Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]
Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]

Электронная книга - «Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]». Краткое содержание книги:

Eine faszinierende Reise in die finsterste Zeit des Mittelalters.
Es sollte das größte Abenteuer ihres Lebens werden: Die junge Kivrin wird aus dem Jahr 2054 ins mittelalterliche England geschickt. Doch bei der Übertragung kommt es zu Problemen, und so landet die Geschichtsstudentin nicht wie geplant im Jahr 1320, sondern im Jahr 1348 — dem Todesjahr, in dem die Pest England entvölkerte. Und eine Rückkehr in die Zukunft scheint unmöglich zu sein …
1 ... 125 126 127 128 129 130 131 132 133 ... 175
Перейти на страницу:

»Du hast dies über uns gebracht«, sagte Imeyne.

Kivrin blickte mit plötzlichem Herzklopfen auf, aber Imeyne sah sie nicht an. Ihr Blick war auf Eliwys gerichtet. »Deine Sünden sind es, die diese Strafe hervorgerufen haben.«

Eliwys wandte den Kopf zurück zu Imeyne, und Kivrin erwartete Zorn oder Schrecken in ihrem Gesicht, aber keines von beiden war darin zu erkennen. Sie sah ihre Schwiegermutter beinahe gleichgültig an, als wären ihre Gedanken mit anderen Dingen beschäftigt.

»Der Herr straft Ehebrecher und ihr ganzes Haus«, sagte Imeyne, »wie Er jetzt dich straft.« Sie schwang das Stundenbuch vor ihrem Gesicht. »Deine Sünde ist es, die uns die Pest gebracht hat.«

»Du warst es, die zum Bischof schickte«, erwiderte Eliwys kalt. »Du warst mit Pater Roche nicht zufrieden. Du brachtest sie hierher, und die Pest mit ihnen.«

Sie wandte sich um und ging zum Durchgang hinaus.

Imeyne stand steif, als hätte man sie geschlagen, dann ließ sie sich bei der Bank, auf der sie gesessen hatte, auf die Knie nieder, nahm das Reliquiar aus ihrem Buch und ließ den Rosenkranz durch ihre Finger gehen.

»Erzählst du mir jetzt eine Geschichte«, sagte Agnes.

Imeyne stützte die Ellbogen auf die Bank und drückte die Hände gegen ihre Stirn.

»Erzähl mir die Geschichte von dem bösen Mädchen«, sagte Agnes.

»Morgen«, sagte Kivrin. Sie erhob sich mit dem Kohlenbecken und trug es die Treppe hinauf.

Das Fieber des Kranken war wieder gestiegen. Er phantasierte, stieß mit lallender, krächzender Stimme die lateinischen Gebete der Totenmesse hervor, als wären es Flüche. Wiederholt bat er um Wasser, und Kivrin mußte wieder hinunter zum Hof, um frisches Wasser aus dem Brunnen zu schöpfen.

Auf Zehenspitzen schlich sie die Treppe hinunter, den Holzeimer und eine Kerze in den Händen und beseelt von der Hoffnung, daß Agnes sie nicht sehen würde, aber alle bis auf Frau Imeyne schliefen. Sie kniete betend am Feuer, steif und unversöhnlich. Du hast dies über uns gebracht.

Kivrin tappte hinaus auf den dunklen Hof. Zwei Glocken läuteten in der Ferne, nicht ganz im Gleichtakt miteinander, und sie überlegte, ob sie zur Vesper läuteten oder zu Begräbnissen. Beim Brunnentrog stand ein zur Hälfte gefüllter Holzeimer, aber sie ließ ihn stehen und zog mit ihrem Eimer frisches Wasser herauf. Sie stellte den Eimer neben dem Eingang zum Küchenhaus ab und ging hinein, um etwas zu essen mitzunehmen. Die schweren Tücher, die man zum Zudecken der Speisen verwendete, wenn sie ins Herrenhaus getragen wurden, lagen am Ende des Tisches, der als Anrichte diente. Sie legte Brot und ein Stück kaltes Fleisch auf eines der Tücher und band die vier Zipfel zusammen. Als sie mit dem Bündel und dem Eimer den Hof überquerte, begegnete ihr Pater Roche, der von der Kirche zurückkam. Gemeinsam trugen sie Wasser und Essen hinauf in die Kammer, setzten sich vor das Kohlenbecken auf den Boden und aßen. Schon nach den ersten Bissen fühlte sie sich besser.

Der Zustand des Sekretärs schien sich nicht verschlechtert zu haben. Er schlief wieder, hatte dann aber einen Schweißausbruch. Kivrin befeuchtete das derbe Tuch aus der Küche und wischte ihm den Schweiß damit ab, und er seufzte und schlief wieder ein. Als er erwachte, hatte das Fieber nachgelassen. Sie schoben die Truhe neben das Bett, stellten ein Talglicht darauf, und sie und Pater Roche saßen abwechselnd bei ihm und ruhten auf der Bank am Fenster. Es war zu kalt, um wirklich zu schlafen, aber Kivrin rollte sich zusammen und schlummerte wiederholt für kurze Zeit ein. Als sie an der Reihe war, die Krankenwache zu übernehmen, schien der Zustand des Sekretärs sich weiter gebessert zu haben. Er lag ruhig und schlief.

Sie hatte gelesen, daß die Pestärzte des Mittelalters durch das Aufschneiden der Pestbeulen bisweilen einen Patienten gerettet hatten. Die Beule unter dem Arm des Sekretärs entließ kein Eiter mehr, und das Röcheln war aus seinem Atem gewichen. Vielleicht würde er doch nicht sterben.

Manche Historiker waren der Auffassung, der Schwarze Tod habe nicht so viele Menschen getötet, wie die mittelalterlichen Aufzeichnungen angaben. Mr. Gilchrist hielt die Zahlen für stark übertrieben und machte dafür die Furcht und den niedrigen Bildungsstand der Zeitgenossen verantwortlich, aber auch die unwissenschaftliche Neigung der meisten Menschen, die Bedeutung eines Ereignisses durch viel zu hoch angesetzte Schätzungen zu steigern. Selbst wenn die Statistiken richtig waren, hatte die Pest nicht alle Dörfer gleich verheerend heimgesucht. In manchen Orten war weniger als ein Drittel der Bevölkerung an der Seuche gestorben, in einigen Orten hatte es nur wenige Fälle gegeben. Verschiedene abgelegene Dörfer waren sogar ganz verschont geblieben.

Sie hatten den Sekretär isoliert, sobald sie erkannt hatten, woran er erkrankt war, und es war ihr gelungen, Pater Roche die meiste Zeit von ihm fernzuhalten. Sie hatten alle unter den Umständen mögliche Vorsichtsmaßregeln getroffen. Und es war kein Fall von Lungenpest daraus geworden. Vielleicht war das genug, und sie hatten der Ausbreitung der Seuche noch rechtzeitig Einhalt geboten. Sie mußte Pater Roche sagen, daß es nun darauf ankam, das Dorf gegen Fremde abzuschließen und niemanden hereinzulassen. Vielleicht würde die Pest an ihnen vorübergehen. Das war vorgekommen. Ganze Dörfer waren unberührt geblieben, weil die Bewohner die Zugangswege unpassierbar gemacht und die Gemeindegrenzen überwacht hatten. So war in Teilen Schottlands das Einschleppen der Seuche verhindert worden.

Sie mußte am Krankenbett eingenickt sein. Als sie erwachte, dämmerte der Morgen, und Pater Roche war fort. Der Sekretär lag ganz still, die Augen starr und aufgerissen, und sie dachte, er sei gestorben und Pater Roche fortgegangen, sein Grab auszuheben, dann aber sah sie das leichte Heben und Senken seiner Brust unter der Decke. Als sie ihm den Puls fühlte, ging er schnell und so schwach, daß sie ihn kaum fühlen konnte.

Im Dorf begann die Glocke zu läuten. Pater Roche mußte gegangen sein, um die Frühmesse zu lesen. Sie zog ihre behelfsmäßige Schutzmaske über Mund und Nase und beugte sich über das Bett. Sie sprach ihn mit leiser Stimme an, doch gab er keinerlei Zeichen, daß er sie gehört hatte. Behutsam legte sie ihm die Hand auf die Stirn. Das Fieber schien wieder nachgelassen zu haben, aber das konnte mit der Tageszeit zusammenhängen, und seine Haut fühlte sich nicht normal an. Sie war trocken und papieren, und die Blutergüsse unter der Haut seiner Arme und Beine waren dunkler und hatten sich weiter verbreitet. Seine geschwollene Zunge zwängte sich zwischen seinen Zähnen hervor, gräßlich purpurn.

Ein übler Geruch ging von ihm aus, so widerwärtig, daß sie ihn selbst durch die Maske gefiltert kaum aushalten konnte. Sie stieg auf die steinerne Bank am Fenster und band das gewachste Leinen los. Die frische Luft roch wundervoll, kalt und rein, und sie beugte sich hinaus und atmete tief.

Der Hof war leer, doch als sie in der kleinen Fensteröffnung lehnte und die frische Luft einsog, erschien Pater Roche in der Tür des Küchenhauses. Er trug eine dampfende Schüssel hinüber zur Tür des Herrenhauses, und kurz bevor er sie erreichte, erschien Eliwys. Sie sprach zu ihm, und er wollte nähertreten, schien dann aber an ihre Ermahnungen zu denken und zog seine Behelfsmaske über Mund und Nase, bevor er ihr antwortete. Er bemühte sich, andere Menschen vor der Gefahr seiner Nähe zu schützen. Kivrin war gerührt. Er verschwand im Herrenhaus, und Eliwys ging zum Brunnen.

Kivrin band das Leinen an der Seite des Fensters zurück und sah sich nach etwas um, was als Fächer geeignet wäre. Sie sprang von der Bank, nahm das grobe Tuch, das sie aus der Küche mitgenommen hatte, und stieg wieder auf die Steinbank.

Eliwys war noch am Brunnen und zog den Eimer hoch. Plötzlich hielt sie inne, das Seil in den Händen, und blickte zum Tor. Dort war Gawyn in Sicht gekommen. Er ging zu Fuß und führte sein Pferd am Zaum.

1 ... 125 126 127 128 129 130 131 132 133 ... 175
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)