Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Исторические детективы » Das Kloster der toten Seelen
Das Kloster der toten Seelen - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das Kloster der toten Seelen

Электронная книга - «Das Kloster der toten Seelen». Краткое содержание книги:

Peter Tremayne ist das Pseudonym eines anerkannten Historikers, der sich auf die versunkene Kultur der Kelten spezialisiert hat. In seinen im 7. Jahrhundert spielenden historischen Romanen löst Schwester Fidelma, eine irische Nonne von königlichem Geblüt und gleichzeitig Anwältin bei Gericht, auf kluge und selbstbewußte Art die schwierigsten Fälle. Wegen des großen internationalen Erfolgs seiner Serie um Schwester Fidelma wurde Peter Tremayne 2002 zum Ehrenmitglied der Irish Literary Society auf Lebenszeit ernannt.
Aus einer kleinen religiösen Gemeinschaft sind sämtliche Mönche verschwunden, im Refektorium steht noch ihr beinahe unberührtes Mahl. Es ist, als hätte sich die Erde geöffnet und die Klosterbrüder verschlungen. Da entdeckt man sieben der Mönche ermordet auf den Klippen am Meer und unweit davon ein angelsächsisches Schiff. Trotzdem liegen die Dinge weniger klar, als sie scheinen. Und es wird entschieden gefährlich für Schwester Fidelma und Bruder Eadulf, ehe sie wissen, welche handfesten irdischen Absichten und Interessen hinter dem mystisch anmutenden Vorfall und einigen weiteren Morden in der Gegend stecken.
Aus dem Englischen von Susanne Olivia Zylla
Die Originalausgabe unter dem Titel »Smoke in the Wind« erschien 2001 bei Headline Book Publishing, London.
1 ... 31 32 33 34 35 36 37 38 39 ... 77
Перейти на страницу:

Sie gelangten zu einer sumpfigen Lichtung, die von Stechpalmen und Steineichen eingegrenzt war. Seitlich standen ein paar wilde Birnbäume, im Herbst hätten sie sich hier den Bauch mit Birnen vollschlagen können.

Eadulf blickte sich suchend um, plötzlich stieß er einen leisen Pfiff aus und lenkte sein Pferd auf eine Baumgruppe zu. Er stieg ab und machte sich mit seinem Messer an einem der Stämme zu schaffen.

»Was ist das?« rief Fidelma.

»Hoffentlich unser Frühstück«, erwiderte er. »Mir sind diese alten Schwarzholunder hier aufgefallen, und ich hoffte, daß wir vielleicht Glück haben.«

»Glück?« fragte Fidelma verblüfft. Sie kam näher und blickte auf das hinunter, was er da von der gefurchten graubraunen Borke abschnitt. »Uhhh!« stieß sie angewidert hervor. »Das sieht ja aus wie ein Ohr.«

Eadulf grinste zu ihr hinauf. »Es wird tatsächlich Judasohr genannt.«

Fidelma begriff, daß es sich um einen Pilz handelte; rotbraun, mit durchsichtigem, schwammigem Fleisch.

»Kann man den essen?« fragte sie unsicher.

»Er ist nicht gerade eine Delikatesse, aber ich kenne Leute, die ihn roh und gekocht verspeisen. Vielleicht quält uns der Hunger dann nicht mehr ganz so.«

»Oder wir übergeben uns«, erwiderte Fidelma sarkastisch und untersuchte voller Abscheu das Stück Pilz, das er ihr reichte. »Warum nennt man dieses Zeug Judasohr?«

»Es heißt, daß Judas Ischariot, der Jesus Christus für dreißig Silberlinge verraten hat, sich an einem ähnlichen Baum erhängt hat. Dieser Schwamm wächst nur an alten Holunderstämmen.«

Fidelma kostete zaghaft davon. Er schmeckte nicht gerade unangenehm, und sie hatte Hunger. Kurze Zeit darauf stießen sie auf eine kleine Quelle und stillten ihren Durst. Dort machten sie auch Rast und ließen die Pferde eine Weile trinken und auf der feuchten Wiese grasen, die die Quelle umgab. Dann ritten sie weiter nach Westen, mit der aufsteigenden Sonne in ihrem Rücken.

Bald wurde der Wald lichter, bis sie sich in einem gewundenen Tal wiederfanden, durch das ein kleiner Bach rauschte. Auf Fidelmas Vorschlag hin liefen die Pferde durch das seichte Wasser, so hinterließen sie keine Spuren.

Nach einer Weile verloren sich die Bäume und damit ihr Schutz, und vor ihnen breitete sich eine sumpfige Ebene aus. Sie hörten das klagende Gekreisch der Möwen. Die Luft roch salzig.

»Das Meer kann nicht mehr weit sein«, bemerkte Eadulf unnötigerweise.

»Dann müssen wir uns nun nach Norden wenden«, erwiderte Fidelma. »Ich kann ein paar Gebäude erkennen ...«

»Vielleicht bekommen wir dort etwas Richtiges zu essen.«

Kläglich schaute Fidelma nun ihren Gefährten an. »Ich gestehe, hätte ich die Wahl zwischen Hunger oder noch einmal Judasohr, ich würde es vorziehen zu verhungern.«

Sie ritten zu einem felsigen, höher gelegenen Gelände, das nach Westen hin abfiel. Nun erblickten sie eine breite Bucht mit einem Sandstrand, der etwas entfernt von grobem Kies abgelöst wurde. Dahinter ergoß sich aus dem Landesinneren ein Fluß ins Meer. Um den Fluß zu umgehen, mußten sie ein Stück zurückreiten; zu einer Seite ragte eine Felswand auf, zur anderen erstreckte sich sumpfiges Marschland.

Es stellte sich heraus, daß die Gebäude, die sie gesehen hatten, zu einem Weiler gehörten, hinter dem sich ein kleiner Berg erhob. Fidelma bemerkte nicht weit entfernt mehrere alte Steine, die einen Steinkreis bildeten. Aus Hütten vor ihnen stieg Rauch auf, also waren dort Menschen.

Eadulf seufzte erleichtert. »Zivilisation und Nahrung.«

»Wir wollen erst einmal herausfinden, wo wir überhaupt sind.«

Als sie sich der Ortschaft näherten, fiel Fidelma auf, daß sie nicht einmal groß genug war, um Weiler genannt zu werden. Es gab nur eine Schmiede samt Ne-bengebäuden und ein Haus, das wie jene Art Herberge aussah, wie man sie auch in ihrer Heimat fand. Gewöhnlich kamen da die Leute zusammen, um zu trinken, zu essen oder auch zu übernachten.

Sie entdeckten einen alten Mann mit einem großen Holzbündel auf dem Rücken.

Eadulf beschloß, seine Sprachkenntnisse anzuwenden.

»Shw mae! Pa un yw’ rff ort i...?«

Der Alte starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an. »Angelsachse?«

»Ja, ich bin ein Angelsachse«, gab Eadulf zu.

Zu ihrer Überraschung ließ der Alte sein Bündel fallen und rannte, mit hoher Stimme laut rufend, auf die Hütten zu.

»Wie es aussieht, mögen sie in diesem Teil der Welt keine Angelsachsen«, stellte Fidelma fest.

Ehe Eadulf etwas darauf entgegnen konnte, hatte sich Fidelma schon entschlossen an die Fersen des Alten geheftet. Dieser war inzwischen stehengeblieben und winkte, immer noch laut rufend, alle anderen Bewohner des Weilers herbei. Ein Mann mit breiten Schultern, wahrscheinlich der Schmied, und ein paar andere Männer hatten nach verschiedenen Gerätschaften gegriffen, die ihnen offenbar als Waffen dienen sollten, und beobachteten mit wachsamen Augen, wie sich die Fremden näherten.

»Was wollt ihr hier?« rief der breitschultrige Mann ihnen zu.

Fidelma blieb stehen, Eadulf hatte sie inzwischen eingeholt. »Pax vobiscum, meine Brüder. Ich bin Schwester Fidelma von Cashel.«

»Eine Gwyddel?« Der Schmied zog die Augenbrauen hoch. »Der Alte meinte, ihr seid Angelsachsen, die uns ausrauben und umbringen wollen.«

Fidelma lächelte beruhigend und ließ sich von ihrem Pferd hinabgleiten. Sie gab Eadulf ein Zeichen, es ihr gleichzutun. »Mein Begleiter ist ein Angelsachse. Bruder Eadulf. Wir sind weder hier, um euch auszurauben, noch um euch zu töten. Wir sind Christen.«

Die Anspannung unter den Männern schwand bis zu einem gewissen Grad, doch der Schmied betrachtete sie weiterhin mißtrauisch.

»Es ist ungewöhnlich, daß ein angelsächsischer Mönch in unserem Land auf Reisen ist. Angelsachsen treten hier meist in Räuberbanden auf, wie wir an dieser Küste sehr zu unserem Leidwesen erfahren mußten. Viele unserer Verwandten haben bei solchen Überfällen ihr Leben verloren.«

»Wir haben keine bösen Absichten. Wir suchen einen Ort namens Llanferran.«

»Und was noch?«

Fidelma war einen Augenblick verwirrt. »Wir brauchen auch etwas zu essen und Futter für unsere Pferde, die sehr erschöpft sind. Wenn du uns dann zeigst, wo Llanferran liegt, brechen wir sofort auf.«

Der Schmied starrte sie kurz an, dann zuckte er mit den Schultern und ließ seine Waffe sinken.

»Ihr habt Llanferran gefunden. Ich heiße Goff.«

Kapitel 11

»So, was wollt ihr sonst noch außer unserer Gastfreundschaft? Selten kommen Fremde her, bloß um uns um Kost und Logis zu bitten, am wenigsten die Angelsachsen.« Goff, der Schmied, blickte Eadulf mißtrauisch an.

»Wir sind im Auftrag deines Königs Gwlyddien unterwegs, um den Fall der verschwundenen Klostergemeinschaft von Llanpadern zu untersuchen .«

Das Gesicht des Schmieds verfinsterte sich. Den bläßlichen Jungen, der neben ihm stand, schien diese Mitteilung auch nicht zu freuen.

»Gwnda, Fürst von Pen Caer, hat uns gesagt, jemand, der Dewi heißt, wüßte etwas darüber.«

Zögernd zeigte der Schmied auf den Jungen neben sich. »Das ist mein Sohn Dewi. Ich habe ihn nach dem heiligen Gründer unserer Kirche genannt.«

Fidelma lächelte den Jungen an, der offenbar Angst hatte. »Dann haben wir einiges zu besprechen. Dürfen wir euch um eine Mahlzeit bitten und uns an eurem Feuer wärmen, während wir uns über die Vorkommnisse im Kloster unterhalten?«

Der Schmied zögerte kurz, dann sagte er: »Wenn ihr wirklich von geistlichem Stand seid, so seid ihr an meinem Feuer willkommen. Laßt uns zu meinem Haus gehen.«

1 ... 31 32 33 34 35 36 37 38 39 ... 77
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)