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Butler Parker - Der Butler setzt auf Sieg!

Электронная книга - «Butler Parker - Der Butler setzt auf Sieg!». Краткое содержание книги:

Amanda Marbely, eine steinreiche Lady aus London, beerbt ihren überraschend früh verstorbenen Cousin aus Königstein im Taunus. Um das gigantische, jedoch sehr bedeckt gehaltene Firmenimperium des geliebten Verwandten aus Deutschland, in Augenschein zu nehmen, übersiedelt die schrullige Lady ins Siegerland. Zu ihrer Unterstützung engagiert sie einen vornehmen Butler, der neben zahlreichen Spezialausbildungen offenbar auch hochkarätige Geheimnisse verinnerlicht hat.Als Lady Marbely mit ihren neuen Geschäftsführern ein marodes Fabrikgelände in Siegen begutachten möchte, trachtet man ihr nach dem Leben. Ihr Butler ist jedoch bestens vorbereitet und läuft ad hoc zur Höchstform auf.
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„Diese Aufgabe haben wir übernommen“, meldete sich der Butler zu Wort.

„Wenn Sie erfolgreich sind, kommen die Schatten zur Ruhe.“

„Und wenn nicht?“, fragte Lady Marbely.

„Dann werden Sie selbst zu ruhelosen Schatten.“

Lady Marbely machte große Augen. „Und der Teufelspakt? Was meinen Sie damit?“ „Der gilt noch. Er wurde zwischen zwei Wesen geschlossen, die keine Schatten sind.“ „Sie haben erkennen können, wer das ist?“, insistierte die Lady. Larry Brent schwieg und der Butler lud ihn und die Lady zum Abendmahl in den Speiseraum.

*

Als sich der PSA-Agent, den der Butler auch unter der Bezeichnung X-RAY-3 kannte, nach Mitternacht verabschiedete, bat er James, ihn zum Auto zu begleiten. Lady Marbely ersuchte er um Verständnis, dass er mit seinem Kollegen, wie er sich ausdrückte, unter vier Augen sprechen wollte. Milady fügte sich und wartete ungeduldig auf die Rückkehr des Butlers, der sehr ernst wirkte.

„Was hat er gesagt?“, fragte sie sofort.

„Er hat das bestätigt, was wir in unserem Rollenspiel vermutet haben.“

„Und wer ist nun Mephisto und wer sein Faust?“

„Das herauszufinden, ist unsere Aufgabe. Mister Brent hat zumindest bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

„Und hat diesen merkwürdigen Hinweis auf den Nationalsozialismus gegeben. Was halten Sie davon?“

„Ich nehme Herrn Brent und seine Aussagen sehr ernst.“

„Das heißt, es wird gefährlich.“

„Das ist es längst.“

„Dann wird es noch gefährlicher?“

„Ich fürchte, ja.“

„Aber warum hat er nur Sie ins Vertrauen gezogen? Wir arbeiten doch als Team.“

„Er hat mich gewarnt, dass der Teufel Zwietracht sät.“

„Doch nicht unter uns!“

Seit dem Gespräch mit Larry Brent wirkte der Butler bedrückt. „Ich hoffe nicht.“

*

In der folgenden Nacht konnte Lady Marbely nicht einschlafen. Ihre Gedanken bewegten sich im Kreis. Worauf hatte sie sich mit dieser Erbschaft nur eingelassen! War der Butler tatsächlich der hilfreiche Begleiter, als der er ihr am Anfang erschienen war? Er war ihr über Sam Hamilton, ihren geschäftlichen Berater, empfohlen worden. Hamilton vertraute sie vorbehaltlos. War es möglich, dass auch er getäuscht worden war? Unsinn! Der Butler hatte ihr mehrmals das Leben gerettet. Er war ein höchst sympathischer Mensch, mit Verstand und Muskelkraft. Er konnte nicht der Teufel sein, der hinter allem steckte. Dennoch: Er gehörte einer geheimen Organisation an, über die sie nichts wusste. Wollte er an ihr Geld herankommen, um diese mysteriöse Gruppe zu finanzieren? Nein, sicher nicht! Sie würde dem Butler weiter vertrauen, aber nicht mehr blind. Sie musste, jedoch ohne sein Wissen, versuchen herauszufinden, wer er tatsächlich war. Sie kannte nicht einmal seinen tatsächlichen Vornamen, vom Familiennamen ganz zu schweigen.

Lady Marbely beschloss spontan, den Führerschein des Butlers zu kontrollieren. Dort musste sein Name eingetragen sein. Und Hamilton würde sie fragen, wie er auf den Butler gestoßen war. Sie stieg aus dem Bett, hüllte sich in ihren Morgenmantel und verzichtete darauf, Hausschuhe anzuziehen. Sie wollte möglichst leise und unbemerkt in das Zimmer des Butlers gelangen. Der Gang, der von ihrem Zimmer zu dem des Butlers führte, wurde vom beinahe vollen Mond fahl beleuchtet. Lady Marbelys Haut wirkte in diesem Licht wie die einer Toten.

Von draußen drang Hundebellen in das Schloss. Sonst war es ruhig. Lady Marbely spürte die Kälte der Steinfliesen auf den Fußsohlen und fröstelte. Dann sah sie Licht, das durch drei Fenster im Parterre ins Freie drang. Jemand befand sich in der Bibliothek, aller Wahrscheinlichkeit nach der Butler. Demnach bedeutete die unbemerkte Kontrolle des Führerscheins kein Problem. Sie betrat das Schlafzimmer ihres Butlers und fand nichts. Der Mann hatte ja seine Montur noch an, wenn er in der Bibliothek arbeitete. Wie dumm von ihr, das nicht bedacht zu haben. Sie musste warten, bis er zu Bett ging und dann erst …

Ob der Butler ihren Wein mit LSD versetzt hatte? Egal, sie würde nun ihm einen Schlaftrunk bereiten, um sich ungestört auf die Suche nach seiner Identität begeben zu können. Sie ergriff die Wasserflasche, die auf dem Nachttisch des Butlers stand und eilte zurück in ihr Zimmer. Dort schob sie vier Schlaftabletten in die Flasche und schüttelte sie, damit sie sich auflösten. Für den Rückweg zog sie ihre Pantoffeln an. Da der Butler sich immer noch in der Bibliothek aufhielt, konnte sie auf übertriebene Vorsichtsmaßnahmen verzichten. Nun hieß es warten, bis der Mann endlich zu Bett ging.

*

Der Butler saß an Jakob Aufhausers Schreibtisch und studierte ein medizinisches Fachbuch, das sich mit psychischen Problemen beschäftigte. Er konzentrierte sich auf den Begriff APS, der antisozialen Persönlichkeitsstörung, die durch eine niedere Frustrationstoleranzschwelle und hoch aggressives, sozial unangepasstes Verhalten gekennzeichnet war. Der Butler hatte eine ganz bestimmte Person vor Augen und verglich seine Beobachtungen mit den wissenschaftlichen Ausführungen.

Besonders der Punkt Instrumentell-dissoziales Verhalten traf ziemlich genau auf die Person zu, an die der Butler dachte. Diese Abweichung von der sogenannten psychischen Norm war durch eine Konzentration auf Besitz und materielle Werte gekennzeichnet, durch allzu großes Selbstvertrauen und durch den Drang zur Machtausübung. Diese Menschen hintergingen andere oft durch ihren aufgesetzten Charme und durch vorgetäuschte Emotionen, verspürten jedoch selbst kaum Angst oder Liebe oder andere tiefer gehende Gefühlsregungen. Sie waren kalt, konnten aber perfekt die Anforderungen einer Führungsposition erfüllen. Sie waren nicht therapierbar und begingen meist auch kriminelle Handlungen.

Das alles entsprach ziemlich genau dem Bild, das sich der Butler von der Person gemacht hatte, die er im Auge hatte. Es galt, sehr vorsichtig zu sein.

Als der Butler in sein Zimmer zurückkehrte, bemerkte er, dass der Klebestreifen, den er zwischen Tür und Türstock angebracht hatte, gelöst worden war. Jemand war in sein Zimmer eingedrungen. Er unterzog den Raum einer systematischen Kontrolle, von den Vorhängen bis zum Bett. Er untersuchte auch den Bereich unter seinem Bett und setzte einen Hochfrequenzscanner ein, um eventuell platzierte Abhörgeräte aufzuspüren. Ein Blick auf seinen Nachttisch zeigte ihm, dass die Flasche Evian bewegt worden war. Er betrachtete das stille Wasser in der durchsichtigen PET-Flasche genauer und erkannte einen Bodensatz, der vermutlich von einem Medikament herrührte. Er stellte die Flasche beiseite, um sie eventuell einer näheren Überprüfung zu unterziehen oder nach Fingerabdrücken zu suchen.

Doch es erschien ihm einfacher abzuwarten, wer ihn außer Gefecht setzen wollte. Er hatte auch schon eine Idee, um wen es sich handeln könnte. Als sich nach längerer Zeit tatsächlich die Türklinke nach unten bewegte und die vom Mondlicht beschienene Gestalt der Lady Marbely in sein Zimmer schlich, täuschte er regelmäßiges Atmen, unterbrochen von leichten Schnarchgeräuschen, vor und sah durch die leicht geöffneten Wimpern, wie die Lady seine über einen Stuhl gefaltete Butlermontur durchsuchte, den Führerschein entnahm und darin las. Der Butler beschloss, seine Rolle des durch ein Medikament außer Gefecht gesetzten Mannes durchzuhalten, was immer geschehen würde.

Durch die wieder geschlossene Tür war ein Rumoren zu vernehmen, das den Schluss zuließ, die Lady würde eilig packen und eine Abfahrt vorbereiten. Das Motorengeräusch des Maybachs, das einige Zeit später erklang, bestätigte dies. Die Lady war unterwegs. Wohin, das würde ihm der mit einem Abhörgerät versehene Zündschlüssel verraten, über den er auch Gespräche, die im Auto geführt wurden, mitverfolgen konnte.

*

Weg! Nichts wie weg von dieser Villa, die ihr von Anfang an unheimlich gewesen war. Sie würde genau das machen, was ihr der Butler nach dem Tod des Geschäftsführers in Kirchhundem empfohlen hatte: Sie würde sich in aller Ruhe, sofern sie diese irgendwann wieder fand, in alle ungeklärten Fragen vertiefen und ihre Gefühle, die sie oft vorschnell beiseiteschob, zulassen. Sie wollte herausfinden, wer der Butler war, ob er ein gefährlicher Teufel oder ihr Schutzengel war, denn sie hatte keine Ahnung, was von beiden zutraf.

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