Emil und die drei Zwillinge
- Автор: Кестнер Эрих
- Язык: немецкий
- Жанр: Детская проза
Электронная книга - «Emil und die drei Zwillinge». Краткое содержание книги:
Vivel, prima Abendbrot. Tivoli, ein riesiger Rummelplatz.
Amalienborg. Christiansborg. Alte Börse, prachtvolle Giebelreihe. Ausländische Kriegsschiffe, sogar japanische. Lange Linie, Strandbummel am Hafen. Thorwaldsenmuseum.
"Wie mag es jetzt den Jungen gehen?" fragte Klotilde.
Der Justizrat sagte: "Die sind froh, daß sie uns los sind." Klotilde Schlips wollte es nicht glauben.
Aber der Justizrat erklärte: "Das weiß ich nun besser, meine Liebe. Ich war ja selber einmal so’n Flegel."
Pony blickte ihn ungläubig an.
Er lachte. "Doch, doch, Pony!" meinte er. "Es ist zwar schon lange her. Aber manchmal ist mir zumute, als sei’s gestern gewesen." Dann rief er den Kellner, zahlte und trieb zum Aufbruch.
Auf der Westerbroegade stiegen sie in einen ÜberlandAutobus und fuhren gemeinsam mit reisenden Engländern, Dänen und Franzosen durch die Insel Seeland. Die Straße führte nordwärts. Immer an sauberen Häusern und Gärten vorbei.
Und überall blühten rote Kletterrosen. Ein Ort, der besonders hübsch war, hieß Klampenborg. Pony schrieb den Namen rasch in ihr Notizbuch.
Manchmal sahen sie zur Rechten das Meer. Es war aber kein Meer, sondern eine Meerenge, die der Sund heißt.
Überseedampfer fuhren auf dem Sund. Mit Musikkapellen.
Und mit einemmal entdeckte Pony auf der andern Seite des Sundes Land. Sie kam sich vor wie Columbus, zupfte den Justizrat aufgeregt am Ärmel und fragte: "Was ist das dort drüben?"
"Das ist Schweden", sagte Justizrat Haberland.
"Aha", meinte Pony. Und dann zückte sie ihr Notizbuch und trug ein: Schwedische Küste gesehen. Justizrat H. ein furchtbar netter Mann.
Das Segelboot ,Kunigunde IV’ war seit vielen Stunden auf dem Wasser. Noch immer wehte eine leichte Brise. Der Pikkolo hatte dem Professor und Gustav gezeigt, wie man die Segel fiert.
Sie hockten auf der Luvseite und gondelten vergnügt durch die Ostsee. Das Picknick hatten sie schon intus. Es war alles in schönster Ordnung. Die Sonne schien freigebig. Der Wind streichelte die braungebrannten Gesichter, als meine er’s gut mit der Jugend.
Gustav legte sich in der kleinen Kajüte auf eins der Ruhebetten und träumte, er rase mit seinem Motorrad übers Wasser.
Der Professor saß neben dem Pikkolo, der die Ruderpinne bediente, und schaute ins Meer. Manchmal sah er eine bunt schillernde Qualle vorbeischwimmen. Manchmal einen Fisch.
Plötzlich rief Hans Schmauch: "Was ist denn das ?" und zeigte geradeaus.
Vor ihnen lag eine Insel. Sie hielten auf sie zu.
Der Pikkolo meinte: "Das müssen wir uns aus der Nähe betrachten!"
Der Professor sagte: "Es scheint sich um einen Sandhaufen zu handeln. Mit etwas Gras drauf."
Sie waren schon ganz nahe.
"Eine Palme!" rief Hans Schmauch. "Mitten in der Ostsee eine Palme! Man sollte es nicht für möglich halten."
"Sie sieht aus, als hätte sie die Grippe", stellte der Professor sachlich fest.
"Es ist eine Fächerpalme."
Und dann gab es plötzlich einen Ruck!
Hans Schmauch und der Professor fielen von ihren Sitzen.
Gustav richtete sich jäh auf und stieß mit dem Kopf an die Kajütendecke. Er fluchte. Dann kroch er aus der Kajüte heraus und fragte: "Gehen wir vielleicht zufällig unter?"
"Nein", sagte Schmauch. "Wir sind gestrandet."
Gustav betrachtete sich die Gegend. "Ihr seid ja Feuertüten!
An diesem Sandhaufen konntet ihr wohl nicht vorbeisteuern, was? Wenn’s wenigstens noch die Insel Rügen wäre!" Er kletterte aus dem Boot. "Aber mitten in der Ostsee, ausgerechnet auf dieser Wochenend-Parzelle aufzulaufen, das ist ja ein tolles Ding!"
"Ich wollte mir bloß die Palme ansehen", sagte Schmauch ziemlich niedergeschlagen.
"Sieh sie dir nur gründlich an!" rief Gustav. Er trat an die seltsame Pflanze heran. "Eine Rarität, Herr Naturforscher! Eine Palme mit Topf. Das wäre etwas für Emil, unsern Botaniker!"
Der Professor sah auf die Uhr. "Trödelt euch aus! Wir müssen nach Korlsbüttel zurück."
Sie stemmten sich also mit vereinten Kräften gegen das Boot und wollten es ins Meer zurückschieben. Sie arbeiteten, bis sie blaurote Köpfe bekamen. Aber das Boot wollte nicht. Es rührte sich nicht von der Stelle. Nicht einen Zentimeter!
Gustav zog Schuhe und Strümpfe aus und stieg ins Wasser.
"Los!" kommandierte er. "Alle Mann, hau ruck! Hau ruck!"
Plötzlich rutschte er auf dem schmierigen Gras und Moos, das unter Wasser wuchs, aus und verschwand für längere Zeit unter dem Meeresspiegel.
Als er wieder auftauchte, spuckte er zunächst einmal einen Liter Salzwasser aus. Dann rief er wütend: "So eine Schweinerei!" Dann zog er den pitschnassen Trainingsanzug aus und hängte ihn ärgerlich zum Trocknen auf den Palmenstrunk.
"Siehst du", sagte der Professor. "Nun ist die Topfpflanze doch noch zu etwas nütze."
Sie machten sich wieder über das Boot her und arbeiteten eine halbe Stunde wie die Möbelräumer, wenn sie Klaviere aufheben.
Aber das Segelboot war kein Klavier. Es blieb unveränderlich liegen, wo es lag.
.,So ein Biest", murmelte der kleine Schmauch. "Los, Leute!
Hau ruck! Hau ruck!"
Umsonst! Alle Liebesmühe war vergeblich. Sie setzten sich müde in den Sand und verschnauften. "Das kann ja heiter werden", sagte Gustav. "Was machen wir bloß, wenn wir unsern Dampfer nicht flottkriegen?"
Schmauch legte sich hintenüber und schloß die Augen.
"Wir holen die Segel ein und werden ein kleines Inselvolk. Ein Glück, daß wir Konserven mitgenommen haben."
Gustav erhob sich und prüfte, ob sein Anzug schon trockner geworden war. Er wrang ihn aus und sagte: "Nun steht ja unsrer selbständigen Entwicklung überhaupt nichts mehr im Wege. Nicht mal ‘n Telephon oder ‘n Briefkasten ist hier.
Die reinsten Robinsöne!"
Der Professor schlug mit der Faust in den Sand. "Wir müssen zurück!" rief er. "Wir müssen! Sonst rückt uns Mister Byron aus!"
Gustav blickte sich um. Es gab nichts als Meer und Wolken.
Er lachte böse: "Wir können ja zu Fuß gehen, Professor!"
Elftes Kapitel
Passkontrolle
Es war gegen Abend. Die Dämmerung war nicht mehr weit.
Die Sonne ging hinter einer Wolke unter und überschwemmte die anderen Wolken und die See mit unendlich viel Rosa.
Emil und der kleine Dienstag standen seit über einer Stunde auf der Korlsbüttler Brücke und warteten geduldig auf ihre Freunde. Emil hatte für sie Stullen zurechtgemacht.
Dienstag trug das Paket. Er war kolossal munter und freute sich wie ein Schneekönig auf die kommenden Ereignisse.
Segelboote in allen Größen bogen in den Hafen ein.
Doch das Boot, auf das sie warteten, kam und kam nicht.
"Das sind sie!" rief Dienstag und zeigte auf ein Boot, das sich der Brücke näherte.
Aber sie waren es nicht.
Emil sagte: "Verstehst du das? Hoffentlich ist ihnen nichts passiert."
"Was soll ihnen denn passiert sein? Es war doch kein Sturm und überhaupt nichts. Sie werden zu weit hinausgesegelt sein.
Und die Heimfahrt dauert länger, als sie gedacht haben."
Emil brüllte einem heimkehrenden Boot entgegen: "Haben Sie draußen □Kunigunde IV’ gesehen?"
Der Mann am Steuer rief: "Nee, wir sind unterwegs überhaupt keinem Mädchen begegnet!" Die andern im Boot lachten laut.
"So ein Dussel", meinte Dienstag.
Und Emil sagte: "Wir warten noch eine halbe Stunde.
Wenn sie dann noch nicht hier sind, müssen wir zu Fuß nach Graal pilgern, statt auf Gustavs Motorrad."
Sie warteten.
Dann holte Emil einen Zettel aus der Tasche und schrieb: "Wir sind ohne euch nach Graal. Beeilt euch gefälligst und seid rechtzeitig in Heidekrug und Warnemünde!"