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Электронная книга - «Witiko». Краткое содержание книги:

An seinem monumentalen Werk über die Gründungsgeschichte des Königreiches Böhmen im 12. Jahrhundert arbeitete Stifter zehn Jahre lang wie »ein Pflugstier«. Durch den Romanhelden Witiko, der stellvertretend für den sittlich handelnden Menschen steht, wird das grandiose Historiengemälde zum Bildungsroman, als dessen Meister sich der Autor mit seinem ›Nachsommer‹ in die Literaturgeschichte eingeschrieben hatte.
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Die Krieger in dem Lager des Kaisers hörten das Getümmel und das Rufen, und eilten an das Wasser. Sie meinten, es seien Hilfsscharen zu den Mailändern gekommen; als sie aber den Schall der Reiterpauken der Böhmen erkannten, und sahen, wie diese ihre Gegner niederstürzten, erhoben sie ein Jubeljauchzen über einen solchen Sieg und über das Wunder, wie man durch das reißende Wasser habe gelangen können. Der Kaiser kam selber an den Fluß, und sah, was auf dem Ufer der Feinde geschah. Und die Nachricht ging in alle andern Lager, und von allen Seiten kamen Krieger herzu.

Als die Mailänder sich in die Flucht wendeten, befahl Wladislaw seinem Bruder Diepold, sie mit einer großen Zahl erlesener Reiter zu verfolgen. Er begab sich mit den übrigen Männern zu der Brücke, und sie begannen eifrig zu arbeiten, um die Brücke wieder herzustellen. Der Kaiser ließ auf seiner Seite auch mit allem Nötigen an das Werk gehen. Aber es kam die Finsternis der Nacht, und die Brücke war noch nicht fertig. Diepold kehrte mit seinen Reitern zurück. Nun arbeiteten die Männer, ein Lager mit Gräben und Wällen zu befestigen. Die Reiter des Waldes, welche mit Witiko an dem Zuge Diepolds Teil genommen hatten, gruben nun eifrig mit Schaufeln in den Gräben, daß das Lager bald fertig werde. Dann stärkten sie sich durch Speise und Trank, und brachten die Nacht unter dem freien Himmel zu.

In der Finsternis sah man Dörfer, Häuser und Schlösser brennen.

Bei dem ersten Lichte des Morgens begannen sie und die Männer des Kaisers wieder an der Brücke zu arbeiten. Da kam die Nachricht, daß das Heer der Mailänder, welches von Gorgonzola zur Verteidigung der Brücke abgeschickt worden war, heranziehe. Der König berief einen Rat, und es wurde beschlossen, daß man den Feinden, so weit man könnte, entgegen gehen wolle. Eine erlesene Schar von Reitern wurde vorausgesendet, um die Lage und die Zahl der Feinde zu erkunden. Sie stießen auf ein großes Heer der Mailänder, und begannen sogleich den Kampf, die Mailänder stritten sehr tapfer.

Zwest, ein sehr geehrter Mann, der Zupan von Melnik, sank zum Tode getroffen von seinem Pferde. Gegen den edlen Lechen Diwa sprengte ein starker Mailänder an, und schlug ihn an der Stirne zu Tode; aber sein Schwestersohn Bernard stürmte an den Mailänder, und spaltete ihm das Haupt. Und wie Odolen gestern durch die Fluten gedrängt hatte, so drängte er heute in die Feinde. Welislaw ging mit seinen Männern vorwärts, Predbor mit den seinigen auch, Bozebor kämpfte, als wollte er sich die Hoheit der Krone erkämpfen, Kochan und Bogdan taten, was sie in der Versammlung in Prag gesagt hatten. Die Reiter des mittäglichen Waldes waren wie in den früheren Kriegen an der rechten Seite der Scharen, und wie die Fußgänger des Waldes auf dem Wysoka geschlossen vorwärts gegangen waren, so gingen jetzt die Reiter auf ihren kleinen Rossen dicht nach vorn, und wie Sifrid von Milnet gesagt hatte, daß sie den Scharen Wratislaws keinen Grashalm gelassen hätten, so ließen sie jetzt den Mailändern keinen. Witiko war an ihrer Spitze, und gab mit seiner hellen Stimme die Befehle, und die Männer sahen öfter auf seine blauen Augen. Und Rowno und die andern gingen gleichmäßig mit Witiko vorwärts. An der linken Seite der Waldreiter war nicht mehr der alte Bolemil in seiner Sänfte, zu der einst kein Krieger einen Feind hatte nahen lassen; aber es waren seine Enkel und Urenkel da, und sie ließen wie die auf dem Wysoka ihren Platz den Mailändern nicht. Links von ihnen waren Moyslaw und Radosta, die Söhne Lubomirs, und es waren ihre Söhne und Sippen und die Sippen und Männer von Daudleb. Links von diesen waren die Sippen Wšebors, und kämpften, als ob die Augen ihres uralten Wladyken bei ihnen wären. Und diejenigen Reiter Wladislaws, welche zurückgeblieben waren, kamen nun herzu, und das an der Zahl der Männer so ungemein überlegene Heer der tapferen Mailänder begann zu wanken, und geriet endlich in die Flucht. Die Reiter Wladislaws verfolgten sie, so weit sie konnten, und die Mailänder erlitten eine Niederlage, wie sie wenige erlitten hatten. Als die Reiter zurückkehrten, führten sie viele Gefangene mit sich, darunter siebenzig sehr vornehme Männer.

Nach diesem Kampfe konnte aber noch keine Ruhe kommen; denn der König arbeitete mit einer großen Zahl seiner Männer an der Brücke. Andere seiner Männer suchten durch Flöße und Bäume eine zweite Brücke für ihre Fußgänger herzustellen.

Die Brücke bei Cassano wurde endlich fertig. Der Kaiser war der erste, welcher hinüber ritt. Er ritt zu dem Könige Wladislaw, welcher ihn stehend erwartete. Als er bei dem Könige angekommen war, stieg er von dem Pferde, und schloß den König in seine Arme. Die Krieger erhoben einen Jubelruf.

Und hinter dem Kaiser drängte sich das Heer auf der Brücke.

Als der Bischof Daniel diesen Sieg des Königs Wladislaw erfahren hatte, beschloß er zu ihm zu eilen. Er ging auf die Brücke. Viele aus seinem Lande strebten zu den Ihrigen hinüber. Ihr Ungestüm vermochte niemand zu bändigen, und es wurden Verwirrungen, Stockungen und Verwundungen. Man sagte, die Brücke werde brechen. Daniel verweilte aber auf derselben. Er spendete Verwundeten, die er traf, kirchlichen Trost, und kam glücklich zu dem Könige. Sie begrüßten sich, Daniel segnete den König des Sieges willen, der König dankte, und beide Männer sprachen Worte der Freude. Nur eines war schmerzlich, da die Nachricht kam, daß Mladorka, der Schildträger des Bischofs, unter den Toten sei.

Die Brücke des Kaisers brach, und manche verloren ihr Leben. Man arbeitete neuerdings, den Schaden wieder gut zu machen.

Auf der Brücke der Böhmen wollten die Führer den Übergang leiten; aber auch hier herrschte die Begierde, die Brücke brach, und viele gingen zu Grunde.

Man schritt wieder an die Ausbesserung.

Am fünfundzwanzigsten Tage des Heumonates gingen die letzten Teile des Heeres über den Fluß Adda.

Wladislaw sorgte für die Toten und Verwundeten, ordnete seine Scharen, dankte denen, die mit ihm über den Fluß geschwommen und denen, die nachgekommen waren. Er nahm manchen Mann bei beiden Händen, so Odolen, Bernard, Welislaw, Witiko. Dann gönnte er dem Heere eine kurze Ruhe.

Die kirchlichen und weltlichen Fürsten des deutschen Reiches, so wie treue vornehme Männer des lombardischen Landes kamen zu dem Könige Wladislaw, und brachten ihm ihre Ehrerbietung über seine Taten dar, und priesen die Taten seiner Männer. Es kamen die Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln, es kam Heinrich, der Herzog von Österreich, es kam Friedrich, der Herzog von Schwaben, es kam Konrad, der Pfalzgraf am Rhein, es kam Heinrich, der Herzog von Kärnten, es kam Ludwig, der Landgraf von Thüringen, Berthold, der Herzog von Zähringen, der Markgraf von Montferrat und andere.

Witiko brachte seine Männer in die Verbindung, in der sie auf dem Zuge bis zu der Adda gewesen waren. Dann dankte er den Reitern für das, was sie getan hatten, wie er seinen Männern in dem mährischen Kriege nach den Schlachten gedankt hatte. Die Verwundeten ließ er in gute Obsorge bringen. Dann sammelte man die Namen der Männer, die fehlten. Witiko leitete die Forschungen ein, um, wie es nur immer geschehen könnte, ihr Schicksal zu ergründen, damit er es in der Zeit den Ihrigen melden könnte. Vor seinem Gezelte war das rosenrote Banner, welches Wladislaw den Waldleuten gegeben hatte. Als die Ordnung hergestellt war, zündete man Feuer an, um Speisen zu bereiten.

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