Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Feuer und Stein: 1 (German Edition)
Feuer und Stein: 1 (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Feuer und Stein: 1 (German Edition)

Электронная книга - «Feuer und Stein: 1 (German Edition)». Краткое содержание книги:

Feuer und Stein: 1 (German Edition)
1 ... 223 224 225 226 227 228 229 230 231 ... 245
Перейти на страницу:

Der Wandteppich war zwar wenig kunstvoll ausgeführt, doch er bestand aus schwerer Seide und Wolle und sperrte so gut wie jeden Luftzug aus. Ich hob ihn an der Unterkante an und wedelte damit, um den Holzkohlerauch abziehen zu lassen. Die kalte, feuchte Luft, die dafür hereinströmte, war erfrischend und trug einiges dazu bei, das Dröhnen in meinen Schläfen zu besänftigen, das begonnen hatte, als ich in den Spiegel aus Wasser blickte und mich erinnerte.

Hinter mir stöhnte es leise, und Jamie regte sich in der kühlen Luft. Gut. Er war also nicht tief bewusstlos.

Ich ließ den Wandteppich wieder vor das Fenster fallen und griff nach dem Räuchergefäß. Dann steckte ich eine der Opiumkugeln auf den Dorn und zündete sie mit einem Wachsdocht an. Das Gefäß stellte ich auf das kleine Tischchen an Jamies Kopf und achtete darauf, die süßlichen Dämpfe nicht selbst einzuatmen.

Ich hatte nicht viel Zeit. Ich musste meine Vorbereitungen beenden, ehe ihn der Opiumrauch so betäubte, dass er sich nicht mehr wecken ließ.

Ich öffnete die Vorderseite meiner Robe und rieb mich rasch mit Händen voller Lavendel und Baldrian ein. Es war ein angenehmer, würziger Duft, unverwechselbar und unvergesslich. Ein Duft, der für mich den Schatten des Mannes heraufbeschwor, der diesen Duft als Parfum trug, und den Schatten des Mannes hinter ihm; Schatten, die verwirrende Bilder gegenwärtigen Schreckens und verlorener Liebe lebendig werden ließen. Ein Duft, der Jamie an die Stunden des Schmerzes und der Wut erinnern musste, die er davon umhüllt verbracht hatte. Ich rieb mir den Rest fest in die Hände und ließ die Krümel auf den Boden fallen.

Ich holte tief Luft, um mir Mut zu machen, und griff nach dem Ammoniakfläschchen. Einen Moment blieb ich damit am Bett stehen und blickte auf das eingefallene, von Bartstoppeln übersäte Gesicht hinunter. Ihm blieb höchstens noch ein Tag; schlimmstenfalls nicht mehr als ein paar Stunden.

»Also schön, du verdammter schottischer Mistkerl«, sagte ich leise. »Dann wollen wir doch einmal sehen, wie stur du wirklich bist.« Vorsichtig nahm ich seine tropfende, verletzte Hand aus dem Wasser und stellte die Schale beiseite.

Dann hob ich das Fläschchen und schwenkte es dicht unter seiner Nase. Er prustete und versuchte, den Kopf abzuwenden, öffnete aber nicht die Augen. Ich grub meine Finger in das Haar an seinem Hinterkopf, um zu verhindern, dass er sich wegdrehte, und hielt ihm die Flasche erneut vor das Gesicht. Er schüttelte langsam den Kopf und ließ ihn hin und her schwingen wie ein Ochse, der aus dem Schlummer gerissen wird. Seine Augen öffneten sich einen Spalt.

»Wir sind noch nicht fertig, Fraser«, flüsterte ich in sein Ohr und versuchte, Randalls präzise Sprechweise zu treffen.

Jamie stöhnte und zog den Kopf ein. Ich packte ihn bei beiden Schultern und schüttelte ihn unsanft. Seine Haut war so heiß, dass ich fast losgelassen hätte.

»Wach auf, du schottischer Mistkerl! Ich bin noch nicht fertig mit dir!« Er begann, sich auf die Ellbogen hochzukämpfen und versuchte so verzweifelt zu gehorchen, dass es mir fast das Herz brach. Sein Kopf schwang immer noch hin und her, und seine aufgeplatzten Lippen murmelten unablässig etwas, das sich anhörte wie »bitte noch nicht«.

Da ihm die Kräfte versagten, wälzte er sich auf die Seite und ließ sich wieder mit dem Gesicht auf das Kissen fallen. Das Zimmer begann, sich mit Opiumrauch zu füllen, und ich fühlte mich leicht benommen.

Ich biss die Zähne zusammen, fuhr ihm mit der Hand zwischen die Gesäßbacken und packte zu. Er schrie auf, schrill und heiser, dann wälzte er sich schmerzvoll zur Seite, klemmte die Hände zwischen die Beine und rollte sich zusammen.

Eine Stunde hatte ich in meiner Kammer vor meinem Spiegelbecken gesessen und Erinnerungen heraufbeschworen. An Black Jack Randall und an Frank, seinen Nachfahren. So unterschiedliche Männer, doch mit so vielen verblüffenden körperlichen Ähnlichkeiten.

Es tat weh, an Frank zu denken, mir sein Gesicht und seine Stimme ins Gedächtnis zu rufen, gewisse Angewohnheiten, die er hatte, seine Art im Bett. Ich hatte versucht, ihn aus meinem Kopf zu löschen, sobald mein Entschluss in dem Steinkreis gefallen war, doch er war immer da, eine Schattengestalt in den hinteren Winkeln meiner Gedanken.

Mir wurde übel bei der Vorstellung, ihn zu verraten, doch in meiner Not hatte ich mich gezwungen, meinen Kopf zu leeren, wie es mir Geilie gezeigt hatte. Ich hatte mich gezwungen, mich auf die Flamme der Kerze zu konzentrieren, den kräftigen Duft der Kräuter einzuatmen, ruhiger zu werden, bis ich ihn aus dem Schatten holen konnte, die Konturen seines Gesichts sehen konnte, die Berührung seiner Hand wieder spüren konnte, ohne zu weinen.

Doch im Schatten war noch ein anderer Mann, mit den gleichen Händen, dem gleichen Gesicht. Die Augen von Kerzenschein erfüllt, hatte ich auch ihn hervorgeholt, ihn beobachtet, die Ähnlichkeiten und die Unterschiede betrachtet und mir … was geschaffen? Abbild, Ebenbild, Verkörperung, Impression, Mummenschanz. Ein halb verborgenes Gesicht, eine flüsternde Stimme und eine liebevolle Berührung, mit deren Hilfe ich vielleicht ein Hirn betrügen konnte, das im Delirium dahintrieb. Und schließlich hatte ich meine Kammer verlassen, mit einem Gebet für die Seele der Hexe Geillis Duncan.

Jamie lag jetzt auf dem Rücken und wand sich sacht, weil seine Wunden schmerzten. Seine Augen stierten vor sich hin, und nichts deutete an, dass er mich erkannte.

Ich liebkoste ihn auf jene Art, die ich so gut kannte, indem ich den Konturen seiner Rippen bis zum Rücken folgte, sacht, wie Frank es getan hätte, mit festem Druck auf die schmerzende blaue Stelle, wie es der andere mit Sicherheit getan hätte. Ich beugte mich vor und fuhr ihm mit der Zunge langsam um das Ohr, vor und zurück, und flüsterte: »Wehr dich! Wehr dich doch, du Miststück!«

Seine Muskeln spannten sich an, und sein Kinn verkrampfte sich, doch er starrte weiter zur Decke. Mir blieb also keine Wahl. Ich würde doch das Messer nehmen müssen. Ich wusste, was für ein Risiko ich damit einging. Doch es war besser, wenn ich ihn eigenhändig umbrachte, dachte ich, als wenn ich in aller Stille danebensaß und ihn sterben ließ.

Ich nahm das Messer vom Tisch und zog es ihm entschlossen über die Brust, an der frisch verheilten Narbe entlang. Er erschrak so heftig, dass er aufkeuchte und sich aufbäumte. Ich nahm mir ein Handtuch und rieb es energisch über die Wunde. Ehe mich der Mut verließ, zwang ich mich, ihm mit den Fingern über die Brust zu fahren und dabei einen großen Blutstropfen aufzufangen, den ich ihm brutal auf die Lippen rieb. Eine Formulierung gab es, die ich nicht zu erfinden brauchte, weil ich sie selbst gehört hatte. Ich beugte mich dicht über ihn und flüsterte: »Jetzt küss mich.«

Ich war nicht im Geringsten darauf vorbereitet. Er schleuderte mich durch das halbe Zimmer, als er vom Bett hochfuhr. Ich stolperte und fiel gegen den Tisch, so dass die riesigen Kerzenhalter schwankten. Die Schatten flackerten und schwangen hin und her, dann zischten die Dochte auf und erloschen.

Die Tischkante hatte mich fest im Rücken getroffen, doch ich erholte mich gerade noch rechtzeitig, um zur Seite auszuweichen, als er sich auf mich stürzte. Er stieß ein unartikuliertes Grollen aus und setzte mir mit ausgestreckten Händen nach.

Er war nicht nur schneller, sondern auch kräftiger, als ich erwartet hatte, obwohl er unbeholfen stolperte und hier und dort anstieß. Einen Moment trieb er mich zwischen Tisch und Kohlebecken in die Enge, und ich konnte seinen Atem rasseln hören, als er nach mir fasste. Er hieb mit der linken Hand nach meinem Gesicht; wären seine Kraft und seine Reflexe einigermaßen normal gewesen, hätte mich der Hieb umgebracht. So jedoch fuhr ich zur Seite, seine Faust prallte oberflächlich gegen meine Stirn, und ich ging schwach betäubt zu Boden.

1 ... 223 224 225 226 227 228 229 230 231 ... 245
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)