Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
Als er zum ersten Mal d'Artagnan wieder sah, sprach er:
«Ihr kommt gut weg. Euer Degenstich gegen Jusac ist nun bezahlt. Es bleibt noch der gegen Bernajoux im Rest, aber seid immerhin auf Eurer Hut!«
Herr von Treville hatte übrigens Recht, dem Kardinal zu mißtrauen und zu glauben, es sei noch nicht Alles vorbei; denn kaum hatte der Kapitän der Musketiere hinter sich geschlossen, als Seine Eminenz zu dem König sagte:
«Nun, da wir allein sind, wollen wir ernsthaft sprechen, wenn es Ew. Majestät gefällig ist. — Sire, der Herzog von Buckingham war fünf Tage lang in Paris, und ist erst diesen Morgen abgereist.«
XVI. Worin der Herr Siegelbewahrer Seguier mehrmals die Glocke suchte, um zu läuten, wie er auch sonst gethan
Man kann sich unmöglich einen Begriff von dem Eindruck machen, den diese paar Worte bei Ludwig XIII. hervorriefen. Er wurde abwechselnd blaß und roth, und der Kardinal sah sogleich, daß er mit einem einzigen Schlag das verlorene Terrain wieder gewonnen hatte.
«Herr von Buckingham in Paris!«rief der König.»Und was hat er hier gemacht?«
«Ohne Zweifel mit den Hugenotten und den Spaniern, Euern Feinden, conspirirt.«
«Nein, bei Gott, nein! er hat mit Frau von Chevreuse, Frau von Longueville und dem Condé gegen mein Glück conspirirt.«
«Oh, welcher Gedanke, Sire! Die Königin ist zu klug, zu vernünftig und liebt Ew. Majestät zu sehr.«
«Das Weib ist schwach, mein Herr Kardinal, «sprach der König,»und was die allzugroße Liebe betrifft, so habe ich meine eigene Ansicht darüber.«
«Nichtsdestoweniger behaupte ich, «sagte der Kardinal,»daß der Herzog von Buckingham in rein politischen Zwecken nach Paris gekommen ist.«
«Und ich bin überzeugt, daß er anderer Dinge wegen sich hier eingefunden hat, mein Herr Kardinal. Aber wenn die Königin sich verfehlt hat, so mag sie zittern!«
«Obgleich mein Geist nur mit dem größten Widerwillen bei einem solchen Verrathe verweilt, «erwiederte der Kardinal,»so bringen mich Ew. Majestät doch auf einen Gedanken: Frau von Lannoy, die ich auf Ew. Majestät Befehl wiederholt befragt habe, sagt mir, Ihre Majestät habe in der letzten Nacht sehr lange gewacht, diesen Morgen viel geweint und den ganzen Tag geschrieben.«»So ist's, «sprach der König;»gewiß an ihn. Kardinal, ich muß die Papiere der Königin haben.«
«Aber wie diese nehmen, Sire! Es scheint mir, daß weder ich, noch Ew. Majestät einen solchen Auftrag vollziehen kann.«
«Wie hat man's bei der Marschallin d'Ancre gemacht?«rief der König, im höchsten Grade zornig.»Man hat zuerst ihre Schränke und dann sie selbst untersucht.«
«Die Marschallin d'Ancre, Sire, war nur die Marschallin d'Ancre, eine florentinische Abenteurerin, und weiter nichts, während die erhabene Gemahlin Eurer Majestät, Anna von Oesterreich, Königin von Frankreich, das heißt eine der größten Fürstinnen der Welt ist.«
«Sie ist darum nur um so schuldiger, mein Herr Herzog! Je mehr sie ihre hohe Stellung vergessen hat, desto tiefer ist sie hinabgestiegen. Ich bin überdieß schon längst entschlossen, allen diesen kleinen politischen Intriguen und Liebeshändeln ein Ende zu machen. Sie hat auch einen gewissen la Porte bei sich…«
«Den ich für den Hauptschuldigen beim Ganzen halte, «sagte der Kardinal.
«Ihr glaubt also wie ich, daß sie mich täuscht?«sprach der König.
«Ich glaube und wiederhole Ew. Majestät, daß die Königin gegen die Macht ihres Königs conspirirt; aber ich habe keineswegs gesagt, gegen seine Ehre.«
«Und ich sage Euch, gegen Beides. Ich sage Euch, daß die Königin mich nicht liebt; ich sage Euch, daß sie einen Andern liebt; ich sage Euch, daß sie den Herzog von Buckingham liebt! Warum habt Ihr ihn nicht während seines Aufenthalts in Paris verhaften lassen?«
«Den Herzog verhaften! Den ersten Minister Karls I. verhaften! Bedenkt doch, Sire, welches Aufsehen dies machen müßte, und wenn es sich zeigte, daß der Verdacht Eurer Majestät nicht grundlos gewesen wäre, woran ich immer noch zweifle, welch ein furchtbarer Lärm! welch ein verzweifelter Scandal!«
«Aber da er sich wie ein Vagabund, wie ein Dieb bloßstellte, mußte man…«
Ludwig XIII. hielt erschrocken über das, was er zu sagen im Begriff war, selbst inne, während Richelieu mit großer Spannung vergeblich das Wort erwartete, das auf seinen Lippen fest hielt.
«Man müßte…?«
«Nichts, «sagte der König,»aber Ihr habt ihn doch während der ganzen Zeit, die er sich in Paris aufhielt, nicht aus dem Gesichte verloren?«
«Nein, Sire.«
«Wo wohnte er?«
«In der Rue de la Harpe, Nro. 75.«
«Wo ist dies?«
«Neben dem Luxemburg.«
«Und Ihr seid überzeugt, daß die Königin und er sich nicht gesehen haben?«
«Ich glaube, daß die Königin zu fest an ihren Pflichten hängt, Sire.«
«Aber sie wechselten Briefe, an ihn hat die Königin den ganzen Tag geschrieben. Mein Herr Herzog, ich muß diese Briefe haben.«
«Sire, wenn indessen…«
«Mein Herr Herzog, ich will sie haben, um welchen Preis es auch sein mag.«
«Ich erlaube mir indessen, Ew. Majestät zu bemerken…«
«Verrathet Ihr mich also auch, Herr Kardinal, daß Ihr Euch stets auf diese Art meinem Willen widersetzt? Seid Ihr im Einverständniß mit dem Spanier und dem Engländer? mit Frau von Chevreuse und der Königin?«
«Sire, «antwortete der Kardinal lächelnd,»ich glaubte mich vor einem solchen Verdachte geschützt.«
«Mein Herr Kardinal, Ihr habt mich verstanden, ich will diese Briefe haben.«
«Es dürfte nur ein Mittel geben.«
«Welches?«
«Man müßte den Herrn Siegelbewahrer Seguier damit beauftragen. Die Sache gehört ganz zu den Verpflichtungen seines Amtes.«
«Man soll ihn sogleich holen lassen.«
«Er muß bei mir sein, Sire. Ich habe ihn zu mir bestellt, und als ich in den Louvre ging, Befehl gegeben, ihn warten zu lassen, wenn er sich einfinden würde.«
«Man hole ihn sogleich hieher.«
«Die Befehle Ew. Majestät sollen vollzogen werden, aber…«
«Was aber?«
«Aber die Königin wird sich vielleicht weigern, zu gehorchen.«
«Meinen Befehlen?«
«Ja, wenn sie nicht weiß, daß diese Befehle von dem König herrühren.«
«Gut! damit sie daran nicht zweifelt, will ich sie selbst in Kenntniß setzen.«
«Ew. Majestät werden nicht vergessen, daß ich Alles, was in meinen Kräften lag, gethan habe, um einen Bruch abzuwenden.«
«Ja, Herzog, ja, ich weiß, daß Ihr vielleicht zu nachsichtig seid, und ich sage Euch, daß wir später hierüber sprechen müssen.«
«Wann es Ew. Majestät belieben wird; aber ich werde stets glücklich und stolz sein, Sire, mich dem guten Einvernehmen aufzuopfern, von dem ich wünsche, daß es beständig zwischen dem König und der Königin von Frankreich herrschen möge.«
«Gut, Kardinal, gut. Aber laßt mir mittlerweile den Herrn Siegelbewahrer holen.«
Und Ludwig XIII. öffnete die Verbindungsthüre und ging in die Flur, welche von seinen Zimmern in die Gemächer Anna's von Oesterreich führte.
Die Königin befand sich inmitten ihrer Frauen; um sie her saßen Frau von Guitaut, Frau von Sablé, Frau von Montbazon und Frau von Guémené. In einem Winkel stand die spanische Kammerfrau, Donna Estefania, die ihr von Madrid gefolgt war. Frau von Guémené las vor, und Alle horchten aufmerksam auf die Vorleserin, mit Ausnahme der Königin, welche im Gegentheil diese Lektüre befohlen hatte, um, während sie sich den Anschein gab zu hören, dem Faden ihrer eigenen Gedanken folgen zu können.