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Menschen wie Götter

Электронная книга - «Menschen wie Götter». Краткое содержание книги:

Die Menschen der fernen Zukunft greifen nach den Sternen. Mit Hilfe gewaltiger Raumschiffe durchpflügen sie das Weltall, erforschen fremde Planeten und schließen Freundschaft mit außerirdischen Zivilisationen. Sie erschaffen neue Welten aus dem Nichts und verwandeln ungastliche Steinwüsten in blühende Paradiese.
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»Auf dem Schiff werden wir ständig beisammen sein.«

»Auch dort wirst du einen Grund finden, mich allein zu lassen. Versuch nicht, mich zu überreden.

Eli!«

Ich schwieg. Sanfter sagte sie: »Ich habe einen Auftrag für dich eine Liste von Material, das ich für meine Arbeit im Labor brauche. Bring bitte alles mit.«

Die Materialliste war so umfangreich, daß sie auf einem Meterband kaum Platz fand. Mary begleitete mich zur »Bootes«, wir umarmten und küßten uns.

Im Salon sagte Wera: »Mary sieht gut aus. Eli. Sie ist gesund, nicht wahr?«

»Gesund für zwei. Das hat sie selbst gesagt.«

Wera schaute mich prüfend an, doch über Mary sagte sie kein Wort mehr. Während des Fluges hatte ich unendliche Konferenzen mit Wera und ihren Mitarbeitern. Sie hatte über hundert, und dieses Kollektiv arbeitete Einzelheiten der menschlichen Weltallpolitik aus.

Während eines Symposiums über die Natur des galaktischen Gut und Böse platzte ich, etwas konfus, heraus: »Was hat es für einen Sinn, in Einzelheiten zu wühlen? Wenn ich Verderber treffe, brauche ich bloß die Nase ans Periskop zu halten, dann weiß ich sofort wie ich zu handeln habe.«

»Eine politische Ader hast du nicht«, sagte Wera vorwurfsvoll.

»Sehne, Wera, nicht Ader. Denn eure gelehrten Re den sind derart trocken, daß es mich reizte, einen Skandal vom Zaun zu brechen und das Gute zu Fall zu bringen.«

»Die Ergebnisse unserer Arbeit wirst du trotzdem zur Kenntnis nehmen müssen.«

Von dem Tag an ging ich nicht mehr zu den Konferenzen bei Wera, sondern las mir vor unserer Ankunft auf der Erde ihren Bericht durch, den sie vor dem Großen Rat halten wollte eine lange Liste politischer Erwägungen für alle Fälle unserer Expedition.

Keine war überraschend für mich. Sie ließen sich auf die einfache Formel bringen: Verhalte dich menschlich zu allen vernünftigen Wesen des Alls, unterstütze das Gute, kämpfe gegen alles Böse. Mir scheint, es hätte nicht so vieler Arbeit bedurft, um schließlich diesen unanfechtbaren Katechismus vorzulegen.

»Ich bin heilfroh, daß du nichts Neues gefunden hast«, sagte Wera kalt.

»Was gibt es da zu freuen?«

»Die Tatsache, daß dir unsere galaktische Politik unanfechtbar erscheint. Gib zu, es wäre doch traurig, wenn der Leiter des größten Feldzuges der Menschheit an dessen Zielen und Aufgaben zweifelte.«

An ihren Worten war etwas Wahres. Jedenfalls nahm der Große Rat ihren Vortrag »Die Prinzipien der galaktischen Politik der Menschheit« enthusiastisch auf. Auch mir wurde Beifall gespendet, obwohl ich keine edlen Ziele ausmalte, sondern materielle Schwierigkeiten, und die Ratsmitglieder nicht zu Enthusiasmus entflammte, sondern ihnen mit dem Scheitern der Expedition drohte, falls nicht sofort energische Maßnahmen getroffen würden.

Nach der Sitzung flogen die Ratsmitglieder zu den Produktionsplaneten, um die nachhinkenden kosmischen Werke anzufeuern, während Wera und ich uns auf die Rückreise vorbereiteten. Ein paar Tage dauerte es, bis ich das Material für Mary beisammen hatte.

In den vier Monaten unserer Trennung war Mary füllig geworden. Sie bewegte sich plump und vorsichtig. Zuerst stieß ich verwundert einen Pfiff aus, dann packte ich sie bei den Armen.

»Vorsicht!« sagte sie. »In der Schwangerschaftsprognose ist nicht vorgesehen, mich an den Armen zu zerren.« »Wenigstens ein Wörtchen hättest du doch sagen können! Und Wera ist wirklich gut, sie wußte es doch sicherlich!« »Sie wußte es, aber du solltest es erraten!« versetzte Mary heiter. »Außerdem hatte ich dir gesagt, ich sei gesund für zwei; einem einfachen Menschen, keinem Admiral, wäre es wie Schuppen von den Augen gefallen. Und Wera schwieg, weil wir das vereinbart hatten, du solltest dir keine Sorgen um mich machen.«

Ich überschüttete Mary mit Fragen: ob sie einen Jungen oder ein Mädchen erwarte, wann die Geburt sei, wie sie verlaufen werde. Mary hob flehend die Hände. So zufrieden hatte ich sie lange nicht gesehen.

»Nicht alles auf einmal, Eli! In einem Monat bekommst du einen Sohn, du mußt dir sofort einen Namen überlegen. Sag mir nun, was aus meinen Aufträgen geworden ist.«

»Hundert schwere Kisten das sind deine Aufträge. Die altertümlichen Kernbomben in den Museen sind leichter als deine Frachten.«

»In den Kisten sind tatsächlich Bomben, aber solche, die Leben verbreiten, nicht Tod.«

»Leben, sagst du?«

»Ja, Leben. Warum wundert dich das? Leben zu spenden ist doch das Schicksal von uns Frauen. Zerstören ist ein uraltes Privileg der Männer. Und wenn bei den Verderbern…«

»Versuch mich nicht zu überzeugen, Mary. Dem Matriarchat stimme ich nie zu. Das Maximum meiner Zugeständnisse in dieser Hinsicht ist die Gleichberechtigung.«

Mary wollte auf der Ora entbinden. »Ich habe schon Spychalski gefragt, er ist einverstanden, daß ich hier bleibe. Mach nicht so ein bekümmertes Gesicht, hier habe ich es nicht schlechter als auf der Erde.«

»Dann wollen wir unseren Sohn Aster nennen«, sagte ich feierlich. »Da er als erster Mensch auf einem anderen Stern geboren wird, soll er einen Sternnamen tragen.«

6

In diesen aufreibenden Tagen mußte ich oft an André denken, ich hatte ihn verspottet, weil er sich um Jeanne sorgte, obwohl er wußte, daß sein Sohn zum angekündigten Termin gesund zur Welt kommen würde. Ich wußte, daß Aster eine glückliche Geburt garantiert war, dennoch regte ich mich nicht weniger als André auf.

Selbstverständlich war er ein prächtiges Bürschchen, unser Aster, fünf Kilogramm Muskeln und Liebreiz, er lachte, kaum hatte er die Augen geöffnet, freudig strampelte er mit den Beinchen.

Es hagelte Glückwünsche von der Erde, der erste von Albert. Er gratulierte Mary und mir auf seine Art.

Er hatte die Große ersucht, sie möge ausrechnen, von welchen kosmologischen Problemen die jetzt zur Welt kommende Menschengeneration einst geplagt werde. Die Große hatte zwei Probleme herausgestellt: das Vordringen in den durch dunkle Nebelschwaden verdeckten rätselhaften Galaxiskern und das fortschreitende Herausfallen der Hyaden aus unserem Universum. Jetzt unterlag es keinem Zweifel mehr, daß die Sterne der Hyaden mit wachsender Geschwindigkeit in eine Grube im Kosmos stürzten, in einen Abgrund, der sich speziell für sie aufgetan zu haben schien.

Aster wird sich als erster Mensch in diese Sternenklüfte stürzen, prophezeite Albert, als erster Mensch wird er erforschen, ob sie wirklich unergründlich sind.

Mary sah heiter und schön aus, als man mich zu ihr ließ. Man konnte meinen, sie habe einen Spaziergang hinter sich, keine Geburt.

»Ich wußte, daß Aster dir ähneln würde«, sagte sie.

»Schon im dritten Schwangerschaftsmonat hatte ich seine Horoskopfotos, ich zeigte sie dir nicht, weil ich unzufrieden mit dir war. Rechtfertige dich nicht! Sag mir lieber, wann es losgeht!«

»Bald. Willst du unserem Abflug beiwohnen, oder kehrst du eher zur Erde zurück?«

»Ich will mit dir fliegen!« platzte sie heraus.

»Unsinn!« sagte ich großmütig. »Ich weiß, junge Mütter haben oft seltsame Anwandlungen.«

»Du bist dir noch gar nicht über meine Anwandlungen im klaren«, bemerkte sie. »Du mußt mich und Aster mitnehmen.«

Ich versuchte sie umzustimmen.

»Es ist zwecklos, mich überreden zu wollen, wir fliegen mit dir.«

»Aber warum?« rief ich. »Erkläre mir, wozu willst du dich und Aster den Widrigkeiten der weiten Reise aussetzen?«

»Ich will mich weder von Aster noch von dir trennen. Was soll ihm denn passieren? Die Kinderkrankheiten sind längst überwunden, weißt du das nicht?«

»Du willst, daß ich Aster in das Verzeichnis der Besatzung eintrage?«

»Sei nicht ironisch. Genau das will ich.«

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