Ferne Ufer: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #3
- Год: 2016
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Ferne Ufer: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
Die Frage hing zwischen uns im Raum, schimmernd wie die Reflexion des Wassers zu unseren Füßen.
»Wenn du es sagst«, sagte ich, »dann glaube ich dir.«
»Ja?« Er klang ein wenig erstaunt. »Warum?«
»Weil du eine ehrliche Haut bist, Jamie Fraser«, sagte ich und lächelte, um nicht zu weinen. »Und möge der Herr dir gnädig sein.«
»Nur du«, sagte er so leise, dass ich ihn kaum hören konnte. »Dich mit meinem Körper zu verehren, dir mit meinen Händen zu dienen. Dir meinen Namen zu geben und mein Herz und meine Seele dazu. Nur du. Weil du mich nicht lügen lässt – und mich dennoch liebst.«
»Jamie«, sagte ich leise und legte ihm die Hand auf den Arm. »Du bist nicht mehr allein.«
Er nahm mich bei den Armen und sah mir suchend ins Gesicht.
»Ich habe es dir geschworen«, sagte ich. »Bei unserer Hochzeit. Ich habe es damals nicht ernst gemeint, aber ich habe es geschworen – und jetzt meine ich es ernst.« Ich nahm seine Hand in die meinen und spürte die dünne, glatte Haut an seiner Handwurzel, wo der Puls unter meinen Fingern schlug, wo er sich einst mit dem Dolch geschnitten und sein Blut vergossen hatte, um es für immer mit dem meinen zu vermischen.
Ich presste mein Handgelenk an das seine, Puls an Puls, Herzschlag an Herzschlag.
»Blut von meinem Blut …«, flüsterte ich.
»Bein von meinem Bein.« Sein Flüstern war tief und heiser. Er kniete sich ganz plötzlich vor mich hin und schob die gefalteten Hände zwischen die meinen; die Geste eines Highlanders, der seinem Häuptling die Treue schwört.
»Bis zu unserem Ende …«, sagte er und beugte den Kopf über unsere Hände.
»… soll meine Seele die deine sein«, sagte ich leise. »Aber es ist noch nicht zu Ende, Jamie, nicht wahr?«
Dann erhob er sich und nahm mein Hemd, und ich legte mich nackt auf das schmale Bett, zog ihn zu mir durch das sanfte gelbe Licht und holte ihn heim und heim und nochmals heim, und keiner von uns war mehr allein.
Kapitel 60
Der Duft der Edelsteine
Rose Hall lag zehn Meilen außerhalb von Kingston. Der Weg dorthin war eine steile, gewundene, ungepflasterte Straße, die uns über rötlichen Staub in blaue Berge führte und derart zugewuchert und schmal war, dass wir den Großteil der Strecke einzeln hintereinanderreiten mussten. Ich folgte Jamie durch die dunklen, süßlich duftenden Gewölbe aus Zedernzweigen, unter Bäumen, die über dreißig Meter hoch waren. In ihrem Schatten wuchsen Riesenfarne, deren sprossende, noch eingerollte Triebe nicht nur das Aussehen, sondern beinahe auch die Größe der Schnecke an einem Violinenhals besaßen.
Alles war still bis auf die Rufe der Vögel im Gebüsch – und selbst diese verstummten, wenn wir uns näherten. Einmal blieb Jamies Pferd abrupt stehen und wich schnaubend zurück; wir warteten, während sich eine kleine grüne Schlange über den Weg hinweg ins Unterholz wand. Ich blickte ihr nach, konnte aber rechts und links der Straße nicht mehr als drei Meter weit sehen; dahinter gab es nur kühlen grünen Schatten. Halb hoffte ich, dass Mr. Willoughby diese Richtung eingeschlagen hatte – an einem solchen Ort würde man ihn niemals finden.
Obwohl die Miliz ihn intensiv gesucht hatte, war der Chinese verschwunden geblieben. Man rechnete morgen mit dem Eintreffen der zusätzlichen Marinesoldaten aus Antigua. Unterdessen war jedes Haus in Kingston verschlossen wie ein Banktresor, die Besitzer bis an die Zähne bewaffnet.
In der Stadt herrschte eine gefährliche Stimmung. Genau wie die Marineoffiziere war auch der Oberst der Miliz der Meinung, dass der Chinese, falls man ihn fand, von Glück sagen konnte, wenn er lange genug überlebte, um an den Galgen gebracht zu werden.
»Man würde ihn in Stücke reißen«, hatte Oberst Jacobs gesagt, als er uns in der Mordnacht aus der Residenz eskortierte. »Ihm die Eier abreißen und sie ihm in den stinkenden Hals stopfen, würde ich sagen«, hatte er hinzugefügt, und der Gedanke hatte ihn mit unübersehbarer Genugtuung erfüllt.
»Gewiss doch«, hatte Jamie auf Französisch gemurmelt, während er mir in die Kutsche half. Ich wusste, dass ihn Mr. Willoughbys Schicksal nach wie vor sehr beschäftigte; er verhielt sich auf dem gesamten Ritt in die Berge still und nachdenklich. Und doch gab es nichts, was wir tun konnten. Falls der kleine Chinese unschuldig war, konnten wir ihn nicht retten; falls er schuldig war, konnten wir ihn nicht verraten. Das Beste, worauf wir hoffen konnten, war, dass er nicht gefunden wurde.
Und unterdessen blieben uns fünf Tage, um Ian zu finden. Falls er sich tatsächlich auf Rose Hall befand, war es möglich, dass alles gut werden würde. Falls aber nicht …
Die Plantage war durch einen Zaun und ein kleines Tor vom umliegenden Wald abgetrennt. Im Inneren war das Gelände gerodet und mit Zuckerrohr und Kaffee bepflanzt. Ein Stück vom Haus entfernt stand auf einer separaten Anhöhe ein großes, einfaches Lehmgebäude, dessen Dach mit Palmwedeln gedeckt war. Dunkelhäutige Menschen gingen darin ein und aus, und der klebrige Geruch verbrannten Zuckers hing überall schwach in der Luft.
Unterhalb der Raffinerie – denn dafür hielt ich das Gebäude – stand eine große Zuckerpresse, eine primitive Konstruktion aus einem großen Balkenkreuz auf einer Drehspindel, die auf den kantigen Auffangbehälter montiert war. Zwei oder drei Männer kletterten auf der Presse herum, aber sie war nicht in Betrieb; die Ochsen, die sie antrieben, grasten ein Stück entfernt.
»Wie bekommen sie denn den Zucker von hier an die Küste?«, fragte ich neugierig, weil ich an den schmalen Pfad denken musste, über den wir gekommen waren. »Mit Maultieren?« Ich strich mir die Zedernnadeln von den Schultern meiner Jacke, um wieder präsentabel auszusehen.
»Nein«, antwortete Jamie zerstreut. »Sie schicken ihn auf Lastkähnen den Fluss hinunter. Der Fluss ist gleich dort jenseits des kleinen Passes, den du hinter dem Haus sehen kannst.« Er wies mit dem Kinn darauf, während er mit einer Hand sein Pferd zum Stehen brachte und sich mit der anderen den Reisestaub von den Rockschößen klopfte.
»Fertig, Sassenach?«
»Fertig.«
Rose Hall war ein zweistöckiges Haus, langgezogen und elegant proportioniert, und es hatte ein teures Schieferdach anstelle der Bleche, mit denen die meisten Plantagenhäuser gedeckt waren. Eine lange Veranda zog sich komplett an der einen Hauswand entlang, und Glastüren führten darauf hinaus.
Ein großer gelber Rosenbusch wuchs neben der Eingangstür an einem Spalier empor und ergoss sich über die Dachkante. Er duftete so betörend, dass mir die Luft wegblieb – doch vielleicht war es auch nur die Aufregung, die mir den Atem verschlug. Ich blickte mich um, während wir darauf warteten, dass jemand an die Tür kam, und hielt Ausschau nach möglichen weißen Gestalten in der Nähe der Zuckerraffinerie.
»Ja, Sah?« Eine Sklavin in den mittleren Jahren öffnete die Tür und blickte neugierig zu uns hinaus. Sie war kräftig und trug ein weißes Baumwollkleid; ein roter Turban war um ihren Kopf geschlungen, und ihre Hautfarbe glich dem tiefen, sanften Gold im Herzen der Blüten am Rosenspalier.
»Mr. und Mrs. Malcolm würden gern mit Mrs. Abernathy sprechen«, sagte Jamie höflich. Die Frau wirkte ziemlich verblüfft, als gäbe es hier nicht häufig Besucher, doch nach einem Moment der Unentschlossenheit trat sie nickend zurück und hielt uns die Tür weit auf.
»Bitte warten im Salon, Sah«, sagte sie in einem sanften Singsang, der das Wort wie »Sallong« klingen ließ. »Ich frage Herrin, will sie sehen.«
Es war ein großes, langes Zimmer mit eleganten Proportionen, erhellt durch große Fenster, die an einer Seite bis zum Boden reichten. Am anderen Ende des Zimmers befand sich der offene Kamin, ein gewaltiges Konstrukt mit einem steinernen Sims und einer polierten Schieferplatte, die fast die ganze Wand einnahm. Man hätte problemlos einen Ochsen darauf grillen können, und das Vorhandensein eines langen Spießes deutete darauf hin, dass die Besitzerin dies gelegentlich auch tat.