Charlie und die Schokoladenfabrik
- Автор: Даль Роальд
- Язык: немецкий
- Жанр: Детская проза
Электронная книга - «Charlie und die Schokoladenfabrik». Краткое содержание книги:
Charlie setzte den Becher vorsichtig an die Lippen und trank langsam. Er spürte, wie die warme, sahnige Schokolade in seinen leeren Magen lief, und das wunderbare Gefühl der Sättigung schien sich in seinem ganzen Körper auszubreiten, vom Kopf bis zu den Zehenspitzen. Charlie war selig.
«Schmeckt es dir?» fragte Herr Wonka.
«O ja, herrlich!» sagte Charlie. «Vielen Dank, Herr Wonka.»
Herr Wonka füllte den Becher noch einmal und gab ihn Großvater Josef. «Trinken Sie auch. Sie sehen klapperdürr aus. Was ist los? Hat es bei Ihnen zu Hause in der letzten Zeit nichts zu essen gegeben?»
«Nicht viel.» Großvater Josef trank und leckte sich die Lippen. «Das ist die beste, sahnigste Schokolade, die ich je im Leben getrunken habe!»
«Sie wird nur so sahnig, weil sie von unserem großen Mixer, dem Wasserfall, gerührt wird», erklärte Herr Wonka.
Das Boot glitt sehr schnell den Fluß hinab, der immer schmaler wurde. Eine dunkle Tunnelöffnung tauchte vor ihnen auf... ein großer runder Tunnel, der wie eine riesige Röhre aussah... und der Fluß verschwand darin. Das Boot ebenfalls!
«Schneller!» befahl Herr Wonka, sprang auf und fuchtelte mit dem Spazierstock herum. «Mit voller Kraft voraus!» Die Umpa-Lumpas legten sich in die Riemen, das Boot schoß in den pechschwarzen Tunnel, und alle Passagiere quietschten vor Schreck.
«Wie können sie sehen, wohin sie rudern?» rief Violetta Beauregarde in der Dunkelheit.
«Sie sehen es nicht! Sie rudern einfach so!» antwortete Herr Wonka und brüllte vor Lachen. Dann sang er:
«Er ist übergeschnappt!» schrie ein Vater entsetzt, und die anderen Eltern stießen ebenfalls erschreckte Schreie aus. «Er ist verrückt!» «Bekloppt!» «Besoffen!»
«Er hat einen Dachschaden!»
«Einen Vogel!»
«Einen Sonnenstich!»
«Bei ihm sind alle Schrauben los!»
«Er ist durchgedreht.»
«Er ist wahnsinnig geworden.»
«Nein, ist er nicht!» sagte Großvater Josef.
«Licht an!» schrie Herr Wonka.
Lichter flammten auf, und der ganze Tunnel war plötzlich strahlend hell beleuchtet. Charlie erkannte, daß das Boot tatsächlich durch eine riesige Röhre schwamm, deren runde Wände schneeweiß und sauber glänzten. Der braune Schokoladenfluß strömte sehr schnell durch die Röhre. Die Umpa-Lumpas ruderten wie verrückt, und das Boot schoß in wildem Tempo dahin. Herr Wonka hopste im Heck auf und ab und trieb die Umpa-Lumpas an, immer noch schneller zu rudern. Es machte ihm offensichtlich einen Heidenspaß, in einem rosa Bonbonboot auf einem braunen Schokoladenfluß durch einen weißen Tunnel zu sausen. Er lachte und klatschte in die Hände und warf immer wieder einen Blick auf seine Gäste, um zu sehen, ob sie sich genauso großartig amüsierten wie er.
«Sieh mal, Großvater! Da ist eine Tür in der Tunnelwand!» rief Charlie.
Dicht über dem Schokoladenfluß war tatsächlich eine grüne Tür in der Tunnelwand. Im Vorbeifahren konnten sie gerade noch das Schild darauf lesen:
LAGERRAUM NUMMER 54...
SÄMTLICHE CREMES SAHNE-CREME, VEILCHEN-CREME, KAFFEE-CREME...
ANANAS-CREME... VANILLE-CREME... NOUGAT-CREME... HAAR-CREME...
«Haarcreme?!» schrie Micky Schießer. «Füllen Sie Ihre Schokolade mit Haarcreme?»
«Schneller rudern!» rief Herr Wonka. «Wir haben jetzt nicht die Zeit, dumme Fragen zu beantworten.»
Das Boot flog an einer schwarzen Tür vorbei.
LAGERRAUM NUMMER 71...
SCHLAFRÖCKE... SÄMTLICHE GRÖSSEN
«Schlafröcke!» rief Veruschka Salz. «Wozu brauchen Sie Schlafröcke? Für die Umpa-Lumpas etwa...? Hi... hi!»
«Nein, für die Äpfel, natürlich. Äpfel tragen niemals etwas anderes als einen Schlafrock. Wußtest du das etwa nicht?» antwortete Herr Wonka. «Schneller rudern, bitte!»
Auf einer gelben Tür stand:
LAGERRAUM NUMMER 77... SÄMTLICHE
BOHNENSORTEN KAKAO-BOHNEN... KAFFEE-BOHNEN...
SOJA-BOHNEN...
WEISSE BOHNEN... BOHNEN FÜR DIE OHREN...
«Wo gibt's denn so was!» rief Violetta Beauregarde.
«Oh, das wirst du doch wohl wissen! Hast du nie Bohnen in den Ohren? Schneller rudern, bitte! Wir haben keine Zeit für lange Debatten!»
Aber fünf Sekunden später kam eine leuchtendrote Tür in Sicht, und Herr Wonka hob seinen Spazierstock mit dem goldenen Knauf und kommandierte: «Haaaalt!»
19. Der Erfindungsraum
Als Herr Wonka «Halt!» rief, stemmten die Umpa-Lumpas die Ruder in den Fluß und bremsten scharf. Das Boot hielt an, und die Umpa-Lumpas ließen es langsam vor die rote Tür gleiten. Darauf stand:
ERFINDUNGSRAUM PRIVAT - ZUTRITT VERBOTEN!
Herr Wonka zog einen Schlüssel aus der Tasche und lehnte sich über den Bootsrand, um aufzuschließen.
«Das ist der wichtigste Raum der ganzen Fabrik! Hier drinnen kochen und brutzeln alle meine neuesten und geheimsten Erfindungen! Was würden all die schlechten
Fabrikanten auf der Welt dafür geben, wenn sie sich nur einmal hier drinnen drei Minuten umsehen dürften! Und jetzt hört gut zu! Ihr dürft in diesem Raum nichts anfassen, gar nichts, habt ihr verstanden? Versprecht ihr mir, daß ihr nichts anfaßt?»
«Ja, ja. Wir rühren ganz bestimmt nichts an!» riefen die Kinder.
«Bis jetzt hat noch nie jemand außer mir diesen Raum betreten, nicht einmal ein Umpa-Lumpa», sagte Herr Wonka, öffnete die Tür und stieg aus dem Boot in den Raum. Die vier Kinder und die Erwachsenen kletterten hinter ihm her.
«Nichts anfassen!» mahnte Herr Wonka noch einmal. «Und nichts umstoßen.»
Charlie sah sich staunend in dem großen Saal um. Hier sah es aus wie in einer Hexenküche! Überall standen große Küchenherde, auf denen es in schwarzen Eisentöpfen kochte und blubberte. Kessel summten, Pfannen zischten, eigenartige Maschinen ratterten und rasselten, Röhren liefen unter der Decke und an allen Wänden entlang. Und der ganze Raum war von Rauch und Dampf und köstlichen Düften erfüllt.
Herr Wonka war plötzlich noch viel lebhafter als vorher. Man sah ihm an, daß er sich am liebsten in diesem Raum aufhielt. Er hüpfte zwischen den Maschinen und Töpfen herum wie ein Kind zwischen seinen Weihnachtsgeschenken und wußte nicht, was er sich zuerst anschauen sollte. Er hob den Deckel von einem großen Topf und schnupperte, dann lief er weiter zu einem Faß voll klebrigem gelbem Zeug, steckte den Finger hinein und probierte. Er hantierte an den Hebeln und Knöpfen einer Maschine herum, er schaute besorgt durch die Glastür eines enormen Backofens und rieb sich endlich zufrieden die Hände und kicherte entzückt. Zum Schluß trat er an eine kleine Maschine, die dauernd ph... ph... ph... machte, und bei jedem ph... fiel eine dicke, grüne Murmel in einen Korb, der davor auf dem Boden stand. Jedenfalls sah es wie eine Murmel aus.
«Immerwährende Dauerlutscher!» verkündete Herr Wonka stolz. «Etwas ganz Neues! Ich erfinde sie für Kinder, die nur wenig Taschengeld bekommen. Auf einem immerwährenden Dauerlutscher können sie lutschen und lutschen und lutschen und lutschen und lutschen, und er wird niemals kleiner!»