Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Wer die Wahrheit sucht - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Wer die Wahrheit sucht

Электронная книга - «Wer die Wahrheit sucht». Краткое содержание книги:

An einem frühen Dezembermorgen wird Guy Brouard — Millionär, Mäzen und Frauenheld — ermordet an einem Strand der englischen Kanalinsel Guernsey aufgefunden. Verdächtige und Motive gibt es mehr als genug. Nur die junge Amerikanerin China River hat keines. Doch alle Indizien weisen ausgerechnet auf sie. China hatte ihren Bruder aus Kalifornien nach Guernsey begleitet, um Guy Brouard die Architekturpläne für ein von ihm gestiftetes Museum zum Gedenken an die deutsche Besatzung der Insel im Zweiten Weltkrieg zu übergeben. Eine andere Verbindung existiert augenscheinlich nicht.
Simon St. James, engster Vertrauter von Chief Inspector Thomas Lynley, reist mit seiner Frau Deborah auf die winterliche Kanalinsel, um die Unschuld von China, einer alten Freundin Deborahs, nachzuweisen. Doch je tiefer sie in die verschworene Inselgemeinschaft eintauchen, desto mehr Personen entdecken sie, die dem wohltätigen Mitbürger Guy Brouard alles andere als freundschaftliche Gefühle entgegenbringen — und die auf irgendeine Weise in den Mord verstrickt sind: seine Exfrau, sein Sohn, seine Geliebte, seine Schwester, seine jugendlichen Schützlinge, der tragisch ausgebootete einheimische Architekt. Liegen die Motive in Brouards undurchsichtiger Vergangenheit? Oder reichen sie zurück bis in Guernseys wechselvolle Geschichte?
1 ... 169 170 171 172 173 174 175 176 177 ... 182
Перейти на страницу:

Die Gestalt trat ins Freie hinaus, und als sie sich aufrichtete, sagte Le Gallez:»Jetzt!«In ihrem engen kleinen Versteck sprang der angesprochene Beamte auf und schaltete im selben Augenblick eine Taschenlampe ein, deren Licht so stark war, dass es Deborah ebenso blendete wie China River, die im grellen Strahl und in Le Gallez' Falle gefangen war.

«Bleiben Sie, wo Sie sind, Miss River«, befahl Le Gallez.»Das Gemälde ist nicht hier.«

«Nein«, flüsterte Deborah. Sie hörte Simon leise sagen:»Es tut mir Leid, Liebes«, aber sie konnte die Worte nicht richtig hören, weil auf einmal alles rasend schnell ging.

An der Tür zum Dolmen wirbelte China herum, als ein zweiter Lichtstrahl von der Mauer hinter ihnen sie einfing wie ein gejagtes Tier. Sie sprach kein Wort. Mit einer blitzschnellen Bewegung tauchte sie wieder unter den Erdhügel und schlug die Tür hinter sich zu.

Deborah sprang auf, ohne zu überlegen.»China!«, rief sie laut und versicherte ihrem Mann und den Polizisten in Panik:»Es ist nicht so, wie es aussieht.«

Als hätte sie gar nicht gesprochen, sagte Simon als Antwort auf eine Frage Le Gallez':»Nur das Feldbett, Kerzen, ein Holzkasten mit Kondomen. «Und da wusste sie, dass ihr Mann jedes Wort, das sie über den Dolmen gesagt, an die Polizei weitergegeben hatte.

Aus irgendeinem Grund — es war völlig unlogisch, lächerlich, dumm, aber sie konnte es nicht ändern — schien ihr das ein noch schlimmerer Verrat zu sein, den sie nicht begriff. Sie kam aus dem Versteck hervor, um ihrer Freundin zu helfen.

Simon hielt sie fest.

«Lass mich los!«, schrie sie und versuchte, sich von ihm loszureißen. Sie hörte, wie Le Gallez sagte:»Gott verdammt, schafft sie weg!«, und schrie:»Ich hole sie euch raus. Lass mich los. Lass mich los.«

Sie entwand sich Simons Umklammerung, aber sie lief nicht weg. Schwer atmend standen sie einander gegenüber. Deborah sagte:»Sie kann doch gar nicht fliehen. Das weißt du. Und sie wissen das auch. Ich hole sie. Du musst mich zu ihr lassen.«

«Das kann ich nicht entscheiden.«

«Dann sag es ihnen.«

Le Gallez sagte:»Sie sind sicher?«, und zu Simon:»Es gibt keinen anderen Weg hier raus?«

Deborah sagte:»Was macht das schon für einen Unterschied? Wie soll sie von der Insel wegkommen? Sie weiß, dass sie den Flughafen und die Hafenbehörden alarmieren werden. Soll Sie nach Frankreich schwimmen? Sie kommt bestimmt raus, wenn ich. Lassen Sie mich ihr sagen, wer hier draußen ist. «Sie hörte das Zittern ihrer Stimme und war zornig, dass sie nicht nur mit der Polizei, nicht nur mit Simon, sondern auch noch mit ihren verwünschten Gefühlen kämpfen musste, die ihr niemals erlaubten, so zu sein wie er: kühl, leidenschaftslos, zu absoluter Sachlichkeit fähig, wenn es darauf ankam. So wie es jetzt darauf ankam.

Erschüttert sagte sie zu Simon:»Wie bist du darauf gekommen. «Aber sie konnte die Frage nicht vollenden.

«Ich wusste es nicht«, antwortete er.»Nicht mit Sicherheit. Ich wusste nur, dass es einer von ihnen sein musste.«

«Was hast du mir verschwiegen? Nein. Es ist mir egal. Lass mich zu ihr gehen. Ich sage ihr, was ihr bevorsteht. Ich bringe sie heraus.«

Simon blickte sie forschend an. Sie konnte die Unschlüssigkeit in seinem klugen, markanten Gesicht erkennen. Aber sie sah auch die ängstliche Frage, wie weit er ihr Vertrauen zu ihm zerstört hatte.

Über seine Schulter hinweg sagte er zu Le Gallez:»Wären Sie damit einverstanden — «

«Sind Sie wahnsinnig? Nein! Wir haben es mit einer Mörderin zu tun. Eine Leiche haben wir schon. Ich will keine zweite. «Dann zu seinen Leuten:»Holt das Miststück raus!«

Das wirkte auf Deborah wie ein Signal. Sie rannte durch das Gestrüpp und erreichte die Tür des Dolmen, noch ehe Le Gallez rufen konnte:»Haltet sie auf!«

Als sie einmal dort war, blieb den Männern nicht viel anderes übrig, als abzuwarten, was als Nächstes geschehen würde. Sie konnten den Dolmen stürmen und ihr Leben gefährden, wenn China bewaffnet war, was, wie Deborah wusste, nicht zutraf. Oder sie konnten warten, bis Deborah die Freundin herausbrachte. Wie es danach weitergehen würde — wahrscheinlich mit ihrer eigenen Festnahme — , darüber wollte Deborah im Augenblick nicht nachdenken.

Sie stieß die schwere Holztür auf und trat in den Bau aus uralten Steinen.

Als die Tür sich hinter ihr geschlossen hatte, hüllte Schwärze sie ein, so undurchdringlich und still wie in einer Gruft. Das Letzte, was sie hörte, war ein Ruf von Le Gallez, der von der zufallenden Tür abgeschnitten wurde. Das Letzte, was sie sah, war der schmale Lichtstreif, der im selben Moment erlosch.

«China«, sagte sie in die Stille und lauschte. Sie versuchte, sich zu vergegenwärtigen, was sie vom Inneren des Dolmen gesehen hatte, als sie mit Paul Fielder hier gewesen war. Die große zentrale Kammer befand sich geradeaus vor ihr. Die Nebenkammer war zu ihrer Rechten. Es war gut möglich, dass es noch weitere Kammern gab, vielleicht links von ihr, aber die hatte sie bei ihrem ersten Besuch nicht gesehen, und sie konnte sich auch nicht erinnern, ob es irgendwelche Spalten zwischen den Steinen gab, durch die man vielleicht in diese Kammern hineingelangte.

Sie versuchte, sich an die Stelle ihrer Freundin zu versetzen, an die Stelle jedes Menschen, der in so einer Situation gefangen war. Sicherheit, dachte sie. Das Gefühl der Rückkehr in den Mutterschoß. Die innere Nebenkammer, die klein war und in der man sich geschützt fühlte.

Sie hob die Hand tastend zur Mauer. Es war sinnlos darauf zu warten, dass ihre Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen würden, doch kein noch so schwaches Licht durchdrang die Finsternis.

Noch einmal sagte sie:»China. Draußen ist die Polizei. Sie sind auf dem Feld. Drei von ihnen sind vielleicht neun bis zehn Meter von der Tür entfernt, und einer ist auf der Mauer. Wie viele sonst noch da sind, vielleicht auf den Bäumen, weiß ich nicht. Ich bin nicht mit ihnen gekommen. Ich bin Simon gefolgt. «Selbst jetzt brachte sie es nicht fertig, der Freundin zu sagen, dass ihr Mann an dieser Aktion mitgewirkt hatte.

«Es gibt keinen Weg hier heraus«, sagte sie.»Ich will nicht, dass dir etwas geschieht. Ich weiß nicht, warum. «Aber sie konnte diesen Satz nicht mit der Ruhe vollenden, die sie wünschte, darum wählte sie einen anderen Weg.»Es gibt für alles eine Erklärung. Das weiß ich. Es gibt eine. Nicht wahr? China?«

Sie horchte angestrengt, während sie nach der Spalte suchte, die den Zugang zu der kleinen Seitenkammer bot. Sie sagte sich, es gebe nichts zu fürchten, dies war ja ihre Freundin, die Frau, die für sie da gewesen war, als sie die schlimmste Zeit ihres Lebens durchgemacht hatte; eine Zeit, die von Liebe und Verlust, von Unschlüssigkeit, von Entscheidungen und den Folgen dieser Entscheidungen bestimmt gewesen war. Sie hatte sie in den Armen gehalten und immer wieder versprochen:»Es geht vorbei, Debs. Es geht vorbei, glaube mir.«

Noch einmal rief Deborah in der Dunkelheit Chinas Namen.»Lass mich dich hier rausbringen«, fügte sie hinzu.»Ich will dir helfen. Ich will für dich da sein. Ich bin doch deine Freundin.«

Sie schob sich in die innere Kammer hinein. Ihre Jacke streifte den kalten Stein. Sie hörte das Rascheln des Stoffs. Und China River hörte es offenbar auch, denn endlich sprach sie.

«Freundin?«, sagte sie.»O ja, Debs. Eine schöne Freundin bist du. «Sie knipste die Taschenlampe an, mit der sie das Schloss an der Tür zum Dolmen angeleuchtet hatte. Der Lichtstrahl traf Deborah mitten ins Gesicht. Er kam von unten, von dem Feldbett, auf dem China saß. Das Gesicht hinter dem Licht war so weiß wie eine marmorne Totenmaske.»Du«, sagte China,»hast von Freundschaft keine Ahnung. Und hast nie eine gehabt. Erzähl mir also nicht, was du alles für mich tun willst.«

«Ich habe die Polizei nicht hergebracht. Ich wusste nicht. «Aber Deborah konnte nicht lügen, nicht in diesem letzten Moment. Sie war in der Smith Street gewesen. Sie war dorthin zurückgekehrt und hatte nirgends ein Geschäft gesehen, wo man die Süßigkeiten hätte bekommen können, die China für ihren Bruder gekauft haben wollte. Cherokee selbst hatte ihre Schultertasche geöffnet, um nach Geld zu sehen, und keine Süßigkeiten zum Vorschein gebracht, schon gar nicht die Schokoriegel, die er angeblich so gern aß.

1 ... 169 170 171 172 173 174 175 176 177 ... 182
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)