Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Ужасы » 18 Geisterstories
18 Geisterstories - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

18 Geisterstories

Электронная книга - «18 Geisterstories». Краткое содержание книги:

Schaurige Geschichten von klassischen und modernen Gespenstern.
Ausgewählt und herausgegeben von Manfred Kluge.
Inhalt:
Laertes
Karl Hans Strobl
Vier Geister in ›Hamlet‹
Fritz Leiber
Das arme alte Gespenst
Heinrich Seidel
Die Klausenburg
Ludwig Tieck
Der Geisterberg
Gustav Adolf Becquer
Gäste zur Nacht
Alexander Puschkin
Der schwarze Schleier
Charles Dickens
Das weiße Tier
Ein Nachtstück
Georg von der Gabelentz
Das geheimnisvolle Telegramm
Anonymus
Der geraubte Arm
Vilhelm Bergsöe
Die Nacht von Pentonville
Jean Ray
Das Gespenst
Knut Hamsun
Der Geist
Frederic Boutet
Die Kleinodien des Tormento
Paul Busson
Altersstarrsinn
Robert Bloch
Der Spuk von Rammin
Hanns Heinz Ewers
Reitet, Colonel!
Mary-Carter Roberts
Die Stimme aus dem Jenseits
Werner Gronwald
1 ... 26 27 28 29 30 31 32 33 34 ... 83
Перейти на страницу:

Ja, fuhr Elisabeth fort, fast zur nämlichen Zeit, als du erst in unser Haus tratest, bemerkte ich diese Hinneigung zu dir. Deutlicher zeigte sich ihre Vorliebe, als du anfingst, mich auszuzeichnen, als du mir freundlich wurdest und ich dir mein Vertrauen schenkte. Lange Zeit verbarg sie ihre Neigung unter einem vorgegebenen Haß, eine Verstellung, die mich nicht täuschen konnte. O Geliebter, der Geist und die Gefühle, Enthusiasmus und Leidenschaften dieses wunderbaren Wesens sind von so ungeheurer Kraft und Innigkeit, daß ich sie, seit ich zur Besinnung kam, ebenso sehr bewundern mußte, wie ich sie fürchte und vor ihrer Riesenstärke erschrecke. Als ich vor Jahren meinen Unterricht in der Musik nahm und nach dem Zeugnis meines Lehrers rasche Fortschritte machte, lachte sie nur über mein kindisches Wesen, wie sie es nannte. Sie hatte früher nicht daran gedacht, Musik zu treiben, jetzt warf sie sich mit Heftigkeit auf diese Kunst. Tag und Nacht übte sie, der Lehrer genügte ihr nicht, sie benutzte die Anwesenheit eines berühmten Komponisten und ward seine Schülerin. Ich begriff diese geistige wie körperliche Kraft nicht, daß sie Tag und Nacht, fast ohne Schlaf und ohne etwas zu genießen, immer nur mit unermüdlichem Eifer der Übung ihrer Kunst sich widmen konnte. Nun lernte sie den Satz, und der Meister lobte und bewunderte sie. Es währte nicht lange, so tadelte sie den Lehrer, sie meinte, sein Vortrag sei nicht feurig, nicht enthusiastisch, er in Kompositionen nicht originell und leidenschaftlich genug. Er gab sich gefangen und ihr recht. Alle Menschen, pflegte sie wohl zu sagen, liegen immerdar im halben Schlaf, sie sind fast immer wie betäubt und beinah der Pflanze ähnlich und verwandt, die auch wächst, blüht und schön ist, Geruch ausstreut und Kräfte besitzt, ohne darum zu wissen. Was müßten die Menschen vermögen, wenn sie in ihrem wachen Zustande wahrhaft wachten! – Und so gab sie sich denn auch der Philosophie hin, las medizinische, anatomische und andere Bücher, die sonst den Frauen zu gelehrt oder widerwärtig sind. Wir alle, auch ihre Bekannten, mußten sie anstaunen. Und so, lieber Franz, wird sie gewiß auch in dieser Leidenschaft der Liebe rasen und sich zugrunde richten.

Elisabeth schilderte mir nun auch wirklich alle jene Ausschweifungen, die sie begangen, als sie von unserer Verlobung gehört hatte; sie wollte erst sich und nachher die Schwester umbringen; dann wieder hatte sie gesagt, sie würde mich zu zwingen wissen, daß ich sie liebe und Elisabeth verlasse, denn sie sei verständiger und besser als jene. –

Hier, sagte Blomberg, machte Franz in seiner Erzählung eine Pause, um etwas auszuruhen, und fuhr dann so fort: – Daß diese Nachrichten mich betrübten, ist natürlich, ich fühlte ja auch, wie unklug ich gehandelt hatte, mich Ernestine so freundlich zu nähern, daß ich mich bemüht hatte, sie zu gewinnen. Etwas beruhigt war ich, als mir Elisabeth nach einigen Tagen erzählte, wie die Schwester ihr unter vielen Tränen alles abgebeten habe, was sie im Zorn gesprochen, wie sie sie beschworen, mir nichts von diesen Verirrungen mitzuteilen, und wie sie nur darum flehentlich bitte, uns nach unserm künftigen Wohnsitz begleiten zu dürfen, weil sie es nicht fasse, wie sie ohne meine und der Schwester Gesellschaft, ohne unsere Gespräche und musikalischen Übungen noch leben könne.

So wurden denn Pläne gemacht, Einrichtungen getroffen, die Tante begleitet uns und wir kamen auf der Klausenburg an, um hier, von wenigen Vertrauten umgeben, eine kleine, stille Hochzeit zu feiern, da Elisabeth von je allem Prunk und Geräusch beinah übertrieben abhold war. Ich hatte einige Zimmer und den Saal in der Klausenburg, so gut es sich tun ließ, einrichten lassen, denn der größte Teil des alten Gebäudes war schon Ruine. Elisabeth aber hatte eine poetische Vorliebe für alte Schlösser, einsame Gebirgsgegenden und die geschichtlichen oder poetischen Sagen, die sich an diese knüpfen. Nach der Hochzeit wollten wir dann das nahegelegene neue Haus am Eibensteig beziehn, und nur gelegentlich uns tage- oder stundenlang in der Klausenburg aufhalten.

Wir kommen an, das Tor wird uns aufgetan, und das erste, was uns im Hofe aus den Efeuranken, die die hohen Mauern hinaufwachsen, entgegenspringt, ist jene tolle, alte Sibylle, die du, Freund Blomberg, vor einigen Jahren hast kennengelernt. Meine Frau erschrak und ich schauderte. Gegrüßt! Gegrüßt! schrie die Alte, indem sie widerwärtig herumhüpfte, da kommt der Menschenwürger, der Mädchenmörder, und bringt seine beiden Bräute mit, die er umbringen wird. – Wie kommst du hierher? schrie ich auf. – Sie muß, sagte der Türhüter, von jenseits die Klippen hinuntergeklettert sein, die die letzte Mauer des kleinen Gartens dahinten formieren, und sich nachher in den Gesträuchen und Ruinen versteckt haben. – Jawohl! Jawohl, kreischte die widerwärtige Alte, da wohnt sich’s gut. – So sehr wir erschrocken waren, so lustig schien Ernestine, denn sie hörte nicht auf zu lachen.

Während der Tage, in welchen wir das Fest begingen, zeigte sich Ernestine nicht, sie war verschwunden, und wir waren sehr um sie besorgt, sendeten Leute aus, sie zu suchen, als sie am dritten Tage zu Fuß heiter und fröhlich zurückkam. Sie erzählte, daß sie dem Hange im Gebirge umherzustreifen, nicht habe widerstehen können, da sie von Jugend auf dergleichen gewünscht. – Aber so allein, ohne es uns zu sagen? sprach Elisabeth. – Allein? antwortete sie, nein, ich bin immer in Gesellschaft gewesen, mit jener alten Prophetin, die ihr so unfreundlich weggeschickt habt. Da habe ich auch ganz neue Sachen gelernt, die ich noch in keinem Buche fand; wir sind recht gute Freunde geworden.

Elisabeth und ich sahen uns mit großen Augen an. Ich faßte den Glauben, ohne ihn auszusprechen, Ernestine sei wahnsinnig geworden. – So unheimlich, grauenhaft war der Eintritt in unsre Wohnung, so traurige Vorbedeutungen kamen uns entgegen, daß ich, trotz meines Glückes, kein Vertrauen zum Leben, und Elisabeth keine sichere Heiterkeit gewinnen konnte.

Sonst fügten wir uns und genossen die Gegenwart und die Schönheit der Wälder und Berge. Mit den wenigen Gästen hatte uns auch die Tante verlassen, und wir konnten in froher Einigkeit uns in der schönen Einsamkeit genügen, wenn ich nicht bemerkt hätte, daß Elisabeth sich von ihrer Schwester zurückzog, so sehr es die Umstände nur erlaubten. Als ich sie darüber zur Rede stellte, sagte sie nach einigem Zögern: Liebster, ich fürchte mich vor ihr, die Ernestine ist boshaft geworden, wozu sie ehemals gar keine Anlage hatte. Wo sie mich ärgern, wo sie etwas verderben, ja selbst was Gefährliches herbei führen kann, so daß ich erschrecke, stolpere oder wohl falle, wenn von oben Steine niederstürzen, wie neulich die Gardine meines Bettes brannte, dem sie mit dem Licht zu nahe gekommen war, zeigt sie immer die größte Schadenfreude. Sie selbst hat es mir mit Lachen erzählt, daß man in der Provinz davon spreche, wie Reisende und Förster an einsamen Stellen, bei Mondschein und Morgendämmerung zwei Gespenster wollten wahrgenommen haben, die sie auch als schreckliche fratzenhafte Wesen beschrieben. Sie sei es nebst jener Prophetin gewesen, und sie wünsche nur, daß in einem Blatte der Vorfall erzählt würde, damit sie im Druck, mit ihres Namens Unterschrift, als Ernestine, Fräulein von Jertz, die Lüge von den Gespenstern widerlegen und aussagen könne, daß sie die eine Spaziergängerin war. Ist das alles nicht fürchterlich?

1 ... 26 27 28 29 30 31 32 33 34 ... 83
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)