Jaina Prachtmeer: Gezeiten des Krieges
- Автор: Голдэн Кристи
- Серия: World of Warcraft #11
- Год: 2013
- Язык: немецкий
- Год: Panini
- ISBN: 9783833226908
- Переводчик: Mick Schnelle
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Jaina Prachtmeer: Gezeiten des Krieges». Краткое содержание книги:
Düstere Nachrichten erreichen Jainas geliebtes Städtchen Theramore. Eines der mächtigsten Artefakte des Blauen Drachenschwarms – die Fokussierende Iris – wurde gestohlen. Um die mysteriösen Umstände der Tat zu klären, entschließt sich Jaina zu einem ungewöhnlichen Bündnis mit dem ehemaligen Blauen Drachenaspekt Kalecgos. Gemeinsam wollen die beiden ruhmreichen Helden dem dreisten Diebstahl auf den Grund gehen. Doch es droht bereits weiteres Unheil am Horizont.
Garrosh Höllschrei versammelt die Armeen der Horde zu einer Invasion Theramores. Ungeachtet steigender Unzufriedenheit in den eigenen Reihen, strebt der skrupellose Kriegshäuptling eine neue Ära der Herrschaft der Horde an. Seine unstillbare Gier nach Macht, lässt ihn dabei zu den brutalsten Mitteln greifen, um jene mundtot zu machen, die es wagen könnten, seine Position als Anführer in Frage zu stellen.
Allianztruppen sammeln sich in Theramore um den Angriff der Horde abzuwehren. Doch sie rechnen nicht mit dem tatsächlichen Ausmaß der verschlagenen und heimtückischen Strategie des Kriegshäuptlings. Garroshs Angriff wird Jaina unwiderruflich verändern und die Friedenshüterin in eine chaotische, alles verschlingende Macht verwandeln – auch bekannt als: Gezeiten des Krieges.
„Ich weiß nicht, ob das reichen wird“, brummte Kalec. „Jaina, sämtliche Rassen der Horde waren dort. Sie haben die Nordwacht förmlich vom Angesicht Azeroths getilgt. Das Einzige, was man jetzt noch dort finden kann, sind Trümmer – und Scheiterhaufen. Aber die Truppen haben sich nicht aufgelöst. Ihre Armee ist noch immer eine Armee. Ich wünschte, ich könnte Euch wirklich zeigen, was ich gesehen habe. Falls Eure Bitte um Hilfe abgeschmettert werden sollte, werdet Ihr diesen Angriff nicht überleben.“
„Und dann wird Garrosh auch die restlichen Allianzstützpunkte hier vernichten“, sagte Tervosh. Kalec nickte, seine Augen waren voller Trauer.
Jaina blickte erst die beiden Männer an, dann die Leidende und Kinndy. „Ihr tut ja alle so, als hätte die Horde bereits gewonnen. Ich werde das nicht einfach so hinnehmen.“ Sie kniff die Augen zusammen und schob das Kinn trotzig vor. „Ich glaube Kalec, wenn er sagt, dass eine Armee der Horde bei der Nordwacht ihr Lager aufgeschlagen hat. Aber falls sie jetzt dort sind, dann heißt das doch auch, dass sie noch nicht marschieren. Und falls sie nicht marschieren, sind sie noch nicht bereit, uns anzugreifen. Und dies wiederum bedeutet, dass wir noch Zeit haben.“
Sie ging zu dem Tisch zurück, wobei sie Kalecs neugierigen Blick auf sich spürte. „Seht! Hier liegt die Nordwacht.“ Ihr schlanker Finger tippte auf die Karte. „Und hier, das ist Theramore.“ Ihr Finger glitt nach rechts unten über das Pergament. „Da drüben liegt Brackenwall; einige Mitglieder der Horde leben dort, aber es ist kein militärischer Außenposten. Allerdings liegt dieses Dorf zwischen der Triumphfeste und uns.“ Besagte Triumphfeste war eine noch relativ junge Militärbasis, und Jaina war sicher, dass – wäre mehr Zeit gewesen – die Besatzung dieses Forts Verstärkung zur Nordwacht entsandt hätte. Für die Feste mochte es inzwischen zu spät sein, aber sie betete, dass es für Theramore noch eine Chance gab.
„Falls die Soldaten aus der Triumphfeste durch die Düstermarschen kommen, sollten sie sich unbemerkt an Brackenwall vorbeischleichen können. Sie müssen nur vorsichtig sein. Außerdem können wir Boten zum Gefechtsstand schicken.“
„Falls dort überhaupt noch jemand ist“, warf Kalec ein. „Als ich über den Stützpunkt hinwegflog, machte er einen ziemlich verlassenen Eindruck.“
„Die meisten Soldaten sind wahrscheinlich losgeeilt, um der Nordwacht zu helfen“, vermutete Kinndy.
Was bedeutete, dass die meisten von ihnen nun wohl tot waren, überlegte Jaina. Ein schmerzhafter Stich begleitete den Gedanken, und sie schüttelte das goldene Haupt, wie um das Bild durch eine physische Bewegung vor ihrem inneren Auge zu verscheuchen.
„Alle, die vom Schlachtfeld fliehen konnten, werden sich vermutlich eher bei der Triumphfeste gesammelt haben als in Ratschet“, erklärte sie. „Das ist also der erste Ort, an dem wir nach Überlebenden suchen sollten.“
Kalec trat neben sie und blickte konzentriert auf die Karte hinab. Sie musterte ihn fragend, in der Erwartung, dass er einen Kommentar anbieten werde. Doch er schüttelte nur den Kopf. „Fahrt fort“, sagte er.
„Theramore ist zugleich höchst verwundbar und leicht zu verteidigen. Es kommt ganz darauf an, wie schnell die Verstärkung da sein wird. Falls wir uns beeilen, könnte uns Sturmwind noch rechtzeitig einen Teil seiner Flotte schicken, dann kommen die Schiffe der Horde nicht nahe genug heran, um ihre Mannschaften an Land zu entlassen.“ Sie platzierte ihren Finger auf der Karte und zeichnete einen Halbkreis um Theramore.
„Falls die Horde den Hafen aber zuerst erreicht“, murrte die Leidende, „haben wir nicht die geringste Chance.“
Jaina drehte sich zu ihr herum. „Das stimmt“, sagte sie. „Vielleicht sollten wir einfach unsere Waffen niederlegen und uns am Hafen aufstellen, um die Horde zu begrüßen. So würden wir uns die Mühe sparen, gegen sie kämpfen zu müssen.“
Die lila-rosafarbenen Wangen der Nachtelfin nahmen eine noch tiefere Färbung an. „Ihr wisst, dass ich auf so etwas nicht hinauswollte.“
„Natürlich wolltest du das nicht. Aber wir müssen mit der Hoffnung – nein, mit der Überzeugung – an diese Schlacht herangehen, dass wir gewinnen werden. Falls jemand Fehler in meinem Plan entdeckt, kann er das gerne sagen.“ Das galt vor allem Kalecgos; die Leidende, Kinndy und Tervosh wussten bereits, dass sie für konstruktive Kritik jederzeit offen war. „Aber solche Kommentare, Leidende, senken nur unsere Moral. Theramore hat sich in der Vergangenheit schon oft verteidigt. Und wir werden es wieder tun.“
„Wem habt Ihr bislang schon Hilfeschreiben geschickt?“, fragte Kalec.
Jaina lächelte schwach. „Hilfeschreiben? Niemandem. Und ich habe mich auch nirgendwohin teleportiert. Ich habe eine Möglichkeit, mich direkt mit König Varian, dem jungen Anduin und dem Rat der drei Hämmer in Verbindung zu setzen.“
„Das müssen interessante Gespräche sein“, meinte Kalec. „Nach dem, was ich gehört habe, scheinen die drei Zwerge nur in den wenigsten Dingen einer Meinung zu sein.“
Vor gar nicht allzu langer Zeit war Magni Bronzebart noch das Oberhaupt von Eisenschmiede gewesen. Doch als die Erde vor dem Kataklysmus immer mehr in Aufruhr geriet, hatte er versucht, diesem Rätsel auf den Grund zu gehen, und darum ein Ritual durchgeführt, das ihn „eins mit der Erde“ werden lassen sollte. In gewisser Weise war es auch ein Erfolg gewesen, denn Magni war im wahrsten Sinne des Wortes eins mit der Erde geworden: Er hatte sich in einen Diamanten verwandelt.
In dem folgenden Chaos hatte Magnis Tochter Moira versucht, mithilfe der Dunkeleisenzwerge den Thron und die Macht für sich in Anspruch zu nehmen. Doch schon bald war die Ordnung wiederhergestellt worden, und anstatt die Tradition eines einzelnen Herrschers fortzusetzen, hatten die Zwerge einen Rat ins Leben gerufen, in dem jeder Klan – Bronzebart, Wildhammer und Dunkeleisen – durch einen Repräsentanten vertreten war. Dieses Führungsgremium wurde der Rat der Drei Hämmer genannt, und auch, wenn die einzelnen Mitglieder zusammenarbeiteten, war es doch jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung für sie, eine einstimmige Entscheidung zu finden.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass einem von ihnen die Vorstellung gefällt, die Horde beherrsche Kalimdor“, sagte Jaina. „Über einige Details mögen sie streiten, aber in der Sache werden sich alle drei einig sein.“
Plötzlich wirkte Kalecgos beklommen, und Jaina glaubte, auch zu wissen, warum. Sanft legte sie ihm die Hand auf den Arm. „Ihr seid ein Drache, Kalecgos“, sagte sie. „Ihr müsst Euch nicht an diesen Vorbereitungen beteiligen. Vor allem, da Ihr ein ehemaliger Aspekt seid und mit der Suche nach einem gestohlenen Artefakt schon genug zu tun habt.“
Er lächelte. „Danke für Euer Verständnis, Jaina! Aber … ich möchte nicht, dass hier jemand zu Schaden kommt.“
„Lady Jaina weiß schon, was sie tut“, meinte Kinndy. „Die Allianz wird kommen und ihre Mitglieder beschützen.“
Kalecgos schüttelte den Kopf. „Das ist mehr als ein Scharmützel oder ein Angriff auf ein kleines Dorf. Falls die Horde Erfolg hat, wären Garroshs Träume, ganz Kalimdor zu kontrollieren, gar nicht mehr so weit hergeholt. Ich … brauche Zeit, um nachzudenken, bevor ich Euch Hilfe anbieten kann. Es tut mir leid, Jaina.“
Er blickte ihr direkt in die Augen, und da erkannte sie ohne jeden Zweifel, wie sehr ihn diese Sache quälte. Als hätten sie einen eigenen Willen, bewegten sich ihre und Kalecs Hand aufeinander zu, dann schlossen sie sich umeinander. Am liebsten hätte Jaina ihn gar nicht mehr losgelassen, aber sie wusste, dass sie sich jetzt ganz auf die Verteidigung von Theramore konzentrieren musste.
„Wir sollten sofort erste Schritte einleiten“, erklärte sie. „Ich werde mit Varian sprechen. Leidende, geh du zu den Soldaten – zu denen hier in Theramore und zu denen, die entlang der Straßen postiert sind. Falls es in der Späherwacht nicht mindestens ein Pferd gibt, besorg ihnen eines. Sie müssen in der Lage sein, schnell wie der Wind in die Stadt zu reiten, um Meldung zu machen, sobald sich die Horde auf der Straße nähert.“