Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Die Stunde der Diebe. Finstere Pläne
Die Stunde der Diebe. Finstere Pläne - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Stunde der Diebe. Finstere Pläne

Электронная книга - «Die Stunde der Diebe. Finstere Pläne». Краткое содержание книги:

Der leicht verschrobene, doch gutherzige Zwerg Flint ist ein Kunstschmied, wie man ihn auf Krynn kein zweites Mal findet. Eines Tages gibt ihm eine geheimnisvolle, verhüllte junge Frau den Auftrag, für sie ein ganz besonderes Kupferarmband herzustellen. Doch kaum ist das Armband fertig, wird es schon gestohlen. Eine abenteuerliche und gefahrvolle Verfolgungsjagd beginnt, denn Flint muß das Armband um jeden Preis zurückhaben...
1 ... 47 48 49 50 51 52 53 54 55 ... 72
Перейти на страницу:

Balkom zögerte, während er minutenlang den riesigen, schauerlichen Edelstein anstarrte, ehe er in die Tiefen seiner schwarzen Robe langte. Er haßte Unterredungen mit Hiddukel. Dennoch konnte er nur so erlangen, was er sich erträumte.

Die Fingerspitzen des Zauberers fanden den feinen, kaum zu entdeckenden Saum direkt über seiner linken Brust. Er klopfte viermal dagegen – zweimal schnell, dann zweimal langsam. Die Geheimtasche, die er auf magische Weise dort angebracht hatte, ging auf, und er zog ein großes kaltes Goldstück heraus. Nachdem er diese Verbindung zu dem bösen Gott Hiddukel während eines Herbststurms im Wald von Wayreth empfangen hatte, hatte er die Münze eine Zeitlang achtlos bei seinem übrigen Geld aufbewahrt. Bis zu dem Wahnsinnstag, wo er fast – versehentlich – auf einem Wochenmarkt ein Huhn dafür gekauft hätte. Da hatte er zum ersten Mal über die möglichen Folgen seiner Sorglosigkeit nachgedacht. Noch am selben Nachmittag hatte er eine Geheimtasche in seine Robe eingenäht.

Balkom griff nach der brennenden Kerze, die neben ihm auf dem Tisch stand, dann zögerte er wieder. Er untersuchte die Münze in seiner Hand. Jedes der beiden Gesichter darauf hatte eine eigene Persönlichkeit, was er anfangs sowohl fesselnd als auch praktisch gefunden hatte. Häufig gefiel eine Abmachung, die der einen Seite nicht zusagte, der anderen.

In einer einzigen Unterredung wechselten die Seiten oft mehrere Male. Aber inzwischen waren ihm beide Seiten von Hiddukel immer verhaßter geworden.

Nachdem er sich schließlich für das strengere Gesicht entschieden hatte, hielt Balkom die Münze zwischen Daumen und Zeigefinger am Rand fest. Langsam führte er sie über die Kerzenflamme, wobei er merkte, wie das Metall zwischen seinen Fingern heiß wurde. Während die Temperatur des Goldstücks stieg, merkte Balkom, wie seine Finger zu glühen begannen. Gerade als die Hitze herrlich unerträglich wurde, belebte sich das Gesicht auf der Münze auf einmal. Der Mund ging weit auf, und die Kerzenflamme schoß hindurch; dann gingen die Augen auf, suchten den Raum ab und fixierten schließlich Balkom.

»Du! Ich war mitten in einem wichtigen Geschäft«, fauchte das grimmige Gesicht. »Die Monde haben noch nicht den Stand erreicht, wo du normalerweise lieferst. Sag mir auf der Stelle, warum du mich gerufen hast, sonst zieh’ ich dir das Fleisch von den Rippen und lasse die Dämonen das Mark aus deinen Knochen saugen!«

»Nein, das wirst du nicht«, sagte Balkom, der schon lange wußte, daß Hiddukel ein herausforderndes Auftreten mehr schätzte als echte Überzeugung. »Du brauchst mich noch, damit ich dir Seelen beschaffe.«

»Ich brauche keine Sterblichen!« bellte das zornige Gesicht.

Balkom legte seine daumenlose Hand in gespieltem Erstaunen auf seine Brust. »Habe ich all die Jahre etwas Falsches geglaubt? Ich dachte, die wahren Götter könnten Krynn nur durch Avatare betreten, so wie diese Münze, und ohne ihre Kräfte. Wenn du natürlich selbst diese Welt betreten und dir Seelen holen kannst«, sagte er, um mit seinem Bluff zu beginnen, »dann betrachte ich unseren Handel gern als abgeschlossen und bring’ dir keine Seelen mehr.«

»Unser Pakt ist erfüllt, wenn ich das bestimme!« Beide Gesichter der Münze stießen plötzlich ein schluckaufartiges Gelächter aus, das unangenehm ungleichzeitig kam. »Außerdem, willst du das etwa Seelen nennen, was du mir in letzter Zeit an verkommenem Zeug geschickt hast? Tollwütige Hunde und Goblins würden meine Bedürfnisse besser befriedigen. Ich möchte das schon fast Vertragsbruch nennen, Mensch.«

Balkom zwang seine Stimme, ungerührt zu klingen. »Was glaubst du denn, wie viele wertvolle Körper und Seelen in einem Dorf von der Größe Tantallons unbemerkt verschwinden können. Ich nehme alles, was ich kriegen kann.«

Hiddukels Augen traten hervor. »Deine armseligen Schwierigkeiten sind nicht mein Problem, Magier! Ich habe dich zu dem gemacht, was du bist, und dafür erwarte ich wenig genug als Gegenleistung.«

»Dann wird es dich außerordentlich freuen zu hören, was ich diesmal für dich habe.« Rote Lichtstrahlen blitzten aus dem großen Rubin, als er das Licht einer Fackel an der Wand einfing. Während Balkom in voller Vorfreude auf der Lippe herumkaute, streichelte er die geschliffene Oberfläche des Rubins, bevor er ihn vor die Münze hielt.

Hiddukels Ausdruck war wütend. »Ich habe schon früher Edelsteine gesehen, Magier. Warum verschwendest du meine Zeit mit Spielchen?«

»Sieh hinein, oh Herr«, sagte Balkom freundlich. Er drehte das verzauberte Edelsteingefängnis näher zum Gesicht der Münze hin.

Das Goldstück drehte sich selbst in Balkoms offener Hand herum. Hiddukels verschlagenes Gesicht spähte in die Tiefen des Steins. »Ich sehe das Gesicht eines hübschen, jungen Burschen. Er sieht aus wie andere, die du mir geschickt hast; das sagt gar nichts über seine Seele«, sagte er skeptisch.

»Oh, aber schau ihm in die Augen«, beharrte Balkom. »Das ist kein Gesicht von einem gewöhnlichen Flickschuster oder Gammler. Das ist Rostrevor, einziger Sohn von Lord Curston, erzogen nach Eid und Maßstab der Ritter von Solamnia. Seine Seele ist so rein und klar wie ein Bergbach. Ich wette, es gibt auf ganz Krynn nur wenige, deren Seele so unbefleckt ist.« Er hielt inne, damit seine Worte wirken konnten. »Das gebe ich dir – «

Selbst Hiddukels gewiefte Seite konnte ihre Freude bei solchen Aussichten kaum verbergen.

»– gegen einen letzten Dienst.«

»Denk dran, wer hier der Herr ist.«

»Das habe ich nie vergessen.«

Balkoms Blick hielt dem Gesicht auf der Münze stand. Keine Schwäche zeigen, ermahnte er sich selbst. »Seit zehn Jahren bin ich dir treu ergeben und tausche Seelen gegen das Leben ein, das du mir ermöglicht hast. Im Schatten des Turms hast du gelobt, mir zu helfen, wenn ich mich für meine Behandlung während der Prüfung im Turm der Erzmagier räche. Jetzt bitte ich um die Erfüllung dieses Versprechens. Verschaff mir Ladonnas Sitz in der Versammlung der Zauberer.«

Hiddukel war entsetzt. »Das ist unmöglich!«

»Einem Gott ist nichts unmöglich.«

Hiddukel erkannte die Falle.

Das bewegte Gesicht auf der Münze erstarrte nachdenklich.

»Du bist ein Gott des Bösen. Ladonna ist die höchste Zauberin der Schwarzen Roben. Denk dir etwas aus.« Balkom hielt Hiddukel wieder den Stein vor die Nase.

»Wann?«

Balkom unterdrückte ein begeistertes Lächeln. »Ich werde dich wie gewöhnlich vom Tempel aus anrufen. Dort machen wir den Handel perfekt.«

Die Münze sprang auf die ablehnende Seite zurück. »Ich brauche Zeit! Ladonna ist nicht dumm.«

»Einem Gott wird sie doch wohl kaum gewachsen sein.« Nachdem ihm diese Worte herausgerutscht waren, hielt Balkom wegen seiner Unverfrorenheit heimlich die Luft an. Hatte er übertrieben? Hatte er Hiddukels Selbstgefälligkeit überschätzt, weil er der Erfüllung seiner Ziele so nah war?

»Nimm dich in acht, Sterblicher«, warnte die Münze kalt. »Ich gerate nicht so leicht in Zorn, aber du hast meine Geduld lange genug auf die Probe gestellt. Ich stehe nicht in deiner Schuld, sondern du in meiner. Solange das so ist, kann ich alles, was ich dir gewährt habe, wieder zurücknehmen, selbst dein Leben. Überleg es dir gut, bevor du noch einmal meine Macht in Frage stellst.«

Balkom hatte Hiddukels Macht auf Krynn nie wirklich erprobt, aber was er in der Vergangenheit erlebt hatte, war eindrucksvoll gewesen. Er wußte, Hiddukel machte seine Drohung womöglich wahr, wenn nicht direkt, dann durch andere Gläubige. Nur wenige verehrten den verschlagenen Gott des Feilschens in aller Offenheit, doch Balkom hatte gute Gründe anzunehmen, daß viele ihm heimlich dienten, so wie er selbst. Mehr als einmal hatte der Gott in der Vergangenheit verlangt, daß Balkom ihm die Seele einer bestimmten Person auslieferte. Obwohl Hiddukel es nicht ausdrücklich gesagt hatte, zweifelte Balkom nicht daran, daß auch diese Opfer dem Gott gefolgt waren, ihn jedoch entweder verraten oder enttäuscht hatten. Der Gedanke an solche Mörder, die ihm selbst nachstellten, ließ Balkom frösteln, besonders weil seine Seele dann Hiddukels bösen Späßen ausgeliefert sein würde.

1 ... 47 48 49 50 51 52 53 54 55 ... 72
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)