Watership Down. Unten am Fluß
- Автор: Адамс Ричард
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Watership Down. Unten am Fluß». Краткое содержание книги:
Auch der Zeichentrickfilm von Martin Rosen mit dem Titelsong von Art Garfunkel wurde ein weltweiter Erfolg.
Der Autor
Richard Adams, 1920 in Berkshire geboren, studierte in Oxford Literatur und Geschichte. Auf den häufigen Fahrten zwischen seiner Londoner Wohnung, seinem kleinen Landhaus in den Downs südwestlich von London und Stratford-on-Avon unterhielt er seine Töchter Juliet und Rosamond mit Geschichten über Kaninchen und begann schließlich, sie aufzuschreiben. Nach dem Welterfolg von Watership down - Unten am Fluß hat Richard Adams seine Tätigkeit beim englischen Amt für Umweltschutz aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er lebt mit seiner Familie auf der Insel Man.
Aus dem Englischen von Egon Strohm.
22. Die Geschichte von El-ahrairahs Prozeß
Hat er nicht ein Schurkengesicht?... Hat ein verfluchtes Tyburn-Gesicht ohne das Vorrecht der Geistlichkeit.
Congreve Love for Love
Kaninchen sind in vieler Hinsicht wie menschliche Wesen (sagt Mr. Lockley). Ganz gewiß gehört dazu ihre unerschütterliche Fähigkeit, dem Unglück zu widerstehen und sich vom Strom ihres Lebens weitertragen zu lassen, hinweg über Schrecken und Verlust. Sie haben eine bestimmte Eigenschaft, die mit Gleichgültigkeit oder Gefühllosigkeit zu beschreiben nicht zutreffend wäre. Es ist eher eine glückliche Einbildungskraft und ein intuitives Gefühl, daß das Leben Jetzt ist. Ein Futter suchendes wildes Geschöpf, vor allem auf Überleben bedacht, ist stark wie das Gras. Insgesamt bleiben Kaninchen geschützt aufgrund von Friths Versprechen El-ahrairah gegenüber. Kaum ein ganzer Tag war vergangen, seit Holly im Delirium an den Fuß des Watership Down gekrochen gekommen war. Und doch war er der Genesung sehr nahe, während der sorglosere Bluebell nach der schrecklichen Katastrophe, die er überlebt hatte, sogar noch weniger übel dran war. Hazel und seine Gefährten hatten während Hollys Geschichte Kummer und Entsetzen bis zum äußersten durchlitten. Pipkin hatte geweint und mitleiderregend über den Tod von Scabious gezittert, und Acorn und Speedwell waren von krampfhaftem Würgen ergriffen worden, als Bluebell von dem Giftgas erzählte, das unter der Erde mordete. Und doch, wie bei primitiven menschlichen Wesen, brachte gerade die Stärke und Heftigkeit ihres Mitleids eine echte Erlösung mit sich. Ihre Gefühle waren nicht falsch oder vorgetäuscht. Während die Geschichte erzählt wurde, hörten sie sie ohne jene Reserve oder Distanzierung an, die der gütigste, zivilisierte Mensch bewahrt, wenn er seine Zeitung liest. Sie glaubten, selbst in den vergifteten Läufen zu zappeln und vor Wut über das Schicksal des armen Pimpernel aufzulodern. Das war ihre Art, die Toten zu ehren. Als die Geschichte vorüber war, begannen die Forderungen ihres eigenen schweren, harten Lebens in ihren Herzen, ihrem Blut, ihren Nerven und Trieben sich wieder geltend zu machen. Oh, wären die Toten nicht tot! Aber es muß Gras gefressen, müssen Kügelchen gekaut, hraka gemacht, Löcher gegraben und muß geschlafen werden. Odysseus bringt nicht einen einzigen Mann mit an die Küste. Und doch schläft er tief neben Calypso, und als er erwacht, denkt er nur an Penelope.
Noch ehe Holly mit seiner Geschichte zu Ende war, hatte Hazel an seinem verletzten Ohr geschnüffelt. Es war ihm nicht möglich gewesen, sich vorher das Ohr genau anzusehen, doch als er es jetzt tat, merkte er, daß Entsetzen und Ermüdung wahrscheinlich nicht die Hauptursache für Hollys Zusammenbruch gewesen waren. Er war schwer verletzt -schwerer als Buckthorn. Er mußte eine Menge Blut verloren haben. Sein Ohr war in Fetzen gerissen und stark verschmutzt. Hazel ärgerte sich über Dandelion. Als mehrere Kaninchen, von der milden Juninacht und dem Vollmond angezogen, mit silflay begannen, bat er Blackberry zu warten. Silver, der gerade durch den anderen Lauf hinausgehen wollte, kehrte zurück und schloß sich ihnen an.
»Dandelion und die anderen beiden scheinen dich wieder aufgeheitert zu haben«, sagte Hazel zu Holly. »Es ist schade, daß sie dich nicht auch gesäubert haben. Dieser Schmutz ist gefährlich.«
»Nun, sieh mal -«, begann Bluebell, der neben Holly geblieben war.
»Mach keinen Witz«, sagte Hazel. »Du scheinst zu glauben -«
»Wollt' ich gar nicht«, sagte Bluebell. »Ich wollte nur sagen, daß ich das Ohr des Hauptmanns säubern wollte, aber es ist zu empfindlich, als daß man es anrühren könnte.«
»Er hat ganz recht«, sagte Holly. »Ich fürchte, ich bin selbst schuld daran, daß sie es vernachlässigt haben, aber tu, was du für das Beste hältst, Hazel. Ich fühle mich jetzt viel wohler.«
Hazel fing selbst an dem Ohr an. Das Blut war schwarz verkrustet, und die Aufgabe erforderte Geduld. Nach einer Weile bluteten die langen Rißwunden von neuem und wurden langsam sauber. Dann übernahm Silver die Sache. Holly, der es, so gut er konnte, ertrug, knurrte und scharrte, und Silver suchte nach etwas, um ihn abzulenken.
»Hazel«, fragte er, »was war das für ein Gedanke, den du da mit der Maus hattest? Du sagtest, du würdest es später erklären. Wie wär's, wenn du es jetzt versuchtest?«
»Nun«, sagte Hazel, »der Gedanke ist einfach der, daß wir in unserer Lage es uns nicht leisten können, etwas zu vergeuden, das uns von Nutzen sein könnte. Wir befinden uns an einem fremden Ort, von dem wir nicht viel wissen, und wir brauchen Freunde. Nun, elil können uns offensichtlich nicht von Nutzen sein, aber es gibt viele Geschöpfe, die nicht elil sind - Vögel, Mäuse, yonil und so weiter. Zwar haben Kaninchen gewöhnlich nicht viel mit ihnen zu tun, aber meistens sind ihre Feinde auch unsere Feinde. Ich finde, wir sollten alles nur Mögliche tun, um uns diese Geschöpfe zu Freunden zu machen. Es könnte sich erweisen, daß die Mühe sich lohnt.«
»Ich kann nicht sagen, daß mir die Idee sonderlich gefällt«, sagt Silver, Holly das Blut aus der Nase wischend. »Diese kleinen Tiere sind eher gering und nicht als verläßlich einzuschätzen, vermute ich. Was können die uns schon nützen? Sie können nicht für uns graben, sie können keine Nahrung für uns holen, sie können nicht für uns kämpfen. Sie würden sagen, sie seien uns freundlich gesinnt, zweifellos, solange wir ihnen helfen; aber damit hat sich's. Ich hörte diese Maus heute Abend - >Du sie brauchen, sie kommen< Natürlich kommt sie, solange es was zu fressen und Wärme gibt, aber sicherlich wollen wir nicht, daß das Gehege von Mäusen und Hirschkäfern wimmelt, oder?«
»Nein, ganz so habe ich es nicht gemeint«, sagte Hazel. »Ich schlage nicht vor, Feldmäuse zu suchen und sie einzuladen, sich zu uns zu gesellen. Sie würden uns sowieso nicht dafür danken. Aber diese Maus heute Abend - wir haben ihr das Leben gerettet -«
»Du hast ihr das Leben gerettet«, sagte Blackberry.
»Nun, ihr Leben wurde gerettet. Das wird sie nicht vergessen.«
»Aber wie soll uns das helfen?« fragte Bluebell.
»Vor allem kann sie uns sagen, was sie von dem Ort weiß -«
»Was Mäuse wissen. Nicht, was Kaninchen dringend wissen müssen.«
»Nun, ich gebe zu, daß eine Maus nützlich sein kann oder auch nicht«, sagte Hazel. »Aber sicherlich könnte ein Vogel uns von Nutzen sein, wenn wir nur genug für ihn täten. Wir können nicht fliegen, aber einige von ihnen kennen das Land im weiten Umkreis. Sie wissen auch gut über das Wetter Bescheid. Ich sage ja nur dies: Wenn einer ein Tier oder einen Vogel findet, der nicht sein Feind ist und der Hilfe braucht, dann laßt um Himmels willen die Gelegenheit nicht vorbeigehen. Das wäre, als ob man Mohrrüben in der Erde verfaulen ließe.«