Der Graf von Sainte-Hermine
- Автор: Дюма Александр
- Год: 2009
- Язык: немецкий
- Год: Blanvalet Verlag
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
Bonaparte vergleicht Cadoudal in seinem Zornesausbruch mit dem berühmten Wegelagerer des Ancien Régime Louis Mandrin (1725-1755), der einen Kleinkrieg gegen die Generalpächter im Südosten Frankreichs führte, und mit dem weniger berühmten, aber zeitgenössischeren Einbrecher und Dieb Jean Chevalier, genannt Poulailler, der 1786 gehängt wurde.
Fouchés Spitzel Victor mit dem Beinamen »der Limousiner« ist eine fiktive Figur, für deren frappierende Verwandlungskünste der legendäre Polizeispitzel und Geheimpolizist François Vidoqc Pate gestanden haben dürfte.
Kapitel 25: Der Herzog von Enghien (1)
Die Entfernung zwischen Ettenheim und Straßburg beträgt nicht zwanzig, sondern mehr als fünfzig Kilometer.
Die Geheimgesellschaft der »Philadelphes«, von der Sol de Grisolles dem Herzog von Enghien erzählt, ist mit keiner der Freimaurerlogen gleichen Namens identisch und wohl kaum mit der Société des Philadelphes, die der sechzehnjährige Charles Nodier gründete und deren Mitglieder einem Tugend- und Freundschaftskult mit viel zahlenmystischem Hokuspokus huldigten; Claude Schopp charakterisiert sie als »Zusammenschluss von Royalisten und Republikanern, die ihr Hass auf Bonaparte einte und die bis in die Kaiserzeit Verschwörungen anzettelten, die nie weit gediehen«.
Kapitel 27: Die Höllenmaschine
Die Verschwörung einiger Jakobiner und Babeuf-Anhänger unter Anführung des korsischen Offiziers Joseph-Antoine Aréna – von Bonaparte nach dem Staatsstreich des 18. Brumaire seiner Ämter enthoben -, welche zum Ziel hatte, während eines Opernbesuchs im Oktober 1800 den Ersten Konsul zu beseitigen, wurde als conspiration des poignards »Verschwörung der Dolche« bekannt; sie war nicht sehr ernst zu nehmen und wurde umgehend durch die Polizei vereitelt; die Beteiligung des Bildhauers Ceracchi und des Malers Topino-Lebrun ist ebenso zweifelhaft, wie offenkundig ist, dass diese laienhafte Konspiration nichts mit dem Sprengstoffattentat zwei Monate später zu tun hat; am 31. Januar 1801 wurden Aréna, Ceracchi, Demerville (ehemaliger Sekretär des einstigen Wohlfahrtsausschussmitglieds Bertrand de Barère, dem diese Entsorgung eines potentiell gefährlichen Mitwissers seiner Vergangenheit sicherlich nicht ungelegen kam) und Topino-Lebrun guillotiniert.
Mit »September-Blutsäufern« meint Bonaparte in seinem Wutausbruch jene »sansculottischen Patrioten«, die, von Danton angestachelt, in den ersten Tagen des Septembers 1792 in mehreren Pariser Gefängnissen ein fürchterliches Gemetzel anrichteten, weil das Gerücht umging, unter den Gefangenen befänden sich gefährliche, bis an die Zähne bewaffnete Konterrevolutionäre, die einen konzertierten Ausbruch nebst darauffolgender Machtergreifung planten; als »Versailles-Mörder« bezeichnet er diejenigen, die am 6. Oktober 1798 die königliche Familie aus Versailles nach Paris brachten, »31.-Mai-Briganten« bezieht sich auf den Aufstand der Pariser Kommune gegen den Konvent im Mai 1793, und die »Prairial-Verschwörer« sind die Pariser Sansculotten, die im Mai 1795 mit der Losung »Brot und Verfassung!« den Konvent stürmten, den Abgeordneten Féraud ermordeten, seinen Kopf auf eine Pike spießten und ihn dem Vorsitzenden Boissy d’Anglas präsentierten.
François-Noël (genannt Gracchus) Babeuf und seine Mitangeklagten kennt man unter dem Begriff der »Verschwörung der Gleichen« – die Verschwörung beschränkte sich auf die Bildung eines »Geheimdirektoriums der Wohlfahrt«, das mit Pamphleten und Anschlägen das Pariser Volk »revolutionieren« wollte; das echte Direktorium verstand in Sachen soziale Revolution keinen Spaß und nutzte die Gelegenheit, sich sogenannter Verschwörer zu entledigen; von den rund fünfzig Angeklagten wurden nur Babeuf und ein Mann namens Darthé zum Tode verurteilt und nach einem Selbstmordversuch am 26.5.1797 guillotiniert.
Kapitel 28: Die wahren Schuldigen
Die Erinnerungen Charles Desmarets’, des Chefs der Geheimpolizei während der Zeit des Konsulats und des Kaiserreichs, aus denen Dumas in diesem und den folgenden Kapiteln schöpft, sind unter dem Titel Témoignages historiques, ou Quinze ans de haute police sous Napoléon 1833 erschienen.
Die Liste der Verschwörer, die an dem Attentat mit der »Höllenmaschine« beteiligt waren, umfasst Pierre Robinault de Saint-Régeant (oder Réjant), Pierre Picot de Limoëlan, Georges Cadoudal, Jean-Baptiste Coster, genannt Saint-Victor, Joyaux d’Assas, Jérôme Pétion de Villeneuve, Lahaye Saint-Hilaire und den in Paris angeheuerten Chouan François-Joseph Carbon.
Die Notiz im Moniteur über die Hinrichtung der zwei Attentäter ist ein klein wenig umfangreicher als zitiert und lautet: »Das Kassationsgericht hat das Urteil bestätigt, das vom Kriminalgericht des Seine-Bezirks über die Angeklagten verhängt wurde, die des Attentats auf die Person des Ersten Konsuls am Abend des vergangenen 3. Nivôse für schuldig befunden wurden. Carbon und Saint-Régeant haben heute die Todesstrafe erlitten.«
Kapitel 29: König Ludwig von Parma
Im XIX. Gesang der Odyssee (Vers 560-569) spricht Penelope von den zwei Pforten des Schlafs aus Horn und aus Elfenbein, aus denen die wahren und die trügerischen Träume kommen; Vergil hat diese Stelle fast wörtlich in die Äneis übernommen (VI. Buch, Vers 893-896); bei Dumas ist die Anspielung obendrein eine versteckte Hommage an den toten Freund Gérard de Nerval, dessen Erzählung Aurélia mit diesem Bild beginnt (»Der Traum ist ein zweites Leben. Nie konnte ich ohne Zittern die hörnerne oder die elfenbeinerne Pforte durchqueren, die uns von der Welt des Unsichtbaren tennen«).
Am 13. Vendémiaire im Jahr III (5. 10. 1795) schlug Bonaparte mit bewaffneten Einheiten im Auftrag des Direktoriumsmitglieds Paul-François (Vicomte de) Barras den royalistischen Aufstand einiger Pariser Sektionen nieder; am 18. Fructidor im Jahr V (4. 9. 1797) kam es zu einem republikanischen Staatsstreich des Direktoriums, in dessen Folge royalistische Abgeordnete verhaftet und Royalisten deportiert wurden.
Henri du Vergier, Graf von La Rochejacquelein, Charles-Melchior-Artus, Marquis de Bonchamps, Maurice-Joseph-Louis Gigost d’Elbée, François-Athanase de Charette de la Contrie und Louis-Marie, Marquis de Lescure, sind berühmte, ja legendäre, aber historisch verbürgte Vendée-Anführer, Valensolles, Jahiat, Ribier und Sainte-Hermine sind fiktive.
Metge, Veycer und Chevalier sind jakobinische »Verschwörer«, die im Januar 1801 im Zuge von Napoleons gnadenlosem Abrechnen mit Linksextremisten hingerichtet wurden – Metge war Verfasser glühender antibonapartistischer Pamphlete, Chevalier ein Chemiker, der mit Sprengstoffen experimentiert und sich damit als Bombenbauer verdächtig gemacht hatte.
Bei dem Herzog von Rovigo, Napoleons ehemaligem Adjutanten, handelt es sich um Anne-Jean-Marie-René Savary, aus dessen Erinnerungen Dumas hier zitiert (Mémoires du duc de Rovigo pour servir à l’histoire de l’empereur Napoléon, Paris, 1828).
Kapitel 30: Jupiter auf dem Olymp
Thomas Alexandre Davy de La Pailletterie (kurz: Alexandre) Dumas, Vater des Verfassers, Sohn einer farbigen Mutter und eines französischen Adeligen, wurde mit Mutter und Geschwistern vom Vater an einen anderen Plantagenbesitzer auf Santo Domingo verkauft, erhielt 1791 die Freiheit und brachte es durch Tapferkeit und Wagemut früh zum General; in Ägypten schlug er den Aufstand von Kairo nieder, geriet auf der Rückkehr in österreichische Gefangenschaft, kehrte krank (infolge mehrerer Vergiftungsversuche) nach Frankreich zurück und wurde 1802 in den Ruhestand verabschiedet, weil er aus seinem Missvergnügen an Napoleons Regime kein Geheimnis machte.