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Butler Parker - Der Butler setzt auf Sieg!

Электронная книга - «Butler Parker - Der Butler setzt auf Sieg!». Краткое содержание книги:

Amanda Marbely, eine steinreiche Lady aus London, beerbt ihren überraschend früh verstorbenen Cousin aus Königstein im Taunus. Um das gigantische, jedoch sehr bedeckt gehaltene Firmenimperium des geliebten Verwandten aus Deutschland, in Augenschein zu nehmen, übersiedelt die schrullige Lady ins Siegerland. Zu ihrer Unterstützung engagiert sie einen vornehmen Butler, der neben zahlreichen Spezialausbildungen offenbar auch hochkarätige Geheimnisse verinnerlicht hat.Als Lady Marbely mit ihren neuen Geschäftsführern ein marodes Fabrikgelände in Siegen begutachten möchte, trachtet man ihr nach dem Leben. Ihr Butler ist jedoch bestens vorbereitet und läuft ad hoc zur Höchstform auf.
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„Danke! Das habe ich gehofft.“

„Und der worst case, wie sah der für Sie aus?“

„Dass Sie mich von Ihrem Bodyguard beiseiteräumen lassen.“ Stefan Obermann senkte seinen Kopf. „Entschuldigen Sie meine unbedachten Worte, Frau …“

„Nennen Sie mich Amanda. Bitte, erzählen Sie von sich, von Ihrer Familie. Sie sind Student. Was studieren Sie?“

„Das ist eine komplizierte Geschichte. Ich begann mit Psychologie, wollte die Laufbahn eines Therapeuten einschlagen. Das war leider eine Fehlentscheidung. Jetzt studiere ich Technische Physik in Frankfurt. Ich wollte in die Firma meines Vaters … also, in Ihre Firma, einsteigen.“

„Und privat? Ich meine Hobbys, Freundinnen und so weiter.“

Als der junge Obermann schwieg, entschuldigte sich die Lady für ihre Neugier. „Ich erzähle Ihnen von mir, und Sie entscheiden, was Sie mir anvertrauen wollen.“

Keine zehn Kilometer von Oberreifenberg entfernt, belauschte der Butler das Gespräch zwischen der Lady und dem jungen Mann, das über den Zündschlüssel an sein Smartphone übertragen wurde. Er war gespannt, was die Lady über sich verraten würde.

„Ich bin einundsiebzig Jahre alt, verwitwet, noch immer als Unternehmerin tätig, nicht arm zu nennen, wuchs im Süden Englands auf, habe leider keine Kinder.“

„Von dem Auto her, das Sie fahren, müssen Sie sehr reich sein.“

„Mag sein. Ich spüre das, was Sie reich nennen, eher als Verantwortung, manches Mal als Bürde. Mein Leben wäre in den letzten Tagen bedeutend ruhiger und ungefährlicher verlaufen, hätte ich auf die Erbschaft Jakob Aufhausers verzichtet. Man ist aber an mich mit der Bitte herangetreten, Jakobs Betriebe zu übernehmen, die etwas verworrene Situation zu klären und die Fabriken weiterzuführen. Unter anderem, um Arbeitsplätze zu sichern.“

„Sie sprachen von man. Man sei an Sie herangetreten. Wie ist das zu verstehen?“

„Sie fragen aus einem bestimmten Grund?“, erkundigte sich die Lady.

„Mein Vater hat von einer Nazitruppe gesprochen, die den Betrieb zu unterwandern drohte.“

„Eine Nazitruppe?“, fragte Lady Marbely erstaunt.

„Eine rechtsgerichtete Gruppierung. Wobei ich gestehen muss, selbst dem CC, dem Coburger Convent, angehört zu haben.“

„Eine verbotene Gemeinschaft?“, fragte Lady Marbely.

„Nein, nicht verboten, auch keine Nazitruppe, aber doch sehr konservativ, mit Pflichtmensuren. Das heißt …“

„Dass Sie Duelle ausfechten mussten, bei denen Sie auch verletzt werden konnten.“

„Wie mein Vater. Die Narbe in seinem Gesicht …“

„… stammte von einem solchen Wettkampf.“

Stefan Obermann nickte. „Ich stieg nach einem Jahr aus und bin jetzt froh, dass ich mich so klar entschieden habe. Die Verbindung ist Vergangenheit. Ich möchte eine andere Zukunft haben.“

„Sie denken an eine gemeinsame Zukunft?“, fragte Lady Marbely direkt.

„Ja, mit Ruth. Ruth Henschel.“

„Henschel?“ Sie horchte auf. „Eine Tochter des verunglückten Geschäftsführers?“

Stefan Obermann nickte. „Wir haben beide unsere Väter verloren und uns geschworen, die Hintergründe aufzudecken und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.“

„Das wird nicht einfach“, bemerkte die Lady. „Aber wenn Sie nichts dagegen haben, möchte ich Sie und Ihre Freundin dabei unterstützen. Ihre Ziele sind auch meine. Um auf Ihre Frage von vorhin zurückzukommen …“

„Tut mir leid. Ich weiß nicht mehr … Irgendwie kann ich nicht mehr richtig denken. Es ist alles so verworren.“

„Sie fragten mich, wer mir gegenüber den Wunsch geäußert hat, die Erbschaft Jakob Aufhausers anzutreten, um Klarheit zu schaffen. Das geschah über meinen geschäftlichen Berater, an den sich wiederum eine internationale Gruppe gewandt hat, deren Zusammensetzung mir nicht bekannt ist. Kriminelle Organisationen möchte ich eigentlich ausschließen, muss aber gestehen, dass mein Wissen ziemlich vage ist und dass mir gerade in den letzten Stunden Zweifel gekommen sind.“

„Wir könnten es wirklich gemeinsam versuchen.“

„Einverstanden.“

„Ich möchte aber, dass Ruth mitmacht.“

„Selbstverständlich. Wo schlagen wir unser Hauptquartier auf?“, fragte Lady Marbely unternehmungslustig.

„Ruths Vater, Alexander Henschel, hat eine Jagdhütte im Hochtaunus.“

„Keine schlechte Idee. Sie fahren voraus, ich folge Ihnen.“

„Es ist nicht weit. Eine halbe Stunde. Höchstens.“

Gesagt, getan. Sie machten sich gemeinsam mit dem Maybach auf den Weg.

Am Ziel angekommen war Lady Marbely begeistert. „Herrlich!“, rief sie aus, als sie den Wagen verließ und die frische Luft einatmete, die über dem hügeligen Land mit seinen Mischwäldern und Wiesen lag.

Stefan Obermann hatte seine Freundin per Handy auf seine und Lady Marbelys Ankunft vorbereitet. Freundlich lächelnd stand Ruth Henschel in der geöffneten Tür zum Blockhaus und umarmte zuerst ihren Freund, dann begrüßte sie die Lady mit einem Händedruck. „Ich habe etwas zu essen vorbereitet“, sagte die junge Frau.

Kurze Zeit danach stand Linseneintopf mit Lammfleisch auf dem Tisch, pikant gewürzt, köstlich duftend.

„Lamb Stew“, freute sich Milady. „Das habe ich lange nicht mehr gegessen.“

„Amanda …“, begann Stefan Obermann umständlich. „Amanda wird bei uns wohnen, wenn es ihr hier gefällt. Wir haben ein kleines Gästezimmer.“

„Ich nehme das Angebot dankend an“, sagte die Lady. „Und ich verspreche, pflegeleicht zu sein. Ich bin froh, hier untertauchen zu können, um Verschiedenes zu klären.“ Die Lady und der junge Obermann lieferten Ruth Henschel eine Zusammenfassung des Gespräches, das sie im Auto geführt hatten. Dabei bemerkte sie, wie selbstbewusst der vorher so scheue junge Mann in Gegenwart seiner Freundin wirkte. Die junge Frau ähnelte ihrem ständig lächelnden Vater überhaupt nicht, fand die Lady. Sie war nicht besonders hübsch, aber voll Energie, die sich über ihre strahlenden dunklen Augen bemerkbar machte.

Ruth Henschel öffnete eine Flasche Weißwein und füllte die Gläser. „Die ist noch von meinem Vater“, erklärte sie.

„Mein Beileid, Ruth, zu Ihrem großen Verlust“, sagte die Lady. Seit dem Unfall waren nur ein paar Tage vergangen.

Ruth nickte dankbar. „Mein Vater war die einzig verbliebene Bezugsperson. Meine Mutter starb, als ich fünfzehn war. Auch bei einem Autounfall.“

„Fast zeitgleich mit meiner Mutter“, sagte Stefan Obermann. „Wir erfuhren im Internat davon, und …“

„Unsere Freundschaft und Liebe geht auf diese Zeit zurück“, ergänzte Ruth.

„Sie waren im selben Internat?“

Die beiden nickten.

„Dann ist also Frau Obermann nicht Ihre Mutter, Stefan?“, fragte Lady Marbely.

„Nein. Ich mag sie auch nicht sonderlich. Aber man ist wohl Stiefmüttern gegenüber immer etwas ungerecht.“

Lady Marbely betrachtete nachdenklich die mit Holz verkleidete Zimmerdecke. „In den deutschen Märchen, die ich sosehr liebe, sind es wirklich immer böse Frauen.“

„Mir ist, ehrlich gesagt, die Angelegenheit völlig unklar“, überlegte Stefan weiter. „Wir dachten, in Ihnen und Ihrem Butler die Ursache für alle Probleme gefunden zu haben. Das war ein Irrtum, zumindest, was Sie betrifft, äh … Amanda. Ich bin froh, dass Sie zu uns übergelaufen sind.“

„Was meinen Butler betrifft, so zweifele ich. Entweder ist er Teufel oder …“

„Oder?“

„Oder Schutzengel, dem sein Schützling entwischt ist. Ich hoffe, letzteres trifft zu. Wir werden sehen. Er hat mir mehrere Male das Leben gerettet. Sein Bemühen um Aufklärung der dunklen Vorgänge um Jakob Aufhausers Erbe wirkte authentisch.“ Lady Marbely schien in Gedanken versunken. „James, meinem Butler, und mir sind die Ringe aufgefallen, die der Richter im Nachlassverfahren, der Rechtsanwalt und … ach ja … und Herr Henschel, also Ihr Vater, trugen. Silberne Ringe mit schwarzem Schmuckstein, auf dem sich zwei liegende Zeichen für unendlich befanden. Mein Butler befasste sich eingehend mit diesem Symbol. Allerdings, und das fällt mir erst jetzt auf, verriet er mir das Ergebnis seiner Recherchen nicht.“

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