Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Das Nachtvolk - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das Nachtvolk

Электронная книга - «Das Nachtvolk». Краткое содержание книги:

Volker von Alzey genießt als Barde und Minnesänger von Worms einen besonderen Ruf. Nicht nur, daß er die schönsten Lieder zu singen und die unglaublichsten Geschichten zu spinnen weiß - er versteht sich auch auf das weibliche Geschlecht. Als er sich mit der Frau eines sächsischen Gesandten einläßt, wird ihm dieser Fehltritt zum Verhängnis. Hagen, der über alle Dinge am Königshofe wacht, weist ihn aus der Stadt. Volker soll die Nichte König Gunthers wiederfinden, die in geheimnisvollen Sümpfen Aquitaniens lebt. Dort soll, so lautet eine Sage, das verwunschene Nachtvolk hausen, das von keinem menschlichen Heer zu besiegen ist. Keine Frage, daß Volker die Herausforderung annimmt, doch schon bald steckt er in Schwierigkeiten, die er sich auch mit seiner blühenden Phantasie nicht ausmalen konnte.
1 ... 35 36 37 38 39 40 41 42 43 ... 53
Перейти на страницу:

Es vergingen einige Wochen, bis Zorn und Angst von mir abließen. Gewiß sind sie keine Christenmenschen, doch obwohl ich nun zu ihren Priesterinnen gehöre, gestatten sie mir weiterhin, zu meinem Gott zu beten. An manchen Abenden kommen sogar einige meiner alten Dienstmägde und zwei Stallburschen zu mir, um mit mir, so gut dies ohne Priester geht, die heilige Messe zu feiern. Dies, Herr Volker, sind die Gründe, warum ich die Stadt Galis und das kleine Reich des Nachtvolkes nicht mehr verlassen möchte. Ich habe hier meinen Seelenfrieden gefunden. Man hat mir eine Aufgabe gegeben und begegnet mir als Heilerin mit großer Achtung. Ich lerne von einigen der alten Priesterinnen, und auch sie nehmen Wissen von mir an.«

»Aber Ihr seid von edler Geburt! Wie könnt Ihr unter diesen Barbaren leben? Habt Ihr nicht Angst um die Reinheit Eurer Seele? Und was ist mit den Männern? Wer soll Euch schützen, wenn es eine dieser Sumpfkreaturen nach Eurem Leib gelüstet?« Volker war außer sich. Insgeheim glaubte er, daß man Gunbrid ein Gift gegeben haben mußte, das ihren Verstand verwirrte. Vielleicht war sie auch in jener Nacht der Schrecken, als die Burg des Barons Rollo niedergebrannt wurde, wahnsinnig geworden?

Gunbrid neigte den Kopf und lächelte schelmisch. »Sagt, wenn ich mich irre, Herr Volker, aber ist es nicht so, daß Ihr durch die Zeremonie der heiligen Hochzeit mit Neman zu so etwas wie dem König dieser Barbaren geworden seid? Was also sollte ich befürchten?«

Der Spielmann machte eine ärgerliche Geste, als wolle er ihre Worte mit der Hand beiseite wischen. »Das war der einzige Weg für mich, hierher zu kommen. Sie halten mich für eine Gestalt aus alten Legenden. Doch das tut nichts zur Sache. Was ich will, ist, Euch zu retten und zu meinem Herren und König, Eurem Onkel, Gunther von Burgund, zurückzubringen!«

Gunbrids Gesicht verfinsterte sich. »Und warum wollt Ihr das tun? Ist es Ritterlichkeit? Oder steht hinter Eurem vermeintlichen Edelmut nicht allein die Absicht, in der Gunst meines Onkels zu steigen und den Geschichten um Euren Heldenmut eine weitere hinzuzufügen? Ich sage Euch noch einmal in aller Deutlichkeit, Herr Volker, ich wünsche nicht, diesen Ort zu verlassen. Der Hof von Worms wird mir nur Trauer und Schande einbringen. Egal wie freundlich man mich auch aufnimmt, hinter vorgehaltener Hand wird man mich stets die Frau nennen, die von den Feen geholt worden ist. Man wird mich meiden und mir Hexerei unterstellen, wenn ich mich weiterhin mit der Kräuterkunde beschäftige. Wißt Ihr nicht, wie die Menschen sind, Herr Volker? Was ich tun kann, ist, in meiner Kemenate zu sitzen und zu sticken oder kostbare Tücher zu weben. Eines Tages dann wird mein Onkel kommen und mir verkünden, er habe einen neuen Mann für mich gefunden. Einen zweiten Rollo vielleicht, einen Mann, der mich nicht liebt, sondern nur deshalb heiratet, weil er auf dieses Weise mit dem Königshof von Worms verbunden sein wird. Begreift Ihr nun, warum ich nicht mehr nach Worms zurückkehren kann? Ich werde niemandem verraten, daß Ihr beabsichtigt, die Hohepriesterin zu täuschen, um von hier zu fliehen, doch bitte ich Euch, macht mich nicht zum Opfer falsch verstandener Ritterlichkeit. Wenn Ihr mich von hier fortbringt, dann werdet Ihr mein Leben zerstören, und ich verspreche Euch, noch bevor wir den Hof von Worms erreichten, würde ich einen Weg finden, meinem Leben ein Ende zu bereiten, denn die Schande und die Heuchelei, die mich dort erwarten würden, vermag ich nicht zu ertragen.«

Volker starrte die Edeldame fassungslos an. Mit der einen oder anderen ihrer Befürchtungen würde sie womöglich recht behalten, doch als Nichte des Königs war es ihre Pflicht, nach Worms zurückzukehren. Aber jetzt wäre der falsche Zeitpunkt, ihr dies zu erläutern. Vielleicht hatten die Priesterinnen einen Zauber um sie gewoben, der Gunbrid Angst vor der Welt jenseits des Nebels machte. Es war gewiß das klügste, zunächst auf ihre Wünsche einzugehen.

So verbeugte sich Volker. »Eure Worte sind mir ein Befehl, Herrin. Niemals würde ich gegen Euren Willen handeln oder etwas tun, aus dem Euch Schaden erwachsen könnte.«

14. KAPITEL

Krachend fuhr die Axt tief ins helle Holz des riesigen Baums. Zwei Knechte hatten die Eiche so vorbereitet, daß nur noch wenige Axthiebe nötig waren, um den Baum stürzen zu lassen. Rauschend fing sich der Wind im Wipfel der Eiche. Der Baum begann sich zu neigen. Mit einem raschen Schritt zur Seite brachte sich der Bischof in Sicherheit.

Dann stürzte der Baumriese und tauchte in den Schlamm des Sumpfes. Triumphierend riß Jehan die Axt über den Kopf. »So wie hier werde ich den Aberglauben der Heiden überall ausrotten, wo ich ihn antreffe. Unser Freund, Golo von Zeilichtheim, hat mir erklärt, daß es üblich ist, die Königin des Nachtvolks zu fordern, indem man in das Horn bläst, das in dem Schrein vor der Eiche lag. Nun, was mich angeht, ich brenne darauf, diesen Götzendienern, die den Baron von Marans ermordet haben, den Schädel einzuschlagen! Aber wie steht es mit euch? Habt ihr den Mut, mir zu folgen und den Dienern der Hölle ins Gesicht zu spucken, wenn sie aus den Sümpfen gekrochen kommen?«

Berengar von Broceliande, der Anführer der Ritter aus Armorika, trat vor die Front der Krieger und riß sein Schwert hoch. »Ich folge dir, Jehan. Selbst wenn du den Leibhaftigen persönlich an seinem Bart packen willst, werde ich an deiner Seite stehen und im Glauben an Gott mein Schwert führen, so wie es sich für einen christlichen Ritter geziemt. Wer mit mir ziehen will, der möge vortreten!«

Die Ritter aus Armorika waren die ersten, die der Aufforderung ihres Anführers folgten. Wie alle anderen beeilte sich auch Golo, nicht hinter der Gefolgschaft Berengars zurückzustehen. Mit blankem Schwert in den Händen stimmte er in das Jubelgeschrei ein, das sich allenthalben im Heerlager erhob.

Der Bischof breitete seine Arme aus. »Ich wußte, daß ich auf euren Mut vertrauen kann, meine Freunde. Doch die Schlacht, die es heute zu schlagen gilt, ist nicht wie die Kämpfe, die ihr kennt. Wir werden gegen Zauberer antreten und vielleicht sogar gegen Männer, die von Teufeln besessen sind. Nicht die Kraft unserer Schwerter wird dieses Gefecht entscheiden, sondern unser fester Glaube an Gott, denn keine höllische Macht ist stark genug und kein Zauber so niederträchtig, daß wahrer Glaube nicht zu triumphieren vermag. Die Frevler haben ihr Versteck irgendwo hier in den Sümpfen, keine zwanzig Meilen von der Via Turonensis, der großen Pilgerstraße, entfernt, die zum Grab des heiligen Jacobus von Compostella führt. So wollen wir unseren Feldzug unter den Schutz dieses Weggefährten Christi, des Apostels Jacobus, stellen und ihm zu Ehren ein gemeinsames Gebet anstimmen, das unseren Glauben stärken wird.«

Der Bischof kniete nieder und berührte mit seiner Stirn die Parierstange seines Schwertes, als sei sie der Querbalken eines Kreuzes. Dann begann er mit lauter Stimme ein altes Jakobspilgerlied zu singen.

»Herrn Sanctiagu, got Sanctiagu

e ultreya e sus eia

Deus aia nos...

Herr Santiago, guter Santiago -

vorwärts, wohlan und aufwärts,

helfe uns Gott...«

Die anderen Ritter folgten seinem Beispiel, und bald hatten sich alle Krieger und Knechte des Heerlagers auf die Knie niedergelassen und sangen voller Inbrunst das Pilgerlied. Zum ersten Mal seit Tagen glaubte auch Golo wieder, daß der Bischof das Nachtvolk besiegen würde. Während das Lied, gesungen von mehr als fünfhundert rauhen Männerkehlen, zum Himmel stieg, vermeinte der frühere Knecht zu spüren, wie ihm seine Seele leichter wurde. Nie zuvor in seinem Leben hatte er sich Gott so nahe gefühlt.

1 ... 35 36 37 38 39 40 41 42 43 ... 53
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)