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Fiebertraum [=Dead Man River / Fevre Dream - de]

Электронная книга - «Fiebertraum [=Dead Man River / Fevre Dream - de]». Краткое содержание книги:

Abner Marsh, Flußschiffer auf dem Mississippi und ein Koloß von einem Mann, steht nach der Flutkatastrophe von 1857 vor dem wirtschaftlichen Ruin. Da bietet ihm der Aristokrat Joshua York die Partnerschaft an, um das schnellste Dampfschiff auf dem Mississippi bauen zu lassen. Für den Kapitän scheint sich ein Traum zu verwirklichen.
Doch während der Jungfernfahrt der Fiebertraum entpuppt sich Joshua York zum Entsetzen Marshs als Vampir, und der Plan, als schnellster Dampfschiffkapitän in die Geschichte einzugehen, tritt in den Hintergrund, denn York fährt den Fluß hinab, um die Letzten seiner kranken alten Rasse zu sammeln und sie vom Erbe ihrer blutgierigen Leidenschaft zu befreien. Zuvor jedoch muß er den mächtigen Blutmeister Damon Julian besiegen, einen Vampir voll animalischem Magnetismus, der den roten Durst seines Nachtvolks durch Mord und Heimtücke zu löschen versucht.
Und mit jedem Flußkilometer sinkt Abner Marshs Schiff tiefer in einen blutigen Alptraum jenseits der Realität.

»Fiebertraum begeistert Stephen King‐Fans ebenso wie Leser von Mark Twain. Ein düster‐romantisches Buch, das mich bis in die Träume und Phantasien verfolgte. Ihm gebührt ein grandioser Erfolg.«
ROGER ZELAZNY
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»Ah«, sagte Julian mit einem amüsierten Grinsen zu Cynthia. »Nun, wir sind nur noch zu fünft. Wenn wir uns in acht nehmen und immer nur wenig trinken und jedes Mädchen ein, zwei Monate lang reicht — nun, dann werden wir es wohl bis zum Winter schaffen. Bis dahin wird sich vielleicht einer der anderen gemeldet haben. Wir werden sehen. Bis dahin darfst du bleiben, Liebling. Und Michelle ebenfalls und auch Kurt.«

Armand machte ein verzweifeltes Gesicht. »Und ich?« stieß er hervor. »Damon, bitte.«

»Ist es der Durst, Armand? Zitterst du deshalb? Nimm dich zusammen. Wirst du wieder reißen und zerfetzen, wenn wir Billys Freunde treffen? Du weißt genau, wie sehr ich das verabscheue.« Seine Augen verengten sich. »Ich mache mir noch immer Gedanken über dich, Armand.«

Armand senkte den Blick und starrte in sein leeres Glas.

»Ich bleibe«, erklärte Sour Billy.

»Ah«, meinte Damon Julian. »Natürlich. Ja, Billy, was würden wir ohne dich anfangen?« Sour Billy Tipton gefiel es gar nicht, wie Julian in diesem Moment lächelte, aber es gab nichts, das er hätte tun können.

Kurz darauf brachen sie zu dem Etablissement auf, das Billy ihnen hatte zeigen wollen. Das Haus stand außerhalb des Vieux Carré, im amerikanischen Teil von New Orleans, war aber noch zu Fuß zu erreichen. Damon Julian ging voraus und spazierte mit Cynthia Arm in Arm durch die engen, von Gaslampen erleuchteten Straßen. Ein ganz eigenes Lächeln spielte um seine Lippen, als er die Eisenbalkone betrachtete, die Tore, die sich zu Höfen mit ihren Fackeln und Brunnen öffneten und die Gaslampen auf ihren Eisenpfählen. Sour Billy wies ihm den Weg. Bald gelangten sie in den dunkleren, primitiveren Teil der Stadt, wo die Gebäude aus Holz oder aus bröckeligen Mörtelziegeln bestanden, die sich aus zermahlenen Muschelschalen und Sand zusammensetzten. Selbst die Gasleitungen waren nicht bis hierher vorgedrungen, obgleich die Stadt schon seit über zwanzig Jahren über eine umfangreiche Gasversorgung verfügte. An den Straßenecken baumelten Öllampen an schweren Eisenketten, die quer über die Straßen gespannt waren und von Haken gehalten wurden, die in den Seitenwänden der Gebäude steckten. Sie verströmten ein sinnliches, rauchiges Licht. Julian und Cynthia wechselten auf ihrem Weg von Lichtfleck in Schatten und wieder zurück in Lichtfleck, dann wieder in Schatten. Sour Billy und die anderen folgten.

Eine Gruppe von drei Männern trat aus einer Gasse heraus und kreuzten ihren Weg. Julian beachtete sie nicht, aber einer der Männer gewahrte Sour Billy, als er in den Lichtkegel einer Straßenlampe geriet. »Sie!« stieß er hervor.

Sour Billy wandte sich zu ihnen um und sagte nichts. Es waren junge Kreolen, halb betrunken und deshalb gefährlich. »Ich kenne Sie, Monsieur«, sagte der Mann. Er näherte sich Sour Billy, und sein Gesicht war von Alkohol und Wut gerötet. »Haben Sie mich vergessen? Ich war dabei, als Sie Georges Montreuil in der Französischen Börse beleidigten.«

Sour Billy erkannte ihn wieder. »Schön, und?« fragte er.

»Monsieur Montreuil verschwand in einer Nacht im Juni, nachdem er in St. Louis den Abend am Spieltisch verbracht hatte«, sagte der Mann steif.

»Das tut mir aufrichtig leid«, erwiderte Sour Billy. »Ich schätze, er hat zuviel gewonnen und wurde ausgeraubt.«

»Er hat verloren, Monsieur. Er hatte schon seit einigen Wochen nur noch verloren. Er besaß nichts mehr von Wert, was man ihm hätte stehlen können. Nein, ich glaube nicht, daß er beraubt wurde. Ich glaube eher, daß Sie damit zu tun haben, Mister Tipton. Er hat sich nach Ihnen erkundigt. Er wollte mit Ihnen so verfahren, wie man es mit Abschaum von Ihrer Sorte zu tun pflegt. Sie sind kein Gentleman, Monsieur, sonst würde ich Sie zum Duell fordern. Sollten Sie es jedoch wagen, sich noch einmal im Vieux Carré zu zeigen, dann verspreche ich Ihnen, daß ich Sie durch die Straßen peitschen werde wie einen Nigger. Haben Sie verstanden?«

»Ich hab’s gehört«, sagte Sour Billy. Er spuckte dem Mann auf einen Stiefel.

Der Kreole stieß einen Fluch aus, und sein Gesicht wurde vor Wut blaß. Er machte einen Schritt nach vorn und streckte die Hände nach Sour Billy aus, aber Damon Julian schob sich zwischen sie und hinderte den Mann, indem er ihm eine Hand auf die Brust legte. »Monsieur«, mit einer Stimme wie Wein und Honig. Der Mann hielt etwas verwirrt inne. »Ich kann Ihnen versichern, daß Mister Tipton Ihrem Freund nichts getan hat, Sir.«

»Wer sind Sie?« Obwohl halbbetrunken, erkannte der Kreole sofort, daß Julian eine ganz andere Persönlichkeit war als Sour Billy; seine feine Kleidung, seine aristokratischen Züge, die kultivierte Stimme, all das wies ihn als Gentleman aus. Julians Augen funkelten gefährlich im Lampenschein.

»Ich bin Mister Tiptons Arbeitgeber«, sagte Julian. »Können wir die Angelegenheit nicht an einem anderen Ort als auf dieser öffentlichen Straße besprechen. Ich kenne ein Etablissement nicht weit von hier, wo wir unter freiem Himmel sitzen und etwas trinken können, während wir uns unterhalten. Darf ich Sie und Ihre Freunde zu einer Erfrischung einladen?«

Einer der anderen Kreolen trat neben seinen Freund. »Hören wir uns an, was er zu sagen hat, Richard.«

Widerstrebend erklärte der Mann sich einverstanden. »Billy«, sagte Damon Julian, »zeig uns den Weg.« Sour Billy Tipton unterdrückte ein Lächeln, nickte und ging voraus. Einen Block weiter bogen sie in eine Gasse ein und folgten ihr bis in einen finsteren Hinterhof. Sour Billy hockte sich an den Rand eines mit Unrat bedeckten Teichs. Das Wasser drang durch den Stoff seiner Hose, aber das war ihm gleichgültig.

»Was sollen wir hier?« wollte Montreuils Freund wissen. »Das ist kein Wirtshaus.«

»Nein so was«, sagte Sour Billy Tipton. »Nun, dann muß ich mich geirrt haben und falsch abgebogen sein.« Die anderen Kreolen hatten den Hof betreten, gefolgt von den restlichen Begleitern Julians. Kurt und Cynthia standen in der Mündung der Gasse. Armand näherte sich dem Brunnen.

»Das gefällt mir nicht«, sagte einer der Männer.

»Was hat das zu bedeuten?«

»Was das zu bedeuten hat?« wiederholte Damon Julian die Frage. »Nun ja. Ein dunkler Hof, das Mondlicht, ein Teich. Ihr Freund Montreuil ist an einem solchen Ort gestorben, Monsieur. Nicht hier, aber er hat diesem hier sehr ähnlich gesehen. Nein, schauen Sie nicht Billy an. Ihn trifft keine Schuld. Wenn Sie einen Streit anfangen wollen, dann gefälligst mit mir.«

»Mit Ihnen?« fragte Montreuils Freund. »Wie Sie wünschen. Gestatten Sie mir, mich für einen kurzen Moment zurückzuziehen. Meine Gefährten werden als Sekundanten fungieren.«

»Natürlich«, sagte Julian. Der Mann entfernte sich, beriet sich kurz mit seinen beiden Freunden. Einer von ihnen trat vor. Sour Billy erhob sich vom Teichrand und ging ihm entgegen.

»Ich bin Mister Julians Sekundant«, sagte Sour Billy. »Wollen Sie die Bedingungen aushandeln?«

»Sie sind kein angemessener Sekundant«, begann der Mann. Er hatte ein längliches, hübsches Gesicht und dunkelbraune Haare. »Bedingungen«, wiederholte Sour Billy. Seine Hand griff nach hinten in seinen Nacken. »Was mich betrifft, so ziehe ich Messer vor.«

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