Percy Jackson 01 - Diebe Im Olymp
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #1
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 01 - Diebe Im Olymp». Краткое содержание книги:
»Ein Junge«, sagte ein anderer Reporter. »Wie unser Sender erfahren hat, zeigen die Überwachungskameras einen Jungen von vielleicht zwölf Jahren, der auf der Aussichtsplattform Amok läuft und auf irgendeine Weise eine Explosion auslöst. Schwer zu glauben, John, aber das wird uns hier erzählt. Meldungen von Todesfällen sind bisher nicht bestätigt worden …«
Ich wich zurück und zog den Kopf ein. Ich musste einen großen Bogen um die Polizeiabsperrung machen. Überall wimmelte es von uniformierten Beamten und Presseleuten.
Ich hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben, Annabeth und Grover jemals wiederzufinden, als eine vertraute Stimme meckerte: »Perr-cy!«
Ich fuhr herum und war gefangen in Grovers Bärenumarmung – oder eher Ziegenumarmung. Er sagte: »Wir dachten schon, du hättest dich auf die brutale Weise zu Hades auf den Weg gemacht.«
Annabeth stand hinter ihm, sie versuchte, ein wütendes Gesicht zu machen, aber sogar sie wirkte erleichtert über meinen Anblick. »Dich kann man auch keine fünf Minuten alleinlassen! Was ist passiert?«
»Ich bin irgendwie gefallen.«
»Percy! Hundertfünfzig Meter?«
Hinter uns schrie ein Bulle: »Platz machen!« Die Menge teilte sich und zwei Sanitäter kamen gelaufen, sie trugen eine Bahre mit einer Frau. Ich erkannte sie sofort als die Mutter des kleinen Jungen von der Aussichtsplattform. Sie sagte: »Und dann war da so ein riesiger Hund, ein riesiger feuerspeiender Chihuahua …«
»Alles klar, Ma’am«, sagte der eine Sanitäter. »Jetzt beruhigen Sie sich erst mal. Ihre Familie ist unversehrt. Und gleich setzt die Wirkung der Medikamente ein.«
»Ich bin nicht verrückt! Der Junge ist durch das Loch gesprungen und danach war das Ungeheuer verschwunden!« Dann fiel ihr Blick auf mich. »Da ist er! Das ist der Junge!«
Ich fuhr herum und zog Annabeth und Grover hinter mir her. Wir tauchten in der Menge unter.
»Was ist eigentlich los?«, wollte Annabeth wissen. »Hat sie den Chihuahua aus dem Fahrstuhl gemeint?«
Ich erzählte ihnen die ganze Geschichte von der Chimäre, von Echidna, von meinem Sprung und von der Botschaft, die die Unterwasserdame mir übermittelt hatte.
»Meine Güte«, sagte Grover. »Dann müssen wir dich nach Santa Monica schaffen. Eine Aufforderung deines Dads darfst du nicht ignorieren.«
Noch ehe Annabeth etwas dazu sagen konnte, kamen wir an einem weiteren Reporter vorbei, und ich wäre fast zu Stein erstarrt, als er sagte: »Percy Jackson. Genau, Dan. Wie Channel Twelve soeben erfährt, scheint es sich der Beschreibung nach bei dem Jungen, der möglicherweise diese Explosion ausgelöst hat, um einen jungen Mann zu handeln, den die Behörden schon wegen eines schweren Busunfalls in New Jersey vor drei Tagen suchen. Es wird angenommen, dass dieser Junge unterwegs nach Westen ist. Für unsere Zuschauer zeigen wir jetzt ein Foto von Percy Jackson.«
Wir schlichen mit eingezogenen Köpfen um den Übertragungswagen herum und verschwanden in einer Seitenstraße.
»Zuallererst«, sagte ich zu Grover, »müssen wir weg hier.«
Irgendwie gelangten wir unerkannt zurück zum Bahnhof. Wir konnten gerade noch in den Zug nach Denver springen, da fuhr er auch schon los. Der Zug ratterte westwärts, während es dunkler wurde und die Scheinwerfer der Polizei noch immer über der Silhouette von St. Louis hinter uns zu erkennen waren.
Ein Gott lädt uns zu Cheeseburgern ein
Am nächsten Nachmittag, am 14. Juni, sieben Tage vor der Sommersonnenwende, fuhr unser Zug in den Bahnhof von Denver ein. Wir hatten am Abend zuvor zuletzt gegessen, im Speisewagen irgendwo in Kansas. Geduscht hatten wir seit Half-Blood Hill nicht mehr und das war uns garantiert anzusehen.
»Versuchen wir, Kontakt zu Chiron aufzunehmen«, sagte Annabeth. »Ich würde ihm gern von deiner Unterredung mit dem Flussgeist erzählen.«
»Wir können aber nicht telefonieren, oder?«
»Davon rede ich auch gar nicht.«
Wir wanderten eine halbe Stunde durch die Stadt und ich wusste nicht, wonach Annabeth eigentlich suchte. Es war trocken und heiß, ganz ungewohnt für uns, nachdem es in St. Louis so schwül gewesen war. Egal wohin ich blickte, immer schienen die Rocky Mountains mich anzustarren, wie eine Flutwelle, die sich jeden Moment über die Stadt ergießen konnte.
Endlich fanden wir eine leere Autowaschanlage. Wir liefen zu der Waschbox, die am weitesten von der Straße entfernt war, und hielten dabei die ganze Zeit Ausschau nach Streifenwagen. Wir waren drei Jugendliche, hatten kein Auto und lungerten trotzdem an einer Waschanlage herum; jeder Bulle, der nur ein bisschen Grips hatte, würde sich denken können, dass wir nichts Gutes im Schilde führten.
»Was genau machen wir eigentlich hier?«, fragte ich, als Grover zum Schlauch griff.
»Das kostet fünfundsiebzig Cent«, murrte er. »Ich hab bloß zweimal fünfundzwanzig. Annabeth?«
»Falsche Adresse«, sagte sie. »Der Speisewagen hat mich in den Bankrott getrieben.«
Ich fischte meine letzten Münzen heraus und reichte Grover ein Fünfundzwanzig-Cent-Stück; es blieben mir noch zwei Zehn-Cent-Stücke und eine Drachme aus der Kasse der Medusa.
»Hervorragend«, sagte Grover. »Eine Spraydose wäre natürlich auch eine Möglichkeit, aber da ist die Verbindung nicht so gut und das Drücken macht meinen Arm lahm.«
»Wovon redest du eigentlich?«
Er warf die Geldstücke ein und legte den Hebel auf »feiner Nebel«.
»Von I-M.«
»Instant Message?«
»Iris-Message«, korrigierte Annabeth. »Die Regenbogengöttin Iris übermittelt Botschaften für die Götter. Wenn du weißt, wie du sie darum bitten kannst, und wenn sie nicht zu viel zu tun hat, macht sie das auch für Halbblute.«
»Man ruft die Göttin mit einem Wasserschlauch an?«
Grover hob die Düse in die Luft und Wasser zischte als dicker weißer Nebel heraus. »Es sei denn, du kennst eine einfachere Methode, einen Regenbogen zu produzieren.«
Und in dem Moment fiel das Licht des späten Nachmittags durch den Nebel und spaltete sich in Farben auf.
Annabeth hielt mir die Hand hin. »Drachme, bitte.«
Ich reichte sie ihr.
Sie hob die Münze über ihren Kopf. »O Göttin, nimm unser Opfer an!«
Sie warf die Drachme in den Regenbogen. Sie verschwand in einem goldenen Funkeln.
»Half-Blood Hill«, bat Annabeth.
Einen Moment lang passierte gar nichts.
Dann schaute ich durch den Nebel auf Erdbeerfelder und sah in der Ferne die Meerenge von Long Island. Wir hätten auf der Veranda des Haupthauses stehen können. Vor dem Geländer, mit dem Rücken zu uns, stand ein Typ mit sandfarbenen Haaren, der Shorts und ein ärmelloses, orangefarbenes Hemd trug. Er hielt ein Bronzeschwert in der Hand und schien etwas unten auf der Wiese anzustarren.
»Luke!«, rief ich.
Er fuhr herum und machte große Augen. Ich hätte schwören können, dass er einen knappen Meter vor mir im Nebel stand, aber ich konnte natürlich nur den Teil von ihm sehen, der im Regenbogen auftauchte.
»Percy!« Sein narbiges Gesicht grinste. »Ist Annabeth auch da? Den Göttern sei gedankt! Geht’s euch gut, Leute?«
»Uns … äh … geht’s gut«, stammelte Annabeth. Sie gab sich alle Mühe, ihr schmutziges T-Shirt gerade zu ziehen und sich die Haarsträhnen aus dem Gesicht zu streichen. »Wir dachten … Chiron … ich meine …«
»Der ist unten bei den Hütten.« Lukes Lächeln verblasste. »Wir haben da ein paar Probleme mit den Campbewohnern. Hör mal, läuft bei euch alles, wie es soll? Alles in Ordnung mit Grover?«
»Ich bin hier«, rief Grover. Er hielt die Düse zur Seite und trat in Lukes Blickfeld. »Was denn für Probleme?«
In diesem Moment kam ein riesiger Lincoln Continental angefahren, aus dessen Anlage überlauter Hip-Hop dröhnte. Als der Wagen vor der nächsten Box zum Stillstand kam, wummerte der Bass dermaßen, dass das Pflaster bebte.
»Chiron musste – was ist das denn für ein Krach?«, schrie Luke.
»Das erledige ich schon«, schrie Annabeth zurück und schien sehr erleichtert darüber zu sein, sich mit dieser Entschuldigung aus Lukes Blickfeld entfernen zu können. »Grover, komm mit.«