Ein Kampf um Rom
- Автор: Дан Феликс
- Язык: немецкий
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Ein Kampf um Rom». Краткое содержание книги:
«Und tragt ihr des Königs Helm und Speer, Ihr treuen Gesellen - ich trage mehr!» Auf schlug er seinen Mantel weich: «Ich trage der Goten Hort und Reich! Und habt Ihr gerettet Speer und Kron:' Ich habe gerettet - des Königs Sohn! Erwache mein Knabe: ich grüße dich: Du König der Goten - Jung Dietrich!»)
«Ist auch gar nicht übel. Aber wahr ist...»
«Wahr ist wohl nur, was dir in Gesichten der höchsten Trauer naht? Sage, wie geht jenes andre, das Traumgedicht weiter?»
«'s kein Traum ganz. Und kein Gedicht ganz. Ich fürchte, es wird die ganze Wahrheit.
Ich hatte vor dem Einschlafen lang an Gelimer, den letzten König der Vandalen gedacht, den tapfern Mann, dem zuletzt nichts geblieben von seinem schimmervollen Reich als die Harfe, darauf er in den Felsgebirgen Afrikas seine Trauer sang. Allmählich versank ich in leisen Schlummer, oder doch in Traum. Da sah ich vor mir eine Landschaft Campaniens: schön, wie kaum eine andre dieses wundersamen Landes. Die Bucht von Neapolis, die blauen Wogen von Bajä, sonnenbeglänzt im Vordergrund. Im Hintergrund der gewaltige Berg mit dem Feueratem und der Rauchwolke» -
«Wie heißt er doch?» forschte begierig der Hirt.
«Mons Versuvius. Von seinen Schluchten aber herab stieg, traurig, doch todestrotzig, eine Kriegerschar in unsern, in den gotischen Waffen: blutbedeckt, die Helme verhaun, die Schilde durchstoßen. Und sie trugen auf eichenen Speeren einen toten Mann - ihren König.»
«Totila?» fragte erschrocken der Jüngling. - «Nein, beruhige dich», antwortete Teja, mit einem schwermütigen Lächeln, «schwarz waren die Locken des bleichen Toten. Und quer durch die ehrfurchtsvoll staunenden Feinde zogen sie langsam, in feierlichem Trauerschritt, an die Küste der See. Dort lag eine stolze, gewaltige Flotte: nicht der Goten und nicht der Griechen, mit ragenden Drachenhäuptern am Bug der Schiffe. Auf diesen Schiffen sollte der Tote geborgen werden. Dabei aber vernahm ich die Worte des Trauerliedes, des Totengesangs für den König. Und sie lauteten:
<Gebt Raum, ihr Völker, unserm Schritt! Wir sind die letzten Goten: Wir tragen keine Krone mit: Wir tragen einen Toten. Mit Schild an Schild und Speer an Speer Wir ziehn nach Nordlands Winden, Bis wir im fernsten grauen Meer Die Insel Thule finden. Das soll der Treue Insel sein Dort gilt noch Eid und Ehre!> - -
Soviel vernahm ich von dem Totengesang. - Da weckte mich das Heerhorn der gotischen Wache, die der sorgsame König nachts durch die Straßen ziehen läßt. Du aber merke dir diesen Anfang: vielleicht kommt der Tag, da du's zu Ende singst. Du hast ja in kurzer Zeit soviel gelernt, daß du bald harfenkund'ger und liedkund'ger bist denn ich.»
«Wenn du mich nur auch lehren könntest, solche Streiche zu führen wie du.»
«Das wächst mit den Jahren, ja mit den Wochen. Du hast genug getan für deine siebzehn Jahre. Wäre dem wackern Witichis ein Helfer zur Seite gesprungen, ehe der römische Dichter den Stein auf ihn warf im Grab Hadrians, wie du dem Maienkönig Totila den von dem gleichen Mann drohenden Stoß hast abgewehrt, so hätten wir damals schon Rom gewonnen und den Präfekten verjagt, der uns leider entkam.»
«Ja, leider! Weißt du: das Abenteuer, das mir in jener Nacht aufgestoßen, in des Präfekten Hause, das schwebt mir schon lang in Gedanken. Das gäbe ein wunderbares Lied - fehlt leider nur der Schluß.»
«Warte nur. Vielleicht erlebst du ihn. Dann brauchst du ihn nicht zu erdichten. Übrigens zog ich schon am Morgen nach jener Siegesnacht in des Präfekten Haus zur Verfolgung der flüchtigen Legionäre aus. Ich weiß daher gar nicht, wie alles kam. Erzähle mir.»
Zweites Kapitel
«Nun, so höre. Nachdem ich den Präfekten nicht am Tiber und nicht am Kapitol gefunden, suchte ich ihn mit dir an seinem Herd. Und fand nur seines Blutes Spur und sein Schwert. Als du aber seinen Götzen zertrümmert und sein Haus verbrannt und alles zusammenbrach, bis in die Kellergewölbe, da fand ich, nachspürend, in dem Gebälk unter dem Sockel der Marmorstatue abermals einen hohlen Raum: mit Gold, Gestein und allerlei Geschreibsel angefüllt.
Ich brachte das Ganze auf einem breiten Schild dem König. Und der ließ seine Buchleser darin forschen und wühlen und las selbst darin. Und rief plötzlich: <Also Alarich, der Balte, unschuldig!) Und tags darauf, da ich zu einem Königsherold auserkoren, war mein erst Geschäft, umherzureisen in den Straßen Roms, auf weißem Roß, mit dem goldnen Heroldsstab, und auszurufen unter allen Goten und Römern:
<Adalgoth, des Königs Herold, ruft! Gefunden ward in des Expräfekten Haus, durch Adalgoths, des Hirtenknaben Hand, Beweis und Schrift, daß Herzog Alarich, der Balte, der vor zwanzig Jahren um Hochverrat zum Tode verurteilt ward, unschuldig war.)»
«Wie ward das entdeckt?»
«Cethegus hatte in Geheimschrift, die König Totila entziffern ließ, selbst in seinem Tagebuch verzeichnet, daß er den Verhaßten durch Briefe, die er in des getäuschten Königs Hand spielte, den Balten des Hochverrats verdächtigt. Der Stolze, Hochgemute reizte dann durch Trotz den Amaler und verschwand zuletzt plötzlich aus dem Kerker, niemand wußte, wie und wohin. Und weiter hatt' ich auszurufen in den Straßen: <Unschuldig ist Alarich, der Balte. Sein Eigen, das der Staat eingezogen, wird ihm zurückgestellt. Ihm oder seinem echten Erben. Das Herzogtum, das er geführt, das Herzogtum Apulia, wird ihm zurückgegeben. Ihm oder seinem echten Erben. Es melde sich laut an des Königs Thron Herzog Alarich oder sein echter Erbe. Gold und Gabe, Echt und Eigen, Vieh und Fahrnis, Wagen und Waffen, Geschmuck und Geschmeide, Äcker und Erbe, Rinder und Rosse und das reiche apulische Herzogtum, es werde dem Balten, dem Balten-Erben. Wo ist Alarich? Wo sein Erbe?>
Und wie ich zogen die Königsherolde durch alle Straßen und Städte Italiens, rufend und forschend nach Herzog Alarich, dem Balten, und seinem echten Erben. Und weißt du: es wäre doch wunderschön, wenn sie den verschollnen, landflüchtigen, alten Mann irgendwo fänden und wir ihn wieder mit Glanz und Ehren einführten in sein schönes Herzogtum.»
«Und da er dem Hirtenknaben die Rettung seiner Ehre, seines Rechts verdankt, - dürfte er ihm wohl schenken ein schönes Schloß, etwa am blauen Meer, am Berge Carganus, nicht wahr, unter Lorbeer und Myrten?»