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Электронная книга - «Die Gebrüder Kip». Краткое содержание книги:

Hinter diesem harmlosen Titel verbirgt sich ein aufregender Kriminalfall, bei dem die Brüder Kip zu Unrecht beschuldigt werden. Aber wie wollen sie ihre Unschuld an dem Mord am Kapitän ihres Schiffes beweisen? Alles spricht gegen sie, bis der Reeder Hawkins seine detektivischen Nachforschungen aufnimmt und verblüffende Details entdecken kann, die schließlich zur Ermittlung der Täter führen.
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Es war jetzt sieben Uhr und die Sonne schon im Untergehen; ihre letzten Strahlen umflossen nur noch goldpurpurn den Gipfel des Mount-Pitt.

»Herr Nat, begann da Wickley, wäre es nicht an der Zeit, an Bord zurückzukehren?

- Das erscheint mir auch ratsam, setzte Hobbes hinzu. Gegen Abend springt nicht selten ein Landwind auf, und wenn die Brigg sich den zunutze machen könnte, dürfen wir sie nicht warten lassen.

- So zieht die Schnüre ein, antwortete der junge Mann, wir wollen nach dem 'James-Cook' zurückfahren. Ich befürchte freilich, daß ich den von Herrn Hawkins gewünschten Wind noch nicht mitbringe.

- Nein, stimmte Hobbes ein, nicht so viel, eine Mütze füllen zu können.

- Und draußen am Horizonte steigt auch kein Wölkchen auf, setzte Wickley hinzu.

- Gleichviel. wir wollen zurückfahren,« wiederholte Nat Gibson.

Vor dem Abfahren von der Korallenbank erhob er sich jedoch auf dem Hinterteile des Bootes noch einmal und überflog mit dem Blick die ganze Linie des Risses, die den nordöstlichen Landvorsprung einrahmte. Eben erinnerte er sich der verschwundenen Goelette, von der niemand wieder etwas gehört hatte. Vielleicht entdeckte er hier einzelne Trümmer von der »Wilhelmina«, eine Seetrift, die von den Strömungen nach der Insel getragen worden wäre. Es war ja möglich, daß der vielleicht nicht völlig zerstörte Rumpf des Fahrzeuges oder wenigstens dessen Wrack im Norden oder Süden der Landspitze noch sichtbar wäre.

Auch die beiden Matrosen lugten aufmerksam nach der mehrere Seemeilen weit erkennbaren Küste hinaus, doch auch sie entdeckten nichts von der Goelette, deren Verschwinden der Dampfer ihnen gemeldet hatte.

Wickley und Hobbes wollten schon wieder zu den Rudern greifen, als Nat Gibson auf einem vom Ufer getrennt aufragenden Felsblock eine menschliche Gestalt zu erkennen glaubte. Da er sich etwa eine Meile davon entfernt befand und auch die Dämmerung schon einsetzte, fragte er sich, ob er sich nicht getäuscht hätte. War das wirklich ein Mann, den vielleicht das Erscheinen des Bootes ans Ufer gelockt hatte?. Bewegte er jetzt nicht die Arme, wie um Hilfe zu bitten? Es war fast unmöglich, sich darüber sofort klar zu sein.

»Seht einmal dorthin,« sagte Nat Gibson zu den Matrosen.

Eben hatte sich ein tieferer Schatten auf den betreffenden Teil des Ufers gelegt, und die menschliche Gestalt - wenn es eine solche war - war verschwunden.

»Ich kann dort nichts sehen, erklärte Wickley.

- Und ich auch nicht, sagte Hobbes.

- Dennoch glaub' ich nicht, mich getäuscht zu haben, fuhr Nat Gibson fort; vor ganz kurzer Zeit stand ein Mann da drüben.

- Sie glauben, einen Mann gesehen zu haben? fragte Wickley.

- Ja. dort. uns gegenüber. auf einem Felsblock. Er winkte mit den Armen. er schien auch zu rufen, doch drang seine Stimme jedenfalls nicht bis hierher.

- Gegen Sonnenuntergang kommen nicht selten Robben nach dem Strande, bemerkte Hobbes, und wenn eine solche sich aufrichtet, kann man sie leicht mit einem Menschen verwechseln.

- Das ist freilich möglich, antwortete Nat Gibson, und bei dieser Entfernung könnte ich doch vielleicht falsch gesehen haben.

- Ist denn die Insel Norfolk jetzt bewohnt? fragte Hobbes.

- Nein, erwiderte der junge Mann. Eingeborne gibt es hier nicht, doch Schiffbrüchige könnten ja genötigt gewesen sein, darauf Zuflucht zu suchen.

- Und wenn sich hier Schiffbrüchige aufhielten, setzte Wickley hinzu, könnten es nicht Leute von der 'Wilhelmina' sein?

- Vorläufig gehen wir an Bord zurück, erklärte Nat Gibson. Voraussichtlich liegt die Brigg morgen noch an derselben Stelle, und dann suchen wir die Küste bei vollem Tageslichte mit unseren Fernrohren ab.«

Die beiden Matrosen griffen zu den Rudern. Binnen zwanzig Minuten hatte das Boot den »James-Cook« erreicht, und der Kapitän, der ja einem Teile seiner Mannschaft nicht recht traute, beeilte sich, das kleine Fahrzeug wieder auf das Deck holen zu lassen.

Die erbeuteten Fische kamen Hawkins sehr willkommen, denn jetzt konnte er, der viel Interesse für Naturgeschichte hatte, einmal mit Muße die Blennies besichtigen, von denen ihm bisher noch keiner in die Hände gekommen war.

Nat Gibson erzählte seinem Vater, was er gesehen zu haben glaubte, als das Boot von der Korallenbank eben abfahren sollte.

Der Kapitän und der Reeder lauschten aufmerksam den Mitteilungen des jungen Mannes. Sie wußten ja, daß die Insel nach Aufhebung der früheren Verbrecherkolonie völlig verlassen war, und daß es auch den Eingebornen der benachbarten Archipele, sowie Australiern, Maoris und Papuas nie eingefallen war, sich hier anzusiedeln.

»Immerhin ist es möglich, daß sich gerade jetzt Fischer dort zeitweise aufhielten, fiel Flig Balt ein, der dem Berichte Nats zugehört hatte.

- Ja freilich, meinte der Reeder, und das wäre zu dieser Jahreszeit auch gar nichts so wunderbares.

- Hast du vielleicht ein Boot innerhalb des Riffkranzes gesehen? fragte der Kapitän seinen Sohn.

- Nein, Vater.

- Dann glaub' ich doch, ließ der Bootsmann sich vernehmen, daß Herr Nat sich getäuscht hat. Es war ja schon ziemlich dunkel. Ich rate Ihnen also, Kapitän, daß wir jedenfalls weitersegeln, wenn im Laufe der Nacht etwas Wind aufkäme.«

Natürlich fürchtete Flig Balt, dem schon die Anwesenheit des Herrn Hawkins und Nat Gibsons an Bord der Brigg wider den Strich ging, nichts mehr, als die Aufnahme weiterer Passagiere; in einem solchen Falle mußte er dann wohl oder übel auf seine Pläne verzichten, und das wollte er doch nicht. Seine Genossen und er waren nun einmal entschlossen, das Schiff vor dessen Ankunft in Neuirland in ihre Gewalt zu bringen.

»Und doch, fuhr der Kapitän fort, wenn Nat keinen Irrtum begangen hat, wenn auf der Insel Norfolk Schiffbrüchige schmachten, die ja recht wohl Überlebende von der 'Wilhelmina' sein könnten, müssen wir ihnen Hilfe bringen. Ich würde meine Menschenpflicht und meine Seemannsehre zu verletzten glauben, wenn ich davonführe, ohne über die Sachlage Gewißheit erlangt zu haben.

- Du hast recht, Gibson, stimmte ihm Hawkins bei. Doch, da fällt mir ein, ob der Mann, den Nat gesehen zu haben geglaubt hat, nicht vielleicht ein Verbrecher sein könnte, der aus der früheren Gefangenanstalt entwichen und auf der Insel zurückgeblieben wäre.

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