Paganinis Fluch
- Автор: Кеплер Ларс
- Год: 2011
- Язык: немецкий
- Переводчик: Paul Berf
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Paganinis Fluch». Краткое содержание книги:
Es wird still, die beiden Männer sehen sich an, und schließlich zuckt Daniel Marklund mit den Schultern.
»Ich kümmere mich vor allem um die Computer«, sagt er entschuldigend.
»Man wird uns bald unterbrechen«, sagt Joona. »Erzählen Sie uns, was Sie bei Penelope Fernandez zu suchen hatten.«
»Ich wollte sie besuchen.«
»Herr Marklund«, sagt Joona finster. »Für die Sache mit dem Messer kämen sie garantiert ins Gefängnis, aber ich habe Wichtigeres zu tun, als Sie zu verhaften, und deshalb gebe ich Ihnen die Möglichkeit, mir etwas Zeit zu sparen.«
»Gehört Penelope Fernandez zur Brigade?«, fragt Saga schnell.
»Penelope Fernandez?« Daniel Marklund lächelt. »Sie ist eine entschiedene Gegnerin von uns.«
»Was haben Sie dann mit ihr zu tun?«, will Joona wissen.
»Was meinen Sie damit, dass sie eine Gegnerin ist?«, fragt Saga. »Geht es um einen Machtkampf zwischen …«
»Weiß der Staatsschutz denn wirklich gar nichts?«, fragt Daniel mit einem müden Lächeln. »Penelope Fernandez ist Pazifistin und überzeugte Demokratin. Also mag sie unsere Methoden nicht … aber wir mögen sie.«
Er setzt sich auf einen Stuhl vor zwei Computer.
»Mögen?«
»Wir respektieren sie«, erklärt er.
»Aber warum?«, fragt Saga erstaunt. »Warum sollten …«
»Sie haben ja keine Ahnung, wie sehr sie gehasst wird … ich meine, googeln Sie mal ihren Namen, es ist ziemlich brutal, was da alles gesagt wird … und jetzt hat offenbar irgendwer eine Grenze überschritten.«
»Was meinen Sie mit ›eine Grenze überschritten‹?«
Daniel wirft ihnen einen leidgeprüften Blick zu.
»Sie wissen, dass sie verschwunden ist?«
»Ja«, antwortet Saga.
»Gut«, sagt er. »Das ist gut, aber aus irgendeinem Grund mag ich mich nicht darauf verlassen, dass die Polizei wirklich alles tun wird, um sie zu finden. Deshalb bin ich zu ihrer Wohnung, ich musste an ihren Computer, um zu erfahren, was dahintersteckt. Sehen Sie, die sogenannte Schwedische Widerstandsbewegung hat in ihrem Rundbrief im April, natürlich inoffiziell, dazu aufgefordert, die kommunistische Hure Penelope Fernandez zu kidnappen und zu einer Sexsklavin für die ganze Bewegung zu machen. Sehen Sie sich das mal an …«
Daniel Marklund tippt auf einer der Computertastaturen und dreht den Bildschirm anschließend in Joonas Richtung.
»Jetzt sind wir bei der Arischen Bruderschaft eingeloggt«, sagt er.
Joonas Augen überfliegen einen entsetzlich vulgären Chat über arische Schwänze und wie man Penelope umbringen wird.
»Diese Gruppen haben aber nichts mit Penelopes Verschwinden zu tun«, wendet Joona ein.
»Haben sie nicht? Wer denn dann? Der Nordische Bund?«, fragt Daniel aufgebracht. »Jetzt kommen Sie! Es ist noch nicht zu spät.«
»Was meinen Sie damit, dass es noch nicht zu spät ist?«, fragt Joona.
»Sonst ist es doch immer so, dass es schon zu spät ist, wenn man endlich reagiert. Aber diesmal habe ich eine Nachricht auf dem AB ihrer Mutter aufgeschnappt … Ich meine, die Zeit war anscheinend verdammt knapp, aber es war noch nicht zu spät, und deshalb musste ich einfach an ihren Computer herankommen und …«
»Aufgeschnappt?«, unterbricht Joona ihn.
»Sie hat heute Morgen versucht, ihre Mutter anzurufen«, antwortet der junge Mann, wobei er sich nervös in den schmutzigen Haaren kratzt.
»Penelope Fernandez?«
»Ja.«
»Was hat sie gesagt?«, fragt Saga.
»Dass nicht nur der Staatsschutz weiß, wie man Telefone abhört«, sagt er mit einem breiten Grinsen.
»Was hat Penelope gesagt?«, wiederholt Joona mit erhobener Stimme.
»Dass sie verfolgt wird.«
»Was hat sie genau gesagt?«
Daniel wirft Saga Bauer einen kurzen Blick zu und fragt:
»Wie viel Zeit bleibt uns noch, bis unsere Räume gestürmt werden?«
Saga sieht auf die Uhr:
»Drei bis vier Minuten«, antwortet sie.
»Dann können wir es uns noch anhören«, erklärt Daniel Marklund, tippt auf der zweiten Tastatur einige schnelle Kommandos ein und dreht anschließend den Ton laut.
Es rauscht in den Boxen, und dann klickt es und der Ansagetext von Claudia Fernandez’ Anrufbeantworter wird abgespielt. Drei kurze Töne erklingen, und dann knistert und kracht es heftig, weil der Empfang so schlecht ist. Irgendwo im Hintergrund, überlagert von den Störungen, hört man eine schwache Stimme. Es ist eine Frau, aber ihre Worte sind nicht zu verstehen. Einige Sekunden später hört man einen Mann »Suchen Sie sich einen Job« sagen, und dann klickt es und wird still.
»Entschuldigung«, murmelt Daniel. »Ich muss noch ein paar Filter dazwischenschalten.«
»Die Zeit läuft ab«, flüstert Saga.
Er verschiebt einen Regler auf dem Bildschirm, betrachtet sich kreuzende Frequenzkurven, ändert einige Zahlen und spielt die Tonaufnahme anschließend noch einmal ab:
»Dies ist der Anschluss von Claudia Fernandez – ich bin zurzeit leider nicht erreichbar. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht, ich rufe Sie dann so schnell wie möglich zurück.«
Die drei Töne klingen anders, und das Knistern erinnert nun an ein schwaches metallisches Klirren.
Plötzlich hört man Penelope Fernandez’ Stimme.
»Mama, ich brauche Hilfe, ich werde verfolgt von …«
»Suchen Sie sich einen Job«, sagt ein Mann, und daraufhin wird es still.
Spende Boerse
32
Ehrenwerte Polizeiarbeit
Saga Bauer wirft einen schnellen Blick auf ihre Uhr und sagt, dass sie gehen müssen. Daniel Marklund murmelt scherzhaft, dass er die Stellung halten werde, aber aus seinen Augen leuchtet die Angst.
»Wir werden mit aller Härte zuschlagen. Legen Sie das Messer weg, leisten Sie keinen Widerstand, geben Sie sofort auf, machen Sie keine heftigen Bewegungen«, beschwört Saga ihn, ehe sie und Joona das kleine Büro verlassen.
Daniel Marklund bleibt auf seinem Bürostuhl sitzen, schaut ihnen hinterher, greift nach dem Bajonettmesser und wirft es in den Papierkorb.
Joona und Saga Bauer verlassen die labyrinthischen Räume der Brigade und betreten die Hornsgatan. Saga stößt zu Göran Stones Gruppe in Zivil im Nagham Fast Food und isst schweigend Pommes frites. Ihre Augen sind in Erwartung der Befehle von der Einsatzleitung leer.
Zwei Minuten später springen fünfzehn schwer bewaffnete Beamte des Staatsschutzes aus vier schwarzen Transportern. Die Einsatztruppe dringt durch sämtliche Eingänge ein, und in den Räumen verbreitet sich Tränengas. Sie finden fünf junge Leute vor, darunter auch Daniel Marklund, der auf dem Boden sitzt und die Hände über den Kopf erhoben hat. Sie werden hustend auf die Straße gebracht, ihre Arme sind hinter dem Rücken mit Plastikschnüren gefesselt.
Die beschlagnahmten Waffen belegen im Grunde vor allem das bescheidene militärische Niveau der Brigade. Eine alte Militärpistole der Marke Colt, ein Kleinkalibergewehr, eine krumme Schrotflinte, ein Karton Flintenlaufgeschosse, vier Messer und zwei Wurfsterne.
*
Während Joona am südlichen Mälarufer entlangfährt, nimmt er sein Handy und wählt die Nummer seines Chefs. Zwei Ruftöne später meldet sich Carlos, mit einem Stift hält er den Lautsprecherknopf gedrückt.
»Wie gefällt es dir da draußen in der Polizeihochschule, Joona?«
»Da bin ich nicht.«
»Das weiß ich, weil …«
»Penelope Fernandez lebt«, unterbricht Joona ihn. »Sie wird verfolgt und ist auf der Flucht. Sie versucht, ihr Leben zu retten.«
»Wer sagt das?«
»Sie hat eine Nachricht auf dem AB ihrer Mutter hinterlassen.«
Es wird still am Telefon, dann holt Carlos tief Luft.
»Okay, sie lebt, schön … Was wissen wir noch? Sie lebt, aber …«
»Wir wissen, dass sie vor dreißig Stunden lebte, als sie angerufen hat«, sagt Joona. »Und dass irgendjemand sie verfolgt.«
»Wer verfolgt sie?«
»Sie ist nicht mehr dazu gekommen, es zu sagen, aber wenn es der Mann ist, dem ich begegnet bin, bleibt uns nicht viel Zeit.«