Ein Kampf um Rom
- Автор: Дан Феликс
- Язык: немецкий
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Ein Kampf um Rom». Краткое содержание книги:
«Ist unsre Liebe dein Glück geworden?» fragte Valeria nachdenklich. «Wie viel stärker stündest du morgen im Kampf, wenn des Westgotenkönigs Tochter, wenn jene Haralda, der du gar sehr gefielst... -»
Aber Totila drückte sie an die Brust. «Wer ersetzt Valeria?»
«Dein Glück?» wiederholte diese bang. «Werden wir je vereinigt werden? Man sagt, die Feinde sind euch doppelt überlegen. Die Schlacht morgen, - hast du keine Besorgnis?»
«Nie in meinem Leben habe ich einem Kampf so freudig entgegengesehen. Das wird mein Ehrentag in der Geschichte! Mein Plan ist gut, mich freut's, den großen Schlachtenlenker Narses mit seiner eignen Kunst zu überwinden. Wie in ein
Festspiel reite ich in diese Schlacht. Du sollst mir deshalb Helm und Roß und Speer mit Blumenkränzen und mit Bändern schmücken.» -
«Mit Blumen und Bändern! - Opfer schmückt man so.»
«Und Sieger, Valeria.»
«Morgen mit Sonnenaufgang sende ich dir die Waffen hinab ins Lager, geschmückt mit Blumen, die im Frühtau glänzen.»
«Ja, geschmückt will ich reiten in meine schönste Siegesschlacht - denn morgen ist der Tag, da ich in einem Schlag die Braut mir und Italia erkämpfen - ihr seid eins in meinem Herzen, stets hab' ich in dir, du Marmor-Schöne, das Bild Italiens geliebt.»
Einunddreißigstes Kapitel
Als der König beim Schein der Sterne das kleine Haus von Taginä erreichte, wo er sein Quartier aufgeschlagen, traf er im Hofe, auf dem Rand der Zisterne, einen Mann in dunklem Mantel sitzen, die Harfe auf den Knien, sie blitzte im Mondlicht; leise Akkorde griff er darauf.
«Du bist es, Teja? Hast du nichts zu tun auf deinem Flügel?»
«Ich habe dort alles geordnet. Hier hab' ich zu tun - mit dir.»
«Tritt mit mir ins Haus. Ist Julius nicht darinnen?»
«Er ging noch in die Basilika Sankt Pauls, für deinen Sieg zu beten. Er kommt wohl bald zurück. Ich habe dir eine Rüstung mitgebracht, die ich dich bitte, morgen in der Schlacht - mir zuliebe - zu tragen, sie ist fest und sehr sicher.»
Totila blieb gerührt stehen: «Welche Sorgfalt echter Freundschaft!»
Hand in Hand schritten sie nun in das Mittelgemach des Hauses. Da lag, auf dem Marmortisch aufgerichtet, eine vollständige Rüstung, vom Helm bis zu den geschuppten
Schuhen, von dem besten hispanischen Stahl, leicht und doch undurchdringlich; meisterhaft gearbeitet, aber ohne allen Schmuck, ohne Helmzier, mit dicht geschlossenem Visier, -alles von dunkelblauem Stahl.
«Welcher zauberkund'ge Schmied hat dieses Wunderwerk geschaffen?» frug Totila bewundernd.
«Ich», sagte Teja. «Du weißt: ich habe von jeher Gefallen an Waffenarbeit gehabt. Und ich habe - ich schlafe wenig nachts -diese Schuppen für dich gefertigt. Du mußt sie annehmen.»
«Ja», lächelte Totila - «für meine Bestattung, darin will ich meinen Leichenzug begleiten. Aber morgen, mein Teja, reit' ich in vollem Königsschmuck ins Treffen. Italia soll nicht sagen, ihr König und Bräutigam habe sich an seinem Ehrentag versteckt. Nein, wer morgen den Gotenkönig sucht, soll nicht viel Mühe haben, ihn zu finden.»
«Ich hab' es gefürchtet», seufzte Teja. «So laß mich wenigstens morgen an deiner Seite fechten: nimm mir den Befehl des rechten Flügels ab.»
«Nein, er ist hochwichtig. Mich beschützen kann ich selbst. Die Berge aber mußt du mir decken und den Weg nach Rom. Im Fall eines Unglücks liegt auf deinem Flügel die einzige Rettung für den Abzug.»
Da trat Julius ein mit Graf Thorismut und Herzog Adalgoth und die Diener, - darunter auch Wachis, der nun Teja als Schildträger begleitet hatte - brachten das Nachtmahclass="underline" Fleisch, Früchte, Brot und Wein.
«Denke, Julius», lächelte Totila diesem entgegen, «der kühnste Held im Gotenheer ist ängstlich geworden.»
«Nicht für mich», sagte dieser. «Aber meine Träume treffen meistens ein. Und sie sind immer schwarz.»
«Eure Träume», lächelte Totila dem jungen Adalgoth, der sich neben ihm niederließ, und Wachis zu, der dem König den
Becher fällte - «eure Träume, ihr Frischvermählten, sind wohl nicht schwarz!»
«Kann nicht klagen darüber, Herr König», schmunzelte Wachis. «Doch ich wünschte -»
«Was hast du noch zu wünschen außer Liuta?» meinte Totila.
«Ich wünschte, der Lange wäre da.»
«Welcher Lange?»
«Nun: der gar Lange: der noch deinen tapfern Bruder Hildebad um eines Hauptes Länge überragt haben würde, der mit dem Bärenfell und mit der Falken-Werferin: - wie hieß er doch?»
«Harald», sagte Teja ernst.
«Ja, den meine ich. Der wäre gut mit seinen starken Riesen morgen.»
«Wir werden ihn nicht brauchen.»
«Aber besser ist immer besser, Herr König. Und wenn ich der Herr König gewesen wäre: - den hätt' ich wieder kommen lassen, als der Krieg losbrach.»
«Wir brauchen ihn nicht», wiederholte der König schärfer.
«Ich dachte wie mein Schildmann, o König», sagte Teja, «und habe auf eigne Faust - an deiner Einwilligung zweifelnd -gesendet nach ihm: fortgeschickt hättest du ihn doch nicht, hätte ich ihn zur Stelle schaffen können. Auch mir hat dieser treue Nordlandsheld gefallen -: seine Leute wären gut gewesen wider die Langbärte -: leider war die Flotte von meinem kleinen Schiff nicht einzuholen.»
«Dank, Teja, das war wieder ganz deine Art. Aber mich freut, daß du ihn nicht beischaffen konntest. Wir schlagen und siegen allein. Mein Plan ist ganz unfehlbar, wenn nur... -» Hier flog eine Wolke über des Königs Stirn.
«Wenn der Korse seine Schuldigkeit tut», sprach Teja.
«Sage, Thorismut - ich sandte dich noch vom Kloster aus, wo ich einen kleinen Streit mit ihm hatte, an Furius - ich fragte, ob alles beim alten bleibe zwischen uns: - was antwortete er?»
«Er gab mir diesen offenen Brief an dich.»
«Wo trafst du ihn?» forschte der König, die Wachstafel nehmend.
«Vor Taginä. Er wies seinen Reitern bereits die Stellung im Hinterhalt an. Er hat alles auf das genaueste erfüllt, was du vorschriebst.»
Totila las: «Morgen werd' ich erfüllen, was du von mir erwartest. Du wirst mir nach der Schlacht nichts mehr vorwerfen.»