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Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
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Hector/René teilt Dumas’ und Michelets leidenschaftlichen Abscheu gegenüber dem katholischen Klerus des Ancien Régime, und deshalb schreibt er den Widerruf des Edikts von Nantes den Einflüsterungen François d’Aix de La Chaises, Beichtvater Ludwigs XIV., und dessen frömmlerischer letzter Mätresse und heimlicher Ehefrau Madame de Maintenon zu; weniger pfaffenfeindliche Historiker bescheinigen sowohl dem Beichtvater als auch Madame de Maintenon eher mäßigenden Einfluss auf den König mit seiner rigorosen Ausmerzungspolitik gegenüber Protestanten und Jansenisten.

Mit der Fortsetzung des fatalen Werks Ludwigs XIV. durch seinen Enkel Ludwig XV. meint René hier weniger die katastrophale Staatsverschuldung als vielmehr das moralisch wenig erbauliche Schauspiel eines Königs, der sich offizielle maîtresses en titre hält, und er zählt die Damen in der Reihenfolge ihrer Amtsinhaberschaft auf (Marie-Anne de Mailly-Nesle, Marquise de La Tournelle, Herzogin von Châteauroux, Jeanne-Antoinette Poisson, Dame Le Normant d’Étioles, Marquise de Pompadour, und Marie-Jeanne Bécu, Comtesse de Dubarry).

Der »bestochene Minister« ist der Herzog von Choiseul und Marquis de Stainville, Außen- und Kriegsminister unter Ludwig XV., der die Ehe zwischen dem Thronfolger und Maria Theresias Tochter Marie-Antoinette vermittelte – bestochen, wie René glaubt, vom Hause Habsburg, das die Herrschaft über Frankreich an sich zu bringen trachtete.   

Kapitel 78: Die Hochzeitsvorbereitungen  

In seinem berühmten Monolog (3. Aufzug, 1. Szene) spekuliert Hamlet über »das unentdeckte Land, von des Bezirk kein Wandrer wiederkehrt«.   

Kapitel 80: Eurydike  

Die Dryade Eurydike, Gattin des Orpheus, trat auf der Flucht vor dem Gott Aristaios auf eine Schlange, deren Biss tödlich war.

Marie-François-Xavier Bichat, Begründer der Histologie, der ohne Mikroskop einundzwanzig Gewebetypen des menschlichen Körpers entdeckte und als Vorläufer Virchows in der Zellularpathologie gilt, konnte während der Revolution zahlreiche Experimente zur Reaktion des Herzmuskels auf elektrische Stimulation an frisch guillotinierten Leichen machen; ein Klassiker der modernen Pathologie ist sein 1800 erschienenes Buch Recherches physiologiques sur la vie et la mort. Franz Joseph Gall und sein Schüler Johann Caspar Spurzheim sind die Begründer der Schädellehre oder Phrenologie, einer Pseudowissenschaft, die Charaktereigenschaften und Temperament der Schädelform ablesen wollte, aber neben allem unhaltbar Spekulativen sind sie mit ihrer Lokalisationstheorie letztlich die Vorläufer der modernen Hirnforschung. Ihre Veröffentlichungen konnte René zur Zeit seines Kerkeraufenthalts noch nicht gelesen haben. Bichat betrachtet er als Antagonisten der Phrenologen, weil Bichat Materialist ist, während die Phrenologen Spinner sind, um es anspruchslos auszudrücken, oder etwas anspruchsvoller: Bichat führt zur modernen Medizin, Gall und Spurzheim führen zur Forensik und zur Eugenik.

Janes Definition des Betens als Opiat klingt nach einer Reverenz vor dem Freund des Verfassers, Heinrich Heine, dem auch Karl Marx die Definiton der Religion als Opium verdankt.

Jan Swammerdam hat in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts unter dem Mikroskop Insekten seziert und aufsehenerregende anatomische Entdeckungen gemacht, bevor er in Schwermut und religiöse Schwärmerei verfiel und in geistiger Umnachtung starb; auf ihn spielt Jane an.

Die von Jane zitierten Worte Shakespeares stammen aus der 1. Szene des 2. Aufzugs von Hamlet.

In Kapitel 67 hat der Biss der birmanischen Giftschlange die Wirkung, dass die Opfer bei Sonnenuntergang oder bei Sonnenaufgang sterben, unabhängig von der Tageszeit des Bisses.

In Kapitel 74 erwägt nicht Jane, sondern Hélène, René die gelehrigen Elefanten abzukaufen, und er macht sie den Schwestern zum Geschenk.   

Kapitel 81: Die Rückkehr (2)  

»Eichenholz und dreifache Erzschicht umschloss die Brust des Mannes, der zuerst den zerbrechlichen Kahn der wilden See anvertraute«, schreibt Horaz in seinem Geleitgedicht an das Schiff, das ihn trägt (Oden, I, 3, 9).   

Kapitel 83: Rückkehr zum Quai Chien-de-plomb  

Die Saint-Géran ist das Schiff, das in Paul und Virginie die junge Heldin aus Frankreich zurückbringt und vor der Insel Mauritius im Sturm Schiffbruch erleidet.   

Kapitel 85: Die Armenkollekte  

Der Faustkampf zwischen Dares und Entellus ereignet sich im fünften Kapitel der Äneis bei den Trauerfeierlichkeiten anlässlich der Beisetzung des Anchises; der junge Dares ist voller Kampfbegier, der abgeklärte Entellus muss zum Kampf genötigt werden und besiegt den Jüngeren.   

Kapitel 86: Aufbruch  

Der »Chant du départ« war die Nationalhymne zur Feier des Bastillesturms (Verse von Marie-Joseph Chénier, Musik von Étienne-Nicolas Méhul), die sich großer und lang anhaltender Beliebtheit erfreute.   

Kapitel 87: Was sich unterdessen in Europa ereignete  

Dieses und das folgende Kapitel entstammen Dumas’ Roman La San Felice (1864), der nach der Schlacht von Abukir am Hof von Neapel spielt.

Als Geburtsdatum Lord Horatio Nelsons nennt Dumas den 20. September 1758; andere Quellen geben den 19. und auch den 29. September dieses Jahres an. Nelson hatte insgesamt zehn Geschwister; als seine Mutter 1767 starb, waren acht der elf Kinder noch am Leben. Nelsons Onkel, der den Zwölfjährigen als Midshipman in seine Mannschaft aufnahm, war Maurice Suckling, der Bruder von Nelsons Mutter; sie und ihr Bruder waren Großnichte und Großneffe des ersten britischen Premierministers Robert Walpole. Das von Suckling kommandierte Kriegsschiff, auf dem Nelson seinen ersten Dienst antrat, hieß nicht Redoutable, sondern Raisonnable.

Die Arztwitwe Frances Nisbett heiratete Nelson vor seiner Rückkehr nach England 1787 auf der Karibikinsel Nevis.

Sir William Hamilton, Wissenschaftler und Gelehrter, war seit 1764 englischer Gesandter am Hof des Königs von Neapel und beider Sizilien; seine Geliebte Amy Lyon (Künstlername Emma Hart) hatte er 1791 geheiratet.

Der Jakobinerhass Ferdinands IV. und seiner Gemahlin Caroline Marie hängt zweifellos damit zusammen, dass Carolines Schwester Marie-Antoinette von der französischen Republik guillotiniert worden war.

Der Marinehafen Toulon hatte sich im August 1793 auf die Seite der Royalisten geschlagen und die republikanischen Kriegsschiffe im Hafen den Engländern überantwortet; dem Artillerieoffizier Buonaparte war nach zäher Belagerung im Dezember die Vertreibung der Engländer und die Rückeroberung Toulons gelungen.

Die Geschehnisse des 13. Vendémiaire sind in den Anmerkungen zum 29. Kapitel referiert.

In der Schlacht von Montenotte (12. April 1796) und in der Schlacht von Dego (14. April 1796) besiegte Bonaparte die Österreicher unter Graf Argenteau; in der Schlacht von Arcole (15. bis 17. November 1796) besiegte er die Österreicher unter Baron Alvinczy, in der ersten Schlacht von Rivoli (22. November 1796) besiegte er die Österreicher unter Baron Davidovich, und in der zweiten Schlacht von Rivoli (14. bis 15. Januar 1797) besiegte er abermals die Österreicher unter Alvinczy. (Sieger gegen Napoleon war Feldzeugmeister Joseph Freiherr Alvinczy von Borberek in der zweiten Schlacht von Bassano am 6. November 1796 und in der Schlacht von Caldero oder Caldiero am 12. November 1796.) Feldmarschall Dagobert Sigismund Wurmser wurde von Napoleon in der Schlacht von Castiglione (5. August 1796) und in der ersten Schlacht von Bassano (8. September 1796) besiegt. General Jean-Pierre, Baron de Beaulieu, unterlag Napoleon in der Schlacht von Lodi (10. März 1796) und in der Schlacht von Borghetto (30. Mai 1796). Erzherzog Karl von Österreich wurde von Napoleon in der Schlacht von Valvassone (16. März 1797) geschlagen (und 1809 in den Schlachten von Eckmühl, Regensburg und Wagram, während er im selben Jahr in der Schlacht von Aspern gegen die Franzosen siegte).

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