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Revolte gegen die Unsterblichen [=Die Augen Heisenbergs / The Eyes of Heisenberg - de]

Электронная книга - «Revolte gegen die Unsterblichen [=Die Augen Heisenbergs / The Eyes of Heisenberg - de]». Краткое содержание книги:

Das Ehepaar Durant darf ein Kind haben — so haben es die Regenten der Genetik entschieden. Und das Gesetz 10927 gestattet es den Durants, der genetischen Umformung ihres Embryos beizuwohnen. Dr. Potter, der große Künstler unter den Genchirurgen, nimmt die Operation vor. Dabei handelt er den Gesetzen der Regenten zuwider, die kategorisch die Ausmerzung aller Erbanlagen fordern, die Menschen zur Rebellion gegen die jahrtausendealte Herrschaft der Unsterblichen führen könnten. Mit Hilfe einer Untergrundorganisation von halbrobotischen Cyborgs glückt die Entführung des Embryos aus dem Bruttank des Hospitals. Doch der Preis, den die Verschwörer zahlen müssen, ist ungeheuer hoch. In panischer Furcht vor einer Revolte gegen ihre Herrschaft sind die unsterblichen Regenten eher bereit, die übrige Menschheit auszulöschen, als dem neuen Leben eine Chance zu geben.
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»In der Tasche unter der Bank«, sagte Boumour. »Ein absolut vernünftiger Vorschlag.« Igan verkniff sich eine scharfe Antwort, griff aber nach der Injektionsnadel und spritzte Svengaard das Narkotikum.

»Achtung!« kam die Stimme des Fahrers durch den Lautsprecher. »Wenn auch keine Anzeichen einer unmittelbaren Verfolgung zu erkennen sind, so darf doch nicht • angenommen werden, daß der Schrei nicht gehört wurde. Ich führe nun Plan Gamma aus.«

»Wer ist denn dieser Fahrer?« flüsterte Harvey.

»Ich habe nicht gesehen, welchen sie programmiert haben«, antwortete Boumour. Er musterte Harvey. Das war eine verständliche Frage. Die Stimme des Fahrers klang seltsam, ja außergewöhnlich für einen Cyborg. Man hatte ihnen gesagt, der Fahrer sei ein programmierter Reflexcomputer, eine Maschine, dafür eingerichtet, die größte Sicherheit für ein Entkommen zu bieten. Wen hatte man nun für dieses Programm ausgewählt?

»Was ist Plan Gamma?« wisperte Lizbeth.

»Wir verlassen nun die vorgesehene Fluchtroute«, erklärte Boumour. Er sah ins Leere. Die vorgesehene Fluchtroute verlassen — das hieß, daß sie nun ganz von den Fähigkeiten des Cyborgfahrers abhingen, von den noch verbliebenen verstreuten Zellen der Untergrundbewegung. So unerschütterlich ruhig sonst Boumour auch war, jetzt überliefen ihn kalte Angstschauer.

»Fahrer!« rief Harvey.

»Ruhe!« zischte dieser.

»Halten Sie sich an den ursprünglichen Plan!« sagte Harvey. »Dort gibt es ärztliche Versorgung, und meine Frau …«

»Die Sicherheit Ihrer Frau ist nicht der wichtigste Faktor«, antwortete der Fahrer. »Unsere Einheiten entlang der Strecke dürfen nicht entdeckt werden. Lenken Sie mich mit Ihren Einwänden nicht ab. Plan Gamma wird ausgeführt.«

»Ganz einfach«, meinte Boumour und stützte sich auf die Bank. »Was können Sie schon dagegen tun, Durant?«

Harvey sank auf die Bank zurück und griff nach Lizbeths Hand. Sie drückte sie und signalisierte: Warte. Kannst du die Ärzte nicht lesen? Sie haben auch Angst, und sie sind sehr besorgt.

Ich sorge mich um dich, klopfte Harvey.

Dann ist also die Sicherheit dieser Frau und vielleicht die unsere nicht so wichtig, überlegte Boumour. Welches ist dann der wichtigste Faktor? Welches Programm kontrolliert unseren Computer in Menschengestalt?

14

Nur Nourse saß auf seinem Thron in der Kontrollkugel und beobachtete aufmerksam die Skalen, Blinklichter und Leuchtsignale, die über Geschehnisse in der Bevölkerung berichteten. Draußen, sagte man, sei jetzt Nacht — Dunkelheit, die sich über die ganze Hemisphäre breitete, von Seatac bis zur Hauptstadt von N’Scotia. Dunkelheit war für ihn die Vorahnung schrecklicher Geschehnisse, und er wünschte, Schruille und Calapine möchten zurückkehren.

Der Bildschirm wurde hell, Allgoods Gesicht erschien. Der Chef des Sicherheitsdienstes verbeugte sich vor Nourse.

»Was ist?« fragte dieser.

»Kontrollstelle Seatac-Ost berichtet von einem Transporter mit einer komischen Ladung von Behältern, der gerade durchgekommen ist, Nourse. Die Turbinen waren mit Schalldämpfern ausgerüstet. Wir haben Atemgeräusche festgestellt, fünf Personen, die unter der Ladung versteckt sind. Als der Transporter weiterfuhr, hörten wir Schreie. Eurer Instruktion entsprechend, haben wir ein Markierungsgerät auf den Transporter gesetzt und halten ihn unter Beobachtung. Wie ist Eure Order?«

Jetzt beginnt es, dachte Nourse. Und ich bin allein hier.

Nourse prüfte die Instrumente, welche die Kontrollstelle Seatac-Ost überwachten. Der Transporter war ein grüner Stecknadelkopf auf einem Bildschirm. Er verglich die Speichereinheiten des Vorfalls mit der Analyse eines Totalplanmotivators. Die Möglichkeiten, die sich ihm auftaten, erfüllten ihn mit einer Vorahnung von Unheil.

»Man hat die Stimmen identifiziert, Nourse«, fuhr Allgood fort. »Es waren …«

»Svengaard und Lizbeth Durant«, ergänzte Nourse.

»Und wo sie ist, kann ihr Mann nicht weit entfernt sein.«

Allgoods logische Bemerkungen ödeten Nourse allmählich an. Und außerdem hatte der Mann vergessen, ihn, Nourse, mit seinem Namen anzusprechen. Das war um so schlimmer, als Allgood seine Unterlassungssünde gar nicht bemerkt zu haben schien.

»Dann bleiben also noch zwei, die noch nicht identifiziert sind.«

»Wir können wissenschaftliche Vermutungen anstellen, Nourse.«

Der Regent warf einen Blick auf seinen Wahrscheinlichkeitsanalogator. »Zwei der verschwundenen Pharmazeuten.«

»Der eine könnte Potter sein, Nourse.«

Nourse schüttelte den Kopf. »Potter bleibt in Seatac.«

»Vielleicht haben sie einen transportablen Bruttank, Nourse, und der Embryo ist bei ihnen«, vermutete Allgood, »aber es ist uns nicht gelungen, die entsprechenden Maschinen festzustellen.«

»Die Maschine hörst du nicht«, antwortete Nourse, »oder wenn du sie hörst, dann erkennst du sie nicht.«

Nourse sah zu den Spionen hinauf — alle besetzt. Die Regenten überwachten also die Kugel. Tag oder Nacht — immer waren sie besetzt. Und sie wissen, was ich meine, dachte er. Rechnen sie vielleicht mit einer aufregenden Möglichkeit von Gewalttaten?

»Es gelingt mir nicht, Nourses Gedanken zu verstehen«, sagte Allgood.

»Nicht nötig«, erwiderte Nourse, Er musterte das Gesicht auf dem Bildschirm. Es erschien jung, doch Nourse hatte etwas bemerkt: in der Zentrale gab es viel Jugendlichkeit, doch keine wirkliche Jugend. Selbst die Sterries, die Dienstboten, machten keine Ausnahme. Plötzlich fühlte er sich den Sterries ähnlich, die einander mißtrauisch nach Anzeichen des Alterns beobachteten und hofften, sie würden im Vergleich mit anderen gut abschneiden.

»Wie sind Nourses Instruktionen?« fragte Allgood.

»Svengaards Schrei beweist, daß er gefangen ist«, sagte Nourse. »Aber wir dürfen doch die Möglichkeit nicht übersehen, daß dies ein geschickter Trick ist.« Seine Stimme klang müde.

»Sollen wir den Transporter zerstören, Nourse?«

»Zerstören? Nein.« Nourse schüttelte sich. »Nein, noch nicht. Halte ihn unter Beobachtung. Warnung an alle. Wir müssen herausbekommen, wohin sie fahren. Jeder Kontakt mit ihnen muß festgehalten und weiterverfolgt werden.«

»Wenn sie uns aber entwischen, Nourse, dann könnte …«

»Hast du ihre Enzymrezepturen gesperrt?«

»Ja, Nourse.«

»Dann kommen sie nicht weit und nicht für lange.«

»Wie Ihr sagt, Nourse.«

»Du kannst jetzt gehen«, befahl Nourse. Er sah noch lange auf den dunklen Bildschirm. Den Transporter zerstören? Das wäre das Ende. Er wollte nicht, daß dieses Spiel jemals zu Ende gehen sollte. Ein Gefühl freudiger Erregung überlief ihn.

Unter ihm öffnete sich das Kugelsegment, und Calapine kam, gefolgt von Schruille, herein. Sie nahmen ihre Sitze ein. Keiner sprach. Sie schienen in sich versunken, eigenartig ruhig zu sein. Nourse überlegte, ob nicht ein kleines Gewitter sie aufmuntern könnte.

Endlich schaltete Schruille den Sensorkontakt zu den Spionen in den Bergen. Mondlicht überflutete nun die Bildschirme, Nachtvögel zwitscherten, Blätter raschelten. Weit hinter den von Mondlicht übergossenen Hügeln bezeichneten Lichtflecke Küste und Häfen der Hauptstadt und die weitverzweigten, übereinander liegenden und miteinander verbundenen Linien der Luftwege.

Calapine sah geistesabwesend auf den Bildschirm, dachte an Juwelen und allen möglichen Tand, das Spielzeug der Müßiggänger. Sie hatte es in Jahrhunderten nicht fertiggebracht, auf diese Dinge zu verzichten. Doch diese Lichter waren keine Juwelen.

Nourse prüfte die Doppelpyramiden und die Aktionsanalogatoren nach, welche die Bewegungen der Bevölkerung in der Hauptstadt wiedergaben.

»Alles normal … und bereit«, sagte er.

»Normal!« höhnte Schruille.

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