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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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Was war das für ein Wesen? Groß, mit großem Kopf, symmetrisch wie ein Tier, aber mit einem eigenen Fortbewegungsmittel ausgestattet wie ein Techniker oder ein Meister.

Noch nie hatte es eine Kaste wie diese gegeben. Würde das Wesen gehorchen oder befehlen? Waren seine Hände wirklich so ungeschickt, wie sie aussahen? War es eine Mutation, ein Ungeheuer, eine Züchtung? Was war seine Aufgabe?

Sein Mund bewegte sich jetzt. Offenbar sprach es in irgendein Verständigungsgerät.

Das half auch nichts. Selbst Boten gebrauchten, wenn es erforderlich war, eine hörbare Sprache.

Techniker waren nicht dafür geschaffen, in undurchsichtigen Situationen Entscheidungen zu treffen; sie konnten jedoch immer auf weitere Informationen warten.

Techniker waren mit unendlicher Geduld ausgestattet.

»Hier ist Luft«, meldete Whitbread. Er beobachtete die Anzeigeinstrumente, die er über einen Spiegel in Augenhöhe sehen konnte. »Habe ich das schon erwähnt? Ich möchte sie nicht gern zu atmen versuchen. Etwa Normaldruck, Sauerstoff rund 18 Prozent, CO2 etwa 2 Prozent, gerade feststellbare Spuren von Helium, und …«

»Helium? Das ist sonderbar. Wie viel genau?«

Whitbread schaltete auf eine empfindlichere Skala um und wartete, bis der Analysator den Wert anzeigte. »Zirka ein Prozent. Etwas weniger.«

»Sonst noch etwas?«

»Giftiges Zeug. Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Ketone, Alkohole, und etliche andere Substanzen, die dieser Anzug nicht extra analysiert. Das Lämpchen blinkt gelb.«

»Also würde Sie das Zeug nicht so schnell umbringen. Sie könnten es eine Weile atmen und immer noch rechtzeitig Hilfe kriegen, um ihre Lungen zu retten.«

»Daran habe ich auch gedacht«, sagte Whitbread besorgt. Er begann, die Klammern zu öffnen, die sein Helmvisier festhielten.

»Was soll das heißen, Whitbread?«

»Nichts, Sir.« Jonathon war zu lange gebückt gestanden. Muskeln und Gelenke schrien nach Erlösung. Er wusste auch nicht mehr, was er von der fremden Kabine noch beschreiben sollte. Und das dreimalverdammte Split stand einfach da mit seinem sonderbaren Lächeln und starrte ihn an …

»Whitbread?«

Whitbread holte tief Luft und hielt den Atem an. Dann hob er das Visier ab — der Außendruck war ein klein wenig höher —, fixierte das fremde Wesen und brüllte in einem Atemzug »Um Gottes willen, schalt das verdammte Kraftfeld ab!« und riss das Visier herunter.

Das Split drehte sich zu seinen Instrumenten um und bewegte irgend etwas. Die elastische Barriere vor Whitbread verschwand.

Whitbread tat zwei Schritte vorwärts. Er richtete sich nur ganz langsam auf, weil seine überanstrengten Muskeln protestierten. Er hatte anderthalb Stunden in diesem engen Loch zusammengekauert gestanden — eingehend gemustert von einem halben Dutzend verhutzelter Kobolde und einem geduldigen, ausdruckslosen Split. Ihm tat jeder Knochen weh.

Etwas Kabinenluft war in seinen Helm geraten. Die Gasmischung brannte in seiner Kehle, so dass er wieder den Atem anhielt; dann schnupperte er vorsichtig, falls später irgend jemand wissen wollte, wie die Split-Luf t roch.

Sie roch nach Tieren und Maschinen, Ozon, Benzin, heißem öl, schlechtem Atem, glimmenden verschwitzten Socken, Leim und einer Reihe anderer Dinge, die Whitbread noch nie in die Nase bekommen hatte. Der Gestank war ungeheuerlich — aber sein Anzug filterte ihn Gott sei Dank weg.

Er erkundigte sich: »Haben Sie mich brüllen gehört?«

»Ja, und alle anderen auf diesem Schiff auch«, sagte Cargills Stimme. »Ich glaube nicht, dass irgend jemand an Bord Ihnen nicht zuhört, außer Buckman vielleicht.

Irgendwelche Resultate?«

»Es hat das Kraftfeld abgeschaltet. Sofort. Es hat offenbar nur darauf gewartet, dass ich’s ihm sage. Ich bin jetzt in der Kabine. Habe ich schon die Ausbesserungen erwähnt?

Es besteht alles aus Flickwerk, alles Handarbeit, selbst die Instrumentenkonsolen. Aber es ist alles recht geschickt gemacht, nichts ist im Wege — für ein Split natürlich. Ich bin zu groß, ich trau mich kaum, mich zu rühren.

Die kleinen Wesen sind alle verschwunden. Nein, da guckt eins aus einem Winkel. Das große wartet ab, was ich tun werde, und glotzt mich an. Ich wünschte, es ließe das sein.«

»Versuchen Sie, ob Sie es dazu bringen können, mit Ihnen ins Boot zu kommen …«

»Ich versuch’s, Sir.«

Das fremde Wesen hatte ihn vorhin verstanden — zumindest hatte es den Anschein gehabt — aber jetzt verstand es ihn nicht. Whitbread überlegte scharf. Zeichensprache?

Sein Blick fiel auf etwas, das ein Druckanzug für das Split sein musste. Er zog ihn aus der Halterung, registrierte, wie leicht er war — keine Waffen, keine Panzerung. Er reichte ihn dem Fremdling und deutete durch die Kabinenkuppel auf die Mac Arthur.

Das Split begann sofort, den Anzug anzulegen. Buchstäblich in Sekunden war es bereit.

Aufgeblasen schaute der Druckanzug wie zehn zusammengeklebte Wasserbälle aus.

Nur die Handschuhe waren etwas komplizierter ausgeführt.

Nun nahm das Wesen einen durchsichtigen Plastiksack von der Wand und langte blitzschnell nach einem der rund dreißig Zentimeter großen Miniexemplare. Es stopfte das zappelnde Geschöpf kopfüber in den Sack, drehte sich zu Whitbread um und stürzte sich unglaublich schnell auf ihn. Es hatte bereits mit den zwei rechten Händen hinter Whitbread gegriffen und zog sich zurück, als Whitbread reagierte. Der Kadett stieß unwillkürlich ein lautes lij! aus.

»Whitbread? Was ist passiert? Antworten Sie!« Eine zweite Stimme im Hintergrund sagte energisch: »Infanterie in Bereitschaft!«

»Nichts, Commander Cargill. Alles in Ordnung. Kein Angriff, meine ich. Ich glaube, das Split ist bereit zum Aufbruch — nein, Moment, noch nicht. Es hat zwei von diesen Parasiten oder was diese Dinger darstellen in einen Plastiksack gesteckt, und jetzt füllt es den Sack an einer Luftdüse. Eins von den kleinen Viechern ist auf meinem Rücken gesessen. Ich hab’ überhaupt nichts gespürt.

Jetzt baut das Split irgend etwas. Ich versteh nicht, warum es sich noch aufhält. Es weiß, dass wir zur Mac Arthur wollen — es hat einen Druckanzug angelegt.«

»Was macht es?«

»Es hat die Deckplatte von der Instrumentenkonsole abgenommen. Es ändert etwas an der Verdrahtung. Vorhin hat es einen Streifen silbriger Zahnpasta über eine gedruckte Schaltung gezogen. Ich kann natürlich nur schildern, wie die Sachen sich ansehen. Ajii!«

»Whitbread?«

Der Kadett wurde von einem Sturm herumgeschleudert. Wild um sich schlagend versuchte er, an irgend etwas Halt zu finden, irgendwo. Seine Hände rutschten über die Wand der Luftschleuse, fanden nichts zum Festhalten. Sekunden später schwebte er in einem Wirbel von Sternen und Schwärze.

»Das Split hat die Luftschleuse geöffnet«, berichtete er. »Ohne Warnung. Ich bin draußen, im Vakuum.« Er stoppte seine Rollbewegung mit den Rückstoßdüsen. »Ich glaube, es hat die ganze Luft ausströmen lassen. Ich bin von einem Nebel aus Eiskristallen umgeben, und — oh Gott, das Split! Nein, es ist’s nicht, es hat keinen Druckanzug an. Da ist noch eins!«

»Das müssen die kleinen Exemplare sein«, meinte Cargill.

»Richtig. Das große hat alle die Parasiten umgebracht. Vermutlich muss es das immer wieder mal tun. Es weiß nicht, wie lange es auf der Mac Arthur bleiben wird und möchte vielleicht nicht, dass sie sich frei in seinem Boot rumtreiben können. Deshalb hat es die Kabine evakuiert.«

»Es hätte Sie warnen sollen.«

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