Eiswelt
- Автор: Клемент Хол
- Год: 1983
- Язык: немецкий
- Год: Bastei-Lübbe
- ISBN: 978-3-404-22060-1
- Жанр: Космическая фантастика
Электронная книга - «Eiswelt». Краткое содержание книги:
Als Sallman die Rauschgiftwelt im Sichtschirm seines Raumschiffs auftauchen sieht, stockt ihm der Atem. Auf einem solchen Planeten soll es tatsächlich intelligentes Leben geben? Denn was er sieht, muß ihm als Bewohner einer Hitzewelt wie die Hölle erscheinen. So existiert Schwefel dort nicht als Gas, sondern in fester Form, und Wasser ist in flüssigem Zustand vorhanden.
Er stieg über den Westhang des Hügels ab, nachdem er den ganzen Hügel bis zu dem Punkt, wo die Spuren begonnen hatten, umrundet hatte. Er querte das schmale Tal auf dieser Seite und übersprang den Bach mit Leichtigkeit. Hier entdeckte er das einzige Anzeichen dafür, daß er zwei Personen auf der Spur war. Er sah die Abdrücke, die sie beim Überspringen des Baches hinterlassen hatten. Es waren bloß Vertiefungen, keine richtigen Schuhabdrücke, doch es waren vier. Zwei Paar, von denen je ein Abdruck tiefer war, so als hätte der Springer das Gewicht auf einen Fuß verlegt.
Nun ging es den nächsten Berghang hinauf. Unter den Bäumen war es schon dunkler, da die Sonne sich bereits hinter dem vor ihm liegenden Gipfel versteckt hatte. Und plötzlich stellte er sich die Frage, ob er wirklich auf der richtigen Spur war. Er blieb stehen, sah um sich und entdeckte erst auf einer Seite und dann auf der anderen Spuren von der Art, wie er sie verfolgt hatte. Gleichzeitig machte sich bei ihm Unsicherheit bemerkbar, ob dies die richtigen Spuren wären.
Er ging ein Stück weiter und blieb wieder stehen. Dann ging er den Weg zurück – und stieß etliche Meter von der Stelle, wo er gesprungen war, auf den Bach. Er suchte seine eigenen Spuren, und als er sie gefunden hatte, wurde ihm klar, daß er seiner eigenen Fährte nicht genau hatte folgen können.
Jetzt hätte er sich unverzüglich auf den Heimweg machen müssen. Natürlich tat er nichts dergleichen. Während die Schatten am Osthang immer dunkler wurden, suchte er noch immer nach Spuren. Alle paar Minuten fand er etwas, überlegte und fand gleich darauf wieder etwas. Allmählich arbeitete er sich wieder den Hang hoch, bis er auf blanken Fels stieß. Nach längerer Überlegung wandte er sich nach Westen, wo es noch heller war. Schließlich waren sein Vater und Don in westlicher Richtung gegangen.
Wieder querte er ein Tal. Diesmal war das Bachbett ausgetrocknet, und es gab keine Fußspuren vom Darüberspringen. Er befand sich bereits in Gipfelnähe des ungewöhnlich niedrigen Hügels auf der anderen Talseite, als er merkte, wie spät es geworden war. Roger war so vertieft in seine Spurensuche gewesen, daß er nicht einmal bemerkt hatte, wie hungrig er war. Erst als er auf dem Boden nichts mehr unterscheiden konnte, weil es so dunkel geworden war, schreckte er auf. Er hatte keine Taschenlampe dabei, da er ja nicht geplant hatte, so lange auszubleiben. Schlimmer noch, er hatte keinen Proviant, kein Wasser und keine Decke dabei. Das Fehlen von Taschenlampe und Proviant waren ernste Unterlassungssünden, oder sie wären zumindest als solche bezeichnet worden, wenn sein Vater geahnt hätte, daß er sich ohne diese Mindestausrüstung weit in die Wälder gewagt hatte.
Roger Wing ging es ganz plötzlich auf, daß er kein zweiter Daniel Boone oder Kit Carson war, als er die ersten Sterne über sich am tiefblauen Himmel zwischen den Baumwipfeln sah. Er war ein Junge von dreizehn Jahren, der sich durch seine eigene Waghalsigkeit in eine Situation manövriert hatte, die mit Sicherheit sehr ungemütlich, vielleicht sogar gefährlich werden konnte.
Roger war zwar unvorsichtig, aber nicht dumm. Seine erste Reaktion nach der Einschätzung seiner Lage war daher kein kopfloses Davonlaufen nach Hause. Statt dessen blieb er stehen, wo er war und legte sich sein weiteres Vorgehen zurecht.
Es würde in der Nacht bitter kalt werden. Dagegen gab es kein Mittel, wenngleich ein paar Zweige das Ärgste vielleicht verhüten würden. Nahrung gab es keine, zumindest keine, die er in der Finsternis finden konnte. Mit dem Wasser stand es anders. Wasser mußte zu finden sein, und das war schließlich das wichtigste. Da der Bach in dem Tal, das er eben gequert hatte, ausgetrocknet war, machte sich der Junge auf den Weg über den niedrigen Hügelrücken vor ihm und stieg den Hang auf der anderen Seite hinunter. Dabei mußte er sich fast ausschließlich auf sein Tastgefühl verlassen, da die herrschende Dämmerung das Dunkel unter den Bäumen nicht erreichte. Er fand wie erhofft einen Wasserlauf, teils dem Gehör folgend, teils weil er praktisch über das Ufer stolperte.
Ein Messer hatte er bei sich. Damit schnitt er Tannenzweige ab, aus denen er sich neben dem Bach ein Lager baute, indem er einen umgefallenen Baumstamm als primitives Dach benutzte und die Zweige daran lehnte. Alles was die Luft nur einigermaßen vom Körper abhielt, stellte eine Hilfe dar. Dann trank er aus dem Bach, lockerte den Gürtel und kroch in seinen primitiven Unterschlupf. In Anbetracht der Umstände dauerte es gar nicht lange, bis er eingeschlafen war.
Er war ein gesunder Junge und die Nacht nicht besonders kalt. Er schlief so fest, daß das Krachen und Knistern der Äste der Waldwipfel ihn nicht weckten. Auch das viel lautere Knirschen, als Kens Torpedo durchs Unterholz stieß, bewirkte bloß, daß er sich verschlafen brummend umdrehte.
Schließlich aber wurde er durch einen Reiz geweckt, der jeden Waldbewohner zu hektischer Aktivität trieb. Der Lukendeckel des Torpedos sah zum Lager des Jungen hin. Das Licht des brennenden Natriums und das Glühen von Gold und Eisen störten ihn nicht. Davon bekam er höchstens schlechte Träume oder aber er blickte zu diesem Zeitpunkt in die andere Richtung. Das Aufblitzen des brennenden Magnesiums traf direkt die geschlossenen Lider. Er schreckte auf, war im Handumdrehen auf den Beinen und schrie ›Feuer‹, noch ehe er richtig wach war.
Roger hatte die verheerenden Folgen der Waldbrände kennengelernt. Im Sommer zuvor hatte es nördlich von Bonners Ferry einen ausgedehnten Waldbrand gegeben und einen kleineren in der Nähe von Troy. Er wußte, was eine solche Katastrophe für das Leben im Wald bedeutete. Sekundenlang war er wie erstarrt vor Entsetzen. Er machte einen Satz fort von der Lichtquelle und kam erst richtig zu sich, als er über den Baumstamm stolperte, neben dem er gelegen hatte.
Während er langsam wieder auf die Beine kam, merkte er, daß das Licht nicht von flackernden, roten Flammen herrührte, daß man auch nicht das krachende Dröhnen hörte, das man ihm so oft geschildert hatte, und daß er keinen Rauchgeruch spürte. Er hatte noch nie Magnesium brennen gesehen. Allein die Tatsache, daß es sich um keinen Waldbrand handelte, rief seine Neugierde wieder wach.
Das Licht war so hell, daß er den Bach überspringen konnte und in Sekundenschnelle durch das Unterholz krachend auf die Lichtquelle zulief, wobei er laut rief: »Hallo! Wer da? Was soll das Licht?«
Das dröhnende Grollen Sallman Kens brachte ihn fast um den Verstand, so heftig erschrak er. Die trommelähnliche Sprechmembran des Sarrianers vermag die meisten menschlichen Sprechlaute nachzuahmen, mit einer gewissen Verzerrung allerdings, die dem menschlichen Ohr wehtut. Der Versuch, seine Worte mit jenen unheimlichen Tönen nachzuahmen, jagte dem Jungen Schauder über den Rücken. Die Tatsache, daß er seine eigenen Worte in dem Gedröhne wiedererkannte, machte alles nur noch ärger.
Er blieb staunend zwei Meter vor dem Torpedo stehen. Das blauweiße Leuchten aus der rechteckigen Luke war bei seiner Annäherung erloschen. Er sah jetzt ein immer schwächer werdendes gelb-weißes Glühen, da der Magnesium-Behälter sich langsam abkühlte. Viel konnte er nicht erkennen. Der Raum hinter der Luke schien das gesamte Innere des unteren Teils dieses Gebildes einzunehmen. Der Boden war bedeckt mit zylindrischen Gegenständen in Faustgröße. Eines dieser Gebilde war die Quelle des Glühens, zwei andere Gefäße strahlten ein stumpfes Rot aus. Roger hatte sich nicht gründlicher umsehen können, da nun Ken seine Liste von Edelmetallen herunterratterte.