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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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Die Angreifer konnten nun nicht sicher sein, ob er sich nicht in eines der Zimmer am Flur geflüchtet hatte. Das würde sie ein wenig aufhalten.

Lautlos schob er sein Schwert in die Scheide und tastete nach seinem Arm. Die Wunde blutete stark. Sobald die anderen die Dunkelheit bannten, würde seine Blutspur verraten, wohin er gegangen war. Er erreichte das Ende des Flurs. An der Stirnseite hing ein Gobelin, der einen Pegasus-Schimmel zeigte. Nodon schob den schweren Wandteppich zur Seite und tastete nach dem Stein, der sich ins Mauerwerk hineindrücken ließ. Diese verborgene Tür war ein so offensichtliches Geheimnis, dass es nicht lange dauern würde, bis seine Verfolger sie fanden. Aber so sollte es auch sein.

Lautlos glitt die Stirnwand zur Seite, und Nodon trat in einen Tunnel, der nach Felsstaub roch. Auch hier herrschte absolute Finsternis. Er hielt inne, löste seinen Schwertgurt und schlang ihn so eng es ging um seinen rechten Oberarm, um die Blutung zu stillen.

Erst als er sich halbwegs sicher war, keine Spur verräterischer Blutströpfchen zu hinterlassen, stand er auf und folgte dem Tunnel. Sorgsam zählte er die Schritte. Bei dreiunddreißig hielt er inne. Bevor er über die unebene Felswand tastete, wischte er seine blutbesudelte Linke sorgfältig an seiner Hose ab. Er durfte keine Spur hinterlassen!

Bald fand er den Felsvorsprung, der sich groß wie ein Hühnerei in seine Hand schmiegte, und drehte ihn leicht nach links. Eine zweite verborgene Tür öffnete sich. Ein Meisterwerk der Tarnung. Nodon hatte sie im Fackelschein betrachtet, als der Dunkle diesen Tunnel vollendet hatte. Wer nicht wusste, wo er suchen musste, würde es schwer haben, sie zu finden.

Niedergeschlagen trat er in den Tunnel, der ihn in die Wüste jenseits des Jadegartens führen würde.

Die Vogelfreundin

Bidayn kniete neben Valarielle. In der Dunkelheit konnte sie die Wunden ihrer Gefährtin nur ertasten. Die Zauberweberin war tot, daran konnte es keinen Zweifel geben. Aber ihr Zauber dauerte an. Wie war das möglich? Die Dunkelheit wollte einfach nicht weichen. Und wie hatten Nodon, Nandalee, der Krüppel und die Kinder entkommen können?

Angst überkam Bidayn. Jahrelang hatten sie sich auf diesen Angriff vorbereitet. Und er war missglückt! Sie wagte kaum, sich auszumalen, was geschehen würde, wenn sie dem Goldenen unter die Augen treten musste, um das zu berichten.

Ob sie noch hier waren? In irgendeinem geheimen Unterschlupf in der Veste? Asfahal hatte geschworen, dass niemand an ihm vorbeigekommen war, und sie glaubte ihm. Also musste es noch einen zweiten Ausgang geben.

Valarielles Mörder war nach oben in den Flur entkommen. Dort musste das Versteck sein. Sie durfte jetzt nicht aufgeben! Sie würde das Loch finden, in dem Nandalee und die anderen sich verkrochen hatten.

»Bringt sie hinaus!«, befahl sie Asfahal und Lemuel. Der Adlerreiter hinkte. Nichts Ernstes, aber bei einer Verfolgung würde er sie nur aufhalten. »Du kommst mit mir, Kyra. Ich vertraue auf deine Instinkte. Du wirst mir den Rücken freihalten.«

Bidayn schritt die Treppe hinauf. Von dem Besuch, den sie hier gemacht hatte, wusste sie sogar noch die Zahl der Stufen. Vom Treppenabsatz waren es achtundzwanzig Schritte bis zur Tür von Nandalees Zimmer. Dort war sie schon gewesen. In jedem Zimmer an diesem verfluchten Flur. Aber Nandalee und ihre Gefolgschaft blieben unauffindbar. Wenn sie wenigstens Licht hätten! Die Dunkelheit, die sie gerufen hatten, hatte sich gegen sie gewandt, dachte Bidayn bitter. Sie wollte nicht mehr weichen.

Das Geheimnis der Entflohenen verbarg sich in diesem Flur. Schritt um Schritt tastete sich Bidayn vorwärts. Ihr Stiefel rutschte. Ganz leicht nur. Etwas Schmieriges war auf dem Boden. Vorhin war ihr das nicht aufgefallen. Aber vorhin war sie auch auf der anderen Seite des Flurs gegangen.

Die Elfe ging in die Hocke und tastete über den Boden. Da war Blut. Ein wenig klebrig, schon leicht angetrocknet. Lemuel hatte also die Wahrheit gesagt. Er hatte seinen Gegner verwundet. Und er war sich sicher gewesen, dass er gegen einen Mann gekämpft hatte. Das konnte nur Nodon gewesen sein. Bidayn seufzte erleichtert. Das war ein Hoffnungsschimmer. Ihr vielleicht gefährlichster Gegner war geschwächt. Und er würde ihr den Weg weisen.

Sie sprach ein Wort der Macht, und der metallische Duft des Blutes war für ihre Sinne hundertfach verstärkt. Sie vermochte ihm nun so leicht zu folgen wie einem Lichtstrahl durch die Dunkelheit.

Die Blutspur führte sie zur Wand am Ende des Flurs. Ihre tastenden Hände strichen über den Wandteppich. Kyra zog ihn schon zur Seite. Etwas klackte leise.

»Du bist schnell«, bemerkte Bidayn anerkennend.

»Es war beleidigend simpel«, entgegnete sie, doch schwang auch ein wenig Stolz in ihrer Stimme.

Bidayn spürte einen leichten Luftzug auf dem Gesicht, als sie in den Tunnel trat. Die Wände waren nicht geglättet. Es war eine hastige Arbeit.

Die Drachenelfe witterte, ging ein Stück vor und kam wieder zurück. Der Blutgeruch wurde im Tunnel schwächer. Sie ging in die Hocke, tastete über den Boden und fluchte. Unmittelbar hinter der Tür konnte sie eine kleine Blutlache ertasten. Das bedeutete, Nodon hatte hier verharrt und seine Wunde abgebunden.

Aber es gab noch eine letzte Möglichkeit. Sie konnte die Kinder finden. Und dort, wo Meliander und Emerelle waren, befand sich sicher auch Nandalee. Bidayn schloss die Augen und wob den Zauber, den der Goldene sie nur widerstrebend gelehrt hatte. Sie wusste nicht, warum er ein solches Geheimnis darum machte. Es dauerte ein wenig, doch dann fand sie eine Verbindung zu den beiden Ringen, die der Goldene den Kindern geschenkt hatte. Sie waren nicht weit fort. Sie konnte zwei einzelne Fäden im Gespinst der magischen Matrix erspüren, die sie nun mit den Ringen verbanden. Sie musste sie nicht einmal sehen. Sie konnte ihnen blind folgen.

»Den Tunnel entlang«, sagte sie zuversichtlich.

Mit den Händen über die unebenen Wände tastend, arbeiteten sie sich langsam vorwärts. Es war ein langer Weg, der in geschwungenem Bogen zur Steilwand, die sich über dem Jadegarten erstreckte, führte. Bald sahen sie ein rechteckiges Stück Sternenhimmel.

Bidayn spürte, wie sie den Kindern näher und näher kam. Der Tunnel endete auf einem Felssims hoch über dem Tal. Doch hier war nichts! Es gab keinen Weg hinab oder hinauf.

Sie standen quasi im Himmel. Dennoch spürte sie die Ringe.

Tauben gurrten leise. Sie hatten sie in ihrem Schlaf aufgeschreckt.

Bidayn blickte auf und sah ein Pärchen, ganz nah auf einem Felsvorsprung. Ihr Nest bestand nur aus einem Kreis dürrer Äste. Die beiden drückten sich gegeneinander, als gäben sie sich gegenseitig Halt. Und da sah die Elfe etwas an ihren Füßen im Licht der Sterne funkeln. Die beiden Ringe. Nandalee hatte sie den Tauben aufgesteckt, und obwohl Bidayn damit endgültig die Spur ihrer einstigen Freundin verloren hatte, konnte sie nicht anders und musste lachen. Sie dachte an ihre Zeit in der Weißen Halle zurück. Daran, wie Nandalee das Ei der Misteldrossel bebrütet hatte und wie sehr sie den kleinen Vogel später umhegt hatte.

Auch sie hatte den Vogel manchmal gefüttert. Piep hatte Nandalee ihn genannt. Sie erinnerte sich, wie sie mit ihrer Freundin im selben Bett geschlafen hatte, wenn sie sich fürchtete. So viele Jahre waren seitdem vergangen. So verschieden waren ihre Wege gewesen.

»Du kehrst besser zu den anderen zurück«, sagte sie Kyra. »Ihr solltet den Jadegarten verlassen. Wenn ihr klug seid, werdet ihr schnell und weit reisen. Ich werde dem Goldenen die Nachricht überbringen, dass wir die Spur von Nandalee und ihren Kindern verloren haben. Und ich weiß nicht, wie er es aufnehmen wird.«

Ein Hauch von Hoffnung

Wieder sah Nandalee die kreisenden Schatten am Nachthimmel. Für Geier waren sie zu groß. Für Drachen zu klein. Und Pegasi hatte sie so nie fliegen sehen.

Sie wusste nicht, wohin sie sich wenden sollte. Der Wüstenstreifen, der den Jadegarten umgab, war viele Meilen breit. Und bis zum nächsten Albenstern waren es mehr als fünfzig Meilen. Sie würden ihn nicht vor dem nächsten Nachmittag erreichen. Aber schon im Morgengrauen würden ihre Verfolger damit beginnen, in der Wüste nach ihnen zu suchen. Da war sie sich sicher.

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