Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Исторические детективы » Ein Totenhemd für einen Erzbischof
Ein Totenhemd für einen Erzbischof - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Ein Totenhemd für einen Erzbischof

Электронная книга - «Ein Totenhemd für einen Erzbischof». Краткое содержание книги:

Anno Domini 664: Wighard von Canterbury, der künftige Erzbischof, fällt in Rom einem Raubmord zum Opfer. Ronan, ein irischer Mönch, gerät in Verdacht, beteuert aber seine Unschuld. Der Fall droht, einen Krieg zwischen Angelsachsen und Iren auszulösen. Um das Schlimmste zu verhindern, wird die unbestechliche Schwester Fidelma mit den Ermittlungen betraut.
Bei ihren Nachforschungen stößt Schwester Fidelma auf das zwielichtige Vorleben des ermordeten Würdenträgers ...
Die Originalausgabe erschien 1995 unter dem Titel Shroud for the Archbishop.
1 ... 37 38 39 40 41 42 43 44 45 ... 72
Перейти на страницу:

Der Friedhof war um diese Zeit schon sehr bevölkert. Zahlreiche Menschen besichtigten die Grabstätten. Als Fidelma ein vertrautes Gesicht erkannte, blieb sie erschrocken stehen. Abt Puttoc sah sich um, als suche er jemanden in der Menge. Kaum einen Meter hinter ihm ging Bruder Eanred, ganz der ergebene Diener, der seinem Herrn nicht von der Seite wich.

Fidelma wollte dem eitlen Abt und seinem Diener auf keinen Fall begegnen. Daher senkte sie den Kopf und versteckte sich in einer kleinen, griechischen Pilgergruppe. Zuerst nahm sie an, Puttoc sei gekommen, um Wighards Grab zu besuchen und für ihn zu beten. Allerdings hatte Puttoc für Wig-hard im Tod sicherlich ebenso wenig Achtung wie zu dessen Lebzeiten. Offenbar waren Puttoc und Eanred zu einem anderen Teil des Friedhofs unterwegs, so daß Fidelma sich nach einer Weile unerkannt aus der Pilgergruppe lösen und in der Richtung weitergehen konnte, in die Bruder Eadulf sie am Vortag geführt hatte.

Am Eingang zu den Katakomben saß Antonio, der kleine Junge mit dem ernsten Gesicht, wieder hinter seinem Korb mit Kerzen. Lächelnd beugte sie sich zu ihm hinunter. Der Junge erkannte sie, verzog aber keine Miene.

«Hallo, Antonio», grüßte ihn Fidelma. «Ich brauche Kerzen und eine Wegbeschreibung.»

Schweigend wartete der Junge auf weitere Einzelheiten.

«Ich suche das Grabmal der Aurelia Restutus.»

Antonio räusperte sich und antwortete mit dem seltsam kehligen Tonfall eines Jungen, der sich im Stimmbruch befindet. «Seid Ihr allein, Schwester?»

Fidelma nickte.

«Im Augenblick sind nur wenige Leute in den Katakomben, und mein Großvater Salvatore ist auch nicht da, um Euch zu führen. Es ist gefährlich, wenn Ihr den Weg nicht kennt.»

Fidelma wußte die Besorgnis des Jungen zu schätzen, vor allem, wenn sie an ihr Abenteuer vom Vortag dachte.

«Ich muß alleine gehen. Kannst du mir sagen, wie ich das Grabmal finde?»

Der Junge sah sie zögernd an, dann zuckte er die Achseln. «Also, gut. Versucht, Euch meine Anweisungen ganz genau einzuprägen. Am Fuß der Treppe nehmt Ihr den Gang, der nach links führt, und folgt ihm etwa hundert Meter. Dann wendet Ihr Euch nach rechts und steigt die Stufen zum nächsttieferen Stockwerk hinab. Anschließend geht Ihr geradeaus an einem großen Grabmal mit einem Bildnis unseres Herrn vorbei. Zweihundert Meter von dort biegt Ihr links ab, bis Ihr zu einer weiteren Treppe kommt. Auf dieser gelangt Ihr zum Grabmal der Aurelia Restutus.»

Mit geschlossenen Augen wiederholte Fidelma Antonios Anweisungen. Der Junge nickte ernst.

«Diesmal nehme ich aber zwei Kerzen mit», sagte Fidelma grinsend.

Der Junge schüttelte den Kopf, holte eine kleine, mit Öl gefüllte Tonlampe und zündete sie an. «Nehmt die und zwei Kerzen, Schwester, dann seid Ihr doppelt abgesichert. Habt Ihr Zunder und Feuerstein dabei, falls Euch die Flamme ausgeht?»

Nach den Erlebnissen des Vortags hatte sich Fidelma für den Notfall mit einer Zunderbüchse ausgestattet. Sie klopfte auf ihr marsupium und nickte. Dann kramte sie einige Münzen heraus und warf sie lächelnd in seinen Korb. «In meiner Sprache, Antonio, sagen wir cabhair o Dhia agat. Gottes Fürsorge sei mit Dir!»

Sie war schon auf der Treppe zu den dunklen Gewölben, als der Junge ihr nachrief: «Benigne, di-cis, Schwester.»

Fidelma blieb stehen und winkte noch einmal zurück, ehe sie in der Dunkelheit verschwand.

Schon jetzt war sie froh über die Lampe in ihrer Hand und die zusätzlichen Kerzen in ihrem mar-supium.

Während sie immer tiefer ins Innere der weitläufigen Katakomben vordrang, wiederholte sie in Gedanken immer wieder Antonios Anweisungen. Ab und zu hörte sie wie aus weiter Ferne die Stimmen anderer Besucher oder an diesem Ort unschickliches Gelächter, ohne jedoch auf ihrem Weg irgend jemandem zu begegnen. Ganz allein ging sie vorsichtig weiter, stieg in das nächsttiefere Stockwerk hinab und wandte sich nach rechts und links, wie der Junge es ihr beschrieben hatte.

Schließlich kam sie zu einer großen, in den Stein gehauenen, etwa drei Meter hohen und zwei Meter breiten Höhle, deren gewölbte Decke nicht aus Mauerwerk, sondern aus vulkanischem Gestein bestand. Auf beiden Seiten hatte man mehrere lo-culi oder Nischen für die Toten in den Tuff geschlagen. Sie waren unterschiedlich groß und zum Teil mit Marmorplatten mit gemalten oder eingravierten Inschriften und christlichen Emblemen verschlossen.

Mit erhobener Lampe studierte Fidelma die verschiedenen Platten, bis ihr Blick auf ein Grabmal fiel, das größer und prachtvoller verziert war als alle anderen. Die schlichte Inschrift war in lateinischen Buchstaben eingraviert:

DOMUS AETERNALIS

AURELIA RESTUTUS

DEUS CUM SPIRITUM

TUUM BASIN DEO

Das ewige Haus von

Aurelia Restutus

Gott sei mit deinem Geist

Mögest du leben in Gott

Fidelma seufzte erleichtert auf. Zumindest hatte sie das richtige Grabmal gefunden. Sie fragte sich, wer wohl Aurelia Restutus gewesen war und womit diese Frau sich ein so prächtiges Grabmal verdient hatte. In den Marmor waren Friedenstauben eingemeißelt, darüber befand sich das Chi-Ro-Symbol mit den griechischen Initialen Christi.

Sie stellte ihre Lampe ab und sah sich in der Grabkammer um. Von Ronan Ragallach war nichts zu hören oder zu sehen. Es mußte jetzt kurz nach Mittag sein, denn beim Hinabsteigen hatte sie in der Ferne das Läuten zum Mittagsangelus gehört. Doch sie ging davon aus, daß Ronan, selbst wenn sie sich verspätet hatte, eine ganze Weile auf sie warten würde.

Fidelma preßte die Lippen zusammen und unterdrückte ein ungeduldiges Seufzen. Auch wenn man in ihrer Ausbildung viel Wert auf Kontemplation gelegt hatte, konnte Fidelma untätiges Warten nur schwer ertragen. In dieser Hinsicht hatte sie sich nicht als vorbildliche Novizin erwiesen.

Es verstrichen einige Minuten, die Fidelma vorkamen wie eine Ewigkeit.

Zuerst war sie sich nicht ganz sicher, ob sie das Geräusch tatsächlich gehört hatte. Es war ein leises Poltern, das aus einer der hinter ihr liegenden Grabkammern zu ihr drang. Dann hörte sie etwas Schweres fallen.

Fidelma lauschte angestrengt. «Bruder Ronan?» rief sie leise. «Wo seid Ihr?»

Nachdem das Echo ihrer Stimme in dem dunklen Gewölbe verklungen war, herrschte unheimliches Schweigen.

Fidelma nahm ihre Lampe und drang vorsichtig in die nächste Kammer vor, die der vorigen in Form und Größe glich. Dahinter lag noch ein drittes Grabgewölbe, das sie mit erhobener Lampe betrat.

Schon auf den ersten Blick sah sie die zusammengesackte Gestalt am Boden liegen, das Gesicht nach unten, die Arme ausgestreckt, eine erloschene Kerze neben der linken Hand. Das grobe, braune Wollgewand war bis zu den Kniekehlen hochgerutscht und gab den Blick auf die mit Ledersandalen bekleideten Füße frei. Der Mann wirkte rundlich und schwer. Doch erst an der Tonsur Colum-bans erkannte Fidelma, daß es sich eindeutig um Bruder Ronan Ragallach handelte.

Rasch stellte sie die Lampe ab, bückte sich und drehte ihn um. Als ihr klar wurde, daß für ihn jede irdische Hilfe zu spät kam, mußte sie einen Schrek-kensschrei unterdrücken. Die gebrochenen Augen, das schwärzliche Gesicht und die herausgestreckte Zunge sagten alles. Die um seinen Hals geschlungene Gebetsschnur hatte sich tief ins Fleisch eingegraben.

Enttäuscht machte sich Fidelma klar, daß der Bruder ihr nichts mehr würde erklären können. Ronan Ragallach war tot.

Schaudernd sah sie sich um, denn sie wußte, daß sein Mörder noch nicht weit gekommen sein konnte. Hatte sie selbst nicht erst vor wenigen Augenblicken Ronan Ragallachs Todessturz gehört? Fidelma rang ihre Furcht nieder und nahm die Leiche genauer in Augenschein.

Ihr Blick fiel auf die rechte, noch immer zur Faust geballte Hand, die ein ausgefranstes Stück Sackleinen umklammerte. Es war nicht abgerissen, sondern mit einem Messer abgetrennt worden. Offenbar hatte Bruder Ronan etwas bei sich getragen, das er selbst im Todeskampf um keinen Preis herausgeben wollte.

1 ... 37 38 39 40 41 42 43 44 45 ... 72
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)