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Kater Brown und die Klostermorde

Электронная книга - «Kater Brown und die Klostermorde». Краткое содержание книги:

In der idyllischen Eifel ist die Hölle los - und das ausgerechnet dort, wo man es am wenigsten erwartet hätte: im Klosterhotel Zur inneren Einkehr. Hier stößt die Klosterkatze Kater Brown während eines nächtlichen Streifzugs auf eine grausam zugerichtete Leiche. Wer hat den Hotelgast ermordet und in den Brunnen geworfen? Zusammen mit der Reisejournalistin Alexandra begibt sich Kater Brown auf Spurensuche.
Ralph Sander arbeitet seit vielen Jahren als Übersetzer und Autor. Unter diversen Pseudonymen sind von ihm etliche Krimis erschienen. Nachdem er bereits eine Reihe von fiktiven samtpfotigen Helden für seine Krimis geschaffen hat, entstand mit Kater Brown zum ersten Mal eine Figur nach einem realen Vorbild: dem Sander’schen Familienkater Paulchen Panther.
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»Na, die Sterne sind doch zigtausend Lichtjahre entfernt, und das Licht, das wir jetzt gerade sehen, ist schon vor zigtausend Jahren auf die Reise zu uns gegangen. Wenn wir heute Nacht da oben einen Alien beobachten könnten, der ein Schild mit der Aufschrift Helft uns! hochhält, dann käme jede Hilfe von unserer Seite zu spät, weil die Welt des Außerirdischen vielleicht bereits vor dreißigtausend Jahren untergegangen ist. Denn überleg mal, selbst wenn wir in der Lage wären, so schnell wie das Licht durchs All zu reisen, würden wir für diese Strecke dreißigtausend Jahre benötigen, und dann wären bei unserer Ankunft sechzigtausend Jahre seit dem Moment vergangen, als dieser Alien sein Schild hochgehalten hat.«

»So habe ich das Ganze noch nie betrachtet.«

»Tja, ch bringe dich eben auf ganz andere Gedanken.« Alexandra schaute ihn an, dann wieder weg.

Tobias räusperte sich. »Ich …«

Als er verstummte, wandte sie ihm den Kopf zu und schaute ihn erneut an. Obwohl es dunkel war, meinte sie, im fahlen Sternenlicht einen merkwürdigen Ausdruck in Tobias’ Augen zu bemerken.

»Ja?«, brachte sie ein wenig heiser heraus. Unschlüssig biss sie sich auf die Unterlippe.

Was war los mit ihm? Und was war mit ihr selbst los? Was hatte er ihr sagen wollen? Vielleicht war das einer dieser Momente, die etwas zu bedeuten haben. Sollte sie nachhaken? Doch dann verließ sie der Mut und sie senkte den Blick.

Tobias setzte noch einmal zum Reden an. »Alexandra, ich …«

»Ja?« Alexandra schluckte.

»Ich muss Dir etwas sagen …« Plötzlich traf ihn unvermittelt ein greller Lichtstrahl ins Gesicht, sodass Tobias die Augen zusammenkneifen musste.

15. Kapitel

»Da sind Sie ja!«, erklang eine atemlose Männerstimme.

Alexandra fuhr zusammen. Das Herz klopfte ihr bis zum Hals, und für den Bruchteil einer Sekunde fürchtete sie, Wildens Mörder hätte sich angeschlichen, um sie beide nun im Schutz der Nacht aus dem Weg zu räumen.

Aber dann erkannte sie im Lichtschein, der von Tobias’ Gesicht reflektiert wurde, wer da mit einer Taschenlampe vor ihnen stand.

»Bruder Johannes?«, entfuhr es ihr. »Was machen Sie denn hier?«

»Entschuldigen Sie, wenn ich Sie erschreckt habe. Ich wollte mir nicht noch länger die Beine in den Bauch stehen«, gab er zurück und richtete den Strahl der Lampe zu Boden. »Ich hatte im Foyer auf Sie gewartet, um Sie ins Haus zu lassen, und dann auf einmal sah ich einen Wagen auf den Platz einbiegen. Aber dann habe ich gewartet und gewartet, und Sie kamen nicht. Also habe ich mich auf die Suche nach Ihnen gemacht. Ich hatte schon fast befürchtet, Ihnen wäre etwas zugestoßen.« Dann ließ er den Lichtstrahl über sie wandern. »Wo ist Kater Brown?«, fragte er zögerlich. »Haben Sie ihn denn nicht mitgebracht?«

»Nein, er ist noch beim Tierarzt und wird versorgt«, sagte Alexandra. »Wir wissen auch noch nichts Genaues. Außer dass jemand den kleinen Kerl ganz offensichtlich vergiften wollte. Hoffentlich überlebt er!«

»Auf jeden Fall ist der Kater jetzt in guten Händen«, meinte Bruder Johannes bedrückt. »Ich hoffe auch, er kommt durch.« Nach einer kurzen Pause fügte der Mönch hinzu: »Hören Sie, das mit Doktor Erzbauer tut mir ehrlich leid, das hätte böse enden können …«

»Ich mache Ihnen keinen Vorwurf, Bruder Johannes«, versicherte Alexandra. »Sie konnten es ja nicht wissen.«

»Nur gut, dass Sie so schnell einen anderen Tierarzt gefunden haben! Wie, sagten Sie noch mal, heißt der Veterinär, zu dem Sie gefahren sind?«

»Oh, fragen Sie mich nicht nach dem Namen!«, antwortete sie ausweichend. »Ich glaube, der Arzt heißt … Glogauer oder so ähnlich. Na ja, er hat ja unsere Telefonnummern, und sobald wir Kater Brown wieder abholen können, wird er sich melden.«

»Lassen Sie sich bitte eine Rechnung geben«, sagte Bruder Johannes. »Der Kater hat schließlich auf unserem Grund und Boden das Gift gefressen, also werden wir auch für die Kosten aufkommen.«

»Warten wir erst einmal ab, ob alles gut geht«, warf Tobias ein. »Wir wissen ja nicht mal, wie lange Kater Brown noch behandelt werden muss.«

»Verstehe«, sagte Bruder Johannes. »Dann werde ich beten, damit sich dieses Sprichwort nicht bewahrheitet. Sie kennen es doch sicher?« Auf Alexandras verständnislosen Blick hin fügte er seufzend hinzu: »›Die Neugier ist der Katze Tod.‹«

»Um Himmels willen!«, rief sie. »Kater Brown darf nichts passieren! Immerhin brauchen wir die kleine schwarze Spürnase bei unserer Mördersuche noch.«

»Dann hat Bruder Andreas’ Computerübersicht Ihnen nicht weiterhelfen können?«, erkundigte sich der Mönch.

»Nur bedingt«, antwortete Tobias. »Wir haben erfahren, dass Wilden ungewöhnlich gut gelaunt war, als er das Kloster verließ. Aber das führt uns nicht zum Täter.«

»Bernd Wilden wollte wegfahren und sich am nächsten Tag mit jemandem treffen, doch da sein Handy und sein Laptop verschwunden sind, haben wir keinerlei Anhaltspunkte, mit wem er wo verabredet war.« Alexandra ließ die SMS, die Assmann ihr geschickt hatte, unerwähnt. Während Bruder Johannes und Tobias rekapitulierten, was sie bisher zusammengetragen hatten, zog sie ihr Handy aus der Tasche und schrieb eine SMS an Kurt Assmann.

Gerät schon erhalten? Bitte, melden Sie sich bei mir!

Hoffentlich antwortete der Mann bald!

Tobias sah auf die Uhr. »Oje. Es ist schon fast ein Uhr. Ich würde mich jetzt gern aufs Ohr legen. Es war ein unerwartet hektischer Tag.«

»Das kannst du laut sagen«, stimmte sie ihm zu und stieß sich vom Zaun ab, dann gingen sie im Schein von Bruder Johannes’ Taschenlampe zu dritt zurück zum Kloster.

Im Foyer fiel Alexandra etwas ein. »Ach, Bruder Johannes, dürfen wir uns mal in aller Ruhe im Keller umsehen? Nur, wenn es keine Umstände macht?«

»Glauben Sie, Sie finden da einen Hinweis auf den Täter?«

»Eigentlich nicht, aber wir hätten einfach ein besseres Gefühl, wenn wir wüssten, dass wir keine Möglichkeit außer Acht gelassen haben, nach Hinweisen zu suchen.«

Bruder Johannes nickte. »Ja, natürlich. Ich kann Sie beide gern morgen früh durch den Keller führen. Sagen wir, gleich nach dem Frühstück?«

»Einverstanden«, willigte Alexandra ein und sah, dass auch Tobias zustimmend nickte.

Bruder Johannes führte die kleine Gruppe weiter an und leuchtete ihnen den Weg zu ihren Zimmern. Er wartete, bis beide abgeschlossen hatten, dann entfernten sich seine Schritte auf dem Flur. Alexandra schmunzelte, denn sie musste unwillkürlich an die Bemühungen eines Herbergsvaters denken, der die Jungen und Mädchen in seinem Haus strikt voneinander getrennt hielt, um sie daran zu hindern, Dummheiten zu machen. Aber da bestand bei Tobias und ihr doch gar keine Gefahr! Schließlich wollte sie nichts von diesem Mann! Trotzdem musste sie wieder an den seltsamen Ausdruck in Tobias’ Augen denken und an die ungewohnte Befangenheit, die sie selbst in seiner Nähe ergriffen hatte. »Unsinn! Es lag nur an der romantischen Sommernacht«, sagte sie sich dann und lauschte noch einmal auf den Korridor hinaus. Als sie sicher war, dass sich niemand mehr draußen aufhielt, öffnete sie die Tür und huschte zu Kurt Assmanns Zimmer hinüber. »Herr Assmann, sind Sie da? Herr Assmann?«, fragte sie mit unterdrückter Stimme. Doch auch nach dreimaligem Klopfen regte sich nichts hinter der Zimmertür, und Alexandra schlich zurück in ihre Kammer. Kurt Assmann schien wirklich nicht ins Kloster zurückgekehrt zu sein. Hoffentlich war ihm nichts zugestoßen!

Im Licht des Laptopmonitors zog Alexandra sich aus und tappte ins angrenzende Bad. Dabei kreisten ihre Gedanken unaufhörlich um die Frage, wohin Assmann wohl gefahren war.

Vor dem Zubettgehen fuhr sie noch rasch den Computer runter und griff nach ihrem Handy. Seltsam, Kurt Assmann hatte sich immer noch nicht auf ihre SMS gemeldet! Seufzend deckte Alexandra sich zu. Doch an Schlaf war nicht zu denken. Ihre Gedanken fuhren Achterbahn. Ob Kater Brown wohl noch lebte? Hoffentlich hatte Dr. Paressi ihn stabilisieren können! Wer hinter diesen Mauern war nur so grausam, ein unschuldiges Tier zu vergiften?

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