Die besten Stories von Frederik Pohl
- Автор: Пол Фредерик
- Год: 1981
- Язык: немецкий
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Die besten Stories von Frederik Pohl». Краткое содержание книги:
Introduction: A Variety of Excellence Copyright © 1975 by Lester del Rey
TUNNEL UNDER THE WORLD © 1954 by Galaxy Publishing Corp. für Galaxy Magazine, Januar 1954
DAY MILLION © 1966 by Rogue Magazine für Rogue Magazine
FATHER OF THE STARS © 1964 by Galaxy Publishing Corp. für I/Magazine, November 1964
THE DAY THE MARTIANS CAME © 1967 by Harlan Ellison, für Dangerous Visions
THE MIDAS PLAGUE © 1954 by Galaxy Publishing Corp. für Galaxy Magazine, April 1954
GRANDYDEVIL © 1955 by Galaxy Publishing Corp. für Galaxy Magazine, Juni 1955
SPEED TRAP © 1967 by H. M. H. Publishing Corp. für PLAYBOY Magazine
THE RICHEST MAN IN LEVITTOWN (orig. published as THE BITTEREST PILL) © 1959 by Galaxy Publishing Corp. für Galaxy Magazine, April 1959
THE HATED © 1961 by Ballantine Books, Inc. für Turn Le/t at Thursday
THEMARTIANIN THE ATTIC © 1960 by Digest Productions Corp. für I/Magazine, Juli 1960
THE CHILDREN OF NIGHT © 1964 by Galaxy Publishing Corp. für Galaxy Magazine, Oktober 1964
Umschlagillustration: Norma Umschlagentwurf und -gestaltung: Franz Wöllzenmüller
»Irgendwas«, erwiderte der Reporter. »Vielleicht einen Rye. Nun, kommen wir zur Sache, Mr. Frey. Wie ich sehe, haben Sie Ihr Haus sehr hübsch eingerichtet, und Ihre Frau hat mir schon erzählt, daß Ihr Landhaus ebenso komfortabel ist. Kaum kam ich hier rein, als ich mir auch schon sagte: >Was für ein schönes Haus! Kaum ein Möbelstück, das nicht unabdingbar notwendig ist. Müßte Klasse sechs oder sieben sein.< Und Mrs. Frey hat mir mitgeteilt, daß das andere Haus noch spärlicher möbliert ist.«
»So, hat sie das?« entgegnete Morey scharf. »Dann will ich Ihnen mal was erzählen, Mr. Porfirio. Ich habe jede einzelne Marke meiner Möbelration konsumiert - ich selbst! Dafür habe ich Belege. Ich weiß nicht, worauf Sie hinauswollen, aber.«
»Oh, so etwas wollte ich ganz bestimmt nicht andeuten. Ich möchte Sie nur um ein paar Informationen bitten, die wir an unsere Leser weitergeben können. Sie verstehen doch - es ist uns ein Anliegen, den Leuten zu helfen, damit sie es ebenso schaffen wie Sie. Wie haben Sie das nur gemacht?«
Morey schluckte. »Wir - eh - wir haben uns eben angestrengt. Es war ein hartes Stück Arbeit.«
Porfirio nickte bewundernd. »Ein hartes Stück Arbeit«, wiederholte er und zog ein dreifach gefaltetes Blatt Papier aus seiner Tasche, um sich Notizen zu machen. »Würden Sie sagen, daß das jeder könnte, indem er zum Beispiel einen Konsumplan aufstellt und sich streng daran hält?«
»O ja«, antwortete Morey.
»Mit anderen Worten - man braucht nur jeden Tag zu tun, was man tun muß?«
»Genau. Ich mache unsern Haushaltsplan, weil ich mehr Erfahrung habe als meine Frau, verstehen Sie? Aber es gibt keinen Grund, warum eine Frau das nicht auch könnte.«
»Gute Planung«, sagte Porfirio anerkennend. »Das ist auch unsere Devise.«
Das Interview war nicht so schlimm, wie es anfangs ausgesehen hatte, auch nicht, als Porfirio das Gespräch taktvoll auf Cherrys schlanke Taille lenkte (»Wissen Sie, Mrs. Frey, viele Hausfrauen haben Probleme mit ihrer Linie.«) Morey erfand endlose Stunden, die er mit den Übungsgeräten in seinem Trainingsraum zubrachte, wobei Cherry leicht verwundert dreinschaute, ihm aber nicht ins Wort fiel.
Mit Hilfe dieses Interviews lernte er die zweite Lektion des Veruntreuers. Nachdem Porfirio gegangen war, wandte sich Morey an seine Frau und sagte mit strenger Stimme: »Wir müssen wirklich ernsthaft Sport betreiben, Cherry. Ich weiß nicht, ob du es bemerkt hast - aber du hast ein bißchen zugenommen. Und wir wollen doch nicht, daß du dick wirst.«
Während Morey mühsame und unnötige Stunden auf dem Heimfahrrad verbrachte, hatte er genügend Zeit, um über die Lektionen nachzudenken, die er gelernt hatte. Gestohlene Schätze sind weniger schön, als man es gern hätte, wenn man nicht wagen kann, sie in aller Öffentlichkeit zu genießen.
Aber einige von Moreys Schätzen waren ehrlich verdient.
Das neue Bradmoor-K-50-Wirbelspiel war zum Beispiel einzig und allein sein Werk. Er war Designer und in der glücklichen Lage, sich einer Arbeit widmen zu dürfen, die von größtem gesellschaftlichem Nutzen war - er half mit, den Konsum zu steigern.
Das Wirbelspiel war für diesen Zweck geradezu perfekt geeignet. »Brillant!« sagte Wainwright strahlend, als die Maschine die ersten Tests absolviert hatte. »Ich darf wohl behaupten, daß ich nicht umsonst als Entdecker junger Talente gepriesen werden. Ich wußte ja, daß Sie es schaffen würden, mein Junge.«
Sogar Howland war des Lobes voll. Er saß mampfend vor einer Petit-Fours-Platte, während die Tests liefen - er gehörte immer noch der Klasse drei an -, und danach sagte er enthusiastisch: »Herrlich, Morey! Dieser Serienverführer - sensationell! Ich habe noch nie eine so schöne Maschine gesehen.«
Morey errötete dankbar.
Wainwright verließ die Werkstätten, wobei er immer noch Lobeshymnen von sich gab, und Morey tätschelte liebevoll seine Maschine und bewunderte den Polychromglanz. Das Aussehen einer Maschine war, wie Wainwright oftmals doziert hatte, ebenso wichtig wie ihre Funktion. »Sie müssen die Leute dazu bringen, daß sie unbedingt mit diesem Gerät spielen wollen, mein Junge. Und sie werden nicht damit spielen wollen, wenn sie es nicht sehen.« Und so erstrahlte die ganze K-Serie in bunten Regenbogenlichtern, ließ provokative Melodien ertönen und strömte verlockende Düfte aus, die den Passanten mit zwingender Aggression in die Nasen stiegen.
Morey hatte sich stark von alten Meisterwerken wie dem einarmigen Banditen, dem Spielautomaten und der Music Box inspirieren lassen. Man steckte seine Rationsmarken in den Trichter und drehte die Räder, bis man das Spiel ausgesucht hatte, das man mit der Maschine spielen wollte. Dann drückte man auf Knöpfe oder drehte Wählscheiben, auf dreihundertfünfundzwanzig verschiedene Arten, und setzte sein menschliches Geschick gegen das auf Magnetband gespeicherte Geschick der Maschine ein.
Man verlor natürlich. Man hatte zwar Gewinnchancen, aber die unerbittlichen Daten der Maschine sorgten dafür, daß man verlor, wenn man nur lange genug spielte.
Wenn man zum Beispiel zehn Rationierungsgutscheine riskierte, die etwa drei konsumierten sechsgängigen Mahlzeiten entsprachen, bekam man acht Marken zurück, die man wieder ausgeben mußte. Man konnte natürlich auch einen Glückstreffer landen und tausend Gutscheine bekommen, was einer Riesengefriertruhe voller Steaks und Tiefkühlgemüse gleichkäme. Aber so etwas passierte nur selten. Meistens verlor man und bekam gar nichts.
Gar nichts - das bedeutete, daß man Marken bekam, die man wieder verkonsumieren mußte. Aber der besondere Reiz der Maschine und Moreys Geniestreich bestanden darin, daß man, ob man nun verlor oder gewann, immer ein Kügelchen aus Vitamin-Antibiotika-Hormonkaugummi mit Zuckerguß im Trichter fand. Man spielte, gewann oder verlor, steckte sein Kaugummikügelchen in den Mund und spielte weiter. Wenn das nächste Spiel zu Ende ging, war der Kaugummi verbraucht, man warf ihn weg und konsumierte einen weiteren.
»Das hat dem Mann vom Rationierungsbüro besonders gut gefallen«, verriet Rowland. »Er hat die Pläne für das Kaugummisystem mitgenommen. Vielleicht verwenden sie das jetzt bei allen neuen Maschinen. Was sind Sie doch für ein Glückspilz, Frey!«
Morey hörte zum erstenmal, daß ein Mann vom Rationierungsbüro im Werk gewesen war. Das waren gute Neuigkeiten. Er entschuldigte sich bei Rowland, rannte zum Telefon und rief Cherry an, um ihr von seinem jüngsten Erfolg zu erzählen. Er erreichte sie bei ihrer Mutter, wo sie den Abend verbrachte, und sie war gebührend beeindruckt und liebevoll. In strahlender Laune kehrte er zu Howland zurück.
»Gehen wir was trinken?« fragte Howland schüchtern.
»Klar«, sagte Morey. Er konnte es sich leisten, so viele von Howlands Marken zu versaufen, wie der arme Kerl nur wollte. Der bedauernswerte Kollege steckte ja immer noch in der Konsumzwangsjacke der dritten Klasse. Es war nur fair, wenn ein erfolgreicherer Mann ihm hin und wieder unter die Arme griff.
Und als Rowland erfuhr, daß Cherry heute abend ihre Eltern besuchte, und vorschlug, zu »Onkel Pigotty« zu gehen, zögerte Morey nur einen Sekundenbruchteil.
Die Bigelows waren entzückt. Morey fragte sich, ob die beiden überhaupt ein Zuhause besaßen. Jedenfalls schienen sie dort nur wenig Zeit zu verbringen.
Es stellte sich heraus, daß sie trotz allem ein Heim hatten. Denn als er tugendhaft erklärte, er wollte nur einen einzigen Drink vor dem Dinner zu sich nehmen, und Rowland verkündete, daß er für diesen Abend nichts vorhatte, schleppten sie Morey zu dritt in die Bigelow-Villa.
Tanaquil Bigelow lächelte entsagungsvoll. »Ich glaube nicht, daß unser Haus dem Standard entspricht, den Mr. Frey gewohnt ist«, sagte sie zu ihrem Mann, während Morey zwischen den beiden stand. »Aber wir nennen es trotzdem unser Heim.«