Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Историческая проза » Der Alchimist von Krumau
Der Alchimist von Krumau - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Alchimist von Krumau

Электронная книга - «Der Alchimist von Krumau». Краткое содержание книги:

Don Julius, Bastardsohn Rudolfs II., kommt als neuer Graf ins böhmische Krumau - gegen seinen Willen. Um seine Rückkehr nach Prag zu erzwingen, nimmt Julius den Wettstreit auf dem einzigen Feld auf, auf dem er seinem Vater die Stirn bieten kann: der Alchimie. So beginnt ein bizarrer Kampf, in dem es um künstliches Gold und Kreaturen aus der Retorte, um Macht und Einsamkeit, Liebe und Reichtum geht ...
Buch
Im Frühjahr 1607 kommt Don Julius, Bastardsohn Rudolfs II. als neuer Graf ins böhmische Krumau. Vor seiner Abreise ist es in der Kaiserburg zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen, an dem er die Schuld tragen soll - doch er erinnert sich an nichts! Julius ist davon besessen, einst die väterliche Krone zu erben, und überzeugt, Opfer einer Intrige zu sein. Um seine Rückkehr nach Prag zu erzwingen, nimmt Julius den Wettstreit mit seinem Vater auf dem einzigen Feld auf, auf dem er dem Alchimisten auf dem Kaiserthron die Stirn bieten kann. So beginnt ein bizarrer Kampf der Magier und Alchimisten, in dem es um künstliches Gold und Kreaturen aus der Retorte, um Macht und Einsamkeit, Liebe und Reichtum geht - und der schon bald eskaliert. Denn auch die geheimnisvolle Baderin Markéta, in die Julius sich verliebt, kann seinen krankhaften Ehrgeiz nicht besänftigen.
Autor
Andreas Gößling, geboren 1958 in Gelnhausen, wuchs in einem Barockschloss auf, studierte Literatur- und Politikwissenschaft, gilt als Experte für phantastische, mythen- und kulturgeschichtliche Themen. Seine historischen Romane Die Maya-Priesterin (2001) und Im Tempel des Regengottes (2003) begeisterten Leserschaft und Kritik gleichermaßen, auch das ZDF, das einen aufwendigen Film über Andreas Gößlings Maya-Romanwelt drehte.
1 ... 38 39 40 41 42 43 44 45 46 ... 107
Перейти на страницу:

»Keine Sorge«, fuhr sie rasch fort, »die Verletzung ist nicht arg, du wirst bald wieder laufen können.«

Der Mund des Flößersohns öffnete sich und ging wieder zu, er ballte eine Hand zur Faust und stammelte endlich: »Wie konnte das ... tut so weh ...?«

Sie überlegte, wie sich das Geschehene erklären ließe, doch dann hob sie nur die Schultern und lächelte ihm tröstend zu. Was hätte sie ihm auch sagen können? D’Alembert hatte Jäger und Treiber zusammengerufen und alle vierzig oder sechzig Männer streng befragt, doch das Ergebnis war dürftig: Dass ein Treiber angeschossen wurde, wenn er sich nicht rechtzeitig in Sicherheit brachte, komme immer wieder einmal vor, bedauerlicherweise; meist liege die Schuld beim Treiber selbst, der ungeschickt im Unterholz Deckung suche, anstatt aus der Schussbahn zu fliehen. Wie es allerdings geschehen konnte, dass Nicodemus, einmal angeschossen, auch noch im Schleppnetz voller Beutestücke landete, zwischen aufgebrochenen Sauen und gehäuteten Rehen, das erklärten alle kopfschüttelnd für »unbegreiflich«, »rätselhaft«, »schändlichen Unfug«.

»Auch wenn er reglos dalag, blutüberströmt und mit Erde verschmiert«, erklärte Skraliçek, die Hände vor seinem Trommelbauch gefaltet, »hätten die Beutesammler erkennen müssen, dass es sich um einen menschlichen Körper handelt.« Die Stimme Skraliçeks, Oberststallmeister und Hauptmann der Jagdgesellschaft, klang reichlich verwaschen, und das war wohl auch die wahre Erklärung für den Zwischenfall, der Nico leicht hätte das Leben kosten können: Seit sie im Morgengrauen aufgebrochen waren, hatten Jäger und Treiber tapfer dem Schnaps zugesprochen, Wacholder- und Holundergeist aus blechernen oder versilberten Taschenflaschen, die sie alle im Rucksack oder am Gürtel mit sich führten. Sowohl der Jäger, der auf Nicodemus angelegt hatte, als auch der Treiber, der ihn zu den Rehen und Sauen geworfen hatte, mussten so betrunken gewesen sein, dass ihnen Mensch und Vieh in eins verschwommen waren.

»Versuch noch ein bisschen zu schlafen«, sagte Markéta zu dem Verletzten, dessen ins Leintuch gewickelter Schenkel aussah wie eine Wurst im Weißbrotmantel. »Gleich bringt dich einer der Gardisten mit der Kutsche nach Krumau, ins Hospital droben in der Burg.«

Sie erhob sich, lächelte dem Flößersohn noch einmal aufmunternd zu, wie Vater Sigmund es bei seinen Patienten zu tun pflegte, und sah sich dann suchend auf der Lichtung um.

Eben kam eine kleine geschlossene Kutsche auf sie zugeschaukelt, von einer Schecke gezogen, auf dem Kutschbock der Gardist Slatava.

Weiter hinten, nahe dem Bauernkarren, der unter der Last der Tierkadaver fast zusammenbrach, erspähte sie die drei Kerle mit den verworrenen schwarzen Barten, die sie natürlich als Erstes verdächtigt hatte; aber da hatte sie noch geglaubt, dass Flor verletzt oder sogar getötet worden sei. Und gerade Flor, dachte sie nun, würden Hezilows Spießgesellen doch wohl nicht umbringen wollen, im Gegenteiclass="underline" Solange der Nabellose am Leben war, konnte der Puppenmacher sich brüsten, ihn erschaffen zu haben, ein toter Flor aber half ihm wenig.

Auf ihr Drängen hin hatte d’Alembert die drei Gesellen dennoch streng ins Gebet genommen. Sie waren herbeigetrottet und hatten sich in einer Reihe vor dem Maître aufgestellt, die speckigen Mützen in den Händen drehend. »Baschek« nannte sich einer, »Oblion« ein anderer, der dritte »Täkie«, für Markéta sahen sie alle mehr oder minder gleich aus. Ihr Alter schien unbestimmbar, eher dem vierzigsten als dem dreißigsten Lebensjahr nahe, aber die wirren Bärte, die fahle Gesichtsfarbe und die ausgemergelten Leiber unter der dunklen Lumpenkleidung ließen sie möglicherweise älter erscheinen, als sie tatsächlich waren. Bei der Jagd jedenfalls hatten Baschek, Oblion und Täkie als Treiber gedient. Eine Armbrust, mit der sie auf Nico oder irgendwen schießen könnten, besaßen sie alle drei nicht, und nach der Jagd hatten sie nicht beim Einsammeln der Beute geholfen, sondern zusammen mit dem Gardisten Jan Mular sieben Pferde befreit, die vor dem Jagdgeböller talwärts ins Moor geflohen waren. Mular hatte ihre Aussage bestätigt, mit einem hämischen Blick auf Markéta, die nun zur Seite trat, damit Slatava den Verwundeten vom Boden aufheben konnte.

Noch immer war sie erfüllt von Unruhe, die nur noch ärger wurde, je mehr sich die Lage äußerlich beruhigte. Unschlüssig machte sie einige Schritte weg von dem Verletzten, der, schlaff in Mikeschs Armen hängend, mit dem Kopf voran in die Kutsche geschoben wurde. Es war ein heißer Tag, die Luft flimmerte selbst unter den Eichbäumen, aber unter der Sonnenwärme begann Markéta zu frösteln. So als ob ihr Herz nicht glauben könnte, was sie doch mit eignen Augen gesehen hatte: Nicht Flor war von dem Pfeil getroffen worden, natürlich nicht.

Jäger und Treiber saßen rings um die Leintücher im Gras und ließen sich die Speisen schmecken, die der Haushofmeister ihnen aufgetischt hatte, mit schmerzverzerrter Miene und immer wieder schauerlich hustend. An einer erhöhten Stelle saßen Don Julius und der Maître, von Breuner und Skraliçek um ein reich gedecktes Tuch herum, dessen Silberstickereien in der Sonne glitzerten. Als er ihren Blick bemerkte, versuchte Julius sie mit einladenden Gebärden heranzulocken, aber Markéta schüttete den Kopf, für einen Moment gezwungen lächelnd, und wandte sich gleich wieder ab.

Keinen Bissen könnt ich jetzt runterwürgen, dachte sie und sah zu, wie der Einspänner mit dem Verletzten langsam davonrumpelte. Ein paar Stunden nur, dann liegt Nico im Spitalsbett und wird vom gräflichen Medikus versorgt - kein Grund zur Sorge also, beschwor sich Markéta; warum nur wurde sie gleichwohl immer unruhiger, ihr Herzschlag flatternd, als ob in ihrem Busen ein Vogel gefangen wäre?

Während sie noch hin und her sann, entdeckte sie die schlaksige Gestalt, die über die Lichtung trottete, auf den Platz zu, wo die Treiber und Gardisten lagerten.

»Mikesch?«

Er stockte kaum merklich, dann ging er weiter, mit gleichmäßigen Schritten auf seine Kameraden zu.

»Gardist Slatava!«

Nun blieb er stehen, mitten auf der Lichtung, und wandte sich um, zwanzig Schritte von ihr entfernt. Auch die Tafelnden an den Rändern des weiten Platzes waren aufmerksam geworden und sahen zu ihr herüber, linkerhand die Jäger, darüber Julius und die Oberen, ihnen vis-à-vis die Schar der grün gewandeten Treiber, dazwischen einige Soldaten in blauen Uniformen.

»Solltest du nicht den Verletzten zurückbringen?«, rief sie.

Mikesch beschirmte die Augen gegen die Sonne. »Ich hab Befehl, Euch zurückzufahren, sobald Ihr es wünscht, Madame. Den Verwundeten fährt der Gardist Mular.« Sie zuckte zusammen, vor aller Augen. »Es besteht kein Anlass zur Sorge, Madame«, fuhr Slatava fort, »ein Helfer ist mitgefahren, um den Verletzten während der Fahrt zu stützen und zu versorgen.«

»Wer ist es?«, fragte Markéta und erschrak noch hundertmal ärger, als er mit schallender Stimme Antwort gab.

»Es ist einer der Russen, Madame, er nennt sich Täkie.«

42

»Wie Ihr befehlt, Excellence. Morgen in aller Frühe reisen wir ab.« Er verneigte sich und wollte davoneilen, aber Julius hielt ihn am Ärmel zurück: »Warum so unwirsch, mon cher maître? Ihr habt doch sicher Eure sämtlichen Heidengötter um ein schnelles Ende der Jagdpartie angefleht.«

»Nun, ich will nicht leugnen, dass mir diese Ruine für den Grafen von Krumau allzu glanzlos scheint.« D’Alembert setzte sein heiterstes Lächeln auf. »Aber wo immer es Euch hinzieht, Euer Liebden, Ihr werdet mich an Eurer Seite finden.«

»Daran zweifle ich nicht.« Julius’ Miene wurde düster. »Und da es mich nun auf schnellstem Weg nach Krumau zurückdrängt, werdet Ihr auch dafür Sorge tragen, dass dort ein Saal für mich vorbereitet wird, sagen wir - so groß wie dieser hier.« Er drehte sich im Kreis und sah sich prüfend um, als überlegte er bereits, ob nicht auch dieser Rittersaal für seine Zwecke in Frage käme. »Nur heller brauch ich’s und mit viel frischer Luft«, fügte er hinzu, dann schwieg er wieder einen Moment und sah sinnend an d’Alembert vorbei. »Und bei meinen Gemächern muss es sein, also nehmt den großen Salon neben dem Audienzsaal. Lasst ihn leer räumen, cher maître -bis morgen früh, vous comprenez?«

1 ... 38 39 40 41 42 43 44 45 46 ... 107
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)