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READ-E-BOOK » Космическая фантастика » Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]
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Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]

Электронная книга - «Eine Tiefe am Himmel [A Deepness in the Sky - de]». Краткое содержание книги:

Seit längerer Zeit wird vom besiedelten Teil der Galaxis aus ein rätselhafter Stern beobachtet: Nicht nur, dass er auf einer engen Bahn um den Mittelpunkt der Milchstraße läuft und hoch in den galaktischen Halo aufsteigt, nach jeweils 215 Jahren Dunkelperiode strahlt er auch plötzlich für 35 Jahre hell auf, um sich dann wieder zu verdunkeln. Als man feststellt, dass der einzige Planet, der ihn umkreist, von intelligenten Wesen bewohnt ist, rüsten die Dschöng Ho, eine friedliche Händlerzivilisation, ein Raumschiff aus, um Kontakt zu der fremden Spezies aufzunehmen. Zugleich jedoch startet das Schiff einer skrupellosen Aufsteiger-Zivilisation — Menschenabkömmlinge, die während der Isolation in die Barbarei abgesunken waren und inzwischen wieder zu Hochtechnologie und Raumfahrt fähig sind. Doch sie sind Barbaren geblieben: Sie überrumpeln die Händler, töten etliche von ihnen und versklaven den Rest. Und genau so gedenken sie mit der Bevölkerung des Planeten zu verfahren, um ihr wissenschaftliches Know-how zu erbeuten. Sie gehen in eine orbitale Lauerstellung und warten ab, bis die Sonne erneut in die Lichtphase tritt und die Bewohner in ihren ›Tiefen‹ aus dem Kälteschlaf erwachen. Aber sie ahnen nicht, dass auf dem Planeten auch jemand lebt, der von ihrer Anwesenheit weiß…
›Eine Tiefe am Himmel‹ wurde mit dem Hugo Gernsback Award und dem John W. Campbell Award als bester Roman des Jahres ausgezeichnet.
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Tomas Naus zweite Besprechung fand später am Tag an Bord der Unsichtbare Hand statt. Hier konnte er reden, ohne dass unschuldige Ohren zuhörten. »Ich habe Kal Omos Bericht erhalten, Hülsenmeister. Von den Schnüfflern. Sie haben fast alle getäuscht.«

»Fast?«

»Nun ja, Sie kennen Vinh — aber er hat nicht alles durchschaut, was Sie gesagt haben. Und Jau Xin scheint… Zweifel zu haben.«

Nau schaute Anne Reynolt fragend an.

Reynolts Antwort kam rasch. »Xin ist jemand, den wir wirklich brauchen, Hülsenmeister. Er ist unser einziger verbliebener Piloten-Verwalter. Wir hätten dieses Landeboot eingebüßt, wenn er nicht gewesen wäre. Die Blitzkopf-Piloten sind ausgeschert, als sie die Cavorit-Umlaufbahn gesehen haben. Plötzlich hatten sich alle Regeln geändert und sie kamen einfach nicht mit der Situation zurecht.«

»Schön, er zweifelt also insgeheim.« Dagegen war wirklich nichts zu machen. Xin war zu nahe am Mittelpunkt von zu vielen Operationen gewesen. Wahrscheinlich ahnte er die Wahrheit über das Diem-Massaker. »Wir können ihn also nicht auf Eis legen und nicht täuschen, und wir werden ihm im härtesten Stadium der Sache brauchen. Trotzdem… Ich glaube, Rita Liao ist ein hinreichender Hebel. Ritser. Sorgen Sie dafür, dass Jau weiß, dass ihr Wohlergehen von der Qualität seines Dienstes abhängt.«

Ritser lächelte kurz und machte sich eine Notiz.

Nau überflog selbst Omos Bericht. »Ja, wir haben es ganz gut gemacht. Aber es ist ja auch einfach, den Leuten zu sagen, was sie gern glauben möchten. Niemand scheint alle Konsequenzen erfasst zu haben, wenn wir den Zeitplan um fünf Jahre vorverlegen. Wir können jetzt unmöglich das Netz glatt übernehmen, und wir benötigen eine intakte industrielle Ökologie auf dem Planeten — aber es braucht nicht der ganze Planet zu sein. Momentan« — er warf einen Blick auf die letzten Berichte von Reynolts Blitzköpfen — »besitzen sieben Spinnenstaaten Kernwaffen. Vier haben Arsenale von Bedeutung, und drei haben Trägersysteme.«

Reynolt zuckte die Achseln. »Also inszenieren wir einen Krieg.«

»Einen präzise begrenzten, der das Weltfinanzsystem intakt lässt und unter unsere Kontrolle bringt.« Eine Übung in Katastrophenverwaltung.

»Und die Sinnesgleichen?«

»Wir wollen natürlich, dass sie überleben — aber schwach genug, dass wir die volle Kontrolle erschwindeln können. Wir werden ihnen noch ein bisschen ›Glück‹ zuspielen.«

Reynolt nickte. »Ja. Wir können das maßschneidern. Südland hat Langstrecken-Raketen, ist aber ansonsten rückständig; der größte Teil seiner Bevölkerung wird das Dunkel hindurch in Tiefen überwintern. Die Leute haben Angst, was die fortgeschrittenen Mächte ihnen antun werden. Die Geehrte Pedure hat Pläne, das auszunutzen. Wir können dafür sorgen, dass sie Erfolg hat…« Anne fuhr fort, legte im Einzelnen dar, welche Täuschungen und falschen Hinweise verwendet werden, welche Städte vernichtet werden konnten, wie man die Orte im Einklang retten würde, die Ressourcen besaßen, über die die Sinnesgleichen noch nicht verfügten. Für die meisten Toten würden ihre Strohmänner sorgen, was nur gut war, wenn man den betrüblichen Zustand ihrer eigenen Waffensysteme bedachte… Brughel beobachtete sie mit einer gewissen geistesabwesenden Ehrfurcht — wie immer, wenn Anne so redete. Leidenschaftslos und ruhig wie immer, konnte sie doch so blutrünstig wie Brughel selbst sein.

Anne Reynolt war eine junge Frau gewesen, als die Aufsteiger auf den Frenk kamen. Wenn die Verlierer Geschichte schreiben würden, wäre ihr Name eine Legende gewesen. Nachdem sich das frenkische Militär ergeben hatte, hatten Anne Reynolts zusammengewürfelte Partisanen jahrelang weitergekämpft — und nicht als beiläufige Belästigung. Nau hatte die Schätzungen des Geheimdienstes gesehen: Reynolt hatte die Kosten der Invasion verdreifacht. Sie hatte eine im Entstehen begriffene Volksopposition übernommen und war dem Sieg über die Expeditionsstreitmacht der Aufsteiger um Haaresbreite nahegekommen. Und als ihre Sache schließlich gescheitert war — nun ja, derlei Feinde beseitigte man am besten rasch. Doch Alan Nau hatte bemerkt, dass dieser Feind etwas Besonderes war, ja etwas Einmaliges. Die höheren, auf Menschen bezogenen Fähigkeiten zu fokussieren, war normalerweise aussichtslos. Die Natur des Fokus an sich brachte die Tendenz mit sich, das breite Spektrum von Empfänglichkeit auszublenden, das man braucht, um Menschen zu führen. Dennoch… Reynolt war jung, brillant, absolut einem Prinzip hingegeben. Ihr fanatischer Widerstand hatte am ehesten der Treue eines Blitzkopfes zu seinem Arbeitsgegenstand geglichen. Was, wenn sie doch mit Gewinn fokussiert werden konnte?

Onkel Alans weit zielender Versuch hatte sich gelohnt. Reynolts einziges wissenschaftliches Fachgebiet war alte Literatur gewesen, doch der Fokus hatte irgendwie die feineren Fertigkeiten ihrer eher zufälligen Laufbahn erfasst: Kriegführung, Subversion, Führerschaft. Alan hatte seine Entdeckung sorgfältig geheimgehalten, diesen ganz besonderen Blitzkopf aber im Laufe der nächsten Jahrzehnte benutzt. Ihre Fähigkeiten hatten dazu beigetragen, Onkel Alan zum vorherrschenden Hülsenmeister des Heimatregimes zu machen. Sie war ein sehr besonderes Geschenk an einen sehr bevorzugten Neffen gewesen…

Und obwohl er es Ritser Brughel gegenüber niemals eingestehen würde, manchmal empfand Tomas, wenn er Reynolt in die blassblauen Augen schaute… einen abergläubischen Schauder. Hundert Jahre ihres Lebens hindurch hatte Anne Reynolt daran gearbeitet, alles zunichte zu machen und zu unterdrücken, was ihrem unfokussierten Ich wichtig gewesen war. Wenn sie ihm schaden wollte, konnte sie so viel tun. Doch das war das Schöne am Fokus, das war der Grund, warum der Aufstieg die Oberhand behalten würde. Mit Fokus bekam man alle Fähigkeiten des Betreffenden ohne sein Menschsein. Und wenn er sorgfältig gewartet wurde, gehörten das ganze Interesse und die ganze Loyalität des Blitzkopfes auf Dauer seinem Arbeitsthema und seinem Besitzer.

»Gut, setzen Sie Ihre Leute dran, Anne. Sie haben ein Jahr Zeit. In den letzten Kilosekunden werden wir wahrscheinlich ein großes Schiff in niedriger Umlaufbahn brauchen.«

»Wissen Sie«, sagte Ritser, »ich denke, auf Seiten des Planeten entwickelt sich alles bestens. Bei den Sinnesgleichen haben ein, zwei Leute das Sagen. Wir werden wissen, wen wir verantwortlich machen können, wenn wir Befehle geben. Bei diesem eiterverdammten Einklang…«

»Stimmt. Im Einklang gibt es zu viele autonome Machtzentren; ihr nicht-souveränes Königtum, das sogar noch verrückter als Demokratie ist.« Nau zuckte die Achseln. »Es ist einfach Glückssache. Wir müssen nehmen, was wir zu lenken vermögen. Ohne das Cavorit hätten wir noch fünf Jahre Frist. Bis dahin hätte der Einklang ein ausgereiftes Datennetz, und wir könnten alles übernehmen, ohne dass jemand einen Schuss abgibt — mehr oder weniger das Ziel, auf dass ich in der Öffentlichkeit noch hoffe.«

Ritser beugte sich vor. »Und das wird unser größtes Problem sein. Wenn unsere Leute erst einmal merken, dass da in großem Stil Spinnen platt gemacht werden und ihre speziellen Freunde das Hauptziel sind…«

»Natürlich. Aber wenn man es richtig anpackt, müsste das Endergebnis als unvermeidliche Tragödie erscheinen, die ohne unsere Anstrengungen noch viel schrecklicher gewesen wäre.«

»Das wird noch heikler als die Sache mit Diem. Ich wünschte, Sie hätten den Krämern keinen größeren Zugang zu Ressourcen gegeben.«

»Es ist unvermeidlich, Ritser. Wir brauchen ihr logistisches Genie. Aber ich werde ihnen die komplette Rechenleistung des Netzes vorenthalten. Wir werden alle unsere Sicherheits-Blitzköpfe auf Wache holen, richtig intensiv überwachen. Wenn nötig, kann es ein paar tödliche Unglücksfälle geben.«

Er warf einen Blick auf Anne. »Apropos Unglücksfälle… sind Sie mit Ihrer Sabotage-Theorie weitergekommen?« Annes Unfall in der MRT-Klinik, der vielleicht keiner war, lag fast ein Jahr zurück. Ein Jahr, und keine Anzeichen für feindliche Aktivitäten. Natürlich hatte es auch vor dem Ereignis herzlich wenig Indizien gegeben.

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