rest an Stabilität zu zerstören droht in der … WORLD OF WARCRAFT®
Düstere Nachrichten erreichen Jainas geliebtes Städtchen Theramore. Eines der mächtigsten Artefakte des Blauen Drachenschwarms – die Fokussierende Iris – wurde gestohlen. Um die mysteriösen Umstände der Tat zu klären, entschließt sich Jaina zu einem ungewöhnlichen Bündnis mit dem ehemaligen Blauen Drachenaspekt Kalecgos. Gemeinsam wollen die beiden ruhmreichen Helden dem dreisten Diebstahl auf den Grund gehen. Doch es droht bereits weiteres Unheil am Horizont.
Garrosh Höllschrei versammelt die Armeen der Horde zu einer Invasion Theramores. Ungeachtet steigender Unzufriedenheit in den eigenen Reihen, strebt der skrupellose Kriegshäuptling eine neue Ära der Herrschaft der Horde an. Seine unstillbare Gier nach Macht, lässt ihn dabei zu den brutalsten Mitteln greifen, um jene mundtot zu machen, die es wagen könnten, seine Position als Anführer in Frage zu stellen.
Allianztruppen sammeln sich in Theramore um den Angriff der Horde abzuwehren. Doch sie rechnen nicht mit dem tatsächlichen Ausmaß der verschlagenen und heimtückischen Strategie des Kriegshäuptlings. Garroshs Angriff wird Jaina unwiderruflich verändern und die Friedenshüterin in eine chaotische, alles verschlingende Macht verwandeln – auch bekannt als: Gezeiten des Krieges.
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„Die Straße nach Norden macht mir mehr Sorgen als die Straße gen Westen“, erklärte Jonathan, womit er die Aufmerksamkeit der anderen wieder auf das eigentliche Thema dieser Besprechung lenkte. „Wir haben keine Berichte darüber, dass sich Truppen in Brackenwall versammelt haben.“

„Noch nicht“, brummte Rhonin.

„Noch nicht“, nickte Jonathan. „Aber wir können wohl davon ausgehen, dass Garroshs Armee durch das Dorf marschieren wird und dass sich ihnen dort entweder weitere Krieger anschließen oder sie einen Teil ihrer Leute zurücklassen, als Reserve, die dann – falls nötig – zu einem späteren Zeitpunkt ins Schlachtgeschehen eingreifen soll. Außerdem ist Brackenwall ein guter Rückzugspunkt, wo die Horde sich neu formieren kann. Wir verfügen leider über keinen solchen Luxus.“

„Was ist mit den Belagerungswaffen, die zurzeit entlang der westlichen Straße platziert sind?“, fragte die Leidende. „Wir könnten sie näher an die Stadt heranziehen und sie vor beiden Toren platzieren.“

„Und die Grimmtotem?“, warf Kinndy ein.

„Ich bezweifle, dass sie uns Ärger machen werden“, sagte Jaina. „Wir kämpfen jetzt gegen die Horde, und selbst wenn sie Garrosh ihre Dienste angeboten hätten, Baine würde sich dagegen aussprechen. Vermutlich würde nicht einmal Garrosh selbst ihnen vertrauen. Nicht nach dem, war Magatha Cairne angetan hat.“

„Sie könnten aber versuchen, unsere Abgelenktheit in der Schlacht zu ihrem Vorteil zu nutzen“, gab Vereesa zu bedenken. „Was, wenn sie die Gelegenheit ergreifen und in die Stadt eindringen, sei es nun, um zu plündern oder einfach nur zu morden?“

„Das würde ihnen nur gelingen, falls wir versagen“, entgegnete die Leidende brüskiert. „Solange unsere Verteidigung hält, werden sie nichts dergleichen wagen.“

„Dann wäre das ja geklärt“, meinte Jonathan. „Wir ziehen die Kriegsmaschinen zur Stadt und …“

Die Tür zum Korridor wurde aufgestoßen. Kalecgos stand im Eingang, leicht schwankend, eine Hand an die Seite gepresst. Hinter ihm befanden sich zwei Wachen, die sich aber mehr Sorgen um den Zustand des Drachen zu machen schienen als um die Tatsache, dass er gerade unangekündigt in den Versammlungsraum geplatzt war.

Als Jaina sah, dass Blut zwischen den Fingern des Drachen hervorquoll, sprang sie auf und eilte zu ihm hinüber, noch während sich Kalec an die Anwesenden wandte.

„Die Horde ist wieder in Bewegung“, erklärte er. „Sie marschiert nach Süden und wird in wenigen Stunden hier sein.“ Jaina legte ihm den Arm um die Schulter und blickte besorgt zu ihm auf. Sie hatte das Gefühl, als wären die nächsten Worte, die er sprach, mehr für sie als für die anderen bestimmt. „Ich bin nicht schwer verletzt. Ich bin zurückgekommen, um Euch zu warnen. Um Euch zu helfen.“

„Ich wüsste nicht, was diese Sache den blauen Drachenschwarm angeht“, sagte Rhonin. Einige der anderen, die Kalecgos nicht sofort erkannt hatten, zogen leicht die Augenbrauen zusammen, als die Erkenntnis sie traf.

Jaina wandte sich zunächst an Kalec, dann an die Generäle und Magier. „Kalec – lass dich erst von den Wachen zu einem Heiler bringen, bevor du irgendetwas anderes unternimmst. Du kannst uns Bericht erstatten, sobald deine Wunde versorgt ist.“ Den anderen erklärte sie: „Wir mögen bis vor Kurzem im Krieg mit dem blauen Drachenschwarm gestanden haben, aber jeder in diesem Raum, auch die Mitglieder der Kirin Tor, wissen, dass Kalecgos niemals den Streit mit den jüngeren Rassen gesucht hat. Ohne seine Hilfe hätten wir Todesschwinge nicht besiegen können, und es ist eine Ehre und, ganz ehrlich, auch ein Glücksfall, dass er sich bereit erklärt hat, uns bei der Verteidigung von Theramore zu helfen.“

Rhonins Blick huschte kurz von Kalec zu Jaina, dann nickte er. „Wir können jede Hilfe brauchen“ war alles, was er sagte, aber das reichte schon. Die anderen Kirin Tor unterbrachen ihr leises Gemurmel, und sogar einige der Generäle nickten zustimmend.

„Seien wir ehrlich“, schlug Rotmähne mit einem Lachen vor. „Eine große blaue Bestie am Himmel, zusätzlich zu uns allen am Boden, das könnte Garrosh vielleicht einschüchtern.“

Die Entscheidung war also getroffen. Jaina wandte sich zu Kalec herum. Seine Wunde war augenscheinlich ernster, als er sie glauben machen wollte, aber es gab viele gut ausgebildete Heiler, die in Erwartung der Schlacht nach Theramore gerufen worden waren. Bald schon würde er wieder so weit genesen sein, dass er bei der Verteidigung der Stadt mitwirken konnte.

„Das wird schon wieder, Jaina“, meinte er mit einem sanften Lächeln, dann fügte er etwas leiser hinzu: „Macht Euch keine Sorgen!“

Nun schenkte sie ihm ihrerseits ein Lächeln. „Ich müsste schon eine Närrin sein, um mir keine Sorgen zu machen, Kalec“, erklärte sie, gleichfalls im Flüsterton. „Aber ich habe auch in der Vergangenheit Schlachten überstanden. Schlachten, die … für mich persönlich viel schwerer zu ertragen waren als diese. Habt keine Angst! Ich werde Theramore verteidigen, und ich werde nicht davor zurückschrecken zu tun, was getan werden muss.“

Bewunderung ließ seine blauen Augen aufleuchten. „Vergebt mir“, sagte er. „Womöglich seid Ihr kampferprobter und abgebrühter, als ich es bin, Lady Jaina.“

Ihr Lächeln verlor ein wenig an Strahlkraft. „Ich musste schon schwierige Entscheidungen treffen“, sagte sie, „aber ich bete, dass ich niemals abgebrüht sein werde. Nun geht! Wir wollen unsere Informationen austauschen, sobald Ihr zurückgekehrt seid.“ Als die Wachen Kalec zu den Priestern eskortierten, wandte sich Jaina wieder den anderen zu. „Schickt sofort einen Boten nach Sturmwind! Varian muss erfahren, dass der Angriff unmittelbar bevorsteht.“

Das Gefühl der Dringlichkeit, das die Stadt erfüllt hatte, noch bevor die Generäle mit ihrer Flotte eingetroffen waren, schien nun noch allgegenwärtiger. Wie Jaina vorhergesagt hatte, war Kalecgos in kürzester Zeit geheilt, wenn er auch weiterhin einen erschöpften Eindruck machte. Und er berichtete ihnen rasch, was er gesehen hatte. Dank dieser Mitteilungen wussten sie nun, welche Route die Horde gewählt hatte, und die Triumphfeste im Nordosten von Theramore war sofort über den geplanten Angriff verständigt worden. Die Soldaten dort würden dem Feind erbitterten Widerstand leisten, und es blieb zu hoffen, dass die Horde ihre Ressourcen, Truppen und ihre Energie nicht an eine Garnison verschwenden würde, die nicht ihr eigentliches Ziel war. Die Generäle gaben sich zuversichtlich, dass die tapferen Männer und Frauen der Triumphfeste der Horde empfindlich schaden und ihren Vormarsch abbremsen könnten, ohne selbst vollständig aufgerieben zu werden – ein Risiko, das sich leider nicht vermeiden ließ.

Ihre Pläne wurden beinahe sofort in Befehle umgewandelt, die Ballisten und anderen Belagerungswaffen nach Osten transportiert, den Toren von Theramore entgegen, während gleichzeitig Reiter zur Späherwacht aufbrachen, die ein Stück nördlich der Stadt lag. Im Gepäck befanden sich Anweisungen, dass die Besatzung des Vorpostens sofort eine Warnung schicken sollte, wenn sie die Horde sichtete. Hauptmann Wymor und seine Soldaten erhielten außerdem den Befehl, die Horde, falls möglich, aufzuhalten – wenn es ihnen aber nicht gelang, sollten sie sich in Richtung Stadt zurückziehen, wo sie von weiteren Truppen unterstützt werden würden.

Die Stadttore sollten bis zum Ende der Schlacht geschlossen bleiben, es sei denn, die Horde riss sie nieder. Wymor verstand, was das bedeutete.

Sechzehn Kriegsschiffe machten derweil kehrt und verließen den Hafen. Bis Nummer siebzehn, die Sternenschwert, von ihrer Hilfsmission zurückkehrte, würde die Schlacht vermutlich schon entschieden sein. Wie die Flotte der Horde blieb auch die Siebte auf ihrer Seite der maritimen Grenze – wenn auch nur knapp – und wartete dort. Der Plan sah vor, die Schiffe der Horde zu vernichten, sobald die Schlacht begann, sodass zumindest die Bedrohung aus dieser Richtung schnellstmöglich ausgeschaltet würde. Die drei restlichen Schiffe der Flotte blieben im Hafen vor Anker, als letzte Verteidigungslinie gegen einen Angriff vom Meer aus. Aber jeder hoffte, dass sie nicht zum Einsatz kämen.

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