Die Gebrüder Kip
- Автор: Верн Жюль Габриэль
- Язык: немецкий
- Жанр: Морские приключения
Электронная книга - «Die Gebrüder Kip». Краткое содержание книги:
- O, das ist bei günstigem Winde nur eine Sache von achtundvierzig Stunden, erwiderte Flig Balt, und mir scheint es doch nicht so sicher, daß wir bei der kurzen Fahrt unser Vorhaben schon ausgeführt haben könnten.
- Gleichviel! rief Vin Mod. Machen Sie sich keine Gedanken darüber, wenn auch Hawkins und der junge Gibson mit an Bord wären; sie fliegen über die Reling hinaus, ehe sie recht zu Verstande gekommen sind. Die Hauptsache bleibt immer, noch einige Genossen aufzutreiben, denen das Leben eines Menschen nicht mehr gilt als eine alte, unbrauchbare Tabakpfeife. verwegene Kerle, die sich nicht vor dem Stricke ängstigen. und solche Burschen werden wir hier schon finden!
- Na. wollen's versuchen,« antwortete der Bootsmann Balt.
Beide begannen nun die Gäste Adam Frys noch etwas
schärfer ins Auge zu fassen, und einige von diesen warfen ihnen auch schon wiederholt forschende Blicke zu.
»Da seht, sagte Vin Mod, der da. ein Kerl wie ein leibhaftiger Boxer. der mit dem dicken Kopfe. Wenn der Bursche nicht schon zehnmal mehr auf dem Kerbholz hat als nötig ist, gehenkt zu werden.
- Jawohl, fiel der Bootsmann ein, das scheint der rechte zu sein.
- Und der da, der nur ein Auge hat. und was für eins! Glaubt mir, das andere hat er auch nicht bei einem Streite verloren, wo er im Rechte war.
- Wahrhaftig, Vin. ja, wenn er unser Angebot annähme.
- Natürlich tut er das.
- Freilich, bemerkte Flig Balt, vorher können wir sie doch nicht in alles einweihen.
- Natürlich erfahren sie alles erst, wenn die Zeit zur Ausführung da ist, dann werden sie schon mit zugreifen!. Und jetzt. sehen Sie einmal den, der eben hereinkommt. Schon nach der Art, wie er die Tür zuwirft, könnte man darauf schwören, daß ihm die Polizei an den Fersen hängt.
- Wir wollen ihm etwas zu trinken anbieten, meinte der Bootsmann Balt.
- Und ich setze meinen Kopf gegen eine Flasche Gin, daß er das nicht abschlägt! Dann, weiter da unten. der Seebär, der den Südwester schief auf dem Kopfe sitzen hat, der sieht mir auch aus, als ob er mehr im Arrest im Frachtraume als auf dem Vorderkastell gewesen wäre, und daß er häufiger die Füße in Ketten als die Hände frei gehabt hätte!«
Wirklich machten die vier von Vin Mod bezeichneten Personen vollständig den Eindruck gewissenloser Schnapphähne. Wenn Flig Balt sie anmusterte, schien es doch sehr fraglich, ob der Kapitän Gibson zustimmen würde, Leute dieses Schlages als Matrosen anzunehmen. Sie nach ihren Papieren zu fragen, wäre unnütz gewesen, sie hätten doch keine vorgewiesen, und das aus triftigen Gründen.
Nun mußte freilich erst festgestellt werden, ob diese Männer überhaupt geneigt wären, sich anwerben zu lassen, ob sie nicht eben erst von ihrem Schiffe desertiert und vielleicht gerade im Begriffe wären, die Matrosenjacke mit der Goldsucherbluse zu vertauschen. Jedenfalls boten sie sich doch nicht von allein an, und es blieb immerhin fraglich, was sie auf den Vorschlag, an Bord des »James-Cook« anzutreten, antworten würden. Das mußte sich ja zeigen, wenn man mit ihnen gesprochen und das Gespräch freigebig, nach ihrer Wahl mit Gin oder Whisky, begossen hatte.
»Heda. guter Freund. ein Gläschen gefällig? rief Vin Mod, um den eben Eingetretenen an seinen Tisch zu locken.
- Lieber zwei. wenn's euch recht ist, antwortete der Matrose mit der Zunge schnalzend.
- Drei. auch vier oder ein halbes Dutzend, wenn du eine trockene Kehle hast!«
Len Cannon - so hieß der Mann oder so nannte er sich wenigstens - nahm ohne Umstände an dem Tische Platz und verriet die beste Lust, es auch mit einem Dutzend Glas aufzunehmen, er sah aber recht gut ein, daß man - wenn es geschah - ihn nicht um seiner schönen Augen und seines hübschen Äußeren willen so reichlich bewirten werde.
»Na. um was handelt es sich denn?« platzte er sofort mit der heiseren Stimme des Schnapstrinkers heraus.
Vin Mod klärte ihn über die Sachlage auf: Die Brigg »JamesCook« sei zum Auslaufen fertig. eine anständige Löhnung. eine Fahrt von wenigen Monaten. mehr eine Spaziertour von Insel zu Insel. gutes Essen. reichliches und vorzügliches Getränk. ein Kapitän, der sich auf seinen Bootsmann verließ, auf den hier sitzenden Flig Balt, dem die Sorge für das Wohlergehen der Mannschaft zufiele. Heimathafen Hobart-Town, dazu alles, was einen Matrosen verlocken konnte, der sich während des Aufenthaltes am Lande zu zerstreuen liebte. und vor allem: dem Hafenkapitän keine Papiere vorzulegen. Morgen mit Tagesanbruch gedächte man, wenn die Besatzung vollständig wäre, in See zu gehen. und für den Fall, daß der Mann ein paar Bekannte hätte, die gerade brach lägen und sich einzuschiffen bereit wären, so sollte er sie nur bezeichnen, wenn sich jene jetzt vielleicht hier in den »Three-Magpies« aufhielten.
Len Cannon betrachtete den Bootsmann Flig Balt nebst dessen Genossen und zog bedenklich die Stirn in Falten. Was bedeutete denn dieser Vorschlag?. Was mochte wohl dahinter stecken?. So vorteilhaft das Angebot auch zu sein schien, beantwortete er es doch nur mit einem einzigen Worte.
»Nein! sagte er bestimmt.
- Du tust damit unrecht! erwiderte Vin Mod.
- Mag sein. kann mich aber nicht anmustern.
- Warum denn?
- Will eben heiraten!.
- Ach. Possen!
- Nein, Ernst. Kate Verdax. eine Witwe.
- Oho. Freundchen, entgegnete Vin Mod, ihn auf die Schulter klopfend, wenn du dich jemals verheiratest, wirst du nicht mit Kate Verdax, sondern mit Kate Gibbet. der Witwe Galgen getraut werden!«
Len Cannon lachte hell auf und leerte sein Glas mit einem Zuge. Trotz des Zuredens des Bootsmannes Balt beharrte er aber bei seiner Weigerung; dann stand er auf und mischte sich unter eine lärmende Gruppe, in der stark beleidigende Sticheleien gewechselt wurden.
»Nun, dann wird's mit einem anderen versucht!« sagte Vin Mod, der sich durch den ersten Fehlschlag nicht entmutigen ließ.
Er verließ jetzt den Bootsmann Balt und setzte sich neben einen Matrosen in einer andern Ecke des Gastzimmers. Dieser sah auch nicht gerade besser aus als Cannon, schien auch wenig mitteilsam zu sein und unterhielt sich offenbar am liebsten nur mit seiner Flasche. eine endlose Unterhaltung, die dem Manne jedenfalls genügte. Vin Mod ging ohne Umschweife auf seine Angelegenheit ein.
»Kann man wohl deinen Namen erfahren?
- Meinen Namen? antwortete der Matrose mit einigem Zögern.
- Ja.
- Und wie ist denn der deinige?
- Vin Mod.
- Und das ist einer.