Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Nie sollst Du vergessen - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Nie sollst Du vergessen

Электронная книга - «Nie sollst Du vergessen». Краткое содержание книги:

In einer regnerischen Nacht wird Eugenie Davies in London von einem Autofahrer getötet. Ein Unfall ist definitiv auszuschließen: Die Frau wurde frontal angefahren und danach mehrmals absichtlich mit dem Wagen überrollt. Doch was hatte Eugenie Davies so spät am Abend überhaupt in der Stadt zu suchen? Und warum trug sie einen Zettel mit dem Namen genau des Mannes bei sich, der später ihre Leiche findet? Für Inspector Thomas Lynley, in dessen Privatleben sich zur selben Zeit dramatische Veränderungen ankündigen, sind diese Fragen nur der Auftakt zu Ermittlungen, in deren Verlauf er auf einem gefährlich schmalen Grat zwischen persönlicher Loyalität und beruflicher Ehre wandert. Denn schon bald stellen Lynley und Sergeant Barbara Havers betroffen fest, dass ihr Chef Superintendent Webberly, der mehr über Eugenie Davies zu wissen scheint, als er preisgibt, versucht, sie bei der Auswertung von Erkenntnissen zu behindern. Für Lynley und Havers steht ihre berufliche Laufbahn auf dem Spiel, doch sie sind schon viel zu tief in den Fall eingedrungen, um sich noch zurückziehen zu können. Denn die Familie Davies nährt einen tödlichen Kreislauf aus Versagen, Wut und Gewalt, der immer weitere Opfer fordert…
Psychologische Raffinesse, präziser Spannungsaufbau und ein unfehlbarer Sinn für Dramatik charakterisieren die Kriminalromane der Amerikanerin Elizabeth George. Die Autorin, die den Anthony Award, den Agatha Award und den Grand Prix de Litérature Policière gewonnen hat, lebt in Huntington Beach, Kalifornien. Mehr Informationen zur Autorin unter www.ElizabethGeorgeOnline.com
1 ... 170 171 172 173 174 175 176 177 178 ... 234
Перейти на страницу:

»Von wem?«

»Von Sarah-Jane Beckett, zum Beispiel.«

»Das überrascht mich nicht«, sagte Katie. »Was SarahJane Beckett erzählt, muss man immer mit Vorbehalt betrachten. Die beiden waren wie Feuer und Wasser, Katja und Sarah-Jane, meine ich. Außerdem spielte auch noch James eine Rolle. Er war ganz verrückt nach Katja und ist jedesmal dahingeschmolzen, wenn sie ihn nur angeschaut hat. Sarah-Jane passte das gar nicht. Es war deutlich zu sehen, dass sie James schon für sich reserviert hatte.«

Das reinste Verwirrspiel, Dr. Rose, diese Geschichten über James, den Untermieter. Ganz gleich, mit wem ich über ihn spreche, immer nimmt die Fabel eine neue Färbung an. Auf ganz subtile Weise, nur eine kleine Abweichung hier und eine kleine Wendung dort - aber es reicht, um mich aus dem Konzept zu bringen und mich zu der Frage zu veranlassen, wem ich nun eigentlich glauben kann.

Vielleicht niemandem, erwidern Sie. Jeder Mensch sieht die Dinge mit seinen eigenen Augen, Gideon. Jeder Mensch legt sich eine Version vergangener Ereignisse zurecht, mit der er leben kann, und diese Version wird für ihn zur Wahrheit.

Ja, aber womit muss Katie Waddington zwanzig Jahre nach dem Verbrechen zu leben versuchen? Ich kann verstehen, womit mein Vater zu leben versucht. Ich kann mir auch vorstellen, womit Sarah-Jane Beckett zurechtzukommen versucht. Aber Katie…? Sie gehörte nicht zum Haus. Ihr einziges Interesse galt der Freundschaft mit Katja Wolff.

Und doch hatte sie mit ihrer Aussage beim Prozess wesentlich dazu beigetragen, Katja Wolffs Schicksal zu besiegeln. Ich hatte das den Zeitungsausschnitten unter der Schlagzeile »Falschaussage des Kindermädchens vor der Polizei« entnommen. Bei ihrem einzigen Gespräch mit den Ermittlern hatte Katja Wolff behauptet, ein Anruf von Katie Waddington hätte sie an dem Abend, an dem Sonia umkam, veranlasst, das Badezimmer zu verlassen, jedoch höchstens eine Minute lang gedauert. Aber Katie Waddington hatte unter Eid ausgesagt, dass sie zu dem Zeitpunkt des angeblichen Telefongesprächs in einem Abendkurs gesessen hatte. Die Aussage des zuständigen Lehrers hatte ihre Aussage bestätigt. Für Katja Wolff, deren Verteidigung ohnehin auf schwachen Füßen stand, war dies ein schwerer Schlag gewesen.

Aber Moment mal! Du lieber Gott, hatte vielleicht auch Katie Waddington ein Auge auf James, den Untermieter, geworfen gehabt? Hatte sie die Ereignisse vielleicht gar irgendwie inszeniert, um Katja Wolff als Konkurrentin aus dem Weg zu räumen?

Als spürte sie, was da in meinen Gedanken schwärte, führte Katie das Thema, das sie zur Sprache gebracht hatte, weiter aus.

»Katja interessierte sich nicht für James. Für sie war er nur jemand, der ihr mit der Sprache weiterhelfen konnte, und ich denke, wenn man es genau nimmt, hat sie ihn benützt. Sie merkte natürlich, dass er sich wünschte, sie würde ihre freie Zeit mit ihm verbringen, und sie tat es gern, solange sie in dieser freien Zeit Sprachunterricht erhielt. James war damit zufrieden. Ich vermute, er hoffte, sie würde sich irgendwann in ihn verlieben, wenn er nur nett genug zu ihr wäre.«

»Er könnte also der Mann sein, der sie damals geschwängert hat?«

»Als Bezahlung für die Englischstunden, meinen Sie? Das bezweifle ich. Sex als Gegenleistung für irgendetwas, das wäre nicht Katjas Stil gewesen. Dann hätte sie ja auch Hannes Hertel Sex anbieten können, damit er sie in seinem Ballon mitnimmt. Aber sie wählte einen ganz anderen Weg, einen gefährlichen Weg, der sie leicht ins Verderben hätte führen können.« Katie, die aufgehört hatte, den blauen Wellensittich zu streicheln, beobachtete den Vogel, der langsam wieder munter wurde. Zuerst glätteten sich die gespreizten Schwanzfedern, dann legte er die Flügel an, und zuletzt öffnete er die Augen und zwinkerte verwundert.

Ich sagte: »Dann hat sie jemand anderen geliebt. Sie müssen doch wissen, wer es war.«

»Ich weiß nichts davon, dass sie irgendjemanden geliebt hat.«

»Aber wenn sie schwanger war -«

»Seien Sie doch nicht naiv, Gideon. Ein Frau braucht nicht verliebt zu sein, um schwanger zu werden. Sie braucht nicht einmal willens zu sein.« Sie setzte den blauen Vogel wieder in den Käfig.

»Wollen Sie sagen -« Ich konnte es nicht einmal aussprechen, so entsetzt war ich bei der Vorstellung, was Katja Wolff widerfahren sein könnte und durch wen.

»Nein, nein«, beschwor Katie hastig. »Sie wurde nicht vergewaltigt. Das hätte sie mir gesagt. Davon bin ich überzeugt. Ich meinte etwas anderes mit meiner Bemerkung…« Sie zögerte und nahm sich einen Moment Zeit, um den grünen Vogel aus dem Käfig zu holen und bei ihm die gleiche Behandlung zu beginnnen, die soeben der blaue erhalten hatte. »Wie ich vorhin schon sagte, sie hat ab und zu ganz gern mal was getrunken. Nicht viel und nicht oft. Aber wenn sie getrunken hat… na ja sie wusste häufig hinterher nicht mehr, was vorgefallen war. Es ist also gut möglich, dass sie selbst keine Ahnung hatte… Das ist die einzige Erklärung, auf die ich gekommen bin.«

»Erklärung wofür?«

»Dass ich von ihrer Schwangerschaft nichts wusste«, antwortete Katie. »Wir haben einander immer alles erzählt. Für mich ist die Tatsache, dass sie zu mir nie ein Wort von ihrer Schwangerschaft gesagt hat, ein Beweis dafür, dass sie selbst keine Ahnung hatte. Es sei denn, sie wollte geheim halten, wer der Vater war.«

In diese Richtung wollte ich nicht weiter vordringen, darum sagte ich: »Wenn sie an ihrem freien Abend getrunken hat und sich in betrunkenem Zustand einmal mit einem Mann einließ, den sie nicht kannte, wollte sie vielleicht nicht, dass das herauskommt. Sie hätte ja dann nur noch schlechter dagestanden, nicht wahr? Besonders beim Prozess. Denn es wurde ja über ihre Persönlichkeit gesprochen, wie ich hörte.« Oder zumindest Sarah-Jane Beckett hatte das getan.

»Ja, und ich hätte mich gern als Leumundszeugin zur Verfügung gestellt«. Katie hörte einen Moment auf, den Kopf des grünen Wellensittichs zu streicheln. »Ich dachte, das wenigstens könnte ich für sie tun, trotz ihrer Lüge wegen des Anrufs. Aber dazu kam es nicht. Ihr Anwalt weigerte sich, mich in den Zeugenstand zu rufen. Und als der Ankläger hörte, dass ich nicht einmal von ihrer Schwangerschaft gewusst hatte… Sie können sich vorstellen, wie er das ausgeschlachtet hat, als er mich ins Verhör nahm: Wie ich dazu käme, mich als Katja Wolffs beste Freundin zu bezeichnen, als die Vertraute, die genau wisse, wozu sie fähig sei und wozu nicht, wenn sie mir nicht einmal genug Vertrauen geschenkt habe, um mich darüber aufzuklären, dass sie schwanger war?«

»Ah, ich verstehe, wie es gelaufen ist.«

»Auf Mord ist es hinausgelaufen. Ich glaubte, ich könnte ihr helfen. Ich wollte ihr helfen. Aber als sie mich bat, in Bezug auf diesen Anruf zu lügen -«

»Sie hat Sie gebeten zu lügen?«

»Ja, ganz recht. Sie hat mich darum gebeten. Aber ich konnte es nicht. Nicht vor Gericht. Für niemanden hätte ich das gekonnt. An dieser Stelle musste ich die Grenze ziehen, und das war das Ende unserer Freundschaft.«

Sie senkte den Blick zu dem Vogel in ihrer Hand, der jetzt den rechten Flügel gespreizt hatte, um ihre Berührung zu spüren. Intelligentes kleines Geschöpf, dachte ich. Sie hatte den Vogel noch nicht mit ihrer Liebkosung gebannt, aber er war schon bereit.

»Merkwürdig, nicht?«, sagte sie zu mir. »Man kann allen Ernstes überzeugt sein, man sei einem anderen Menschen durch eine Freundschaft ganz besonderer Art verbunden, bis man eines Tages erfahren muss, dass es nie das war, wofür man es gehalten hat.«

»Ja«, sagte ich. »Das ist sehr merkwürdig.«

19

Yasmin Edwards stand an der Ecke Oakhill und Galveston Road, die Nummer fünfundfünfzig in ihr Hirn gebrannt. Sie fand es abscheulich, was sie hier tat, aber sie tat es trotzdem, von einer Macht gesteuert, die von außerhalb zu wirken und gleichzeitig Bestandteil ihrer selbst zu sein schien.

1 ... 170 171 172 173 174 175 176 177 178 ... 234
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)