Watership Down. Unten am Fluß
- Автор: Адамс Ричард
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Watership Down. Unten am Fluß». Краткое содержание книги:
Auch der Zeichentrickfilm von Martin Rosen mit dem Titelsong von Art Garfunkel wurde ein weltweiter Erfolg.
Der Autor
Richard Adams, 1920 in Berkshire geboren, studierte in Oxford Literatur und Geschichte. Auf den häufigen Fahrten zwischen seiner Londoner Wohnung, seinem kleinen Landhaus in den Downs südwestlich von London und Stratford-on-Avon unterhielt er seine Töchter Juliet und Rosamond mit Geschichten über Kaninchen und begann schließlich, sie aufzuschreiben. Nach dem Welterfolg von Watership down - Unten am Fluß hat Richard Adams seine Tätigkeit beim englischen Amt für Umweltschutz aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er lebt mit seiner Familie auf der Insel Man.
Aus dem Englischen von Egon Strohm.
>Verschwinde lieber schnell<, sagte Fürst Regenbogen zu El-ahrairah. >Geh in dein Loch hinunter, El-ahrairah, ehe ich dir persönlich etwas antue.<
>Werde ich, mein Herr<, sagte El-ahrairah. >Aber darf ich Euch bitten, dieses Kaninchen zu entfernen, das Ihr uns hineingesetzt habt; denn es stört uns mit seiner Albernheit.< Also ging Hufsa mit Fürst Regenbogen fort, und El-ahrairahs Leute wurden in Ruhe gelassen, nur daß sie eine Magenverstimmung von zu vielem Mohrrübenfressen bekamen.
Aber es dauerte sehr lange, bis Rabscuttle seinen Schwanz wieder weiß bekam, sagte mein Großvater immer.«
23. Kehaar
Der Flügel schleift wie ein Banner in der Vernichtung,
Um nie mehr den Himmel zu benutzen, sondern mit Hungersnot und Schmerz ein paar Tage zu leben.
Er ist stark, und der Schmerz ist schlimm für die Starken, Unfähigkeit ist schlimmer.
Niemand als der erlösende Tod wird diesen Kopf demütigen,
Die furchtlose Bereitschaft, die furchtbaren Augen.
Robinson Jeffers Hurt Hawks
Die Menschen sagen: »Es regnet nie, es gießt.« Das ist nicht sehr treffend; denn es regnet häufig, ohne daß es gießt. Das Sprichwort der Kaninchen bringt es besser zum Ausdruck. Sie sagen: »Eine Wolke fühlt sich einsam«, und es ist in der Tat wahr: Das Erscheinen einer einzigen Wolke bedeutet oft, daß der Himmel bald bedeckt sein wird. Nun, wie auch immer, schon der nächste Tag schuf eine dramatische zweite Gelegenheit, Hazels Idee in die Praxis umzusetzen. Es war am frühen Morgen; die Kaninchen kamen in die klare graue Stille herauf und begannen mit silflay. Die Luft war noch kühl. Es hatte stark getaut und war windstill. Fünf oder sechs Wildenten flogen über sie hinweg, in einem schnell sich bewegenden V, auf dem Weg zu einem fernen Bestimmungsort. Das Geräusch ihres Flügelschlages drang deutlich herunter und wurde schwächer, als sie nach Süden weiterflogen. Die Stille kehrte zurück. Mit dem Dahinschwinden des letzten Zwielichtes wuchs eine Art Erwartung und Spannung, als wäre tauender Schnee im Begriff, von einem schrägen Dach zu gleiten. Der ganze Hügel und alles im Umkreis, Erde und Luft, wich vor dem Sonnenaufgang zurück. Wie ein Stier mit leichter, aber unbezwingbarer Bewegung den Kopf unter dem Griff eines Mannes hochwirft, der sich über die Box beugt und lässig sein Horn hält, so drang die Sonne in die Welt mit einer ruhigen, ungeheuren Kraft. Nichts unterbrach oder verdunkelte ihr Kommen. Geräuschlos schimmerten die Blätter, und das Gras funkelte an der Böschung, die sich über Meilen erstreckte.
Jenseits des Waldstückes putzten Bigwig und Silver ihre Ohren, schnupperten die Luft und hopsten fort, folgten ihren eigenen langen Schatten zum Gras der Rennstrecke. Während sie sich über den kurzen Rasen bewegten - knabbernd, sich aufrichtend und sich umblickend -, näherten sie sich einer kleinen Mulde, nicht mehr als einen Meter im Durchmesser. Ehe sie den Rand erreichten, hielt Bigwig, der vor Silver ging, an und kauerte nieder, starrte. Obgleich er nicht in die Mulde hineingehen konnte, wußte er, daß sich irgendein Lebewesen darin befand - etwas ziemlich Großes. Er spähte durch die Grashalme und konnte die Krümmung eines weißen Rückens sehen. Was immer es sein mochte, es war fast so groß wie er selbst. Er wartete eine Zeitlang bewegungslos, aber es rührte sich nicht.
»Was hat einen weißen Rücken, Silver?« flüsterte Bigwig.
Silver überlegte. »Eine Katze?«
»Hier gibt es keine Katzen.«
»Woher weißt du das?«
In diesem Moment hörten sie beide ein leises, hauchendes Zischen aus der Mulde kommen. Es dauerte ein paar Augenblicke. Dann war wieder Stille.
Bigwig und Silver hielten viel von sich. Außer Holly waren sie die einzigen Überlebenden der Sandleford-Owsla, und sie wußten, daß ihre Kameraden zu ihnen aufblickten. Die Begegnung mit den Ratten in der Scheune war kein Spaß gewesen und hatte ihren Wert bewiesen. Bigwig, der großzügig und ehrlich war, hatte sich keinen Augenblick über Hazels Mut in jener Nacht geärgert, als abergläubische Furcht in ihm die Oberhand gewonnen hatte. Aber die Vorstellung, in die Honigwabe zurückzukehren und zu melden, daß er ein unbekanntes Geschöpf flüchtig im Gras erblickt und allein gelassen hatte, war mehr, als er schlucken konnte. Er wandte den Kopf und blickte Silver an. Als er sah, daß der mitmachen würde, schaute er sich den seltsamen weißen Rücken noch einmal gut an und ging dann stracks an den Rand der Mulde. Silver folgte.
Es war keine Katze. Das Geschöpf in der Mulde war ein Vogel - ein großer Vogel, beinahe dreißig Zentimeter lang. Keiner von beiden hatte je so einen Vogel gesehen. Der weiße Teil seines Rückens, den sie durch das Gras erspäht hatten, gehörte tatsächlich nur zu Schultern und Hals. Der untere Teil des Rückens war hellgrau, desgleichen die Flügel, die in lange, an den Spitzen schwarze Schwungfedern ausliefen und über dem Schwanz zusammengefaltet waren. Der Kopf war tief dunkelbraun - fast schwarz - und stand in so scharfem Kontrast zu dem weißen Hals, daß der Vogel aussah, als trüge er eine Art Haube. Das eine dunkelrote Bein, das sie sehen konnten, endete in einem Schwimmfuß und drei mächtigen Krallenzehen. Der am Ende leicht nach unten gekrümmte Schnabel war stark und scharf. Als sie hinstarrten, öffnete er sich und enthüllte einen roten Rachen und die Kehle. Der Vogel zischte wie wild und versuchte zuzustoßen, aber er bewegte sich trotzdem nicht.
»Er ist verletzt«, sagte Bigwig.
»Ja das sieht man«, erwiderte Silver. »Aber ich kann nicht sagen, wo er verwundet ist. Ich werde herumgehen -«
»Paß auf!« rief Bigwig. »Der wird dich kriegen!«
Als Silver um die Mulde herumwanderte, war er dem Kopf des Vogels näher gekommen und sprang gerade noch rechtzeitig zurück, um einem schnellen, gezielten Hieb des Schnabels auszuweichen.
»Das hätte dir deinen Fuß gebrochen«, sagte Bigwig.
Als sie dahockten und den Vogel anstarrten - denn beide fühlten intuitiv, daß er nicht aufstehen würde -, brach er plötzlich in laute, heisere Schreie aus - >Yark! Yark! Yark!< -, ein fürchterlicher Laut ganz aus der Nähe, der den Morgen zersplitterte und weit über das Hügelland zu hören war. Bigwig und Silver drehten sich um und rannten davon.
Sie sammelten sich wieder soweit, um kurz vor dem Waldstück anzuhalten und einen würdigeren Anmarsch zur Böschung zu machen. Hazel traf sie im Gras. Ihre aufgerissenen Augen und geblähten Nüstern waren nicht mißzuverstehen. »Elil?« fragte Hazel.
»Um dir die Wahrheit zu sagen, ich weiß es nicht«, erwiderte Bigwig. »Da ist ein so großer Vogel draußen, wie ich noch nie einen gesehen habe.«
»Wie groß? So groß wie ein Fasan?«
»Nicht ganz so groß«, gab Bigwig zu, »aber größer als eine Ringeltaube - und sehr viel wilder.«
»Hat der so geschrien?«
»Ja. Er hat mich ganz schön erschreckt. Wir waren direkt neben ihm. Aber aus irgendeinem Grund kann er sich nicht bewegen.«
»Stirbt er?«
»Ich glaube nicht.«
»Ich gehe und schaue ihn mir an«, sagte Hazel.
»Er ist bösartig. Um Himmels willen, sei vorsichtig.«
Bigwig und Silver gingen mit Hazel zurück. Die drei hockten sich außer Reichweite des Vogels hin, der scharf und verzweifelt von einem zum anderen blickte. Hazel sprach im Hecken-Kauderwelsch.
»Du verletzt? Du nicht fliegen?«
Die Antwort war ein rauhes Geplapper, das sie alle sofort für ausländisch hielten. Wo immer der Vogel herkam, es war von weit her. Der Akzent war merkwürdig und guttural, die Sprache verzerrt. Sie konnten hier und da ein Wort aufschnappen.
»Kommen ruhig - Kah! Kah! - Du kommen ruhig - Yark!
- Hältst mich erledigt - Ich nicht erledigt - Verletz' dich verdammt viel -« Der dunkelbraune Kopf zuckte von einer Seite zur anderen. Dann, ganz unerwartet, begann der Vogel seinen Schnabel in die Erde zu schlagen. Sie bemerkten zum ersten Mal, daß das Gras davor zerrissen und eingekerbt war. Einige Augenblicke hackte er hierhin und dorthin; dann gab er es auf, hob den Kopf und beobachtete sie wieder.