Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Nie sollst Du vergessen - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Nie sollst Du vergessen

Электронная книга - «Nie sollst Du vergessen». Краткое содержание книги:

In einer regnerischen Nacht wird Eugenie Davies in London von einem Autofahrer getötet. Ein Unfall ist definitiv auszuschließen: Die Frau wurde frontal angefahren und danach mehrmals absichtlich mit dem Wagen überrollt. Doch was hatte Eugenie Davies so spät am Abend überhaupt in der Stadt zu suchen? Und warum trug sie einen Zettel mit dem Namen genau des Mannes bei sich, der später ihre Leiche findet? Für Inspector Thomas Lynley, in dessen Privatleben sich zur selben Zeit dramatische Veränderungen ankündigen, sind diese Fragen nur der Auftakt zu Ermittlungen, in deren Verlauf er auf einem gefährlich schmalen Grat zwischen persönlicher Loyalität und beruflicher Ehre wandert. Denn schon bald stellen Lynley und Sergeant Barbara Havers betroffen fest, dass ihr Chef Superintendent Webberly, der mehr über Eugenie Davies zu wissen scheint, als er preisgibt, versucht, sie bei der Auswertung von Erkenntnissen zu behindern. Für Lynley und Havers steht ihre berufliche Laufbahn auf dem Spiel, doch sie sind schon viel zu tief in den Fall eingedrungen, um sich noch zurückziehen zu können. Denn die Familie Davies nährt einen tödlichen Kreislauf aus Versagen, Wut und Gewalt, der immer weitere Opfer fordert…
Psychologische Raffinesse, präziser Spannungsaufbau und ein unfehlbarer Sinn für Dramatik charakterisieren die Kriminalromane der Amerikanerin Elizabeth George. Die Autorin, die den Anthony Award, den Agatha Award und den Grand Prix de Litérature Policière gewonnen hat, lebt in Huntington Beach, Kalifornien. Mehr Informationen zur Autorin unter www.ElizabethGeorgeOnline.com
1 ... 157 158 159 160 161 162 163 164 165 ... 234
Перейти на страницу:

»Oh! Das tut mir Leid.«

»Sie hatte außerdem einen schweren Herzfehler. Wir mussten von Anfang an damit rechnen, dass sie eines Tages viel zu früh daran sterben würde. Aber ihr Wille war stark. Zur Überraschung aller lebte sie zweiunddreißig Jahre.«

»Hier bei Ihnen?«

»Es war für uns beide kein leichtes Leben. Aber wenn ich bedenke, was hätte sein können, bedaure ich nichts. Ich habe damals, als meine Ehe zu Ende war, mehr gewonnen als verloren. Und letztlich konnte ich es Richard ja nicht übel nehmen, dass er mich um die Scheidung bat.«

»Und er hat sich dann wieder verheiratet und bekam ein zweites -« Wieder fehlte ihr ein freundlicher Ausdruck.

Lynn Davies formulierte es nach ihrem Empfinden. »Ein zweites Kind, das nach unseren gängigen Maßstäben nicht vollkommen war. Ja, Richard bekam noch so ein Kind, und diejenigen, die an die Rache der Götter glauben, werden vielleicht behaupten, das sei seine Strafe dafür gewesen, dass er Virginia und mich im Stich gelassen hat. Aber ich glaube nicht, dass das dem Wirken Gottes entspricht. Richard hätte im Übrigen niemals verlangt, dass wir gehen, wenn ich bereit gewesen wäre, weitere Kinder in die Welt zu setzen.«

»Er hat verlangt, dass Sie gehen?« Was für ein Prachtmensch, dachte Barbara. Darauf konnte man als Mann doch echt stolz sein - es fertig gebracht zu haben, eine Frau und ein geistig behindertes Kind vor die Tür zu setzen.

Lynn Davies erklärte hastig: »Wir lebten damals mit seinen Eltern zusammen in dem Haus, in dem er selbst aufgewachsen war. Es wäre absurd gewesen, wenn Richard gegangen wäre und Virginia und ich nach der Trennung geblieben wären und weiterhin mit Richards Eltern zusammengelebt hätten. Das war im Übrigen ein Teil des Problems: das Zusammenleben mit Richards Eltern. Sein Vater war unerbittlich, was Virginia anging. Er wollte sie weggeben. Unbedingt. Er ließ nicht locker. Und Richard war . ihm war die Anerkennung seines Vaters ungeheuer wichtig. Nur darum ließ er sich auf die Seite seines Vaters ziehen und sprach sich ebenfalls dafür aus, Virginia in einem Heim unterzubringen. Aber das machte ich nicht mit. Es war schließlich…«

Ihre Augen spiegelten ihren Schmerz, und sie hielt einen Moment inne, bevor sie mit ruhiger Würde sagte: »Sie war unser Kind. Sie konnte nichts dafür, dass sie behindert zur Welt gekommen war. Wie hätten wir uns anmaßen können, sie einfach wegzuwerfen? Anfangs dachte Richard wie ich, bis sein Vater ihn umgestimmt hat.«

Sie blickte zum Erker hinüber, zu den farbenfrohen Bildern an den Wänden, und sagte: »Jack Davies war ein schrecklicher Mann. Ich weiß, dass er im Krieg unerhört gelitten hat. Ich weiß, dass sein Geist zerstört war und man ihm seine Gemeinheiten nicht zum Vorwurf machen konnte. Aber dass er ein unschuldiges Kind so sehr hasste, dass es nicht mit ihm in einem Raum sein durfte… Das war unrecht, Constable. Das war ein furchtbares Unrecht.«

»Es muss die Hölle gewesen sein«, sagte Barbara.

»Eine Form davon, ja. >Gott sei Dank ist sie nicht von meinem Blute, sagte er immer. Und Richards Mutter murmelte dann jedes Maclass="underline" >Jack, Jack, das ist doch nicht dein Ernste, dabei merkte man genau, dass er Virginia am liebsten vom Erdboden hätte verschwinden lassen, wenn es ein einfaches Mittel gegeben hätte, das zu bewerkstelligen.« Lynn Davies' Lippen bebten. »Und jetzt ist sie tot. Wie würde Jack sich freuen.«

Sie schob eine Hand in die Hosentasche und zog ein zerknittertes Papiertaschentuch heraus, mit dem sie sich die Augen abtupfte. »Entschuldigen Sie. Es tut mir wirklich Leid, dass ich Sie so mit meinen Problemen überfallen habe. Ich hätte das nicht - ach, mein Gott, sie fehlt mir so sehr.«

»Natürlich«, sagte Barbara. »Machen Sie sich meinetwegen keine Gedanken.«

»Und jetzt Eugenie«, sagte Lynn Davies. »Wie kann ich da weiterhelfen? Denn ich nehme doch an, deswegen sind Sie hier. Nicht nur, um mich zu informieren, sondern um mich um meine Hilfe zu bitten.«

»Ich könnte mir vorstellen, dass zwischen Ihnen und Mrs. Davies eine Bindung bestand. Durch Ihre Kinder.«

»Nein, zu Anfang nicht. Wir lernten uns erst nach Sonias Tod kennen. Da stand Eugenie eines Tages vor meiner Tür. Sie wollte reden. Ich habe ihr zugehört.«

»Danach sahen Sie sich regelmäßig?«

»Ja. Sie besuchte mich häufig. Sie brauchte jemanden, mit dem sie reden konnte - wem in ihrer Situation wäre das anders gegangen? -, und ich war froh, für sie dasein zu können. Denn mit Richard konnte sie nicht sprechen. Es gab zwar noch eine katholische Nonne, der sie vertraute, aber die Frau war eben keine Mutter. Und genau das brauchte Eugenie damals, eine Freundin, die auch Mutter war, am besten Mutter eines Kindes, das >anders< war. Sie kam beinahe um vor Schmerz und Trauer, und in dieser Familie konnte keiner ihre Gefühle verstehen. Aber sie wusste von mir und Virginia, weil Richard ihr kurz nach der Heirat von uns erzählt hatte.«

»Nicht vorher? Das ist aber ungewöhnlich.«

Lynn Davies lächelte resigniert. »Das ist typisch Richard Davies, Constable. Er zahlte Unterhalt für Virginia, bis sie volljährig war, aber er hat sie nach der Trennung nicht ein einziges Mal gesehen. Ich dachte, er würde vielleicht zur Beerdigung kommen. Ich hatte ihn von ihrem Tod benachrichtigt. Aber er hat nur Blumen geschickt. Das war alles.«

»Großartig«, sagte Barbara.

»So ist er eben. Kein schlechter Mensch, aber nicht gerüstet, mit einem behinderten Kind umzugehen. Das ist nun mal nicht jedem gegeben. Ich hatte immerhin eine praktische Ausbildung als Krankenpflegerin, Richard hingegen - was hatte er schon außer seiner kurzen Karriere beim Militär? Außerdem wollte er unbedingt den Namen der Familie erhalten, und das hieß natürlich, dass er sich eine zweite Frau suchen musste. Was sich ja auch als glückliche Entscheidung erwies, nicht wahr? Eugenie hat ihm Gideon geboren.«

»Das große Los!«

»In gewisser Weise, ja. Aber ich denke, ein Wunderkind in der Familie bringt für die Eltern auch eine ungeheure Verantwortung mit sich. Eine Verantwortung anderer Art,

natürlich, aber sicherlich ebenso schwierig.«

»Eugenie Davies hat sich nicht dazu geäußert?«

»Sie hat kaum über Gideon gesprochen. Und nach ihrer Scheidung von Richard überhaupt nicht mehr. Auch nicht über Richard oder die anderen. Wenn sie uns besuchte, half sie mir meistens bei Virginias Betreuung. Sie ging leidenschaftlich gern in den Park, Virginia, meine ich, und auf Friedhöfe. Das Schönste für sie war ein Streifzug über den Camberwell-Friedhof. Aber ich unternahm solche Ausflüge nur ungern, wenn nicht jemand dabei war, der mir bei der Beaufsichtigung Virginias helfen konnte. Wenn ich mit ihr allein unterwegs war, musste ich mich ständig auf sie konzentrieren und hatte selbst kaum etwas vom Nachmittag. Mit Eugenie zusammen war es einfacher und angenehmer. Wir teilten uns die Betreuung von Virginia und hatten trotzdem die Möglichkeit, uns zu unterhalten, in die Sonne zu setzen, die Inschriften auf den Grabsteinen zu lesen. Eugenie war ein wahres Glück für Virginia und mich.«

»Haben Sie am Tag von Virginias Beerdigung mit ihr gesprochen?«

»Ja, natürlich. Aber ich fürchte, wir haben nicht über Dinge gesprochen, die Ihnen bei Ihren Ermittlungen weiterhelfen würden. Es ging eigentlich nur um Virginia. Wie ich mit dem Verlust fertig werden würde. Eugenie war mir ein großer Trost. Sie hatte mir schon seit Jahren Kraft gegeben. Und Virginia . Sie wurde so vertraut mit Eugenie, dass sie sie wirklich kannte. Und erkannte. Und -«

Lynn Davies brach ab. Sie stand auf und ging in den Erker hinüber. Vor der Staffelei, auf der das letzte Bild ihrer Tochter an deren schnellen Tod erinnerte, blieb sie stehen und sagte sinnend: »Gestern habe ich selbst mehrere solcher Bilder gemalt. Ich wollte spüren, was ihr eine solch große Freude bereitet hat. Aber es gelang mir nicht. Ich malte ein Bild nach dem anderen, bis meine Hände ganz braun waren von dem Gemisch der vielen Farben, die ich verwendet hatte, aber ich spürte es trotzdem nicht. Erst da wurde mir klar, wie sehr sie im Grund vom Glück gesegnet war: ewig ein kleines Kind, das so wenig vom Leben verlangte.«

1 ... 157 158 159 160 161 162 163 164 165 ... 234
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)