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Eiswelt

Электронная книга - «Eiswelt». Краткое содержание книги:

Auf Sarr taucht ein neues, gefährliches Rauschgift auf. Sallman Ken erhält den Auftrag, dessen Herkunft zu erforschen und die Einfuhr zu unterbinden.
Als Sallman die Rauschgiftwelt im Sichtschirm seines Raumschiffs auftauchen sieht, stockt ihm der Atem. Auf einem solchen Planeten soll es tatsächlich intelligentes Leben geben? Denn was er sieht, muß ihm als Bewohner einer Hitzewelt wie die Hölle erscheinen. So existiert Schwefel dort nicht als Gas, sondern in fester Form, und Wasser ist in flüssigem Zustand vorhanden.
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   Trotz Feths Geschick dauerte das Zurechtmachen des Anzugs sehr lange. Als Sarrianer brauchten sie keinen Schlaf, aber auch sie mußten gelegentlich Ruhepausen einlegen. Während einer dieser Pausen bemerkte Ken, wie spät es war.

   »Inzwischen muß es auf unserem Teil des Planeten Tag sein. Ob Drais Torpedo schon gelandet ist?«

   »Sehr wahrscheinlich«, erwiderte Feth, der mit einem Auge Kens Blick zur Uhr hin verfolgt hatte. »Er müßte schon wieder draußen im Raum sein – er vergeudet keine Zeit.«

   »Wird man mir die Haut vom Leib ziehen, wenn ich mal im Observatorium vorbeischaue?«

   Feth sah ihn darauf so eindringlich an, daß Ken die Frage sofort bereute. »Mir würde er sie sicher abziehen, wenn herauskäme, daß ich Sie ermuntert hätte«, lautete die Antwort.

   »Besser, Sie bleiben hier. Wir haben reichlich zu tun.« Er stand auf und ging wieder an die Arbeit, obwohl die Pause eben erst begonnen hatte. Ken merkte, daß Feth jetzt nichts mehr sagen würde, und machte sich ebenfalls an die Arbeit.

   Es stellte sich heraus, daß ihre Zeiteinteilung optimal war. Nach einem einstündigen Test, bei dem ein Leck und Strahlungsverlust im Vakuum der Schleuse simuliert worden war, wurde der Anzug an den Laderingen eines anderen Torpedos befestigt und mittels automatischer Steuerung ins All befördert. Zu diesem Zeitpunkt stand das eintreffende Torpedo kurz vor der Landung. Die automatische Steuerung war deswegen nötig, weil das zweite Torpedo nicht per Funk gelenkt werden konnte, ehe das erste angedockt worden war, da die zweite Kontrollstation noch von Drai benutzt wurde, der seine eigene Ladung erst auf Merkur landen mußte.

   Zwischen Start des Anzugs und Landung des mobilen Labors paßte eine Ruhepause. Als das Torpedo mit den Proben unter Feths perfekter Steuerung endlich durch die Schleuse einschwebte, wurde es von Ken schon aufgeregt erwartet. Er hätte sich am liebsten gleich darauf gestürzt, wurde aber durch einen Warnruf des Technikers zurückgehalten.

   »Achtung! Sie würden anfrieren, auch wenn es nicht mehr so kalt ist wie auf Planet Drei. Sehen Sie!« Ein Tentakel deutete auf den schimmernden Rumpf, auf dem flüssiger Schwefel in Tröpfchen kondensierte, ablief und auf den Boden tropfte, wo er verdampfte. »Das muß erst aufhören…«

   Ken hielt gehorsam inne. Er spürte, wie ihm das eisige Zeug auf die Füße tropfte, und trat zurück. Die Luft, die ihn umströmte, war erträglich, doch der Torpedorumpf mußte so kalt sein, daß sogar Zink gefroren wäre, hätte es das Strahlungsgleichgewicht für diese Sonnendistanz erreicht.

   Minuten verstrichen, bis das Metall sich genügend erwärmt hatte und die Tropfen flüssigen Schwefels verschwanden. Nun erst machte Feth die Ladeluke auf, worauf der ganze Vorgang wiederholt wurde. Diesmal hinterließ die strohgelbe Flüssigkeit eine Pfütze auf dem Boden der Frachtkammer, ergoß sich um die Tiegel und ließ Ken ernsthaft an der Reinheit seiner Proben zweifeln. Er schaltete sämtliche Heizmöglichkeiten ein, um das Zeug schleunigst loszuwerden. Da die ernsthafte Chance bestand, daß es bei hoher Temperatur wieder zu einer Reaktion mit Luft kam, öffnete er die Absperrvorrichtung, kaum daß das Zischen und Brodeln kochender Luft aufgehört hatte. Endlich konnte er seine Proben untersuchen. Roger Wing hätte ihm sagen können, was für einen Anblick sie boten!

IX

Einige der Tiegel waren voll. Von diesen sahen die meisten unverändert aus. Andere aber nicht. Der Inhalt der meisten dieser Tiegel war zwar leicht aufzufinden, sie waren aber sehr schwer zu identifizieren, wie Ken auf den ersten Blick sehen konnte.

   Praktisch alles war mit weißem Staub bedeckt, wie schon Roger bemerkt hatte. Die gelben Kügelchen von Natriumperoxid färbten sich grau, als sie sich in der Hitze auflösten. Der Goldtiegel war von seinem Ständer gezogen worden, war aber ansonsten unverändert. Das Eisen hatte sich schwarz verfärbt. Natrium, Magnesium und Titan hatten sich verflüchtigt, obwohl der Rückstand in jedem dieser Tiegel hoffen ließ, daß diese Elemente unter dem verstreuten Staub irgendwo nachgewiesen werden könnten. In dem dafür bestimmten Tiegel befand sich noch immer Kohlenstoff, allerdings sehr viel weniger.

   So interessant und wichtig dies alles war, so wurde Feths und Kens Aufmerksamkeit doch nur kurz davon gefesselt. Denn gleich hinter der Lukentür war in der Staubschicht deutlich ein Abdruck zu sehen. Und dieser Abdruck war anders als alles, was die beiden bislang gesehen hatten.

   »Feth, graben Sie schleunigst irgendwo eine Kamera aus. Ich hole indessen Drai.« Ken war verschwunden, kaum daß die Worte seiner Membran entschlüpft waren. Diesmal blieb Feth ihm eine Antwort schuldig. Sein Blick haftete noch immer an dem Abdruck.

   An sich war daran nichts Unheimliches oder Erschreckendes. Doch konnte er sich nicht von dem faszinierenden Problem losreißen, wodurch dieser Abdruck wohl verursacht worden sein mochte. Für ein Wesen, das noch niemals etwas auch nur entfernt Menschenähnliches gesehen hatte, ist ein menschlicher Handabdruck schwer zu deuten. Ob der Abdruck beim Stehen, Sitzen, Lehnen verursacht worden war oder beim Ausgestreckt-Daliegen, das bei den Sarrianern das Sitzen ersetzte, das konnte er nicht unterscheiden. Der Eingeborene war vielleicht nur ein sarrianisches Fuß groß und hatte den Abdruck mit dem ganzen Körper hinterlassen, oder aber er war so groß, daß er nur ein Körperglied in die Frachtluke hineingebracht hatte. Feth schüttelte den Kopf, um wieder klarer denken zu können — er hatte gemerkt, daß seine Gedanken sich im Kreis bewegten. Dann machte er sich auf die Suche nach einer Kamera.

   Sallman Ken platzte ohne Vorwarnung ins Observatorium, ließ Drai aber keine Zeit zu explodieren. Er überschüttete Drai mit der Nachricht von seiner Entdeckung und hörte nicht auf zu reden, bis sie den Kontrollraum erreicht hatten. Als sie dort angekommen waren, stellte jedoch der Anblick des Abdrucks für Drai alles andere als einen Höhepunkt dar. Er äußerte wenig mehr als höfliches Interesse. Ihm war der Körperbau der Erdenbewohner herzlich gleichgültig. Ihn interessierte ein anderer Aspekt der Frachtkammer viel mehr.

   »Was ist denn das weiße Zeug?«

   »Das weiß ich noch nicht«, mußte Ken zugeben. »Das Torpedo ist eben erst gelandet. Es ist auf jeden Fall das, was aus meinen Proben wird, wenn sie der Erdatmosphäre ausgesetzt werden.«

   »Dann werden Sie also bald über die Zusammensetzung der Atmosphäre Bescheid wissen? Das wird uns sehr weiterhelfen. Nahe der dunklen Hemisphäre gibt es Höhlen, wie wir schon seit Jahren wissen. Die könnten wir nach außen verschließen und nach Ihren Angaben mit der entsprechenden Luftmischung vollpumpen. Melden Sie es mir, wenn Sie etwas herausgefunden haben.« Er glitt lässig hinaus und ließ einen enttäuschten Ken zurück. Für diesen war es eine faszinierende Entdeckung gewesen.

   Er tat seine Enttäuschung achselzuckend ab und holte vorsichtig, ohne den Abdruck zu zerstören, seine Proben aus dem Torpedo, um sie auf einer Arbeitsbank anzuordnen, auf der er sich ein provisorisches Labor eingerichtet hatte.

   Wie er selbst eingestanden hatte, war er kein großer Analytiker. Doch waren durch Verbrennung entstandene Verbindungen meist nicht sehr kompliziert. Er war sicher, sich über die Natur dieser Verlandungen einigermaßen Klarheit verschaffen zu können. Schließlich kannte er die beteiligten Metalle — in der Atmosphäre von Planet Drei konnte es bis auf Wasserstoff keine metallische Gase geben. Sogar Quecksilber würde als Flüssigkeit auftreten, und kein anderes Metall hatte einen sehr hohen Verdunstungsdruck, auch nicht unter sarranischem Druck. Ken, der sich diese Überlegung wie einen Leitstern vor Augen hielt, machte sich munter an die Arbeit.

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