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READ-E-BOOK » Космическая фантастика » Ein Feuer auf der Tiefe [A Fire upon the Deep - de]
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Ein Feuer auf der Tiefe [A Fire upon the Deep - de]

Электронная книга - «Ein Feuer auf der Tiefe [A Fire upon the Deep - de]». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft hat sich die Menschheit weit über das Sonnensystem hinaus ausgebreitet. Doch noch immer ist es nicht möglich, die Lichtgeschwindigkeit zu überschreiten und so die gewaltigen Entfernungen zwischen den Planeten zusammenschrumpfen zu lassen. Da macht eine Gruppe von Wissenschaftlern eine atemberaubende Entdeckung: Offensichtlich ist die Galaxis in Zonen unterteilt, in denen ganz unterschiedliche physikalische Bedingungen herrschen — vom Galaxiskern, den »Gedankenleeren Tiefen«, in denen nur primitives biologisches Leben existiert, über die »Langsame Zone«, in der sich die Menschen befinden und die Lichtgeschwindigkeit eine unüberwindliche Grenze ist, bis zum »Jenseits«, wo sich Wesen entwickelt haben, deren Macht unser Vorstellungsvermögen weit übersteigt. Was geschieht, wenn wir versuchen, mit diesen Wesen Kontakt aufzunehmen? Als ein Raumschiff aufgebracht wird, das Tausende von Jahren durch die Leere des Weltalls gestürzt ist, beginnt das größte Abenteuer unserer Zivilisation…
›Ein Feuer auf der Tiefe‹ wurde mit dem Hugo Gernsback Award als bester Roman des Jahres ausgezeichnet.
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Natürlich wäre der tatsächliche Austritt aus dem Langsam völlig unbemerkt geblieben, wenn er und die Dirokime nicht all die Alarmanlagen installiert hätten. So rissen ihn der Lärm und die Lichter aus halbem Dahindösen in hellwache Erregung. Er hieb auf die Kom-Tasten des Schiffs: »Glimfrell! Tirroll! Seht zu, dass ihr herauf kommt.«

Als die Brüder das Deck erreichten, waren vorläufige Navigationsanzeigen berechnet worden, und eine Sprungsequenz wartete auf Bestätigung. Die beiden grinsten über beide Ohren, als sie hereinplatzten und sich an ihren Posten anschnallten. Ein paar Augenblicke lang gab es nicht viel Geplapper, nur gelegentlich einen Pfiff des Vergnügens von den Dirokimen. In den letzten reichlich hundert Stunden hatten sie das immer wieder durchgespielt, und bei der armseligen Automatik hatten sie jetzt eine Menge zu tun. Allmählich wurde das Bild auf den Bildschirmen des Decks schärfer. Wo zunächst nur vage Schlieren gewesen waren, meldeten die Ultrawellen-Sensoren einzelne Spuren mit zunehmend genauer Information über Sprungweite und -häufigkeit. Das Kommunikationsfenster zeigte eine ständig wachsende Warteschlange von Flottenmeldungen.

Tirroll blickte von seiner Arbeit auf. »He, Chef, diese Sprungberechnungen scheinen in Ordnung zu sein — zumindest für den ersten Versuch.«

»Gut. Bestätigen und Selbstbestätigung erlauben.« In den Stunden nach dem Eintritt in die Flutwelle hatten sie beschlossen, dass zunächst die Fortsetzung der Verfolgung Vorrang haben sollte. Was sie dann tun würden — darüber hatte sie lange gesprochen, und Gruppenkapitän Svensndot hatte sogar noch länger nachgedacht. Nichts war mehr wie üblich.

»Jawohl!« Die Innenfinger des Dirokims tanzten über das Pult, und ’Roll fügte ein paar verbale Kommandos hinzu. »Bingo!«

Der Statusschirm zeigte, dass fünf Sprünge durchgeführt worden waren, zehn. Kjet starrte ein paar Sekunden lang auf den optischen Außenbildschirm. Keine Veränderung, keine Veränderung… Dann bemerkte er, dass sich einer der hellsten Sterne im Bildausschnitt bewegt hatte, unmerklich über den Himmel glitt. Wie ein Jongleur, der allmählich sein Tempo fand, gewann die Ølvira an Geschwindigkeit.

»Hei hei!« Glimfrell beugte sich herüber, um zu sehen, was sein Bruder tat. »Wir machen 1,2 Lichtjahre pro Stunde. Das ist besser als vor der Flutwelle.«

»Gut. Kommunikation und Beobachtung?« Wo waren die anderen, und was hatten sie vor?

»Ja, ja. Ich bin dran.« Glimfrell beugte seine schlanke Gestalt zum Pult zurück. Ein paar Sekunden lang war er fast still. Svensndot begann, die Post durchzublättern. Es war noch nichts von Eignerin Limmende dabei. Seit fünfundzwanzig Jahren arbeitete Kjet für Limmende und die Sicherheitsgesellschaft von Sjandra Kei. Konnte er meutern? Und wenn er es tat, würde ihm jemand folgen?

»In Ordnung. So ist die Lage, Chef.« Glimfrell verschob das Hauptfenster, um seine Auslegung der Schiffsmeldungen zu zeigen. »Es ist, wie wir vermutet haben, vielleicht ein bisschen extremer.« Sie hatten fast von Anfang an begriffen, dass die Flutwelle größer als alles in der überlieferten Geschichte war; das war es nicht, was der Dirokim mit ›extrem‹ meinte. Er fuhr mit den Außenfingern nach unten und zog eine unscharfe blaue Linie über das Fenster. »Wir haben angenommen, dass sich die Vorderfront der Welle senkrecht zu dieser Linie bewegt. Das würde bewirken, dass sie Chefin Limmende vierhundert Sekunden früher ausschaltete, als sie die Aus der Reihe traf, und uns zehn Sekunden danach… Wenn nun die Vorderfront mit gewöhnlichen Wellen vergleichbar war« — in millionenfach größerem Maßstab —, »müssten erst wir und dann der Rest der verfolgenden Flotten auch vor der Aus der Reihe wieder heraustreten.« Er zeigte auf einen einzelnen leuchtenden Fleck, der die Ølvira darstellte. Neben und knapp vor ihm flammten Dutzende von Lichtpunkten auf, in dem Maße, wie die Schiffsdetektoren beobachtete Einleitungen von Ultrasprüngen meldeten. Es war wie ein kaltes Feuer, das sich von ihnen fort in die Dunkelheit ausbreitete. Schließlich würden auch Limmende und das Herz der anonymen Flotte wieder präsent sein. »Unser Empfangslog zeigt, dass es sich ungefähr so zugetragen hat. Der größte Teil der Verfolgerflotten wird vor der Aus der Reihe aus der Welle hervortauchen.«

»Hm. Sie wird also einen Teil ihres Vorsprungs einbüßen.«

»Ja. Doch wenn sie dahin fliegt, wohin wir glauben« — ein Stern der G-Klasse achtzig Lichtjahre vor dem Flüchtling —, »dann kommt sie immer noch an, ehe sie sie vernichten.« Er hielt inne und zeigte auf einen Nebel, der sich seitlich aus dem wachsenden Lichtklumpen löste. »Es nehmen nicht mehr alle an der Jagd teil.«

»Tja…« Svensndot hatte weiter in den Nachrichten gelesen, während er ’Frells Zusammenfassung hörte. »Dem Netz zufolge ist das die Allianz für die Verteidigung, die siegreich das Schlachtfeld verlässt.«

»Wie bitte?« Tirroll drehte sich abrupt in seinem Gefechtsharnisch. In seinen großen, dunklen Augen stand nichts von seinem gewohnten Humor.

»Wie ich sagte.« Kjet platzierte die Meldung so, dass die Brüder sie sehen konnten. Rasch lasen die beiden, wobei ’Frell manche Sätze laut murmelte: »… Tapferkeit der Kommandeure und Mannschaften… die fliehenden Streitkräfte im Wesentlichen vernichtet…«

Glimfrell schauderte, all seine Leichtfertigkeit war verschwunden. »Sie erwähnen die Flutwelle nicht einmal. Alles, was sie sagen, ist eine feige Lüge!« Seine Stimme glitt zu seinen normalen Sprechfrequenzen hinauf, und er fuhr in der eigenen Sprache fort. Kjet verstand einen Teil davon. Die Dirokime, die ihre Traumhabitate verließen, waren für gewöhnlich leichtfertige Leute, voll Ironie und sanftem Sarkasmus. Genauso klang Glimfrell jetzt beinahe, abgesehen von den hohen Spitzen in seinem Pfeifen und Schimpfworten, die saftiger waren als alles, was Svensndot jemals von ihnen gehört hatte: »… Söhne eines verwanzten Kuhfladens… Mörder unschuldiger Träume…« Sogar in Samnorsk waren das starke Worte, doch in der Dirokim-Sprache troff ›verwanzter Kuhfladen‹ geradezu von eindeutigen Bildern, die fast den Geruch solch eines Dings heraufbeschworen. Glimfrells Stimme kletterte immer höher, dann über die menschliche Hörschwelle hinaus. Auf einmal brach er ab, zitternd und leise stöhnend. Dirokime konnten weinen, obwohl Svensndot derlei niemals zuvor gesehen hatte. Glimfrell wiegte sich in den Armen seines Bruders hin und her.

Tirroll schaute über Glimfrells Schulter auf Kjet. »Wohin führt uns die Rache nun, Gruppenkapitän?« .

Eine kurze Zeit erwiderte Kjet den Blick schweigend. »Ich werde es dich wissen lassen, Leutnant.« Er schaute auf die Anzeigen. Noch ein bisschen hören und beobachten, und wir werden es vielleicht wissen. »Zunächst bring uns näher ans Zentrum der Verfolger«, sagte er sanft.

»Zu Befehl.« Tirroll schlug seinem Bruder sacht auf den Rücken und kehrte an sein Pult zurück.

In den nächsten fünf Stunden sah die Besatzung der Ølvira zu, wie die Allianzflotte Hals über Kopf das Weite suchte. Man konnte es nicht einmal einen Rückzug nennen, eher eine panische Auflösung. Große Opportunisten, die sie waren, hatten sie nicht gezögert, heimtückisch zu morden und sich an einer Jagd zu beteiligen, da sie glaubten, am Ende Beute machen zu können. Nun, angesichts der Möglichkeit, im Langsam gefangen zu werden oder zwischen den Sternen zu sterben, brachten sie sich eilends in Sicherheit. Ihre Verlautbarungen an die Nachrichtengruppen troffen vor Wagemut, doch ihr Manöver war nicht zu kaschieren. Bisher neutrale Beobachter wiesen auf die Diskrepanz hin; man stimmte mehr und mehr überein, dass die Allianz eine Schöpfung der Aprahant-Hegemonie war und vielleicht andere Motive als selbstlosen Widerstand gegen die PEST hatte. Man spekulierte nervös, wem sich die Aufmerksamkeit der Allianz wohl als Nächstes zuwenden würde.

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