Congo. Romanvorlage zum Film.
- Автор: Крайтон Майкл
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Congo. Romanvorlage zum Film.». Краткое содержание книги:
Das Nebeneinander von technischen Superwundern und ungebändigter Natur erzeugt eine grandiose Wirkung. Dieses Buch ist Seite für Seite eine Klasse für sich... New York Times
Über den Autor
Michael Crichton wurde 1942 in Chicago geboren und studierte in Harvard Medizin. Alle seine Romane Andromeda, Der große Eisenbahnraub, Jurassic Park, Enthüllung, Die Wiege der Sonne und viele mehr wurden auch als Filme weltweite Erfolge. Crichton ist Autor der weltweit erfolgreichen Fernsehserie ER Emergency Room.
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»Der Teufel soll mich holen«, sagte Elliot. Noch nachdem er die Sendung beendet hatte, blieb Seamans' letzte Mitteilung in leuchtendem Grün auf dem Bildschirm erkennbar. JA PALS GRILA,
2. Die behaarten Menschen
Zwei Stunden nach dieser unerwarteten Neuigkeit hatte die Expedition zum erstenmal Berührung mit Gorillas. Sie waren inzwischen wieder in das Dunkel des äquatorialen Regenwalds getaucht und zogen auf dem geradesten Weg zu der Stelle, die von den Laserstrahlen über ihnen gekennzeichnet wurde. Da sie die Strahlen durch das Laubdach nicht sehen konnten, bediente sich Karen Ross eines optischen Anzeigegeräts, einer Kadmium-Fotozelle, die so gefiltert war, daß sie die spezifische LaserWellenlänge empfing. In Abständen blies Ross einen kleinen Heliumballon auf, schloß eine elektrische Leitung und die Meßeinrichtung an und ließ den Ballon aufsteigen. Sobald er oberhalb der Bäume war, drehte er sich, visierte einen der Laserstrahlen an und sendete durch die Leitung Koordinaten zum Computer hinab.
Sie folgten der Spur abnehmender Laserintensität eines einzelnen Strahls und warteten auf den »Echoimpuls-Wert«, der durch seine doppelt so hohe Intensität anzeigte, daß sich die beiden Strahlen über ihnen schnitten.
Das Verfahren war zeitraubend, und ihre Geduld nahm ab, als sie gegen Mittag plötzlich auf die charakteristischen Kothaufen von Gorillas stießen und verschiedene Schlafnester aus Eukalyptusblättern auf dem Boden und in den Bäumen erblickten. Eine Viertelstunde später zerriß ohrenbetäubendes Gebrüll die Luft. »Gorillas«, verkündete Munro. »Das war ein Mann, .der möchte, daß jemand verschwindet.« Amy machte Zeichen: Gorilla sagen weggehen. »Wir müssen weiter, Amy«, sagte er. Gorilla nicht wollen Menschen kommen.
»Menschen tun Gorillas nichts«, beruhigte Elliot sie. Aber Amy sah ihn nur verständnislos an und schüttelte den Kopf, als hätte er sie völlig falsch verstanden.
Tage später wurde ihm klar, daß er sie tatsächlich falsch verstanden hatte. Amy hatte nicht sagen wollen, die Gorillas hätten Angst, daß die Menschen ihnen etwas zuleide tun würden. Sie hatte ihm mitteilen wollen, daß die Gorillas befürchteten, die Menschen könnten zu Schaden kommen, und zwar durch Gorillas.
Sie hatten fast die Mitte einer kleinen Lichtung erreicht, als ein großer Silberrückenmann über den Blättern erschien und sie anbellte.
Elliot führte gerade die Gruppe, da Munro nach hinten gegangen war, um einem der Träger zu helfen.
Sechs Tiere standen am Rand der Lichtung, dunkle schwarze Umrisse vor dem Grün. Sie beobachteten die menschlichen Eindringlinge. Einige der Weibchen legten den Kopf auf die Seite und preßten mißbilligend die Lippen zusammen. Wieder brüllte der Anführer.
Es war ein kräftiges Männchen mit silbernem Rückensattel. Es hatte einen riesigen Kopf und war über ein Meter achtzig groß. Seine tonnenförmig vorgewölbte Brust ließ vermuten, daß es an die zweihundert Kilogramm wiegen mußte. Als er diesen Gorillamann sah, verstand Elliot, warum die ersten Erforscher des Kongo Gorillas für »behaarte Menschen« gehalten hatten, denn dieses großartige Exemplar sah aus wie ein hochgewachsener Mensch, sowohl der Größte als auch der Statur nach. Hinter Elliot flüsterte Karen Ross: »Was machen wir jetzt?« »Bleiben Sie hinter mir«, sagte Elliot. »Und rühren Sie sich nicht.«
Der Gorillamann ließ sich kurz auf alle viere nieder und gab ein leises Ho-ho-ho von sich, das kräftiger wurde, als er wieder auf die Hinterbeine sprang und dabei Hände voll Gras ausriß. Er warf das Gras in die Luft und trommelte dann mit den flachen Händen auf seine Brust, wobei ein dumpfer Laut entstand. »Bloß das nicht«, sagte Karen Ross.
Das Trommeln dauerte fünf Sekunden, dann ließ der Gorillamann sich wieder auf alle viere nieder. Er lief seitwärts durchs Gras, schlug mit der Hand in die Büsche und machte so viel Lärm wie möglich, um die Eindringlinge zu verscheuchen. Dann begann er wieder mit seinem Ho-ho-ho.
Er sah Elliot unverwandt an und erwartete offensichtlich, daß sein Imponierverhalten ihn zum Rückzug veranlassen würde. Als nichts dergleichen geschah, sprang er auf die Hinterbeine, trommelte sich auf die Brust und brüllte noch wütender. Und dann griff er an.
Laut brüllend kam er mit erschreckender Geschwindigkeit direkt auf Elliot zugestürmt. Elliot hörte Karen Ross hinter sich aufstöhnen. Er hätte gern kehrtgemacht, um davonzulaufen. Jeder Instinkt riet ihm davonzulaufen, aber er zwang sich, völlig still zu stehen - und zu Boden zu blicken.
Während er auf seine Füße sah und den riesigen Gorilla durch das hohe Gras auf sich zustürmen hörte, stellte er sich plötzlich vor, daß all sein abstraktes Bücherwissen und alles, was Wissenschaftler auf der ganzen Welt über Gorillas dachten, falsch war. Er sah den riesigen Kopf, die breite Brust und die langen, weitschwingenden Arme förmlich vor sich, während das kraftvolle Tier auf seine leichte Beute zueilte, ein unbewegliches Ziel, das töricht genug war, all die falschen Angaben der Wissenschaftler zu glauben, die dadurch geheiligt waren, daß man sie gedruckt hatte...
Es herrschte Stille.
Der Gorilla (der jetzt ganz dicht vor ihm stehen mußte) gab ein schnaubendes Geräusch von sich, und Elliot konnte im Gras nahe seinen Füßen den mächtigen Schatten des Tiers sehen. Er blickte immer noch nicht auf, sondern wartete, bis der Schatten sich fortbewegte.
Als er den Kopf hob, sah er den Gorillamann sich rückwärts zurückziehen, zur anderen Seite der Lichtung. Dort wandte er sich um und kratzte sich verdutzt den Kopf, als könnte er nicht verstehen, warum sein schreckliches Imponiergehabe die Eindringlinge nicht hatte vertreiben können. Er schlug ein letztes Mal auf den Boden, dann waren er und der Rest des Trupps im hohen Gras verschwunden. In der Lichtung herrschte tiefe Stille, bis Karen Ross in Elliots Arme sank.
»Na«, sagte Munro, als er zu ihnen stieß, »Sie scheinen ja doch ein bißchen von Gorillas zu verstehen.« Er tätschelte tröstend Karens Arm. »Schon gut. Sie tun einem nichts, wenn man nicht wegläuft. Sonst allerdings beißen sie Sie in den Hintern. Das ist in dieser Gegend unter Eingeborenen das Kennzeichen für Feigheit - denn es bedeutet, daß man davongelaufen ist.« Karen Ross schluchzte verhalten, und Elliot spürte, daß seine Knie zitterten. Er setzte sich hin. Alles war so schnell gegangen, daß es einige Augenblicke dauerte, bis ihm bewußt wurde, wie haargenau das Verhalten der Gorillas den Beschreibungen in Lehrbüchern entsprochen hatte, wozu auch gehörte, daß es zu keiner Kommunikation gekommen war, die auch nur im entferntesten mit Sprache zu tun hatte.
3. Das Konsortium
Eine Stunde später stießen sie auf das Wrack der Hercules-Transportmaschine. Hier, inmitten der Baumriesen, schien der Flugzeugriese den richtigen Größenmaßstab zu haben. Er lag, zur Hälfte verdeckt, im Dschungel. Der Bug war an hohen Bäumen zerschellt, das riesige Seitenleitwerk am Heck zum Boden hin verdreht. Die mächtigen Tragflächen waren geknickt und warfen abstruse Schatten auf den Dschungelboden. Durch die zerschmetterten Scheiben sahen sie im Cockpit den von schwarzen Fliegen bedeckten Körper des Piloten. Die Fliegen summten und klatschten gegen das Glas, als sie hineinsahen. Sie versuchten, weiter hinten einen Blick durch die Rumpffenster zu werfen, aber trotz des eingeknickten Fahrwerks befand sich der Rumpf des Flugzeugs zu hoch über dem Boden des Dschungels. Kahega gelang es, auf einen umgestürzten Baum zu klettern und sich von dort auf eine der Tragflächen vorzuarbeiten. Von dort aus blickte er in das Innere der Maschine. »Keine Menschen«, sagte er. »Vorräte?«