The Vampire Journals - Geliebt: Band 2 (German Edition)
- Автор: Rice Morgan
- Серия: The Vampire Journals #2
- Год: 2013
- Язык: немецкий
- Жанр: Городское фэнтези
Электронная книга - «The Vampire Journals - Geliebt: Band 2 (German Edition)». Краткое содержание книги:
Sie hatte das Gefühl, dass sie mit diesem Schwert alles erreichen konnte.
***
Der BMW hielt mit kreischenden Bremsen vor der King’s Chapel. Blitzschnell sprang Samantha heraus und ließ den Wagen einfach mitten auf der Straße stehen. Verblüfft stieg Sam ebenfalls aus.
Andere Autofahrer hupten wie wild.
»He Lady, dort können Sie nicht parken!«, rief ein Polizist und lief auf sie zu.
Doch Samantha holte aus und schlug ihm mit der Faust auf die Nase. Noch bevor der Mann bewusstlos zu Boden sank, zog sie ihm flink die Pistole aus dem Halfter.
Schockiert und sprachlos sah Sam zu.
»Heilige Scheiße …«, setzte er an.
Aber bevor er den Satz zu Ende bringen konnte, nahm sie ihn in einen Würgegriff und hob ihn hoch. Er wusste kaum, wie ihm geschah.
Dann zerrte sie ihn die Stufen zur King’s Chapel hinauf.
»Samantha!«, schrie er. »Was machst du …«
Mit dem Fuß trat Samantha das Kirchenportal auf und stürzte in die Kapelle.
»KEINE BEWEGUNG!«, rief sie schrill.
Im Mittelgang der Kapelle blieb Samantha stehen und hielt ihre Geisel mit der linken Hand fest, während sie mit der rechten die Pistole auf Sams Schläfe richtete.
Als Samantha aufsah, entdeckte sie dieses Mädchen – Caitlin – oben auf der Kanzel, mit dem Schwert in der Hand. Ihrem Schwert. Dem Schwert, das sie so dringend brauchte.
An der Seite der Kapelle stand dieser andere Vampir, der ihren Clan verraten hatte. Caleb.
Und direkt vor ihr im Gang sah sie einen kleinen, knurrenden Wolfswelpen.
»Lass das Schwert fallen!«, schrie Samantha, »oder ich bringe deinen Bruder um!«
Verzweifelt versuchte Sam, sich aus ihrem Griff zu winden, doch er war ihrer Kraft nicht gewachsen.
»Bitte«, flehte er, »tu das nicht. Warum machst du das?«
Samantha registrierte, dass Caitlin völlig verwirrt aussah und nicht wusste, was sie tun sollte. Immer wieder blickte sie zu Caleb hinüber, als wartete sie auf seinen Rat.
»Gib ihr das Schwert nicht«, sagte Caleb mit Nachdruck.
»Wenn du es nicht tust, wird dein Bruder sterben!«, kreischte Samantha. »Ich schwöre es!«
»Sam?«, rief Caitlin.
»Es tut mir so leid, Caity«, wimmerte Sam. »Bitte, gib ihr das Schwert. Lass nicht zu, dass sie mich umbringt.«
Angespanntes Schweigen senkte sich über die Kapelle, während Caitlin mit sich rang.
Rose fletschte die Zähne und schlich langsam auf Samantha zu.
»Okay!«, rief Caitlin schließlich. »Wenn ich dir das Schwert gebe, lässt du ihn dann auch ganz bestimmt gehen?«
»Ja. Wirf es jetzt herunter«, befahl Samantha.
Erneut zögerte Caitlin.
Dann warf sie das Schwert ganz plötzlich von der Kanzel.
Es landete mit einem lauten Klirren mitten im Gang auf dem Boden. Caitlin, Caleb und Samantha waren alle gleich weit von dem Schwert entfernt.
In diesem Augenblick rannte Rose los und stürzte sich auf Samantha.
Doch Samantha richtete die Pistole auf den kleinen Wolf und drückte ab.
Gleichzeitig flog krachend das Portal auf, und Kyle und Sergei stürmten herein.
Mit dieser unerwarteten Wendung hatte niemand der Anwesenden gerechnet. Sie machte das Chaos perfekt.
Kyle machte sich die allgemeine Verwirrung zunutze.
Bevor auch nur irgendjemand reagieren konnte, raste er den Gang entlang und schlug Sam und Samantha mit einem einzigen Schlag bewusstlos. Die Pistole schlitterte über den Boden.
Caleb zögerte keine Sekunde und stürmte auf das Schwert zu, das immer noch am Boden lag.
Doch Kyle hatte es ebenfalls entdeckt und schoss direkt hinter ihm her.
Bevor Caleb das Schwert erreichen konnte, sprang Kyle ihn von hinten an und warf ihn zu Boden.
Kyle landete auf Caleb, und die beiden begannen miteinander zu ringen. Sie waren einander kräftemäßig nahezu ebenbürtig.
Jetzt machte sich Sergei die Situation zunutze und schnappte sich das Schwert.
Anfangs war Caitlin zu schockiert gewesen, um zu reagieren, aber jetzt wurde sie aktiv. Sie musste Caleb helfen. Kyle schien allmählich die Oberhand zu gewinnen. Gerade versuchte er, Caleb mit den Daumen die Augen auszustechen.
Mit einem Satz sprang Caitlin von der Kanzel, flog durch die Luft und landete knapp fünf Meter tiefer auf dem Kirchenboden. Dann stürmte sie auf Kyle zu und trat ihn hart in die Rippen. Durch den Tritt wurde er gerade noch rechtzeitig von Caleb hinunterbefördert.
Doch plötzlich versank Caitlin ohne Vorwarnung in einer Welt des Schmerzes.
Sie schrie auf. Kaltes Metall drang in ihren Rücken ein und durchbohrte ihre Haut und ihre Eingeweide bis zu ihrem Magen. Genauso schnell wurde die Waffe wieder herausgezogen.
Als sie auf die Knie sank, spürte sie, wie das Blut in ihre Kehle stieg, ihren Mund und ihre Zähne erreichte und ihr dann das Kinn hinuntertropfte.
Schockiert und voller Qualen sah sie sich um und begriff, dass sie von hinten niedergestochen worden war. In den Rücken. Mit dem Schwert.
»NEIN!«, schluchzte Caleb entsetzt und eilte zu ihr.
Dabei war er so abgelenkt, dass er Sergei gar nicht wahrnahm, der mit dem blutigen Schwert neben Caitlin stand. Ganz offensichtlich war der Russe mit seinem Werk zufrieden, denn er grinste gemein.
»Du hast mich vor meiner Zeit getötet«, knurrte er wütend. »Und jetzt habe ich mich revanchiert.«
Dann drehte Sergei sich plötzlich um und rannte mit dem Schwert den Gang entlang.
Kyle sprang auf und folgte ihm.
Als die beiden an Samantha vorbeiliefen, erlangte sie gerade das Bewusstsein wieder. Sie schnappte sich den bewusstlosen Sam, warf ihn sich über die Schulter und eilte den beiden anderen hinterher.
Abgesehen von Caitlin und Caleb war die Kirche jetzt leer. Und Rose natürlich, die blutend auf der Seite lag und vor sich hin winselte.
»Caitlin!«, schrie Caleb und packte sie an den Schultern. Dann beugte er sich vor und streichelte ihr die Wangen. Die Tränen strömten ihm über das Gesicht.
Das Schwert hatte er völlig vergessen, so sehr schockierte ihn ihre Verletzung. Irgendwo in seinem Unterbewusstsein war ihm klar, dass die anderen mit dem Schwert die Kirche verlassen hatten. Mit dem Schwert, das er schon sein ganzes Leben lang hatte finden und beschützen wollen – darauf hatte er sogar einen Eid geschworen.
Doch jetzt interessierte ihn nur noch Caitlin, die blutend und sterbend vor ihm lag.
Sie lag auf dem Rücken auf dem Boden der Kapelle und spürte, wie die Welt kalt wurde. Fürchterliche Schmerzen am Rücken und im Bauch quälten sie, und sie spürte, wie viel Blut sie verlor. Vage nahm sie Calebs Hände auf ihrem Gesicht wahr.
Als sie die Augen aufschlug, sah sie die Kirchendecke. Und Caleb. Sein wunderschönes Gesicht, das auf sie hinunterblickte.
Sie wusste, dass sie im Sterben lag. Aber trotz der Schmerzen war sie nicht traurig um ihrer selbst willen. Nur die Vorstellung, nicht mehr bei ihm sein zu können, machte sie unglücklich.
»Caitlin!«, schluchzte Caleb. »Bitte geh nicht. Verlass mich nicht!«
Während er sie in den Armen wiegte, weinte er leise vor sich hin.
Caitlin sah in seine großen Augen, die jetzt fast schwarz waren, und versuchte, ihren Blick zu fokussieren.
Geh nicht.
Doch es funktionierte nicht.
»Caitlin«, flehte er unter Tränen. »Ich möchte, dass du es weißt. Ich kann jetzt sehen, wo wir uns getroffen haben. In einem früheren Leben. Jetzt kann ich alles sehen.«
Als Caitlin zu sprechen versuchte, gehorchte ihre Stimme ihr nicht mehr. Ihre Kehle war so trocken, und das Blut war überall. Sie brachte nicht mehr als ein Flüstern hervor.
»Was?«, fragte Caleb und beugte sich vor. »Sag es bitte noch mal.«
Diesmal legte er sein Ohr an ihren Mund.
»Verwandle … mich«, hauchte sie.
Entsetzt starrte er sie an, nicht sicher, ob er sie richtig verstanden hatte.
Mit allerletzter Kraft streckte Caitlin die Hand aus, packte ihn am Hemd und zog ihn dicht zu sich herunter.