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Die Zwerge

Электронная книга - «Die Zwerge». Краткое содержание книги:

Tapfer bewachen die Zwerge des fünften Stammes den Steinernen Torweg, um das Geborgene Land, in dem Menschen, Zauberer und Elben in Frieden leben, vor den üblen Geschöpfen des Gottes Tion zu schützen. Doch eines Tages reicht die Kraft der Äxte nicht mehr aus: Orks und Oger stürmen in riesigen Horden das Tor. Das Tote Land drängt voran und bringt Siechtum und Tod über die tapferen Zwerge; wer auf seinem Boden stirbt, kehrt als untoter Sklave des Bösen zurück. Und zu allem gesellen sich die Albae, grausame Wesen voller Macht und Heimtücke. Der Steinerne Torweg fällt und mit ihm der letzte Zwerg aus dem Stamm der Fünften.
Tausend Sonnenzyklen später wehren sich die Menschen verzweifelt gegen die mörderischen Orks. Zwar haben die sechs großen Zauberer das Tote Land mithilfe von Magischen Schranken aufhalten können, aber unter den Herrschern des Geborgenen Landes befindet sich ein Verräter, und schon erobern Albae die Haine der Elben. In diesen unsicheren Zeiten macht sich der Zwerg Tungdil auf Geheiß des mächtigen Magiers Lot-Ionan, seines Ziehvaters, auf einen Botengang - der unversehens zu einem schicksalhaften Abenteuer auf Leben und Tod gerät...
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»Wir sollten es den anderen sagen.«

Narmora überlegte. »Ja, das müssen wir wohl. Ich bin neugierig, wie sie es aufnehmen.« Damit meinte sie vor allem Boїndil.

Tungdil lächelte ihr aufmunternd zu. »Es wird dir nichts geschehen, das schwöre ich.«

Sie grinste böse, und ein Anflug von Albischem legte sich auf ihre Züge.

Eilig riefen sie die Gefährten zusammen und trafen sich in seiner Unterkunft. Dort erzählte er ihnen von der neuen Wendung. »Wir schaffen es, Nôd’onn zu besiegen«, endete er und wartete gespannt auf eine Reaktion.

»Ich müsste sie eigentlich töten«, meinte Ingrimmsch nachdenklich, sah aber nicht danach aus, als wollte er seine Worte in die Tat umsetzen.

»Nein, eigentlich müsstest du die Hälfte von ihr töten. Und in welcher Hälfte steckt wohl das Albische? In der rechten oder in der linken? Oben oder unten? Vraccas wird es uns verzeihen, weil wir mit ihrer Hilfe die Reiche retten«, gab Tungdil zurück. »Es gibt keinen anderen Weg.«

Furgas hielt Narmora umschlungen und schaute besorgt, was der Zwerg sehr gut verstand. Seine Liebste würde sich gegen den Magus stellen, der als unbesiegbar galt.

»Ihr beiden«, er richtete sich an Rodario und Furgas, »könnt bei den Clans der Ersten bleiben und auf unsere Rückkehr...«

»Niemals ließe ich sie allein«, erklärte Furgas bestimmt. »Ihr werdet einen Techniker unterwegs sicherlich gebrauchen können.«

»Und einen einmaligen Schauspieler ebenso«, fügte Rodario eilends hinzu, bemerkte aber im selben Atemzug, dass er nicht richtig erklären konnte, wozu er auf dieser Reise taugte. Daher versuchte er es mit einem gewinnenden Lächeln auf dem fein geschnittenen Antlitz.

»Stimmt«, bekam er unerwartet Beistand von Boїndil. »Er wird die Gegner durch sein Geschwätz ablenken.«

Die Zwerge grinsten, nur Goїmgar blieb ernst, bis es aus ihm herausbrach. »Gandogar ist bestimmt schon im Grauen Gebirge«, zischte er aus der Ecke. »Er wird die Feuerklinge zuerst schmieden und Großkönig werden, und ihr werdet ihn nicht daran hindern.« Er blickte verächtlich zu Narmora. »Mit ihr wird es niemals gut gehen. Sie ist nur zur Hälfte ein Alb.« Mit diesen Worten stand er auf und ging hinaus.

»Dann schlägt sie Nôd’onn eben zur Hälfte tot«, brummte Bavragor in die Stille hinein und nahm einen Schluck aus seinem Humpen, den er sich mitgebracht hatte. »Den Rest übernehmen wir.«

Die Bemerkung löste die Spannung, und sie lachten erleichtert auf.

*

Am nächsten Morgen schritten sie zusammen mit Königin Xamtys und ihrer Clangesandtschaft über die schimmernden Brücken durch die Gänge des Roten Gebirges, die sich nur unwesentlich von denen der Zweiten unterschieden.

Bavragor konnte es nicht lassen, immer wieder mit seinen Fingern prüfend über die Wände zu streichen, hier zu stampfen und da zu pochen. »Nicht schlecht, aber auch nicht besser«, lauteten seine erstaunlich diplomatischen Äußerungen.

Bald standen sie vor einem massiven Tor aus Stahl, in dem zwergische Runen golden funkelten. Die Königin sprach die Worte, und es öffnete sich für sie. Die Halle dahinter glich jener, von der aus Tungdil und seine Begleiter aufgebrochen waren, bis in die kleinste Einzelheit; Dampfkessel und Zahnräder waren ebenso hier zu finden wie die acht Schienen. Die Ingenieure setzten die Maschinerie in Gang, und wenig später zischte, brodelte und ratterte es und roch nach heißem Metall und Schmiere.

»Die Ersten haben das Röhrensystem gut gewartet«, sagte Furgas bei dem Anblick. »Kein Rost, kein Staub. Sie hätten in der Vergangenheit jederzeit losfahren können, schätze ich.«

»Es war ein Fehler, genau das nicht zu tun«, bedauerte Xamtys und gab Anweisungen, die Loren für sich und die Expedition bereit zu machen und zu beladen.

Eine war für Djerůn bestimmt, dem man seine Verletzung nicht mehr anmerkte. Die schadhaften Stellen seiner Rüstung waren noch in der gleichen Nacht von den Schmieden ausgebessert worden; dem ungeübten Auge fiel es schwer, einen Unterschied zur sonstigen Rüstung zu entdecken. Für ihn bauten sie die Sitzreihen aus dem Karren aus, damit er sich hinlegen konnte. Sie fürchteten, dass er ansonsten wegen seiner Größe mit dem Kopf hängen bleiben und sich auf diese Weise selbst enthaupten könnte.

In einem anderen Gefährt fanden die Zwerge Platz, und im letzten die Schauspieler sowie Andôkai und das Material, das sie zur Schaffung der Feuerklinge benötigten.

Sie sieht müde aus. Tungdil trat an Andôkai heran. »Wie geht es Euch und Euren Kräften? Ihr sagtet, Ihr seid erschöpft?«

Die Maga fasste ihr blondes Haar mit einem Lederband zusammen, um zu verhindern, dass es bei der anstehenden Fahrt zu sehr umherwirbelte. »Möchtest du die Wahrheit hören, oder soll ich dich anlügen?«

»Die Wahrheit.«

Sie setzte sich auf den Rand eines Vehikels und schaute den Vorbereitungen zu. »Meine Zauber werden bald restlos erschöpft sein. Ich war schon zu lange nicht mehr in einem Gebiet mit Magiefeldern, aus denen ich neue Kraft schöpfen könnte.«

»Ist das der Grund, weshalb die Magi ihre Reiche niemals verlassen?«

Ihre Augen richteten sich auf Tungdils bärtiges Antlitz. »Ja, das ist das Geheimnis der Magi. Natürlich können wir auch Magie außerhalb der Felder benutzen, aber die Energien, die wir in uns tragen, gehen schnell verloren und sind noch schneller aufgebraucht. Stell es dir vor wie einen löchrigen Lederschlauch. Er verliert auch Wasser, ohne dass du davon trinkst. Ein paar mächtige Zauber, und die Kunst ist dahin.« Sie schaute zu Djerůn. »Deshalb habe ich gelernt zu kämpfen und habe ihn stets in meiner Nähe. Ich will ohne Zauber nicht wehrlos sein.«

Tungdil dachte nach. »Ist das ein Weg, um Nôd’onn zu besiegen?«

Sie schüttelte den Kopf. »Darauf würde ich mich nicht verlassen. Das Wesen, das in ihm wohnt, hat ihm unbekannte Macht verliehen.«

Der Zwerg schaute zu Narmora und erinnerte sich, was sie mit der Lampe angestellt hatte. »Sie beherrscht Magie...«

»Nein, sicherlich nicht. Ich weiß zwar nicht viel über ihr Volk, aber es können keine sonderlich starken Fertigkeiten sein, die sie besitzt. Ich denke, es handelt sich um angeborene Dinge... Dunkelheit heraufbeschwören, Feuer löschen, Träume verändern. Kleinigkeiten, die Menschen in Furcht erstarren lassen und die für all die Legenden rund um die Albae sorgen.«

»Nicht mehr? Sinthoras hat Euren magischen Schutzschild durchbrochen.«

»Das war List, kein Zauber. Du erinnerst dich, dass wir bei den getöteten Albae Kristalle fanden?« Tungdil nickte. »Sie haben sie von Nôd’onn bekommen, um sich gegen Zauber der Magi zu schützen. Er band eines davon um den Pfeil und zerstörte damit meinen Spruch.« Andôkai erhob sich. »Es ist so weit. Wir können los.« Die Vorbereitungen waren abgeschlossen, und auch die Lore der Königin wurde auf die Gleise gehievt. »Denke daran, Tungdiclass="underline" Ich werde meine Kräfte schonen. Verlasst euch nicht darauf, dass ich ständig eingreifen kann.«

»Ich werde es den anderen sagen.« Es wird auch ohne Magie gehen.

Sie kehrten zu den Rampen zurück, wo Xamtys soeben die Karren inspizierte. »Ich bin gespannt, wie so eine Fahrt ist.« Sie strich sich über den hellen Flaum. »Und ich freue mich auf die Gesichter der Mannsbilder.« Sie sprang auf ihren Sitz und löste die Bremsvorrichtung. »Wir warten auf euch und die Feuerklinge. Vraccas sei mit euch.« Schon rollten sie los und verschwanden im Tunnel.

»Und mit dir«, rief Tungdil ihr nach und schritt zur nächsten Rampe, um sich in seinen Wagen zu setzen. Die Karte mit den Röhrenverbindungen, die ihm die Königin gegeben hatte, schob er unter sein Kettenhemd. Neben ihm saß Boїndil, hinter ihnen lachten Bavragor und Balyndis miteinander.

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