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Drachenelfen. Die gefesselte Göttin

Электронная книга - «Drachenelfen. Die gefesselte Göttin». Краткое содержание книги:

Bernhard Hennens Elfen sind die coolsten Helden der Fantasy!

Ob in den Ländern der Menschen oder in den magischen Wäldern Albenmarks, überall drohen seit Langem schwelende Konflikte offen auszubrechen. In ihrem Kampf um Macht schrecken Unsterbliche und Drachen nicht davor zurück, ihre besten Krieger, den Herrscher Aaron oder die Drachenelfen Nandalee und Gonvalon, für ihre Zwecke einzuspannen. Doch dann soll die gefesselte Göttin Nangogs erweckt werden – und mit ihr eine Magie, von der niemand weiß, was sie bewirken wird ...

Nandalee und Gonvalon, die Verwegensten unter den Drachenelfen, werden vor den Rat der mächtigen Himmelsschlangen gerufen, um nach dem Überfall auf die legendäre Blaue Halle Albenmarks einen ungeheuerlichen Racheakt vorzubereiten: Sie sollen die Menschen und ihre Götter an ihrer schwächsten Stelle, auf Nangog, treff en. Und so machen sie sich auf die gefährliche Reise, die gebannte Herrin dieser Welt, die gefesselte Göttin, zu befreien. Währenddessen versucht der Herrscher Aaron verzweifelt, dem Spiel aus Intrigen, Mord und Krieg an seinem Hof Diplomatie und Vernunft entgegenzusetzen. Aber wem wird in diesem Wettlauf um Macht der nächste, alles entscheidende Schachzug gelingen? Eines scheint klar – es sind die Elfen und Menschen, von denen die Zukunft aller abhängt!
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Langsam schlenderte er an dem Haus vorbei, in dem Rowayn gestorben war. An Türen und Fenstern waren Siegel aus getrocknetem Lehm angebracht. Es war reine Intuition, dass er sein Verborgenes Auge öffnete. Klug war es nicht. Jeder Zauber, den er wob, veränderte das magische Netz geringfügig. Es war, als werfe man einen Stein in einen See, über den eine leichte Brise wehte. Zwischen den sanften Wellen fielen die anderen Wellen, die vom Aufschlagpunkt des Steines davoneilten, kaum auf. Doch wer auf der Lauer lag, würde sie bemerken.

Die Siegel erstrahlten in einem matten, goldenen Licht. Talawain sah nicht mehr hin. Er ging auf der Straße weiter und hoffte, nicht aufgefallen zu sein. Hier waren nicht nur Priester am Werk gewesen. Išta selbst oder ein anderer Devanthar musste diesen Zauber gewoben haben, dessen Kraftlinien zur Zikkurat hin liefen. Hätte er eines der Siegel zerbrochen, wäre das im Tempel bemerkt worden. Išta hatte ihm eine Falle gestellt.

»Das Meer verbirgt alle Geheimnisse«, hatte ihm Rowayn einst zugeraunt. Was das bedeutete, mochte er in diesem Haus erfahren oder auch nicht. Ganz sicher lieferte er sich seinen Feinden aus, wenn er hineinzugelangen versuchte.

Alles, was du dort noch finden kannst, ist dein Unglück, waren die Worte der Händlerin gewesen. Talawain bog in eine andere Gasse. Er hatte alle Hoffnungen darauf gesetzt, Rowayn zu treffen. Nun gab es nur noch Hoffnung für Shaya, wenn er einen geschwätzigen Priester fand, der ihm verriet, wo das Haus des Himmels zu finden war. Vermutlich wäre es leichter, einen sprechenden Hund zu finden, dachte Talawain niedergeschlagen. Aber er würde nicht aufgeben!

Glamirs Geheimnis

Galar spürte, wie an der dünnen Signalleine gezogen wurde. Er fluchte leise. Er hatte zu wenig Zeit gehabt.

Zwei Wochen hatte er gebraucht, um sich von seiner Verletzung so weit zu erholen, dass er wieder in den Fassanzug steigen konnte. Seither war er viele Male hinabgetaucht. Sie hatten Glück gehabt, dass der Herbstanfang in den Bergen überraschend trocken geblieben war. Der Pegelstand im Meer der schwarzen Schnecken war nur langsam gestiegen, aber schon als er in den Brunnen hinabgetaucht war, hatte das Wasser nur noch wenige Zoll unter der großen Kupferluke gestanden. Bald würde der einzige Zugang zu Glamirs Turm endgültig verschlossen werden.

Galar beugte sich vor und hielt den Magnetstein dicht über den Boden, um jede Unze des kostbaren Metalls einzusammeln. Die große Smaragdspinne, die ihm mit ihren Dornbeinen geholfen hatte, die Metallwand zu bearbeiten, spürte, dass er fortwollte, und kroch aus der Nische im unterseeischen Felsgestein hinaus zum Steilhang. Der Zwerg griff einen letzten langen Metallspan, verstaute ihn in dem kleinen Korb am Gürtel seines Fassanzugs und trat ebenfalls aus der Nische. Drei kurze, ruckartige Züge an der Signalleine waren das Zeichen, dass er bereit war, hochgezogen zu werden.

Die Spinne beobachtete ihn aus ihren grün schillernden Augen. Galar wusste nicht, warum ihn die Ungeheuer aus der Tiefe verschonten. Für alle anderen Zwerge, die in den Brunnen hinabstiegen, war jeder Tauchgang nach wie vor gefährlich. Nur für ihn nicht. Die Spinnen hatten ihm in den letzten zehn Tagen sogar geholfen, an der rätselhaften Metallwand zu arbeiten. Kurze Zeit hatte Galar sich der trügerischen Hoffnung hingegeben, dass es ihm vielleicht gelingen mochte, ein Loch durch die Wand zu brechen und zu sehen, was sich dahinter verbarg. Aber sie war zu dick, ganz so, wie Amalaswintha es gesagt hatte. Obwohl damit bisher all ihre Voraussagen über die Metallwand eingetroffen waren, wollte Galar einfach nicht glauben, dass hinter der Wand nichts als taubes Gestein war. Niemand errichtete ein solches Bollwerk, um dahinter nichts zu verstecken!

Die Kette an seinem Fassanzug straffte sich, und er wurde nach oben gezogen. Galar biss in den Hebel, der das Ventil seitlich am Fass öffnete, und ließ etwas Luft ab. Sofort spürte er, wie der Druck im Fassanzug nachließ. Er würde die Zeit, die sie im Turm gefangen waren, nutzen, um gemeinsam mit Nyr einen neuen Fassanzug zu bauen. Es gab noch viele Möglichkeiten, dieses klobige Ungetüm zu verbessern.

Galar beugte sich vor. Die Scheibe im Fass gab ein zu eingeschränktes Sichtfeld. Auch das würde er verbessern. Flüchtig sah er noch die Spinne, die von unstetem, grünem Licht umspielt wurde. Sie blieb bei der Nische im Fels, und Galar hatte das Gefühl, dass sie ihm nachblickte. Mochten sie ihn, weil er Drachen getötet hatte? Was unterschied ihn sonst von den anderen Zwergen Glamirs? Dieses Geheimnis würde er wohl nie lüften. Es schien eine Ewigkeit zu vergehen, bis er endlich durch die Luke in der gewölbten Decke über dem Brunnen gezogen wurde. Das Wasser stand nur noch zwei Fingerbreit unter der Mauerkante – es war während seines Tauchgangs noch einmal gestiegen! Noch als er in seinem schweren Fassanzug am Kranarm über dem Boden schwebte, schoben drei Zwerge das Kupferluk über die Öffnung und begannen, es mit fingerdicken Schrauben zu verschließen.

Dann wurde Galar abgesetzt. Er legte seine Arme an, die in Lederwulsten steckten, die seitlich aus dem Fass ragten. So konnten die Arbeiter, die den Verschluss seines Tauchanzugs lösten, besser an ihn heran. Jedes Mal genoss Galar den Augenblick, wieder frische Luft atmen zu können. Selbst die nach Tang, verfaultem Fisch und dem Schweiß viel zu lange nicht gewaschener Kleidung stinkende Luft im Turm war eine Wohltat im Vergleich zu dem Odem, der den Fassanzug erfüllte. Kaum dass der Deckel abgehoben wurde, klopfte Glamir mit seiner Krücke gegen das Fass. »Hast auch schon mal mehr hochgebracht, Kleiner.« Der alte Schmied hatte bereits den Magnetstein und den Korb mit den Metallsplittern an sich genommen.

Galar war versucht, ihn anzuschnauzen und ihn darauf hinzuweisen, dass allein dieser Tauchgang dreimal so viel von dem kostbaren Metall gebracht hatte, wie Glamir und seine Männer in mehr als einem Jahr hochgeholt hatten. Aber er war zu müde zum Streiten. Wie nach jedem Tauchgang pochte ein stechender Schmerz hinter seinen Schläfen. Sein Mund war erfüllt vom widerlichen Geschmack des elastischen Harzes, aus dem sein Atemschlauch bestand. Willfährig ließ sich Galar aus dem Fass heben und nickte dankbar, als ihm einer von Glamirs Männern einen Humpen Bier reichte. Galar leerte ihn in einem einzigen Zug.

»Du hast gut gearbeitet, Junge«, erklärte Glamir in aufgeräumter Stimmung. »Hast du die Kraft, mich auf einen kleinen Spaziergang zu begleiten? Ich würde dir gerne etwas zeigen. Du hast es dir wirklich verdient.«

Galar erhob sich müde, er hätte gerne noch ein Bier getrunken, aber Glamir war launisch. Er mochte es sich schon im nächsten Augenblick anders überlegen. Seit über drei Wochen wartete Galar darauf, dass der alte Schmied ihm endlich verriet, was er mit dem Metall aus dem Brunnen plante. Alles in allem war Glamir ein wenig umgänglicher geworden. Er speiste nun oft zusammen mit Amalaswintha, und nur die Alben wussten, was die beiden noch miteinander taten. Hornbori behauptete, die Zwergin sei Glamirs Geliebte geworden, aber Galar konnte sich nicht vorstellen, dass dieses eingebildete Weibsbild im Bett mit einem Krüppel lag.

Ganz ignorieren sollte er Hornboris Ausbrüche aber nicht. Der Wortefurzer zeigte ernste Anzeichen von Eifersucht. Er würde ihm demnächst einmal den Kopf zurechtrücken, damit es nicht noch zu einem Unglück kam. Hier in seinem Turm war Glamir der unumschränkte Herrscher, und gegen ihn aufzubegehren konnte nicht gut enden. Es sei denn, der Alte trieb es zu weit mit Amalaswintha. Auch seine eigenen Männer schätzten es nicht, dass der Schmied mehr und mehr Zeit mit der Zwergin verbrachte. Eine einzige Frau, eingesperrt mit siebenundvierzig Zwergen in einem Turm, den sie nun auf etliche Wochen nicht verlassen konnten, das würde nicht gutgehen, wenn nur einer Spaß mit dem Weib hatte und alle anderen nicht. Galar wunderte sich, dass das nicht auch Glamir begriff.

Noch immer erschöpft, folgte er dem Schmied, der schwer auf seine Krücke gestützt voraushinkte. Der Alte führte ihn über enge Treppen und durch Tunnel hinauf zu den verborgenen Kammern, die tief in das Felsgestein getrieben waren. In diesem Abschnitt des Turms war Galar noch nie gewesen. Schwere Türen, die meist auch noch bewacht wurden, versperrten den Weg. Doch heute trafen sie auf niemanden. Sie gingen schweigend. Nur das Klacken der Krücke und ein gelegentlicher Schnaufer Glamirs störten die Stille.

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