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Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
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Um genau in die Hafeneinfahrt einzulaufen, mußte das Fahrzeug dicht vor der Werft vorüber, auf welcher der Stapellauf des Trabocolo vorbereitet wurde. Sobald der Schooner signalisirt worden war, war es daher für angezeigt erachtet worden, den Stapellauf noch aufzuschieben. Derselbe sollte erfolgen, sobald die Yacht das Fahrwasser des Trabocolo durchmessen haben würde. Ein Zusammenstoß zwischen den beiden Schiffen, von denen das eine mit dem Hintertheile anrennen mußte, während das andere sich in voller Fahrt befand, hätte ganz gewiß eine bedenkliche Katastrophe an Bord der Yacht zu Wege gebracht.

Die Arbeiter hörten auf, die Balken mit den Schlägeln zu bearbeiten und der mit der Wegräumung des Hemmschuhes beauftragte Mann erhielt den Befehl, zu warten. Es konnte sich nur um Minuten handeln.

Die Yacht näherte sich zusehends. Man konnte beobachten, daß sie bereits die Vorbereitungen zum Ankerwerfen traf. Ihre beiden Langbäume wurden schon abgeführt und man zog die Tauecke des großen Segels an, während zu gleicher Zeit das Focksegel aufgegeit wurde. Sie lief in Folge der erlangten Geschwindigkeit indessen noch eine ziemlich schnelle Fahrt unter dem Vorstag und dem zweiten Focksegel.

Aller Blicke richteten sich auf das graziöse Fahrzeug, dessen weiße Segel unter den schrägen Strahlen der Sonne wie vergoldet erschienen. Seine Matrosen in der Tracht der Levante, den rothen Fez auf dem Kopfe, manövrirten, während der Kapitän auf seinem Posten hinten neben dem Steuermanne seine Befehle mit ruhiger Stimme ertheilte.

Der Schooner, der nur noch so viel Tuch führte, als nöthig war, die letzte Landzunge vor dem Hafen zu umsegeln, befand sich gerade vor der Schiffswerft.

Plötzlich ein allgemeiner Schrei des Entsetzens. Der Trabocolo ist in Bewegung. Aus irgend einer unbedeutenden Ursache hatte der Hemmschuh nachgegeben und das Schiff setzt sich genau in dem Augenblicke in Bewegung, als die Yacht ihm ihre Steuerbordseite zuwendet.

Der Zusammenstoß zwischen den beiden Fahrzeugen war unvermeidlich. Zeit und Mittel fehlten, um ihn zu verhindern; kein Manöver konnte hier verfangen. Den Schreckensrufen der Zuschauer hatte ein furchtbarer Schrei seitens der Mannschaft der Yacht geantwortet.

Der Kapitän, der seine Kaltblütigkeit bewahrte, hatte inzwischen das Steuer herumwerfen lassen, aber es war trotzdem ganz unmöglich, daß sein Schiff noch schnell genug auswich oder in die Fahrbahn des Trabocolo einlenkte, um so dem Stoße zu entgehen.

Der Trabocolo glitt das Gestell entlang. Ein durch die Reibung erzeugter weißer Rauch quoll unter dem Schnabel hervor, während sein Hintertheil bereits in die Fluthen des Golfes tauchte.

Plötzlich springt ein Mann nach vorn. Er ergreift ein Tau, das auf der einen Seite des Schiffes herunterhängt. Doch vergebens stemmt er sich gegen den Boden und zieht das Seil an, selbst auf die Gefahr hin, mitgerissen zu werden: er bringt das Schiff nicht zum Stehen. Zum Glück befindet sich an derselben Stelle ein altes, in die Erde getriebenes Kanonenrohr, das als Anlegeblock dient. Das Seil ist im Augenblicke herumgeschlungen und wickelt sich nun ganz langsam ab, während der Mann es trotz der ihm drohenden Gefahr, ergriffen und zermalmt zu werden, zurückhält und fast zehn Secunden hindurch mit übermenschlicher Kraft Widerstand leistet.

Das Tau reißt. Aber diese zehn Secunden haben genügt. Der Trabocolo ist in die Wellen des Golfes hinabgetaucht und wie beim Stampfen auf hoher See wieder hinaufgeschossen. Er ist kaum einen Fuß hinter der Yacht vorüber in seine Wasserbahn hineingesaust und fliegt vorwärts, bis der Boden fassende Anker durch die Spannung der Kette ihn zum Stillstand bringt.

Der Schooner war gerettet.

Dieser Mann, dem keiner zu Hilfe kommen konnte, weil der ganze Vorgang sich so unerwartet und blitzschnell abspielte, war Kap Matifu.

»Gut, sehr gut!« schrie Pointe Pescade; er lief dem Kameraden nach, der ihn in seine Arme schloß, nicht um mit ihm zu jongliren, sondern um ihn zu umarmen, wie er zu umarmen pflegte, daß man nämlich ersticken konnte.

Und dann brach das Beifallrufen auf allen Seiten hervor. Die ganze große Menge drängte an den Hercules heran, der nicht minder bescheiden als der berühmte Verrichter der zwölf Arbeiten der Sage war und die Begeisterung des Volkes nicht recht begriff.

Fünf Minuten später hatte die Yacht im Hafen Anker geworfen; ein eleganter Sechsriemer brachte den Besitzer derselben an das Land.

Er war ein hochgewachsener, fünfzig Jahre alter Mann mit fast weißen Haaren und einem ins Graue

Das Seil wickelt sich langsam ab. (S. 175.)

spielenden, auf orientalische Weise zugeschnittenen Barte. Fragende, große dunkle Augen von einer eigenthümlichen Beweglichkeit belebten sein sonnverbranntes Gesicht, dessen Züge regelmäßig und noch schön zu nennen waren. Was aber von Anfang an auffiel, war der Adel, ja selbst eine Erhabenheit, die seine ganze Erscheinung ausströmte. Seine seemännische Kleidung, in dunkelrothes Beinkleid, eine gleichfarbige Jacke mit gelben Knöpfen, ein schwarzer Gürtel,

Der Fremde streckte dem Athleten die Hand hin. (S. 178.)

der unter der Jacke die Blouse zusammenhielt, sein leichter Hut aus braunem Segeltuch – Alles stand ihm gut und ließ einen kräftigen, herrlich gebauten Körper ahnen, dem das Alter noch nichts anhaben konnte.

Sobald diese Persönlichkeit, in welcher man sogleich einen energischen und vielvermögenden Mann vermuthete, den Fuß auf das Land gesetzt hatte, ging sie auf die beiden Akrobaten zu, welche die Menge umringte und bejubelte.

Man machte dem Fremden ehrerbietig Platz.

Als er vor Kap Matifu angekommen war, zog er nicht etwa gleich die Börse, um ihr eine reichliche Belohnung zu entnehmen. Er streckte dem Athleten die Hand hin und sagte zu ihm auf italienisch:

»Dank, mein Freund, für das, was Ihr gethan habt!«

Kap Matifu schämte sich fast dieser Ehre, die ihm nach seiner Meinung für die verrichtete Kleinigkeit gar nicht zukam.

»Ja, es war schön, es war herrlich, Kap Matifu, fing Pointe Pescade mit dem ganzen Wortschwall provençalischer Beredtsamkeit von Neuem an.

– Ihr seid Franzosen? fragte der Fremde.

– Mehr als das! brüstete sich Pointe Pescade. Wir sind Franzosen aus dem Süden Frankreichs.«

Der Fremde betrachtete sie mit augenscheinlicher Rührung. Ihr Elend stand ihnen zu offenkundig auf der Stirn geschrieben, als daß man sich darüber täuschen konnte. Er hatte sicherlich zwei arme Artisten vor sich, von denen Einer ihm mit Gefahr seines Lebens soeben einen großen Dienst geleistet hatte, denn ein Zusammenstoß der Yacht mit dem Trabocolo hätte unter Umständen zahlreiche Opfer gefordert.

»Besucht mich an Bord! sagte er zu ihnen.

– Und wann, mein Fürst? fragte Pointe Pescade und producirte seine schönste Begrüßung.

– Morgen Mittag um ein Uhr.

– In der ersten Stunde also,« antwortete Pointe Pescade, während Kap Matifu durch einmaliges Nicken mit dem Kopfe sein stummes Einverständniß gab.

Die Menge hatte sich während dieser Unterhaltung von dem Helden dieses Ereignisses nicht entfernt. Sie hätte ihn sicher im Triumphe davongetragen, wenn sein Gewicht nicht die Entschlossensten und Kräftigsten unter ihr zurückgeschreckt hätte.

Pointe Pescade, stets auf dem Posten, glaubte die günstige Stimmung eines so zahlreichen Publicums ausnützen zu müssen. Nachdem der Fremde sich mit einer freundschaftlichen Handbewegung nach dem Quai hin entfernt hatte, schrie er mit seiner spitzen Ausruferstimme:

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