Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Исторические детективы » Der Tempelmord. Ein Kriminalroman aus der Zeit Kleopatras
Der Tempelmord. Ein Kriminalroman aus der Zeit Kleopatras - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Tempelmord. Ein Kriminalroman aus der Zeit Kleopatras

Электронная книга - «Der Tempelmord. Ein Kriminalroman aus der Zeit Kleopatras». Краткое содержание книги:

Zwei mysteriöse Todesfälle erschüttern den Hof von Ptolemaios XII., der in Griechenland im Exil lebt, seit seine Tochter Berenike ihn vertrieben hat. Sein Leibdiener und eine seiner Geliebten werden grausam ermordet. Der Pharao fürchtet um sein Leben, und er beauftragt ausgerechnet die Priesterin Samu und den griechischen Arzt Philippos, die Morde aufzuklären. Beide sind sich im Grunde spinnefeind, aber sie haben nur zusammen eine Chance, den geheimnisvollen Giftmischer zu finden.
Die eigene Tochter Berenike hat den Pharao Ptolemaios XII. vom Thron vertrieben. Doch auch im fernen Ionien ist der Herrscher seines Lebens nicht sicher. Einer seiner Diener und seine Geliebte fallen einem Giftanschlag zum Opfer. Ptolemaios beauftragt die Isispriesterin Samu und den Arzt Philippos, die Morde aufzuklären. Beide geraten an Verschwörer, die nichts Geringeres vorhaben, als das ganze römische Imperium zu stürzen.
Bernhard Hennen, Jahrgang 1966, studierte Germanistik, Geschichte und Altertumskunde. Er lebt in Köln und arbeitet als freier Autor und Journalist, u.a. für Radiostationen.
1 ... 34 35 36 37 38 39 40 41 42 ... 75
Перейти на страницу:

Mit zwei kurzen Stößen glitt er höher. Der Druck in seinen Lungen wurde immer unerträglicher. Verzweifelt huschten seine Blicke über den Felsen. Da endlich entdeckte er eine der großen, gelbweißen Muscheln. Er packte das Messer und schwamm dichter an den Felsen heran. Vor Anspannung zitterten ihm die Hände, als er versuchte, die Muschel vom Riff zu lösen. Sie schien mit dem dunklen Felsgestein regelrecht verwachsen zu sein. Vor Anstrengung atmete er aus. Große, glasige Blasen strichen über sein Gesicht. Endlich löste sich das Tier. Ohne es näher anzusehen, steckte er es in das Netz. Er mußte hier weg. Nach oben! Atmen!

Mit einem Stoß drückte er sich vom Felsen ab. Etwas schrammte schmerzhaft über seine Füße. Der dunkle Bootsschatten schien ihm unendlich weit entfernt. Noch einmal atmete er aus.

Das Bedürfnis, Luft zu holen, war fast unerträglich. Die schimmernde Wasseroberfläche schien so nah, und doch konnte er sie nicht erreichen. Verzweifelt stieß Philippos die Arme nach oben und paddelte mit den Füßen. Er hatte verloren ... Hätte er nur auf Samu gehört! Er würde sterben. Und alles nur, weil er zu stolz gewesen war, auf die Priesterin zu hören.

Das Gesicht Daphnes schimmerte zwischen den Lichtstrahlen, die durch das Wasser brachen. Er würde jetzt einatmen . Seine Lungen mit brennendem Salzwasser füllen und sich sinken lassen. Der Kampf war verloren.

Der Kopf des Griechen schoß durch die Wellen. Keuchend hechelte er nach Luft. Bei den Göttern, er lebte! Ein heftiger Schlag ließ ihn pfeifend ausatmen. Er war zu dicht an den Klippen. Die Dünung warf ihn gegen den scharfkantigen Felsen.

Verzweifelt versuchte er, sich an dem muschelverkrusteten Riff festzuklammern. Die dünnen Schalen schnitten ihm in die Finger. Wieder schleuderte ihn eine Woge gegen den Felsen.

Aus dem Boot war lautes Rufen zu hören. Philippos’ Augen brannten vom Salzwasser. Er konnte kaum noch sehen.

Jemand packte ihn bei der Schulter. Seine Brust schrammte über die Muschelsplitter. Dann wurde er nach hinten gerissen.

Er ließ sich treiben. Ein zweites Paar Hände griff nach seinen Armen. Blinzelnd sah er, wie der Felsen sich entfernte.

Endlich wurde er über die Reling ins Boot gezogen. Jemand rieb ihn mit einer groben Wolldecke ab. Einer der Männer reichte ihm einen Tonbecher mit kaltem Wasser.

»Du wirst nicht mehr tauchen. Wir haben gesehen, daß du Mut hast, Grieche. Du brauchst uns nichts mehr zu beweisen. In deinem Alter taugt man nicht mehr als Schneckentaucher.«

»Meine Muschel«, stammelte der Arzt erschöpft.

»Sie ist zerbrochen. Begreifst du, Grieche? Du hast dein Leben für eine Muschel eingesetzt, die fast nichts wert ist!

Wir können sie höchstens noch als Köderfleisch verwerten. Auf meinem Boot wirst du nicht noch einmal dein Leben für eine Muschel riskieren«, schnaubte Abimilku wütend.

Philippos war zu erschöpft, um dem Tyrener noch zu widersprechen.

Der Mittag war schon weit vorangeschritten, und die Eimer mit Meerwasser im Boot waren fast bis an den Rand mit lebenden Muscheln gefüllt, als ein gellender Schrei das Geräusch der Brandung übertönte. Der Kopf Abimilkus tauchte zwischen den Wellen auf. Einen Moment lang winkte der Schiffer mit einem blutüberströmten Arm, dann war er wieder zwischen den Wogen verschwunden.

Sofort sprangen zwei der Taucher ins Wasser und schwammen zu der Stelle, wo ihr Kapitän verschwunden war. Ein etwas älterer Seemann hob einen langen Speer auf und stellte sich nach vorne in den Bug des Bootes, um von dort aufmerksam die Wellen zu beobachten. Keiner sprach an Bord. Alle Blicke waren gespannt auf das Meer gerichtet.

Auch Philippos hatte sich zur Reling gewandt und starrte auf das schimmernde dunkle Wasser. Einen Moment lang glaubte er, bei den Kuppen eine Wolke von Blut dicht unter der Wasseroberfläche zu erkennen, doch mochte es auch nur ein Schatten gewesen sein.

Eine Ewigkeit schien vergangen zu sein, bis die beiden Taucher endlich wieder zu sehen waren. Zwischen ihnen trieb der leblos wirkende Körper des Kapitäns.

»Unser Boot ist verflucht«, murmelte der Bärtige mit dem Speer und spuckte in die See. »Das ist jetzt schon der dritte in diesem Jahr. Keinen Fuß werde ich mehr auf diesen Kahn setzen.«

»Still!« zischte ein anderer. Der älteste unter den Männern hatte einen Korb an das Ende eines Seils gebunden und schleuderte ihn den beiden Tauchern entgegen. Dankbar griffen sie nach dem Korb und wurden dann an Bord gezogen.

»Was ist passiert?«

»Ein ... Schlangenfisch ...«, stammelte Abimilku und preßte seine Rechte auf eine klaffende Wunde am linken Unterarm. »Ich muß ... seiner Höhle ... zu nahe ... gekommen .«

»Wickelt ihm ein Leinentuch um den Arm. Seht nur, wie er blutet!« Die Taucher legten den Kapitän zwischen den Körben nieder.

Philippos konnte sehen, wie das Blut pulsend in kleinen Fontänen aus der Wunde schoß. Ein einfacher Leinenverband würde hier nicht mehr helfen! »Laßt mich an ihn heran. Ich kenne mich mit so etwas aus!«

»Warum sollten wir dir trauen, Fremder?« Der Bärtige hatte sich vor Philippos aufgebaut. »Du hast doch keinen Grund, Abimilku zu helfen. Er hätte dich mit Schimpf von seinem Boot gejagt, wenn wir im Hafen angekommen wären.«

»Thanatos wird euren Kapitän in den Hades hinabtragen, bevor wir den Hafen überhaupt erreichen, wenn ich ihm jetzt nicht helfen. Ich war Söldner. Ich habe mehr Wunden geschlagen und auch verbunden, als du in deinem ganzen Leben zu sehen bekommen wirst. Ich weiß, was zu tun ist. Also laß mich zu ihm!«

Der Bärtige tauschte einen Blick mit den anderen Männern.

Dann nickte der Alte, der den Tauchern das Seil zugeworfen hatte, und Philippos wurde an die Seite des Kapitäns gelassen.

Die Wunde am Unterarm sah übel aus. Eine der großen Adern war durchtrennt. Er brauchte eine Klemme oder Presse. Hätte er nur sein Arztbesteck dabei, dachte Philippos verzweifelt.

Er blickte zu dem Bärtigen, der sich zum Wortführer im Boot aufgeschwungen hatte.

»Wenn Abimilku stirbt, dann wirst du nicht mehr lebend in die Stadt zurückkehren.«

»Gib mir dein Stirnband!«

»Was willst du damit?«

»Dein Stirnband, beim Zeus! Jetzt ist keine Zeit zu reden. Und ein Messer brauche ich!«

Widerwillig streifte der Bärtige sein ledernes Stirnband ab.

Einer der anderen Männer gab Philippos ein Messer. Der Arzt knüpfte aus dem dünnen Band eine Schlinge und zog sie über den Arm des Verletzten. Dann schob er das Messer durch die Schlinge und drehte sie zu, bis das Leder tief ins Fleisch des Kapitäns einschnitt und die Wunde zu bluten aufhörte.

»Habt ihr Honig an Bord?« Philippos blickte sich fragend unter den Seeleuten um.

»Wozu sollte das nutzen? Wir nehmen nur das mit aufs Meer, was wir auch brauchen.«

Resignierend zuckte der Arzt mit den Schultern. »Dann gebt mir einen Eimer mit Salzwasser und ein helles Leinentuch. Ich muß die Wunde säubern, oder sie wird böse Säfte anziehen.«

Der älteste unter den Tauchern schüttelte den Kopf. »Das wirst du nicht verhindern können. Er ist von einem Schlangenfisch gebissen worden. Ihre Zähne sind so giftig wie die der Schlangen, die du in der Wüste findest. Er wird bei lebendigem Leib verfaulen, wenn wir ihn an Land nicht sofort in den Eshmun-Tempel bringen. Die heilkundigen Zauberpriester werden Abimilku vielleicht noch helfen können. Sie müssen ihm den Arm abschneiden, bevor das Gift tiefer in den Körper eindringt und beginnt, ihn von innen zu zerfressen. Glaube mir, Grieche, ich habe schon oft gesehen, was mit den Männern geschieht, die vom Schlangenfisch gebissen werden. Er ist der Wächter der Klippen. Er hat entschieden, daß Abimilku nie wieder tauchen soll.«

Philippos hörte sich schweigend die Rede des Tauchers an. Er wußte nicht, wie stark das Gift dieses seltsamen Fisches sein mochte, doch war der Arzt der Überzeugung, daß die Wunde allein eine Amputation nicht rechtfertigen würde. Jedenfalls nicht, solange sich das Fleisch nicht entzündete und dunkler Eiter begann, den ganzen Körper zu vergiften. Er sollte mit den Fischern zum Tempel gehen und versuchen, mit den Heilkundigen zu reden. Wenn es ihm gelingen sollte, Abimilkus Arm zu retten, dann wäre der Kapitän ihm zu Dank verpflichtet. Vielleicht würde er dann doch noch unter den Purpurfischern aufgenommen. Auf jeden Fall würde sein Wort in Zukunft unter diesen Männern Gewicht haben, und es würde ihm leichter fallen, sie nach den Handelsverbindungen der Purpurhändler auszuhorchen.

1 ... 34 35 36 37 38 39 40 41 42 ... 75
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)