Das Erbe der Phaetonen [Illustrationen: L. Rubinstein]
- Автор: Мартынов Георгий Сергеевич
- Год: 1969
- Язык: немецкий
- Год: Kultur und Fortschritt
- Переводчик: Traute Stein
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Das Erbe der Phaetonen [Illustrationen: L. Rubinstein]». Краткое содержание книги:
Ohne sich zu besinnen, sprang Saizew ins Wasser, suchte tastend die Strebe de «Stabilisators und befestigte daran eine Trosse.
„Anziehen!“ rief er, während er wieder ins Boot kletterte und zur Seite fuhr.
Die anderthalbtausend Pferdekräfte, die in den beiden Motoren steckten, zogen das Flugzeug mühelos aus dem sandigen Grab. Es schnellte nach einigen Sekunden an die Oberfläche und wurde längsseit an das Unterseeboot gezogen.
„Herzlich willkommen!“ rief Balandin scherzend und umarmte die Geretteten.
„Sie haben Ihre Aufgabe glänzend gelöst“, sagte Melnikow, „ich danke Ihnen!“ Als erstes wurde die Meldung an das Raumschiff gefunkt, daß die Rettungsaktion geglückt sei. Alle freuten sich, daß die Funkverbindung zustande kam.
„Was sollen wir mit dem Flugzeug machen?“ fragte Melnikow.
„Kann es nicht an Land gebracht werden?“
„Unmöglich. Ringsum sind Felsen, die beinahe senkrecht ins Meer abfallen!“
„Also müssen Sie es liegenlassen.“ Die Männer nützten die Pause bis zum nächsten Gewitter und räumten das Wrack restlos aus. Der nächste Regen würde die leere Kabine mit dem offenen Dach versenken.
„Schade um die Maschine!“ sagte Melnikow. „Aber es ist nicht zu ändern.“
„Wollen wir nicht einmal an Land gehen?“ schlug Wtorow vor.
„Das ist an dieser Stelle gefährlich. Die Felsen sind zu steil.
Wir werden versuchen, eine Stelle zu finden, an der wir, falls ein Gewitter aufzieht, ins Boot flüchten können.“
„Wir müssen sofort zum Schiff zurückfahren“, erklärte Balandin auf einmal. „Sie sind verwundet.“
„Ach, nichts weiter als Schrammen“, entgegnete Melnikow.
„Wir denken schon gar nicht mehr dran.“ Der Professor wollte nicht nachgeben. Nur mit Mühe und Not gelang es Melnikow und Wtorow, ihn zu überreden, daß er Belopolski nichts von den tatsächlich unbedeutenden Verletzungen der beiden meldete. Balandin gab sich erst dann zufrieden, als er sie untersucht und die dilettantischen Verbände durch sachgemäße ersetzt hatte.
„Konstantin Jewgenjewitsch wird mir das übelnehmen“, sagte er nachdenklich.
„Das verantworte ich.“ Melnikow beruhigte ihn. „Warum sollen wir Zeit vergeuden. Wir liegen vor einem unbekannten Land und müssen es erforschen.“ Es wurde beschlossen, an der Küste entlangzufahren und festzustellen, ob dies eine Insel oder ein Festland sei. Belopolski riet ihnen, Kurs Nord zu halten. Seiner Meinung nach war die „SSSR-KS 2“ damals nördlicher geflogen und der von ihr gesichtete Fluß mußte ebendort gesucht werden.
„Wenn Sie einen Fluß entdecken“, sagte er, „haben Sie den Beweis, daß das Melnikow-Land ein Kontinent ist.“
„Melnikow-Land“ hatte er gesagt.
Aufgetaucht, lief das Boot aus der Bucht aus und ging auf Kurs Nord.
Das Ufer zog sich beiderseits bis zum Horizont. Soweit das Auge reichte, war es dicht bestanden mit einem Wald gigantischer orangeroter Bäume. Stellenweise reichte der Wald bis dicht an das Wasser heran, stellenweise trat er weiter zurück und bildete Lichtungen, auf denen gelbes und braunes Gras wuchs. Zu Füßen der Bäume breitete sich undurchdringliches Dickicht. Ob dies Sträucher oder junge Bäume der gleichen Art waren, ließ sich nicht bestimmen.
Aus Vorsicht wurde das Boot in zweihundert, dreihundert Meter Entfernung von der Küste gehalten. Dort herrschte schon ziemlich starker Wellengang, und das Schlingern störte beim Beobachten, aber damit mußte man sich abfinden. Saizew fürchtete, er könnte sonst auf eine Sandbank laufen.
Wenn Gewitter kamen, tauchte das Boot mit gestoppten Maschinen und wartete ab. Diese Viertelstunden benutzten die Männer, um die Flora und Fauna unter Wasser zu studieren.
Aber sie war äußerst kärglich. Das Scheinwerferlicht fiel nur auf rötliche Algen und grellrote Moose, die jeden Vorsprung überzogen, sowie auf zahlreiche Steine, die auf dem sandigen Grund lagen. Weder Fische noch Mollusken waren zu entdecken.
Gab es hier tatsächlich keine, oder hatten sie sich nur verzogen, als das Boot erschien und das Scheinwerferlicht aufflammte? Wer konnte diese Frage beantworten?
„Wir haben aber doch mit eigenen Augen im Ozean Lebewesen gesehen …?“ Balandin konnte es nicht fassen.
„Ganz so war es wohl doch nicht“, stellte Saizew berichtigend fest „Wir haben keine gesehen, sondern glaubten, welche zu sehen. Vielleicht waren es gar keine Tiere, sondern schwimmende Pflanzen.“ Der Professor war mit dieser Auslegung nicht einverstanden.
„Haben Sie vergessen, daß diese vermeintlichen Pflanzen, sobald sie angeleuchtet wurden, ins Dunkle flüchteten, was hingegen für Tiere, die an Finsternis gewöhnt sind, völlig natürlich ist?“ Wie dem auch sein mochte — vor dieser Küste ließen sich weder Tiere noch schwimmende Pflanzen blicken.
Stunde um Stunde fuhr das Unterseeboot gen Norden. Die Funkverbindung mit dem Raumschiff wurde nur durch Gewitter hin und wieder unterbrochen.
Der Landschaftscharakter änderte sich nicht. Schier endlos breitete sich der Wald, der stets gleich aussah, er verdeckte den ganzen westlichen Horizont. Das Ufer war gleichbleibend hoch und abschüssig. Dann und wann erhoben sich kleine Höhenzüge, auf denen ebenfalls Bäume wuchsen. Nicht die geringste Spur eines anderen, nichtpflanzlichen Lebens war zu entdecken.
Schon über vierundzwanzig Stunden hatte keiner der Sternfahrer ein Auge zugetan, aber so merkwürdig es auch war — nicht im Boot, sondern auf dem Raumschiff dachte man daran, daß die Tauchbootfahrer müde sein müßten. Es war Doktor Andrejew. Er verlangte kategorisch, sie sollten eine „Nachtruhe“ einlegen.
Melnikow unterstützte diese Forderung. Bereitwillig erklärten sich alle einverstanden. Das Boot tauchte und legte sich auf Grund.
Erst jetzt fühlten alle, wie körperlich und seelisch erschöpft sie waren. Sie schliefen neun Stunden ohne Unterbrechung. Dann tauchten sie erholt und mit frischen Kräften auf und fuhren weiter.
Der Wald nahm immer noch kein Ende.
Unvermittelt machte das Ufer einen Knick und wandte sich nach Nordwesten. Fern am Horizont kam ein anderes Ufer in Sicht, das parallel zu verlaufen schien.
„Eine Bucht“, sagte Balandin. „Werden wir hineinfahren?“
„Selbstverständlich.“ Melnikow nickte.
Die Bucht schnitt scheinbar sehr tief ins Festland. Ihre Ufer waren sogar mit dem Fernglas nicht deutlich zu erkennen.
Das Boot fuhr am Südufer entlang. Mehrmals mußte eines Gewitters wegen gestoppt und auf Tauchstation gegangen werden.
„Vielleicht ist dies gar keine Bucht, sondern eine Meerenge?“ sagte Saizew.
„Es könnte sein,“ Melnikow betrachtete unverwandt das gegenüberliegende Ufer, das merklich näherrückte. „Maschinen stop!“ Die Motoren verstummten, sacht hob und senkte sich der Bug.
„Seht doch mal zum Ufer!“ Alle stellten fest’, daß das Boot nicht auf der Stelle liegenblieb, sondern langsam rückwärts getrieben wurde.
„Das ist keine Bucht und auch keine Meerenge, sondern ein Fluß“, verkündete Melnikow.
„Konstantin Jewgenjewitsch hat wie immer recht“, sagte Balandin. „Wir haben ein Festland vor uns.“
„Fahren wir doch weiter, stromaufwärts“, schlug Saizew vor.
„Das Ufer muß schließlich mal flacher werden, und dann können wir an Land gehen.“ Seine Vermutung erwies sich als richtig. Schon nach einer Stunde wurden die Ufer bedeutend niedriger und fielen nicht mehr so steil zum Wasser ab.
Nichts schwamm auf dem Wasser des Flusses. Nur manchmal trug die Strömung dem Boot Zweige entgegen.