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Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott

Электронная книга - «Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott». Краткое содержание книги:

Aus dem Englischen übertragen von Renate Schilling Titel der Originalausgabe
GOD IS DEAD – Now Zen is the only living truth Osho International Foundation, Switzerland, www.osho.com.
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Zumindest, wenn man allen Menschen die Hand schütteln möchte, braucht man fünf Milliarden Hände. Nur Hände, Hände, und sonst gar nichts! Dann schüttelt man Gott die Hand, doch niemand ist da!

Und so gibt es weitere Erklärungen: Er hat eintausend Augen, weil er sich um das ganze Universum kümmern muss. Kann er denn seinen Kopf nicht bewegen, so wie ich ihn bewege? Ich kann ganz problemlos zehntausend Leute sehen, mit nur zwei Augen. Dreht er sich nicht um, wenn er nach hinten geht? Er hat Augen am ganzen Kopf – wenn er rückwärts gehen will, braucht er also nur die hinteren Augen zu öffnen, während die vorderen geschlossen bleiben. Wenn er zur Seite gehen möchte, schließt er die Augen auf drei Seiten, und nur die Augen auf einer Seite sind geöffnet. Ist das ein Gott, oder ist das ein Spielzeug für Kinder?

Die Vorstellung von Gott ist nur entstanden, weil unser Verstand die Ewigkeit nicht fassen kann. Sobald man sich über den begrenzten Verstand zum unbegrenzten No-Mind erhoben hat, kann man sich alles vorstellen, was vorher unvorstellbar war. Kein Gott ist dann notwendig.

Die zweite Frage:

Wenn es keinen Gott gibt, ist dann in der Religion noch Platz

für Gebet?

Es ist kein Platz mehr für Gebet, denn Gebet ist auf Gott orientiert. Wenn es keinen Gott gibt, zu wem sollte man dann noch beten? Alle Gebete sind falsch, denn es gibt niemanden, der sie beantworten könnte, niemanden, der sie hören könnte. Alle Gebete sind eine Demütigung, eine Beleidigung, eine Erniedrigung. Alle Gebete sind widerwärtig! Ihr kniet vor einer Fiktion nieder, die nicht existiert.

Und was macht ihr in euren Gebeten? Ihr bettelt. »Gib mir dies, gib mir jenes« – absolut armselig – »Gib uns unser tägliches Brot!«

Könnt ihr nicht ein für alle Mal darum bitten? Warum müsst ihr jeden Tag darum bitten? Und fünf Milliarden Menschen bitten, während nur einer zuhört – glaubt ihr, dass er geistig gesund bleiben kann? »Gib uns unser tägliches Brot!« Warum nicht einmal fürs ganze Leben darum bitten und dann damit aufhören? Ein einziges Gebet sollte genügen.

Doch jeden Tag belästigt ihr ihn, nörgelt ihr herum wie eine zänkische Ehefrau, morgens und abends. Und die Mohammedaner beten sogar fünfmal am Tag. Sie sind die größten Nörgler.

Ich pflegte immer in Udaipur Meditationscamps abzuhalten. Es war ein weiter Weg bis dorthin von dem Ort, wo ich wohnte, in Jabalpur. Es dauerte sechsunddreißig Stunden dorthin, weil es damals zwischen diesen beiden Orten noch keine Flugverbindung gab. Es gab zwar einen Flughafen in Jabalpur, doch das war ein Militärflughafen, der für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war.

Also musste ich mit dem Zug fahren und an vielen Stellen umsteigen. Erst musste ich in Katni umsteigen, dann in Bina und dann noch einmal in Agra. Dann musste ich zum letzten Mal in Chittaurgarh den Zug wechseln, und danach kam ich schließlich in Udaipur an. Es war immer Abend, wenn der Zug in Chittaurgarh ankam, und ganz in der Nähe von Chittaurgarh liegt Ajmer. Ajmer ist eine der Hochburgen der Mohammedaner, so dass sich immer viele Mohammedaner im Zug befanden. Und der Zug musste immer eine Stunde lang im Bahnhof auf einen anderen Zug warten, mit dem weitere Reisende nach Udaipur ankommen sollten.

Eine Stunde lang ging ich also auf dem Bahnsteig spazieren. Die Mohammedaner, die den ganzen Bahnsteig entlang da saßen, befanden sich im Gebet, und ich machte mir einen Spaß daraus, zu jemandem hinzugehen und zu sagen: »Der Zug fährt ab«, worauf derjenige aufsprang und dann ärgerlich wurde: »Du hast mein Gebet gestört!«

Darauf antwortete ich: »Ich habe niemandes Gebet gestört. Ich verrichte einfach nur mein eigenes Gebet. Es ist mein innigster Wunsch, dass der Zug endlich abfährt. Ich habe nicht mit dir gesprochen; ich kenne doch nicht einmal deinen Namen.«

Worauf der andere meinte: »Das ist doch merkwürdig ... mitten in meinem Gebet? «

Doch ich sagte zu ihm: »Es war kein wirkliches Gebet, denn ich habe dich beobachtet – wieder und wieder hast du nach dem Zug Ausschau gehalten.« Darauf musste der andere zugeben: »Nun ja, das stimmt.«

Und so war es auf dem ganzen Bahnsteig. Ich ging weiter und näherte mich ein paar anderen Leuten und flüsterte einfach nur:

»Der Zug fährt ab.« Und schon sprang jemand anderer auf und wurde daraufhin sehr zornig: »Was bist du nur für ein Mensch? Du wirkst religiös, doch du störst die Menschen in ihrem Gebet! «

Worauf ich immer erwiderte: »Ich störe niemanden. Ich bete einfach nur zu Gott, dass der Zug jetzt endlich abfährt.«

Woraus bestehen eure Gebete? Ihr bittet um dieses, ihr bittet um jenes. Eure Gebete machen euch zu Bettlern. Meditation dagegen macht euch zu Kaisern.

Es gibt niemanden, der eure Gebete hört; es gibt niemanden, der auf sie antwortet. Alle Religionen sorgen dafür, dass ihr immer nur außenorientiert seid, dass ihr euch nicht nach innen richtet. Gebete sind außenorientiert: Dort ist Gott, und ihr ruft zu diesem Gott.

Doch das führt euch weg von euch selbst.

Alle Gebete sind irreligiös. Ich habe euch schon oft eine wunderbare Geschichte erzählt, die von Leo Tolstoi stammt.

Der Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche – diese Geschichte spielt vor der Revolution – begann sich große Sorgen zu machen, als viele Mitglieder seiner Gemeinde anfingen, zu einem See zu pilgern, wo drei Einsiedler lebten. Sie lebten auf einer kleinen Insel im See, und sie saßen unter einem Baum, zusammen mit Tausenden von Menschen, die sie für Heilige hielten.

Nun ist es im Christentum nicht möglich, von sich aus ein Heiliger zu werden. Zuerst muss von der Kirche bestätigt werden, dass man ein Heiliger ist; es braucht eine Art Zeugnis.

Das ist eine ziemlich hässliche Vorstellung, dass die Kirche einem ein Zeugnis ausstellen kann, dass man ein Heiliger ist. Selbst ein Mann wie Franz von Assisi, ein wunderbarer Mensch, wurde vor den Papst zitiert: »Die Menschen haben angefangen, dich wie einen Heiligen zu verehren, aber du bist noch nicht heilig gesprochen worden.«

Hier finde ich, dass Franziskus einen Fehler gemacht hat. Er hätte sich dem Ganzen entziehen sollen, doch er kniete sich wie ein guter Christ nieder und bat den Papst: »Dann gib mir die Anerkennung.« Abgesehen davon war er ein netter Mensch, ein wunderbarer Mann, doch ich erwähne ihn nie, weil er sich sehr dumm verhalten hat. Das ist nicht die Art eines Heiligen.

Aber die ganze Vorstellung von Heiligkeit, die die Kirche hat, ist vollkommen falsch.

Der russische Patriarch war also sehr zornig: »Wer sind diese Heiligen? Wir haben hier seit Jahren schon niemanden mehr heilig gesprochen. Woher sind diese sogenannten Heiligen plötzlich gekommen?« Doch die Menschen strömten zu ihnen hin, und die Kirche wurde täglich leerer.

Schließlich beschloss der Patriarch, ebenfalls hinzugehen und sich diese Leute einmal anzusehen. Er nahm ein Boot und setzte zu der Insel über. Diese drei Männer ... sie waren ungebildete, einfache Leute, vollkommen unschuldige Menschen. Und der Patriarch war ein mächtiger Mann; nach dem Zaren war er der mächtigste Mann Russlands. Er war sehr zornig auf diese drei Männer und fragte sie: »Wer hat euch zu Heiligen gemacht? «

Sie schauten sich gegenseitig an und sagten: »Niemand. Und wir glauben auch nicht, dass wir Heilige sind. Wir sind arme Leute.«

»Aber warum kommen dann so viele Menschen zu euch? « Sie antworteten: »Diese Frage müsst Ihr ihnen selber stellen.«

Der Patriarch wollte daraufhin wissen: »Kennt ihr das orthodoxe Gebet der Kirche? «

Sie antworteten: »Wir sind ungebildet, und dieses Gebet ist zu lang; wir können es uns nicht merken.«

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